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Verfahren zum Ätzen von Färbungen
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ionogenes oder komplex gebundenes Kupfer enthalten, beispielsweise Kupferacetat, zugibt. Dadurch wird der lichtechtheitsverschlechternde Einfluss des Fixierungsmittels herabgesetzt. Es sind denn auch schon Fixierungsmittel zum Teile in Kombination mit Kupferverbindungen im Handel, z. B. Produkte mit den geschützten Handelsnamen"Fibrofix" (Erzeugnis der Firma
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Erzeugnis der S. R. Geigy A.-G. Basel). Werden nun z. B. Cellulosefärbungen von ätzbaren Farbstoffen mit solchen kupferhaltigen Fixierungsmitteln wasserecht gemacht, so zeigt sich oft die Schwierigkeit, besonders bei Färbungen auf Viskosekunstseide, dass einwandfrei weisse Atzungen mit den gebräuchlichen hydrosulfithaltigen Atzdruckpasten nicht mehr erhalten werden können.
Ätzt man, in der Absicht, diesen Nachteil zu vermeiden, solche Färbungen auf Viskosekunstseide vor der Behandlung mit dem kupferhaltigen Fixierungsmittel mit einer gebräuchlichen hydrosuinthaltigen Ätzdruckpaste und behandelt erst nachher mit dem kupferhaltigen Fixierungsmittel, so werden trotzdem keine weissen Fonds erhalten, sondern nur bräunliche, für praktische Zwecke ganz ungenügende Ätzfigaren.
Es wurde nun gefunden, dass sich Färbungen aus kupferhaltigen Farbstoffen, die sich von in metallfreiem Zustand ätzbaren Azofarbstoffen ableiten, mit Hydrosulfit rein weiss ätzen lassen, wenn der Ätzpaste cyanionabgebende Mittel zugesetzt werden. Ferner lassen sich nach diesem Verfahren die mit den üblichen Fixierungsmitteln unter Zusatz von Kupfersalzen in den Echtheiten verbesserten, insbesondere nassecht gemachten, metallhaltigen oder metallfreien Färbungen von in metallfreiem Zustand ätzbaren Farbstoffen ebenfalls einwandfrei weiss ätzen. Dabei ist es gleichgültig, ob es sich um Farbstoffe, die mit dem Kupfer eine komplexe Bindung eingehen, oder um solche nicht metallisierbarer Art handelt.
Dies ist um so erstaunlicher, weil ja die Fixierwirkung sehr wahrscheinlich auf der Bildung von wasserunlöslichen, wohl harzartigen Bindeschichten auf dem behandelten gefärbten Material beruht, die den Zutritt von Ätzpaste und cyanionab-
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gebendem Mittel zu verhindern in der Lage wären.
Unter cyanionabgebenden Mitteln sind ganz allgemein solche Mittel verstanden, die beim Ätz-oder Dämpfprozess genügend Cyanionen liefern, um das aus den kupferhaltigen Farb- stoffen stammende Metall zu entfernen. Es seien insbesondere genannt :
1. Die löslichen Salze der Cyanwasserstoffsäure, wie Natriumcyanid, Kaliumcyanid usw.,
2. die unlöslichen Salze der Cyanwasserstoffsäure, wie Zinkcyanid, Cadmiumcyanid, usw., die, sei es durch Hydrolyse, sei es durch chemischen Umsatz, beispielsweise mit Alkalicarbonaten, während des Ätz-oder Dämpfprozesses Cyanionen liefern,
3. die komplexen Salze der Cyanwasserstoffsäure, deren metallisches Zentralatom durch Kupfer verdrängbar ist, wie beispielsweise das Natriumzinkcyanid, das Kaliumzinkcyanid, die Lösung von Zinkcyanid in Ammoniakwasser, das Natrium-oder Kaliumcadmiumcyanid usw.,
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anderweitige Cyanionen liefernde Prozesse, wie beispielsweise die bei den Bedingungen des Ätz-und Dämpfprozesses erfolgende Zersetzung von Cyanhydrinen, z. B. von Formaldehydcyanhydrin usw.
Der Zusatz der cyanionabgebenden Mittel zur Ätzpaste stellt das einfachste und bevorzugte Verfahren dar. Man kann aber auch nach der gewöhnlichen Hydrosulfitätze die geätzten Stellen und bei vorsichtiger Arbeitsweise und geeigneter Auswahl der Cyanionen liefernden Mittel sogar die ganze geätzte Ware mit cyanionabgebenden Mitteln behandeln und so erst nachträglich den Ätzgrund aufhellen.
