AT160592B - Lötverfahren und Flußmittel zur Durchführung desselben. - Google Patents

Lötverfahren und Flußmittel zur Durchführung desselben.

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AT160592B
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soldering
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Georg Fischer
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Georg Fischer
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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Lötverfahren und Flussmittel zur Durchführung desselben. 



   Die Erfindung betrifft ein Lötverfahren, welches das Löten mit reinem Blei oder   zinnfreien   oder zinnarmen Bleilegierungen, insbesondere antimonhaltigem Hartblei, ermöglicht, sowie ein hiefür geeignetes Flussmittel und ein Verfahren zu seiner   Herstellung.   



   Es ist bereits bekannt, als Flussmittel zum Weichlöten Chlorzink und Salmiak enthaltende Lösungen zu verwenden. Derartige Lötmittel sind aber zum Löten mit reinem Blei oder hochbleihaltigen Legierungen nicht brauchbar. Auch die Verwendung zinnarmer oder sogar zinnfreier Lote 
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 Barium, Natrium, Silber u. dgl., aufweisen, um mit ihnen löten zu können. 



   Ein Löten mit reinem Blei galt bisher allgemein als unmöglich. Bringt man nämlich ein lediglich aus Blei bestehendes Lot auf eine in üblicher Weise mit Lötwasser bestrichen Lötstelle, so bildet 
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 mehr um die fast augenblickliche Bildung einer Oxydationshaut auf dem Bleilot, also um chemische Vorgänge handelt, oder ob diese Erscheinung auf Oberflächenspannung, also auf physikalische Vorgänge zurückzuführen ist. Jedenfalls fliesst das reine Bleilot auch bei starkem Erhitzen nicht, vielmehr tritt dann ein Verbrennen und Verschmoren der Lötstelle ein. 



   Es ist schon vorgeschlagen worden, ein Lot, das kein Zinn oder nur untergeordnete Mengen Zinn enthält, in der Weise herzustellen, dass Zink in Handelssalzsäure gelöst und sodann Ammonchlorid zugesetzt wird, worauf die vom Ungelösten abgegossene konzentrierte Lösung in geschmolzenes Blei eingegossen und darin verrührt wurde. Nach Entfernen der gebildeten Schlacke wurde die Schmelze in Formen gegossen. Abgesehen davon, dass es sich hiebei nicht um ein flüssiges Flussmittel (Li'twasser) handelt, kann eine Parallele zu dem vorliegenden   Erfindungsgegenstand   auch deshalb nicht gezogen werden, weil beim Mischen der salzhaltigen Lösung mit geschmolzenem Blei Salzsäure und Salmiak verdampfen bzw. sublimieren und die restlichen Metallsalze in die Schlacke übergehen. 



  Ausserdem lässt sich aus der älteren Arbeitsvorschrift nichts darüber entnehmen, dass ein Zusatz von Eisenchlorid in einem salzsauer reagierenden Flussmittel das Löten unter Verwendung von reinem Blei oder hoehbleihaltigen zinnarmen Loten   ermöglicht.   Mit dem in der vorbekannten Weise hergestellten festen Lot ist eine Lötung praktisch nicht durchführbar. Das Lot läuft selbst auf der völlig blank vorgereinigten Lötstelle zu Kügelchen zusammen, die bei stärkerem Erhitzen verschmoren. 



   Es wurde nun überraschenderweise gefunden, dass ein Löten mit reinem Blei oder hochbleihaltigen Legierungen ermöglicht werden kann, wenn man ein flüssiges, Chlorzink und Salmiak enthaltendes Flussmittel anwendet, welches bei salzsaurer Reaktion noch einen Zusatz von   Eisenehlorid   aufweist. 



   Vorteilhaft soll dabei die Salmiakmenge mindestens die Hälfte der Chlorzinkmenge betragen, sie kann aber auch der Chlorzinkmenge gleichkommen. 



   Bei Anwendung des neuen Flussmittels ergibt sich die Tatsache, dass sich das Bleilot rasch und völlig gleichmässig an der Lötstelle verteilt, so dass die Lötung mit derselben Leichtigkeit wie mit dem bisherigen Bleizinnlot durchführbar ist. Die neuen Lötstellen zeigen ausserordentliche Festigkeit, die mindestens der Festigkeit der üblichen, mit normalen Bleizinnloten hergestellten Lötstellen gleichkommt, aber die Festigkeit von mit sogenanntem Sparlot hergestellten Lötungen bei weitem übertrifft. 



  Das Fliessen des Bleilotes bei Anwendung dieses neuen Flussmittels ist so gut, dass beim Aneinanderlöten 

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 zweier Bleche die Erwärmung der Lötstelle von einer Seite mit dem Lötkolben völlig ausreicht, um das Lot gänzlich zwischen den Blechen zu verteilen. 



   Als Beispiel für die Herstellung des neuen Flussmittels sei folgendes gegeben :
Zu 1000   CM !   roher,   handelsüblicher   Salzsäure setzt man 1   cm3   einer gesättigten Eisenchloridlösung. In dieser Lösung werden bei Zimmertemperatur Zinkabfälle gelöst, bis das Lösevermögen der Salzsäure erschöpft ist. Hierauf wird die Flüssigkeit vom Ungelösten abgegossen. Auf 100   cm"   dieser Flüssigkeit setzt man   35-40     9   Ammonehlorid zu, die sich leicht darin auflösen. Damit ist das neue Flussmittel fertig zum Gebrauch. 



   Eine völlige Sättigung der Salzsäure mit dem Zink ist nicht vonnöten ; gegebenenfalls kann man einen Teil der Azidität der   Salzsäure durch Filtrieren   des Lötwassers durch Kreide abstumpfen. 



   Das neue Flussmittel ist beim Löten aller Metalle, wie Eisen, Zink, Blei, Kupfer, Messing u. dgl., jedoch mit Ausnahme von Aluminium, mit bestem Erfolg verwendbar. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Lötverfahren unter Verwendung von reinem Bleilot oder hochbleihaltigen zinnarmen Loten, dadurch gekennzeichnet, dass als Flussmittel ein Aufstrich einer salzsauer reagierenden Lösung von
Zink in Salzsäure mit einem Zusatz von Salmiak und Eisenchlorid verwendet wird.

Claims (1)

  1. 2. Chlorzink und Salmiak enthaltendes Flussmittel zum Löten mit reinem Blei oder hoch- bleihaltigen zinnarmen Loten zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, bestehend aus einer Lösung von Salzsäure, Saimiak, Chlorzink und Eisenchlorid, in der Salmiak und Chlorzink zweck- mässig im Verhältnis 0'5 : 1 bis l : l vorhanden sind.
    3. Verfahren zur Herstellung des Flussmittels nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass in handelsüblicher roher Salzsäure Zink bis zur Sättigung aufgelöst wird und je 100 9 dieser Lösung etwa 35-40 g Salmiak und Eisen in metallischer Form oder in Form von Eisenchlorid zugesetzt werden, worauf das Ganze zur teilweisen Abstumpfung der Restsäure gegebenenfalls über Kreide filtriert wird.
AT160592D 1937-01-13 Lötverfahren und Flußmittel zur Durchführung desselben. AT160592B (de)

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