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Vorrichtung zum Abmessen bestimmter Mengen einer Flüssigkeit und der zu ihrer chemischen Untersuchung benötigten Reagenzflüssigkeiten
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wechselnd der eine Messraum sich füllt und der andere sich entleert.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in einer beispielsweisen Ausführungsform in den Fig. 1 und 2 im mittleren Längsschnitt nach den Linien 1-1 und 2-2 der Fig. 3 dargestellt, die Fig. 3 und 4 zeigen Querschnitte nach den Linien ABCD der Fig. 1 und 2.
An einem zylindrischen Gehäuse 1 sind in seinem oberen Teil die Behälter 2 und 2a zur Aufnahme der Reagenzflüssigkeiten angeordnet, aus denen Kanäle 3 und Ja in das Gehäuseinnere führen. In dem Gehäuse ist ein Kolben 4 verschiebbar, der zwei achsparallele Aussparungen 5 und 6 aufweist, die als Messräume für die
Reagenzflüssigkeiten dienen und an den Enden in Zu-und Abflussöffnungen 7, 8 bzw. 9 und 10 an der Mantelfläche des Kolbens ausmünden.
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dienende, als Röhrchen 11 ausgebildete Pipette angebracht, die einerseits zu einem nach unten abgebogenen Fortsatz 12 ausgebildet ist, anderseits in ein Überlaufgefäss 13 mündet, welches durch einen in der Wandung des Gehäuses 1 vorgesehenen, Z-förmig gebogenen, knapp über dessen Boden nach innen ausmündenden Kanal 14 mit dem Gehäuseinneren in Verbindung steht, so dass beim Auf-und Abbewegen des Kolbens 4 in dem Überlaufgefäss 13 und in der Pipette 11 abwechselnd eine Luftverdünnung und-verdichtung eintritt.
Aus dem zylindrischen Gehäuse 1 führen zwei Kanäle 15,-'5a, die den Ausfluss der Reagenzflüssigkeiten aus deren Messräumen 5 und 6 vermitteln und getrennt voneinander den Rohrfortsatz 12 dmchsetzen. Letzterer weist somit drei Längsbohrungen auf, die an der Stirnfläche des Rohrfortsatzes 12 ausmünden. Die Steuerung des Zu-und Ablaufes der Reagenzflüssigkeiten sowie das Füllen und Entleeren aer Pipette wird von dem einen Kolben 4 besorgt.
Dieser ist mittels einer an ihm vorgesehenen Warze 16 in einer am Gehäuse 1 angebrachten axialen Nut 17 gerade geführt, die auch den Kolbenhub begrenzt
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und am oberen Ende in der Umfangsrichtung ihre Fortsetzung 171 findet, so dass der Kolben in der Hochlage um einen gewissen Winkel gedreht werden kann. Um diesen gleichen Winkel sind am Gehäuse 1 die Ein-und Ausflusskanäle 3, 15 und 3a, 15a für die einzelnen Reagenzflüssigkeiten zueinander versetzt angeordnet ; sie liegen also auf verschiedenen Achsparallelen, wogegen die beiden Ausmündungen 7, 8 und 9,
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parallelen liegen, gleich wie die Lufteintritts- öffnungen 18, 18a mit den inneren Mündungen der Ausflusskanäle 15, 15a.
Der axiale Abstand der im Gehäuse 1 ausmündenden Ein-und Auslaufkanäle 3, 15 ist um das Mass des Kolbenhubes kleiner als der Abstand der Messraummündungen 7, 8 am Kolben, wogegen jener der Mündungen der Kanäle, ? a, a um das gleiche Mass grösser ist als die Entfernung der Ausmündungen 9, 10 des Messraumes 6. Daher befindet sich in der Tieflage des Kolbens 4 der eine Messraum 5 in Füllstellung, der andere Raum 6 in der Auslaufstellung (Fig. 1). Bei angehobenem und um das Ausmass der Umfangsnut 171 am Gehäuse gedrehten Kolben 4 hingegen gelangt der Messraum 5 in die Auslaufund der Messraum 7 in die Füllstellung (Fig. 2).
