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Röntgenanlage
Bei Röntgenanlagen tritt im Augenblick der Einschaltung des Hochspannungskreises zwecks Herstellung einer Aufnahme ein durch die beträchtliche Leistungsaufnahme verursachter, häufig recht störender Spannungsabfall ein und es ist auch schon bekannt, zur Kompensation einer auf'diese Weise eintretenden ungewollten Heizstromabsenkung Heiztransformatoren mit einer vom Primärstrom des Hochspannungstransformators durchflossenen zusätzlichen Wicklung zu verwenden oder zu dem gleichen Zweck einen primärseitig ebenfalls in eine der beiden Primärzuleitungen des Hochspannungstransformators eingeschalteten Zusatztransformator vorzusehen, dessen Sekundärwicklung mit der Sekundärwicklung des Heiztransformators gleichsinnig in Reihe geschaltet ist.
Nach der Erfindung wird der bei Einschaltung des Hochspannungskreises eintretende Spannungs- abfall für mindestens einen Stromkreis der Anlage, insbesondere den Heizkreis, in wesentlich einfacherer Weise dadurch kompensiert, dass mit dem Ein-und Ausschalter des Hochspannungskreises ein Umschalter gekuppelt ist, der allein betätigt, eine der zu kompensierenden Spannungsabsenkung entsprechende Spannungserhöhung herbeiführen würde. Die Kupplung zwischen den beiden Schalteinrichtungen kann eine rein mechanische, aber auch z. B. eine elektromechanische, durch Hilfskontakt und elektromagnetische Anordnungen bewirkte sein.
Des weiteren kann die Kompensation des Spannungsabfalles ausser für den Heizkreis auch für die übrigen Kreise der Anlage, einschliesslich des Hochspannungskreises selbst, stattfinden. Die nachstehend erläuterte Fig. 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, bei dem letzteres zutrifft. Was dabei den Hochspannungskreis anbelangt, so kann durch die Kompensation erreicht werden, dass der jeweilige tatsächliche Spannungswert mit dem gewünschten, auf einer Skala od. dgl. eingestellten kV-Wert unabhängig von der Höhe des eintretenden Netzspannungsabfalles übereinstimmt.
Die Röntgenröhre 1 ist über den Hochspannungstransformator 2 und den Vortransformator (Autotransformator) 3 an das Netz 4 angeschlossen.
Die Heizung der Röhre erfolgt über den Transformator 5, dessen Primärspannung zwecks Ver- änderung des Heizstromes und damit des Röhren- stromes mittels der Kontaktrolle 6 des Vortrans- formators 3 regelbar ist. Die Kontaktrolle 7 des letzteren dient zur Einstellung der Röhren- spannung. Die Ein-und Ausschaltung des Hoch- spannungstransformators 2 erfolgt durch das vom
Schalter 8 betätigte Schütz 9.
Mit dessen Aus- schaltkontakten ist erfindungsgemäss ein Um- schalter 10 gekuppelt, der die Primärwindungszahl und damit das Übersetzungsverhältnis des Autotransformators 3 während der Dauer der Einschaltung des Hochspannungstransformators 2 um ein Ausmass verringert, welches vorher mittels der Kontaktrolle 11 so eingestellt werden kann, dass der von der Leistungsaufnahme des Hochspannungstransformators bzw. der Röhre sowie den inneren Widerständen der Apparatur und des Netzes abhängige Spannungsabfall für die vom Vortransformator gespeisten Stromkreise ausgeglichen, d. h. die Windungsspannung dieses Autotransformators konstant gehalten wird. Ausser dem Heizkreis, dem Kreis des Hochspannungstransformators selbst und gegebenenfalls auch dem Spulenkreis des Schützes 9 können auch verschiedene Hilfskreise der Anlage, wie z.
B.'Relais, Hilfsmotoren, Umschaltschütze u. dgl., die in der Fig. 1 schematisch bei 12 angedeutet sind, an die Sekundärseite des Autotransformators 3 angeschlossen sein, wodurch die mitunter auch bei diesen Geräten bestehende Gefahr beseitigt wird, dass sie nach Einschaltung des Hochspannungskreises infolge starken Spannungsrückganges nicht mehr einwandfrei funktionieren.
Der Umschalter 10 kann mittels eines vorzugsweise bei seiner der Ausschaltstellung des Schützes 9 entsprechenden Stellung kurzgeschlossenen Widerstandes 13 überbrückt sein, der eine völlige Stromunterbrechung während des Umschaltvorganges verhindert.