Das Verfahren wird durch die folgenden Beispiele erläutert, aber nicht beschränkt. Die Teile sind, wo nichts anderes vermerkt, Gewichtsteile.
Beispiel 1 : Eine blaue nachgekupferte Färbung auf Kunstseide, hergestellt mit dem Farbstoff gemäss Beispiel 1 der Schweizer Patentschrift Nr. 236584, wird im Rouleauxdruck mit einer wie folgt bereiteten neutralen Hydrosulfitätzpaste bedruckt :
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<tb>
<tb> 400 <SEP> Teile <SEP> Industriegummi <SEP> 1 <SEP> : <SEP> 1
<tb> 250 <SEP> Teile <SEP> Hydrosulfit <SEP> FDW <SEP> konz.
<tb>
25 <SEP> Teile <SEP> Natriumzinkcyanid
<tb> 325 <SEP> Teile <SEP> Wasser
<tb> 1000 <SEP> Teile
<tb>
Darauf wird gedämpft und wie üblich weiter verfahren. Man erhält auf der Färbung rein weisse Ätzmuster, während ohne Zusatz des Natriumzinkcyanids nur ein unbrauchbarer graubrauner Ätzfond entsteht. Ähnliche Resultate erreicht man mit entsprechenden Mengen der oben unter 1. bis 4. genannten cyanionenabgebenden Mitteln an Stelle von Natriumzinkcyanid.
Beispiel 2 : Eine schwarze nachgekupferte Färbung auf Viskose, hergestellt mit dem Farbstoff gemäss Beispiel 2 der schweizerischen Patent- schrift Nr. 250813 wird im Rouleauxdruck mit einer wie folgt bereiteten alkalischen Hydrosulfitätzpaste bedruckt :
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<tb>
<tb> 400 <SEP> Teile <SEP> Stärke-Tragantverdickung
<tb> 150 <SEP> Teile <SEP> Hydrosulfit <SEP> FDW <SEP> konz.
<tb>
100 <SEP> Teile <SEP> Hydrosulfit <SEP> FD <SEP> konz.
<tb>
50 <SEP> Teile <SEP> Pottasche
<tb> 25 <SEP> Teile <SEP> Zinkcyanid
<tb> 25 <SEP> Teile <SEP> Ammoniakwasser <SEP> konz.
<tb>
250 <SEP> Teile <SEP> Wasser
<tb> 1000 <SEP> Teile
<tb>
Darauf wird gedämpft und wie üblich weiter verfahren. Man erhält auf der schwarzen Färbung rein weisse Ätzmuster, während ohne Zusatz von Zinkcyanid nur ein olivbrauner Ätzfond entsteht. Ähnliche Resultate erreicht man durch Verwendung von entsprechenden Mengen der unter 1. bis 3. in der Beschreibung aufgezählten cyanionabgebenden Mittel an Stelle von Zinkcyanid.
Beispiel 3 : Eine braune kupferhaltige Färbung auf Kunstseide, die man mit dem Trisazofarbstoff der französischen Patentschrift Nr. 858095, Beispiel 1, erhält, wird mit einer gemäss Beispiel 2 bereiteten Hydrosulfitätzpaste bedruckt und wie üblich weiter verfahren. Man erhält auf der braunen Färbung rein weisse Ätzmuster, während ohne Zusatz von Zinkcyanid zur Ätzpaste nur ein orangebrauner Ätzfond entsteht.
Beispiel 4 : Eine grünblaue Färbung auf Kunstseide, erhalten mit dem nachgekupferten Farbstoff Diphenylbrillantblau FF (Schultz, Farb- stofftabellen, 7. Auflage Nr. 510), wird mit einer gemäss Beispiel 2 bereiteten Hydrosulfitätzpaste bedruckt. Man erhält nach üblicher Aufarbeitung auf der grünblauen Färbung rein weisse Ätzmuster, während ohne Zusatz von Zinkcyanid zur Ätzpaste nur ein unbrauchbarer bräunlicher Ätzfond entsteht.
