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Überspannungssicherung für elektrische Schwachstromanlagen
Gewitter haben oft Überspannungen in den
Telephon-oder Telegraphenleitungen zur Folge, die bekanntlich zu weitreichenden Arbeitsunter- brechungen der Schwachstromanlagen führen und so eine erhöhte Gefahr für Leben und Gut darstellen, z. B. durch Hinderung einer raschen
Feuerbekämpfung u. dgl. Im allgemeinen beruht der den Anlagen verursachte Schaden in aus- gebrannten Sicherungen, Relaiswindungen, ge- sprengten Isolatoren usw. Seltener werden auch unterirdische Kabeln beschädigt.
Die vorliegende Erfindung bezweckt eine
Vermeidung dieser Erscheinungen. Versuche haben bereits bewiesen, dass mit der Erfindung gute Erfolge erzielt werden und sie eine Möglichkeit bietet, die Tätigkeit solcher Anlagen für alle praktischen Zwecke unabhängig von Gewittern zu machen, abgesehen natürlich von den höchst seltenen Fällen eines direkten Blitzschlages.
Es ist bereits bekannt, bei einer elektrischen Hochspannungsstarkstromanlage bestimmte Sicherungen zu verwenden, die die Leitungsmaste gegen Feuergefahr und die Isolatoren gegen Sprengung durch Überspannung in der Hochspannungsstarkstromleitung schützen sollen. Die Schutzwirkung dieser Sicherungen ist jedoch durch verschiedene Umstände wesentlich beschränkt, unter anderem auch durch die Tatsache, dass die Starkstromleitung ständig unter elektrischer Spannung steht, wodurch die Verringerung der schädlichen Überspannung beschränkt wird.
Gemäss der Erfindung werden die schädlichen Überspannungen über eine Funkenstrecke zwischen der Einzelleitung und der Befestigungskonsole geerdet, welch letztere zu diesem Zweck in an sich bekannter Weise geerdet ist, z. B. durch eine Strebe, die zugleich als eine Versteifung für eine Anzahl von die Leitung tragenden Stützen dient. Bei der Errichtung von neuen Anlagen wird diese Funkstrecke durch Benützung und besondere Formgebung des Bindungsdrahtes gebildet, der normalerweise zur Befestigung des Drahtes an dem die Leitung tragenden Isolator verwendet wird, u. zw. so, dass der Bindungsdraht zu einer Seite des Isolators auf einer grösseren Länge als zum Festhalten der Leitung erforderlich ist, um die Leitung herumgewickelt wird, worauf sein freies Ende nach Innen der Befestigungs-
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Auf diese Weise können die sehr hohen durch Gewitterstürme hervorgerufenen Überspannungen auf einen kleinen Bruchteil ihrer ursprünglichen Höhe verringert werden ; da der Effekt einer Überspannung bekanntlich dem Quadrat der Spannung proportional ist, wird die Bedeutung der Spannungsverringerung klar ersichtlich.
Die schräge Lage des Drahtendes 5 erleichtert die Ableitung einer von der rechten Seite kommenden Überspannung. Das Drahtende 5 ist freischwebend angeschlossen, um eine etwaige Ablenkung an der Leitung 1 zu verhüten, die infolge Ansetzung von Schmutz oder Schnee und Eis an der Konsole und dem Isolator entstehen könnte. Die Sicherung ist in bestimmten Entfernungen an der zu schützenden Leitung angebracht.
Fig. 3 zeigt ein anderes Ausführungsbeispiel der Überspannungssicherung. Über den Bindungsdraht 2 und die Leitung 1 ist ein Metalldraht 7 gewunden, dessen freies Ende 8 nach innen in der Richtung zur Konsole 4 gebogen ist, so dass die Funkenstrecke 6 nunmehr zwischen diesem Teil und der Konsole gebildet wird.
Dieses Ausführungsbeispiel wird an bereits bestehenden Anlagen verwendet, da die Arbeit mit der Entfernung des ursprünglich verwendeten Bindungsdrahtes vermieden wird.
Fig. 4 zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel der Sicherung. Um die Konsole 4 gegen Beschädigung durch Funkenbildung zu schützen, wird zusammen mit dem Isolator ein besonderes Metallstück 9 an die Konsole angeschlossen, so dass die Funkenstrecke 6 zwischen dem Metallstück 9 und dem Drahtende 5 gebildet wird.
Fig. 5 zeigt ein viertes Ausführungsbeispiel der Überspannungssicherung. Um den Draht 1 und die Konsole 4 gegen Beschädigung durch Funkenbildung zu schützen, wird zusammen mit dem Isolator 3 ein besonders geformtes Metallstück 11 an die Konsole 4 angeschlossen, so dass die Funkenstrecke 6 zwischen diesem Metallstück und dem verlängerten Bildungsdraht gebildet wird.
Fig. 6 veranschaulicht die Anwendung der Erfindung bei der Zuführung der Leitung 1 zu einem Haus, an dessen Wand 13 der Isolator in an sich bekannter Weise mittels einer besonderen in die Mauer 13 eingelassenen Konsole 12 befestigt ist. Die Konsole 12 ist in bekannter Weise geerdet, so dass die Funkenstrecke zwischen der Konsole und dem Drahtende 5 gebildet wird.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Überspannungssicherung für elektrische Schwachstromanlagen, dadurch gekennzeichnet, dass der für die Befestigung der Schwachstromleitung (1) an dem Isolator (3) verwendete Bindungsdraht (2) um die Leitung auf einer grösseren Entfernung als zum Festhalten des Drahtes erforderlich herumgewunden, und sein freies Ende nach innen in der Richtung zu der in bekannter Weise geerdeten Konsole (4) gebogen wird, wodurch eine Funkenstrecke (6) gebildet wird, die zur Erdschlussablenkung der Über-
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