Die Messvorrichtung wird vorzugsweise aus Glas gefertigt und wie folgt gehandhabt :
Die Vorrichtung wird in aufrechter Stellung an dem zylindrischen Gehäuse unterhalb der Reagenzbehälter erfasst und es werden in die letzteren die Reagenzflüssigkeiten bei eingeschobenem Kolben 4 eingefüllt. In dieser
Stellung (Fig. 1) füllt sich der Messraum 5 aus dem Behälter 2 mit Reagenzflüssigkeit, wogegen der mittlerweile noch leere Messraum 6 sich in der Auslaufstellung befindet. Der Rohrfort- satz 12 wird in die zu untersuchende Flüssigkeit getaucht und der Kolben 4 dann hochgezogen.
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die Pipette 11 mit Flüssigkeit füllt ; nun wird die Pipettenspitze 12 aus der zu untersuchenden Flüssigkeit gehoben und in das Untersuchungsgefäss gehalten. Der Kolben wird sodann gedreht, bis seine Warze 16 an das Ende der Umfangsnut 171 trifft.
In dieser Stellung (Fig. 2) erfolgt der Auslauf der Reagenzflüssigkeit aus dem Messraum 5 durch den Kanal 15 ; gleichzeitig hat sich der andere Messraum 6 mit der Reagenzflüssigkeit aus dem Behälter 2a gefüllt. Nun wird der Kolben in seine ursprüngliche Lage zurückgedreht, bis die Warze 16 wieder in die axiale Nut 17 eintritt und dann heruntergedrückt. Dabei erfolgt Druckentleerung der Pipette und beim tiefsten Stand des Kolbens, also bei entleerter Pipette, Abfluss der Reagenzflüssigkeit aus dem Messraum 6 und Wiederfüllen des Messraumes 5, worauf sich der beschriebene Vorgang wiederholt.
Das Abfliessen der beiden Reagenzflüssigkeiten und der zu untersuchenden Flüssigkeit in das Untersuchungsgefäss erfolgt somit in zeitlicher Aufeinanderfolge, was bei Verwendung gewisser Reagenzflüssigkeiten notwendig ist.
Es versteht sich, dass an dem Gehäuse 1 auch drei oder mehrere Behälter für verschiedene Reagenzflüssigkeiten und demgemäss im Kolben 4 eine gleiche Zahl von Messräumen vorgesehen werden können, die durch entsprechende Drehungen des Kolbens nacheinander in die Auslaufstellung gebracht werden ; wichtig dabei ist, dass die zeitliche Aufeinanderfolge des Auslaufes gewahrt bleibt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum Abmessen bestimmter Mengen einer Flüssigkeit und der zu ihrer chemischen Untersuchung benötigten Reagenzflüssigkeiten nach Patent Nr. 163403, dadurch gekennzeichnet, dass der die zu untersuchende Flüssigkeit und die Reagenzflüssigkeiten steuernde Kolben (4) in einem aufrechten, im oberen Teil die Behälter für die Reagenzflüssigkeiten tragenden zylindrischen Gehäuse (1), in das die Reagenzbehälter ausmünden, verschiebbar ist und zwei oder mehrere im wesentlichen in der Längsrichtung des Kolbens sich erstreckende, als
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öffnungen (7, 8 und 9, 10) ausmünden, denen entsprechend im zylindrischen Gehäuse (1)
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eine Flüssigkeit um das Ausmass des Kolbenhubes grösser,
für die andere um dasselbe Mass kleiner ist als der Abstand der zugehörigen Zu-und Abfluss- öffnungen am Kolben, derart, dass in den beiden Endlagen des Kolbens, also bei gefüllter bzw. bei entleerter Pipette, abwechselnd der eine Messraum sich füllt und der andere sich entleert, so dass das Auslaufen der Flüssigkeiten aus der Pipette und den Messräumen des Kolbens in zeitlicher Aufeinanderfolge vor sich geht.