Schliessen sich, wie es zweckmässig und in Fig. 1 angedeutet ist, die den Hochspannungstransformator schaltenden Kontakte des Schützes 9 etwas früher als der Umschalter, so kann der Widerstand gleichzeitig als Dämpfungswiderstand zur Verhinderung von Einschaltüberspannungen wirken.
Die Betätigung der der Einstellung des erforderlichen Spannungsausgleiches dienenden Kontaktrolle 11 erfolgt zweckmässig selbsttätig in Abhängigkeit von der jeweils eingestellten Röhrenleistung, die ja bei sonst gleichbleibenden Verhältnissen das Ausmass des eintretenden Span-
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nungsabfalles bestimmt. Die Fig. 2 zeigt sche- matisch ein Ausführungsbeispiel einer hiefür geeigneten Anordnung.
Durch die Einstellknöpfe 14 und 15 für die Röhrenspannung (kV) und den Röhrenstrom (mA), deren Drehwinkel den Logarithmen dieser
Grössen entsprechen, wird mittels eines Differentialgetriebes 16 der mit einer Führungskurve 17 für das Ende des Hebels 19 versehene Zylinder 18 in eine jeweils dem Logarithmus der Leistung entsprechende Lage gedreht. Die Kurve 17 ist so gewählt, dass dabei der Hebel 19 die mit ihm durch die Stange 21 verbundene Kontaktrolle 11 in die jeweils zum Ausgleich des Spannungsabfalles erforderliche Stellung bringt. Zwecks Berücksichtigung der jeweiligen Beschaffenheit des Netzes, an das die (gegebenenfalls transportable) Röntgenanlage angeschlossen ist, kann das Übersetzungsverhältnis des Hebels 19 mittels einer z.
B. ebenfalls durch einen Einstellknopf betätigten Vorrichtung oder auch einfach, wie in der Figur dargestellt, durch Versetzung einer als Drehachse benützten Schraube 20 veränderbar sein. Die richtige Einstellung kann jeweils empirisch ermittelt werden. Je grösser der innere Widerstand des Netzes, der Zuleitungen und der Apparatur ist, ein um so weiter links liegender Drehpunkt muss gewählt werden. Die zur Einstellung der Führungstrommel 18 vorgesehene Anordnung kann gleichzeitig anderen Zwecken dienen, die die Verdrehung einer Welle als Funktion der jeweils eingestellten Röhrenleistung erfordern.
Bei dem in den Fig. l und 2 dargestellten Ausführungsbeispiel wird die Windungsspannung eines die gesamte Anlage speisenden Autotransformators konstant gehalten. Die Erfindung lässt sich aber z. B. auch in der Weise verwirklichen, dass zwecks Ausgleiches des Spannungsabfalles lediglich in den Heizkreis ein Widerstand oder auch z. B. eine Drosselspule eingeschaltet und diese Impedanz selbsttätig im Augenblick der Einschaltung des Hochspannungskreises überbrückt wird. Auch ist es möglich, die den Hoch-
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geordneten, zur Kompensation des Spannungsabfalles dienenden Umschaltern bzw. Überbrückungskontakten zu kuppeln.
Sind zur Schaltung des Hochspannungskreises statt eines Schützes Schaltröhren vorgesehen, so lässt sich die im Gitterkreis der letzteren vorgesehene Schalteinrichtung mit der zur Spannungskompensation dienenden Schalteinrichtung kuppeln.
Die Erfindung hindert selbstverständlich nicht die gleichzeitige Verwendung einer Anordnung zum Ausgleich solcher Abweichungen von der
Sollspannung, die schon vor Einschaltung des Hochspannungskreises bestehen. So könnte z. B. im Gegensatz zu der in Fig. 1 dargestellten Schaltung der nicht zum Umschalter 10 geführte Netzleiter statt unmittelbar mit der unteren der beiden Schienen 4 mit einer dem Ausgleich von Netzspannungsschwankungen dienenden vierten Kontaktrolle verbunden sein.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Röntgenanlage mit vollständiger oder teilweiser Kompensation des bei Einschaltung des Hochspannungskreises eintretenden Spannungsabfalles für mindestens einen Stromkreis der Anlage, insbesondere den Heizkreis der Röhre, dadurch gekennzeichnet, dass die Kompensation durch einen besonderen Schaltvorgang erfolgt, der für sich allein ausgeführt, eine dem Betrage nach der zu kompensierenden Spannungsabsenkung entsprechende Spannungserhöhung herbeiführen würde, und dass der Umschalter zur Durchführung dieses Schaltvorganges mit dem Ein-und Ausschalter des Hochspannungskreises gekuppelt ist.