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Österreichische PATENTSCHRIFT Nr. 16269.
JAKOB WIKSCHTRÖM m DÜSSELDORF. Maschine zum gleichzeitigen Herstellen von zwei Drahtstiften.
Bei der in dem Stamm-Patent Nr. 10177 beschriebenen Maschine stellte sich als ein grosser Übelstand heraus, dass, wenn der eingeführte Draht stark federte, das Einlegen desselben in die Nuten der Schultern des verschiebbaren Schlittens häufig nicht in der gewünschten Weise vor sich ging und dass infolgedessen leicht Materialverluste eintraten. Dieser Übelstand soll durch vorliegende Ausführungsform der Maschine vermieden werden, bei welcher der Draht während des Einführens in solcher Weise geführt ist, dass ein Abweichen von seiner richtigen Lage als ausgeschlossen angesehen werden muss. Als Folge dieser Führungseinrichtung ergibt sich eine von der früher beschriebenen abweichende Anordnung der Messer, welche jetzt mit dem das Festhalten bewirkenden Schlitten fest verbunden sind und sich mit diesem zusammen bewegen.
Durch diese Anordnung wieder wurde es notwendig, auch den Messern eine von der früheren etwas abweichende Form zu geben, um eine genaue Zentrierung der gebildeten Spitzen zu erreichen.
In der Zeichnung zeigt Fig. 1 eine Draufsicht der Maschine ; Fig.-) einen Schnitt durch dieselbe nach Linie A- der Fig. 1 in Richtung des Pfeiles I ; Fig. 3 den gleichen Schnitt in Richtung des Pfeiles 11 gesehen : Fig. 4 ist ein Längsschnitt durch die Maschine nach der Linie B-B : Fig. 5 und 6 zeigen den Auswerfer in vergrössertem Massstabe in Seitenansicht und Grundriss ; Fig. 7 und 8 zeigen den Mechanismus zum Abschneiden und Festhalten des eingeftihrten Drahtes ; Fig. 9 zeigt das Ende der den Zuführungsschlitten betätigenden Pleuelstange ; Fig. 10 zeigt eines der neuartigen Messer a) in Draufsicht, b) und c) in Ansicht von beiden Seiten und d) vom Ende her ;
Fig. 11 und 12 zeigen die Wirkungsweise der Messer beim Beginn und nach vollendetem Abschneiden.
Der Draht wird wie bei der in dem Stamm-Patent beschriebenen Maschine durch die Rollen 29 eingeführt und gelangt zwischen die Backen der Zubringervorrichtung. Diese hat folgende neue Einrichtung : Die bewegliche Backe 126, die der festen Backe 125 gegen- übersteht, sitzt an dem einen Ende eines zweiarmigen Hebels 127 (Fig. 1). Eine Feder 128 drückt die bewegliche Backe für gewöhnlich gegen die feststehende. Eine rückwärtige Verlängerung 129 (Fig. 9) der Pleuelstange 113 stützt sich mit einer Abschrägung gegen das entsprechend abgeschrägte Ende des Hebels 127.
Durch diese Einrichtung wird erreicht, dass die Backen 125 und 126 sich schliessen und den Draht zwischen sich festhalten, wenn der Schlitten 115 gegen die Maschine hin bewegt wird, dass sie sich aber öffnen und den Draht vollständig frei geben, wenn der Schlitten die umgekehrte Bewegung ausführt. Dies bezweckt eine geringere Abnutzung des Drahtes und einen leichteren Gang der Vorrichtung.
Zum Abschneiden eines Drahtstückes von dem eingeführten Draht, welches der Länge zweier Nägel entspricht, ist an der Maschine gemäss vbrliegender Ausführungsform eine neue Abschneidevorrichtung vorgesehen, welche nicht wie die im Stamm-Patent beschriebene, durch einen besonderen Hebel von der Hauptwelle aus betätigt wird, sondern die vielmehr durch einen an dem beweglichen Schlitten 105 sitzenden Ansatz 135 beeinflusst wird. Sie ist auf einer auf dem Maschinengestell verstellbar befestigten Platte montiert, u. zw. ist das eigentliche Schneidmesser 138 (Fig. 7 und 8) an dem unteren Ende eines Hebels 137 befestigt.