Beispiel 5 : Eine schwarze nachgekupferte Färbung auf Viskose, hergestellt mit dem Farbstoff gemäss Beispiel 2 der schweizerischen Patentschrift Nr. 250813 wird im Rouleauxdruck mit einer wie folgt bereiteten alkalischen Hydrosulfitätzpaste bedruckt :
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<tb>
<tb> 400 <SEP> Teile <SEP> Stärke-Tragantverdickung
<tb> 150 <SEP> Teile <SEP> Hydrosulfit <SEP> FDW <SEP> konz.
<tb>
100 <SEP> Teile <SEP> Hydrosulfit <SEP> FD <SEP> konz.
<tb> 50 <SEP> Teile <SEP> Pottasche <SEP> 1
<tb> 30 <SEP> Teile <SEP> Formaldehydcyanhydrin
<tb> 20 <SEP> Teile <SEP> Ammoniakwasser <SEP> konz.
<tb>
250 <SEP> Teile <SEP> Wasser
<tb> 1000 <SEP> Teile
<tb>
Darauf wird gedämpft und wie üblich weiter 1 verfahren. Man erhält auf der schwarzen Färbung rein weisse Ätzmuster, während ohne Zusatz von Formaldehydcyanhydrin zur Ätzpaste nur ein olivbrauner Ätzfond erhalten wird.
Beispiel 6 : Die in Beispiel 1 verwendete 1 : Färbung wird mit einer alkalischen Hydrosulfitätzpaste bedruckt von folgender Zusammensetzung :
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<tb>
<tb> 400 <SEP> Teile <SEP> Industriegummi <SEP> 1 <SEP> : <SEP> 1
<tb> 150 <SEP> Teile <SEP> Hydrosulfit <SEP> FDW <SEP> konz.
<tb>
100 <SEP> Teile <SEP> Hydrosulfit <SEP> FD <SEP> konz.
<tb>
50 <SEP> Teile <SEP> Pottasche
<tb> 30 <SEP> Teile <SEP> Benzaldehydsulfonsäurecyanhydrin <SEP> (erhalten <SEP> aus <SEP> Benzaldehyd-3-sulfonsäure <SEP> mit
<tb> Cyanwasserstoffsäure)
<tb> 20 <SEP> Teile <SEP> Ammoniakwasser <SEP> konz.
<tb>
250 <SEP> Teile <SEP> Wasser
<tb> 1000 <SEP> Teile
<tb>
Darauf wird gedämpft und wie üblich weiter verfahren. Man erhält auf der blauen Färbung rein weisse Ätzmuster, während ohne Zusatz von Benzaldehydsulfonsäurecyanhydrin nur ein bräunlicher Ätzfond entsteht.
Beispiel 7 : Eine blaue, mit einem unter dem Namen"Fibrofix"geschützten Echtheitsver- besserungsmittel der Firma Courtaulds Ltd. in
London und mit Kupferacetat nachbehandelte
Färbung auf Viskose, hergestellt mit dem Farb- stoff gemäss Beispiel 1 der schweizerischen Patent- schrift Nr. 236584, wird im Rouleauxdruck mit einer wie folgt bereiteten neutralen Hydro- sulfitätzpaste bedruckt :
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<tb>
<tb> 400 <SEP> Teile <SEP> Industriegummi <SEP> 1 <SEP> : <SEP> 1
<tb> 150 <SEP> Teile <SEP> Hydrosulfit <SEP> FDW <SEP> konz.
<tb>
100 <SEP> Teile <SEP> Hydrosulfit <SEP> FD <SEP> konz.
<tb>
50 <SEP> Teile <SEP> Pottasche
<tb> 25 <SEP> Teile <SEP> Zinkcyanid
<tb> 25 <SEP> Teile <SEP> Ammoniakwasser <SEP> konz.
<tb>
250 <SEP> Teile <SEP> Wasser
<tb> 1000 <SEP> Teile
<tb>
Darauf wird gedämpft und wie üblich weiter verfahren. Man erhält scharfe weisse Ätzfiguren, während ein genau gleich behandeltes Muster mit einer Ätzpaste ohne Zinkcyanid bedruckt nur unscharfe fleckige bräunliche Ätzfiguren gibt.
