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Elektrische Entladungsröhre
Die Erfindung bezieht sich auf eine elektrische
Entladungsröhre, deren Kolben von einem die
Kontaktstifte tragenden Glasboden verschlossen ist, in dem ein Entlüftungsröhrchen angebracht ist, und insbesondere auf die Ausführungsform des Entlüftungsröhrchens.
Bei Röhren mit einer metallenen Bodenplatte war es bekannt, das metallene Entlüftungsröhrchen als Zentrierstift zu verwenden. Die Befestigung eines metallenen Entlüftungsröhrchens an einem metallenen Röhrenboden bereitete wenig Schwierigkeiten, während eine grosse Festigkeit erzielbar ist. Die Sache liegt jedoch ganz anders, wenn die Bodenplatte aus Glas besteht. Da ein Zentrierstift, besonders wenn er zugleich als Suchernocken fungiert, bei Einführung der Röhre in die Fassung stark beansprucht werden kann, wagte man es nicht bei Röhren mit Glasboden ein metallenes Entlüftungsröhrchen als Zentrierstift auszubilden. Daher wurde stets, wenn aus irgendwelchem Grunde ein metallenes Entlüftungsröhrchen in einen Glasboden eingeschmolzen wurde, ringsum dieses Röhrchen eine Schutzbuchse angeordnet, die als Zentrierstift mit Suchervorrichtung ausgebildet sein konnte.
Weiter hat man vorgeschlagen, ein gläsernes Entlüftungsröhrchen zugleich als Zentrierstift und Suchernocken zu ver-
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dem verhältnismässig viel Raum, so dass sie bei klein bemessenen Röhren nicht anwendbar war und man sich genötigt sah, wieder zu der längst überholten Anordnung des Entlüftungsröhrchens am oberen Ende des Röhrenkolbens zurück- zukehren.
Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, dass das Vorurteil der Fachwelt gegen die Verwendung des Pumpröhrchens als Zentrier-, Such-und Be- festigungsorgan bei Röhren mit Glasboden, ins- besonders bei solchen mit kleinem Durchmesser, unbegründet war. Erfindungsgemäss wird bei einer elektrischen Entladungsröhre, deren Kolben von einem Glasboden verschlossen ist, in den Kontaktorgane und ein zentral angeordnetes Entlüftungsröhrchen eingeschmolzen sind, das Entlüftungsröhrchen als Zentrierstift und Sucherorgan ausgebildet und dient zugleich zur Halterung der Röhre in der Fassung.
Es hat sich gezeigt, dass besonders bei Röhren mit kleinem Durchmesser die erfindungsgemässe Bauart hinreichend fest ist, so dass die Anordnung des Entlüftungsröhrchens am oberen Ende der Röhre entfallen kann.
Weiter ist es wichtig, dass das Entlüftungsröhrchen aus einem Metall oder einer Metalllegierung besteht, dessen oder deren Ausdehnungskoeffizient dem des Glases angepasst ist, um das Auftreten innerer Spannungen möglichst zu vermeiden. Eine sehr geeignete Kombination entsteht, wenn ein Entlüftungsröhrchen aus Chromeisen in einen Boden eingeschmolzen wird, der aus Pressglas von im wesentlichen folgender Zu- sammensetzung besteht : 51% Si02, 32, 2% PbO, 2% CaO, 13, 5% K, 0, 1, 5% Na, 0. Um die Kosten herabzusetzen, ist es möglich, nur den einzuschmelzenden Teil des Entlüftungsröhrchens aus Chromeisen und den eigentlichen Zentrierkörper mit Suchernocken z. B. aus Eisen herzustellen.
In diesem Falle kann der Zentrierkörper vorzugsweise mit Kupfer luftdicht am eingeschmolzenen Chromeisenteil festgelötet werden.
Grössere Unterschiede im Ausdehnungskoeffizienten von Glas und Metall sind zulässig, wenn das Glas der Bodenplatte eine solche Struktur hat, dass es zu 5-10% seines Volumens aus sehr fein verteilten Hohlräumen besteht. In diesem Falle ist es sogar nicht ausgeschlossen, das ganze Entlüftungsröhrchen aus Eisen herzustellen
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und in die vorerwähnte Glasart einzuschmelzen.
Die Erfindung wird an Hand der Zeichnung näher erläutert, in der Fig. 1 und 2 Ausführungs- formen erfindungsgemässer Entlüftungsröhrchen darstellen.
In Fig. 1 ist der Kolben einer Entladungsröhre mit 1 bezeichnet, der in diesem Falle aus Glas be- steht, jedoch auch aus Metall bestehen kann, und mit einer gläsernen Bodenplatte 2 verschlossen ist.
In diese Bodenplatte 2 sind die Kontaktorgane 3 sowie ein Röhrchen 4 eingeschmolzen, das aus
Chromeisen bestehen kann. An diesem Röhrchen 4 ist bei 8 der eigentliche Zentrierkörper 5 z. B. mit Kupfer vakuumdicht festgelötet. Der Körper 5 hat einen Suchemocken 6 und eine umlaufende Rille 7, die zur Halterung der Röhre in der Fassung dient. Nach dem Pumpvorgang kann die Öffnung im Körper 5 mittels eines Pfropfens 9 verschlossen werden. Zur grösseren Festigkeit kann der Körper 5 etwas im Röhrenboden versenkt angeordnet werden, wie aus der Figur ersichtlich ist. Er kann jedoch auch auf der unteren Fläche der Bodenplatte ruhen.
In Fig. 2 ist der Kolben der Röhre mit 10, die gläserne Bodenplatte mit 11 bezeichnet. In die Bodenplatte 11 sind die Kontaktorgane 12 und das völlig aus Chromeisen bestehende Entlüftungsröhrchen 13 eingeschmolzen. Dieses Entlüftungsröhrchen besitzt, ähnlich wie im vorerwähnten Falle, einen Suchernocken 14 und eine Rille 15 und ist mittels eines Pfropfens 16 verschlossen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Elektrische Entladungsröhre, deren Kolben durch einen Glasboden verschlossen ist, in den
Kontaktorgane und ein zentral angeordnetes, metallenes Entlüftungsröhrchen eingeschmolzen sind, und die mit einem Zentrierorgan versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Entlüftungs- röhrchen als Zentrierorgan mit Suchernocken ausgebildet ist und zugleich zur Halterung der Röhre in der Fassung dient.