Dieser Hebel ist um eine Achse 136 drehbar, die in den Stützen 141 gelagert
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um seine Achse 136 und das Messer 138 durchschneidet den aus der Bohrung 139 heraustretenden Draht. Um ein Zurückfedern des in der Bohrung 139 liegenden Drahtendes, welches bei der nächsten Periode weiter vorgeschoben wird, um ein neues Drahtstuck von zwei Nagellängen abzugeben, zu verhindern, ist in dem Hebel 137 ein Bolzen 140 angeordnet. Beim Vorbewegen des Hebels wird dieser Bolzen auf das Drahtende gepresst und hält dasselbe in der Bohrung 139 fest.
Wie schon eingangs erwähnt, werden bei der Maschine gemäss vorliegender Ausführung die Messer, die die Nagelspitzen formen, nicht mehr senkrecht, sondern wagrecht angeordnet. Das bewegliche Messer 22 (Fig. 27 und 6) ist zwischen den Backen 106 des Schlittens 105 angeordnet und verschiebt sich mit diesem. Das feststehende Messer 23 (Fig. 3 und 6) sitzt dem ersteren gegenüber zwischen den Schultern 107.
Um ein sicheres Einführen des Drahtes zwischen die Messer zu erreichen, sind zwischen dem beweglichen Messer 22 und den Backen 106 (Fig. r) und 6) weitere Führungsbacken 200, in denen Nuten vorgesehen sind, angeordnet. Um einen Zapfen 201 (Fig. l und 4) schwingt ein durch den Nocken 18 der Hauptwelle betätigter zweiarmiger
Hebel 202, an dessen Vorderende eine Vorrichtung befestigt ist, die zum Ausstossen der fertigen
Nägel dient und die gleichzeitig den eingeführten Draht verhindert, aus den Nuten von 106 und 200 herauszutreten.
Diese Vorrichtung besteht aus einem am Ende des Hebels 202 befestigten Querstück 203 (Fig. 3,5 und 6) von welchem Arme 204 senkrecht nach unten reichen, die an ihren Unterenden Verstärkungen 205 tragen, deren Unterseiten derartig genutet sind, dass diese Nuten mit den Nuten der Schultern 107 in einer Geraden liegen. Die
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geschrägt. Beim Einführen des Drahtes durch die Zubringervorrichtung wird das eventuell aus den Nuten der Backen 200 heraustretende Ende des Drahtes durch die Ab- schrägungen 206 wieder in die Nuten zurückgedrängt.
Da bei der vorliegenden Konstruktion der Maschine durch das Vorwärtsbewegen dos Schlittens 105 sowohl die Drahtabschneidevorrichtung als auch die Messer betätigt worden, ist es nötig, die Bewegung des 3chlittens in zwei Stadien zu zerlegen. Während des ersten Bewegungsstadiums wird die Abschneidevorrichtung betätigt und wird diese Bewegung des Schlittens durch folgende Vorrichtung hervorgerufen : Der um die Achse 147 schwingende zweiarmige Hebel 148 wird durch eine Exzenterscheibe 149 bewegt. (Fig. 1, 2 und 4). Dab innere Ende dieses Hebels drückt dabei auf ein Gleitstück 150, welches sich in Führungen verschiebt, die in dem nach aufwärts gebogenen Ende des Hebels 17 vor- frobelleu sind.
Die Vorderseite dos Gleitstückes 150 ist abgeschrägt und stützt sich gegen die Hinterkante des Schlittens 105. Beim Niedergang des ersteren wird der Schlitten \ orwiirt8 bewegt und betätigt in der schon beschriebenen Weise die Abschneidevorrrichtung. l'rn ein Herunterfallen des abgeschnittenen Drahtstückes zu verhindern und dasselbe in den Nuten der Backen 106 beim weiteren Vorgang des Schlittens 105 festzuhalten, ist folgende Vorrichtung getroffen :
Auf der Achse des Kegelrades 110 sitzt ein Exzenter 130 (Fig. l, 3 und 4), welcher auf einen Hebel 131 einwirkt und eine Achse 132 in St-hwingung versetzt, welche die federnden Arme 133 trägt, die mit ihren entsprechend gestalteten Enden sich von vorn gegen den in den Nuten von 106 ruhenden Draht legen und denselben darin festhalten.
Während des zweiten Bewegungsstadiums des Schlittens 105, welches durch den Hebel 17 in der im Stamm-Patent beschriebenen Weise hervorgerufen wird, werden durch die Messer die Nagelspitzen geformt. Selbstverständlich sind die Auswerferarme kurz vorher in die Höhe gegangen. Beim Rückgang des Schlittens gehen dieselben wieder nach unten und stossen die fertigen Nägel aus.