Beispiel 8 : Eine grünblaue, mit dem unter dem geschützten Namen"Cuprofix"vertriebene Handelsprodukt der Firma Chemische Fabrik vormals Sandoz A. G. in Basel nachbehandelte Färbung auf Viskose, hergestellt mit dem Farbstoff Diphenylbrillantblau FF (Schultz, Farbstofftabellen, 7. Auflage, Nr. 510), wird mit der im Beispiel 7 beschriebenen Hydrosulfitätzpaste bedruckt. Man erhält nach der üblichen Aufarbeitung auf der grünblauen Färbung rein weisse Ätzmuster, während eine gleiche Hydrosulfitätzpaste ohne Zinkcyanid nur unvollkommen wirksam ist und fleckige Muster ergibt.
Verwendet man an Stelle der obigen Färbung eine mit dem Farbstoff des Beispiels 1 der Schweizer Patentschrift Nr. 236584 hergestellte und mit "Cuprofix"nachbehandelte Färbung, so erhält man mit der Ätzpaste gemäss Beispiel 7 schöne weisse Ätzfiguren, während dieselbe Ätzpaste ohne Zinkcyanid keine Weissätzung zu erzeugen vermag.
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der schweizerischen Patentschrift Nr. 153709 hergestellte Viskosefärbung, die mit einem unter dem geschützten Namen"Tinofix"vertriebenen
Echtheitsverbesserungsmittel der Firma J. R.
Geigy A.-G. in Basel unter Zusatz von Kupfer- acetat waschecht gemacht worden ist, wird im
Rouleauxdruck mit einer im Beispiel 7 beschriebenen Hydrosulfitätzpaste bedruckt, gedämpft und gut gespült. Man erhält weisse bis spurgelbliche Ätzfiguren, während man mit derselben Ätzpaste ohne Zusatz von Zinkcyanid nur braunviolette Ätzfonds erhält.
Beispiel 10 : Eine violette Viskosefärbung, hergestellt mit dem Disazofarbstoff aus einer p-Aminobenzol-sulfonsäure als Anfangskomponente, l-Amino-2-methoxy-5-methylbenzol als Mittelkomponente und 2-Phenylamino-5-oxy-
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gemacht worden ist, wird mit der im Beispiel 7 beschriebenen Hydrosulfitätzpaste bedruckt, gedämpft und gespült. Man erhält rein weisse Ätzfiguren, während dieselbe Ätzpaste ohne Zinkcyanid nur graue Ätzfonds gibt.
Die nachfolgende Tabelle gibt einige weitere Beispiele an : a) Ätzfond der Färbung bei Verwendung einer Hydrosulfitätzpaste gemäss Beispiel 7, b) Ätzfond der Färbung bei Verwendung einer Hydrosulfitätzpaste ohne Zinkcyanid :
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<tb>
<tb> Atzdruck <SEP> nach <SEP> Behandlung <SEP> mit
<tb> Farbton <SEP> der
<tb> Farbstoff <SEP> Biskose- <SEP> Tin <SEP> fix
<tb> farbung <SEP> Fibrofix <SEP> + <SEP> Cupro- <SEP> + <SEP> CuCu-Acetat <SEP> fix <SEP> Acetat
<tb> 1. <SEP> Direktecht-scharlach <SEP> a) <SEP> gelblich-ebenso <SEP> ebenso
<tb> scharlach <SEP> B <SEP> weiss
<tb> (Schultz <SEP> b) <SEP> grau-ebenso <SEP> ebenso
<tb> Nr. <SEP> 584) <SEP> braun
<tb> 2. <SEP> Cupranil- <SEP> braun <SEP> a) <SEP> weiss <SEP> ebenso, <SEP> ebenso
<tb> braun <SEP> R <SEP> !
<tb> (Schultz <SEP> b) <SEP> grau <SEP> ebenso <SEP> ebenso
<tb> Nr. <SEP> 682)
<tb> 3.
<SEP> Direkt-braun <SEP> a) <SEP> weiss <SEP> ebenso <SEP> ebenso
<tb> braun <SEP> M
<tb> (Schultz <SEP> b) <SEP> grau-ebenso <SEP> ebenso
<tb> Nr. <SEP> 412) <SEP> braun
<tb> 4. <SEP> Farbstoff <SEP> der <SEP> blaugrün <SEP> a) <SEP> weiss <SEP> ebenso <SEP> ebenso
<tb> Schweiz. <SEP> Pa-b) <SEP> bräunlich <SEP> ebenso <SEP> ebenso
<tb> tentschrift
<tb> Nr. <SEP> 199104
<tb>
An Stelle des Zinkcyanids können in obigen Beispielen ebensogut andere Cyanidverbindungen verwendet werden.
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