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Österreichische PATENTSCHRIFT N"16411. OSWALD GLÖCKNER & CLEMENS GLÖCKNER, BEIDE m DRESDEN. Geschwindigkeitsmesser, mit einem von der zu überwachenden Welle vorbewegten, durch ein Uhrwerk in gleichen Zeitabschnitten ausgelösten und unter der Wirkung einer
Gegenkraft zurückschnellenden Zeiger.
Der vorliegende Geschwindigkeitsmesser für Wellen und Radachsen reiht sich jener Gattung ein, bei welcher ein Zeiger (im weitesten Sinne) durch den Umlauf der Welle oder Achse vorbewegt, durch ein Uhrwerk aber in gleichmässigen Zeitabschnitten ausgelöst und durch eine Gegenkraft in die Anfangsstellung zurückgcschnoilt wird, so dass der Zeiger in gleichen Zeiten verschiedene Wege, je nach der Umlaufsgeschwindigkeit der Welle oder Achse, zurücklegt, und die vor der Auslösung erreichte Höchststellung des Zeigers der jeweils herrschenden Geschwindigkeit proportional ist.
Die vorliegende Ausführung eines derartigen Apparates zeichnet sich dadurch aus, dass die Kupplung des Zeigers mit der Achse, seine Vorbewegung und seine Auslösung durch eine elektromagnetische Kupplung erfolgt, welche durch eine vom Uhrwerk gesteuerte Kontaktvorrichtung in gleichen Zeitabschnitten geschlossen und geöffnet wird. Der Umstand, dass die elektromagnetische Kupplung in jedem Augenblick angriffsberoit, nicht wie eine mechanische Kupplung oder
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der miteinander zu kuppelnden Organe gebunden ist, lässt hinsichtlich des Einsetzens der Zeigerbewegung die grösste Genauigkeit erreichen.
Das Ein und Auskuppeln des Zeigers erfordert, im praktischen Sinne, so gut wie gar keine Zeit ; am allerwenigsten liegt zwischen dem durch das Uhrwerk bestimmten Zeitpunkt des Einkuppelns und dem wirklichen Beginn der Zeigerbewegung eine veränderliche Zeitspanne, die bei anderen Apparaten dadurch verursacht wird, dass sich das treibende Organ so lange im Leerlauf dreht, bis
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ist. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die elektromagnetische Kupplung ohne weiteres in jedem Drehungssinn wirken kann. Für die Tätigkeit des Apparates ist also die jeweilige Umlaufsrichtung der Achse oder Welle gleichgiltig und es bedarf keiner Umschaltung.
Soll nun auch der Zeiger ungeachtet der jeweiligen Umlaufsrichtung der Welle stets in derselben Richtung ausschlagen, so wird er durch ein Getriebe bewegt, welches den Drehungswinkol der getriebenen Kupplungshälfte in jedem Falle für die Zeigerbewegung wirksam werden lässt, den Unterschied in der Umlaufsrichtung aber aufhebt. In einer
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ist eine Vorderansicht, Fig. 2 ein senkrechter Längsschnitt des Geschwindigkeitsmessers.
Fig. 3 zeigt das Werk in der Ansicht von oben und Fig. 4 und 5 sind Sonderdüstellungen.
Mit der zu überwachenden Wolle oder Achse ist die Antriebswelle 1 des Geschwindigkeitsmessers verbunden, welche innerhalb des Gehäuses die Schnecke 2 trägt. Diese greift in ein mit der Achse 3 und der treibenden Kupplungshälfte 4 fest verbundenes Schneckenrad 5 ein. Die schalenförmig ausgedrehte Scheibe 4 stellt den Kern eines Elektromagneten dar, dessen Bewicklung 6 mit leitenden Ringen 7 und 8 auf dem isolierenden Mantel 9 der Scheibe 4 verbunden ist.
Die auf den Ringen 7 und 8 schleifenden Kontaktfedern 10 und stehen über eine Stromquelle S (Fig. 2) mit den Kontaktfedern 12 und 1a in
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den'Umfang gleichmässig verteilte Reihe solcher Kontaktbleche) eingelassen tat. Die Breite des Kontaktbleches bezw. der dadurch gegebene Centriwinkel bestimmt die Dauer des Stromschlusses, also die Länge des Zeitabschnittes zwischen Kupplung und Entkupplung. Vor der Scheibe 4 ist um die Achse 3 die ebenfalls scheibenförmige Kupplungshälfte als Anker des von der Scheibe 4 gebildeten Elektromagneten frei drehbar. Sie wird mit- godroht, solange sie vom Elektromagneten angezogen wird.
Aus der Fläche der Scheibe 16 springen zwei Stifte 17 und 18 vor, welche sich unter die Stifte 19 und 20 eines in senkrechter Richtung gerade geführten Rahmens ; M legen. Den Rahmen zieht die Schwerkraft oder eine Feder in die aus Fig. 4 ersichtliche Stellung nieder, in welcher die Stifte 19 und 20 an den Stiften 17 und 18 aufliegen. Wird die elektromagnetische Kupplung geschlossen,
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mittels des Stiftes 19 bezw. des Stiftes 20 den Rahmen. Erfolgt die Entkopplung, so sinkt der Rahmen und dreht das beim Heben wirksam gewesene Stiftepaar (also 17 und 19 oder 18 und 20), die Scheibe 16 in die anfängliche Stellung zurück.
Der Rahmen wird also, gleichviel bei welcher Umlaufsrichtung der Achse 3, stets um ein der Geschwindigkeit der Achse. 3 entsprechendes Mass gehohen und nach der Lösung der Kupplung fallen gelassen.
Der Rahmen kann nun den Zeiger entweder selbst bilden oder tragen, oder er kann die Bewegung eines besonderen Zeigers vermitteln. Nach der Zeichnung greift ein dritter Stift 22 des Rahmens unter einen Stift 23 an dem um die Achse 3 frei drehbaren Zahn-
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eingreift. Ein Schreibstift 27 am Stab 26 spielt als Zeiger über dem langsam fortbewegten Papierband 28, welches, je nachdem es durch ein Uhrwerk gleichförmig, oder durch ein Getriebe von der Achse 3 aus bewegt wird, die innerhalb gewisser Zeiten oder gewisser Strecken herrschend gewesenen Geschwindigkeiten verzeichnet. Mit dem Rad 24 kann aber auch ein in Fig. 1 und 5 schematisch dargestellter, über einer bogenförmigen Skala spielender Zeiger 29 verbunden sein.
Wie bei anderen Apparaten kann auch beim vorliegenden eine Einrichtung vorgesehen werden, welche den Zeiger durch Bremsung und zeitweilige Lösung in der jeweils erreichten Höchststellung so lange verharren lässt, bis sich mit der Ge- schwindigkeit die Höchststellung ändert.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Geschwindigkeitsmesser, mit einem von der zu überwachenden Welle vorbewegen, dun'h ein Uhrwerk in gleichen Zeitabschnitten ausgelösten und dann zurückschnellenden Zeiger, welcher mit der ihn drehenden Achse elektromagnetisch gekuppelt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die elektromagnetische Kupplung durch eine vom Uhrwerk gesteuerte Kontuktvorrichtl1ng in gleichen Zeitabschnitten geschlossen bezw. geöffnet wird.