Die in dem Stamm-Patent beschriebenen Messer bedürfen natürlich, um genau in der beabsichtigten Weise zu wirken und besonders Spitzen zu liefern, welche genau zentrisch stehen, noch einer Vorrichtung, welche den Draht von der unteren Dreiecksnäche der
Schulter über die Schneidkante auf die obere Dreiecksflächo biegt.
Die Anbringung einer derartigen Vorrichtung war im vorliegenden Falle nicht möglich, da der Raum zwischen den Schultern 106 durch das Messer 22 und die Führungen 200 eingenommen war und durch den Auswerfermechanismus der zur Verfügung stehende Raum noch weiter verringert wurde. Die gewünschte Wirkung wird nun dadurch erreicht, dass man die zurückliegende
Vorderseite des Messers, die bei der früheren Ausführungsform parallel zur Längsachse derselben verlief, nach einer zur Achse geneigten Ebene abschneidet und dadurch eine
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Das Messer hat wie früher die Form eines Paralletepipedons mit trapezförmigem Querschnitt. Der leichteren Befestigung wegen ist aber ein prismatischer Ansatz p von rechteckigem Querschnitt vorgesehen. Dieses Messer besitzt eine Schulter, die gebildet wird durch eine senkrecht und eine parallel zur Längsachse stehende Dreiecksflche c bezw. g, die ihre Spitzen nach der gleichen Stelle kehren und weiter durch senkrecht und eine parallel zur Achse stehende Dreiecksfächon d und h, die beide ihre Spitzen nach der gleichen Seite, aber entgegengesetzt zu den Dreiecken c und g richten. Von der Kante von h ist das Messer nach einer zur Längsachse geneigten Ebene f abgeschnitten.
Es werden also drei vorspringende Kanten α, ss, # sowie zwei einspringende Kanten # und # : gebildet, von denen ss die eigentliche Schneidekante ist, während ss mit der liante ; des anderen Messers zusammen das Biegen des Drahtes in der gewünschten Weise bewirkt.
Das zweite Messer ist wie früher symmetrisch zu dem ersten gestaltet und steht gegen dasselbe um 1800 gestürzt und geschwenkt.
Die Wirkungsweise der Messer ist folgende : Der eingeführte Draht legt sich (Fig. 11) in die Schulter des Messers 22 derartig ein, dass er etwa in den von den Spitzen der Flächen h und d gebildeten Winkel zu liegen kommt. Bewegt sich nun das Messer 22 gegen das feststehende Messer vor, so drängt die Schneidekante ss dieses letzteren den über die Kante ss nach oben herausragenden Teil des Drahtes über diese Kante auf die Fläche y, wobei die Fläche h dieses Ausweichen begrenzt. Umgekehrt wird der unterhalb der Schneidekante verbleibende Teil des Drahtes durch die Flächen ql und cl des fest- stehenden Messers am Ausweichen verhindert.
Nähern sich die Messer einander noch mehr, so werden die Kanten ss und ssl das Abscheren des bei der Annäherung der Messer über die Schulter gebogenen Drahtes und das Formen der Spitzen in den sich bildenden pyramidenförmigen Vertiefungen bewirken, die von den Flächen c g d1 h1 und c1 g1 d h
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PATENT-AN8RPÜCHE :
1.
Eine Ausführungsform der in dem Stamm-Patent Nr. 10177 beschriebenen Maschine zum gleichzeitigen Herstellen zweier Drahtstifte, dadurch gekennzeichnet, dass die Messer horizontal liegend, zwischen den Schultern 106 und 107 angeordnet sind und dass auf der Vorderseite des die Schultern 106 und das bewegliche Messer 22 tragenden Schlittens.
105 Einsätze 200 angebracht sind, in die sich der eingeführte Draht einlegt, während die schrägen Flächen 206 der Arme eines Auswerfers, der von der Hauptwelle aus betätigt wird, ein Herausgleiten des Drahtes aus den Nuten während des Einschiebens verhindern, worauf der Schlitten 105 mit dem Messer 22, nachdem der Auswerfer sich nach aufwärts bewegt hat, in der üblichen Weise gegen die feststehenden Schultern 107 und das feststehende Messer 23 vorgeschoben wird, hieltei gleichzeitig die Abschneidevorrichtung für den Draht betätigt und durch die Messer das Formen der Spitzen bewirkt, worauf der Auswerfer niedergeht und die fertigen Nägel ausstösst.