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Verfahren und Vorrichtung zum Steuern eines Vorganges durch Vergleich des Gewichtes des auf- gelegten Gegenstandes mit einem vorgegebenen Gewicht.
Die in den bisherigen selbsttätigen Wägemaschinen angewendeten Waagebalken haben die Aufgabe, festzustellen, ob das Gewicht eines gegebenen Gegenstandes oder einer gegebenen Materialdosis grösser oder kleiner ist als ein bestimmter theoretischer Gewichtswert, um in Abhängigkeit davon irgendeinen weiteren Arbeitsvorgang durchzuführen. So z. B. bestimmen. die Waagebalken bei Verwiegemaschinen das Gewicht des Materials auf der Waagschale, wobei, falls das Gewicht der Materialdosis kleiner ist als ein bestimmter Gewichtswert, ein weiteres Zuführen von Material in die Waageschale eintritt, wogegen im Falle eines genügenden Materialgewichtes auf der Schale die Dosis zum Einpacken übergeben wird (s. das österr. Patent Nr. 145166).
Bei Maschinen zum Sortieren von Gegenständen nach ihrem Gewichte haben die Waagebalken dieselbe Aufgabe wie bei den Verwiegemaschinen, d. h. die Gegenstände je nach irgendeiner theoretischen Gewichtsgrenze in leichte und schwere abzuteilen.
Für das richtige Sortieren von Gegenständen in leichte und schwere ist es wichtig, da. ss "die Waagebalken eine möglichst grosse Empfindlichkeit aufweisen und dass diese Empfindlichkeit, beim Wägen auch voll ausgenutzt wird. In Verfolgung hauptsächlich dieses Zieles bezieht sich nun die Erfindung auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Steuern eines Vorganges durch Vergleich des Gewichtes des aufgelegten Gegenstandes mit einem vorgegebenen Gewicht mittels eines Waagebalkens, der mit einer in der Ebene seines Ausschlagen wirksamen Arretierung versehen ist, die den Waagebalken auf die Dauer des Vergleiches der Gewichte der Gegenstände bzw.
auf die Dauer des Wägens freigibt und nach Ablauf dieser, Zeit, in Abhängigkeit von der beibehaltenen Ruhelage des Waagebalkens oder von seinem Ausschlag in der einen oder der andern Richtung, mittels eines zwangläufig gssgen den Waagebalken, z. B. gegen das Ende desselben, durch eine vom Waagebalken unabhängige Kraft bewegten Steuergliedes ein Impuls zur Ausführung oder Unterlassung von mechanischen Vorgängen mit dem Gegenstand gegeben wird.
Die Erfindung besteht darin, dass der Impuls zur Ausführung, oder Unterlassung von mechanischen Vorgängen mit dem Gegenstand unabhängig vom Waagebalken gegeben wird, wenn der Waagebalken in seiner Ruhelage verbleibt oder aus der Lltge, in welcher er von der Arretierung freigegeben wurde bzw.
aus seiner Gleichgewichtslage in einer Richtung ausschlägt, in welcher das sieh bewegende Steuerglied mit dem Waagebalken nicht zusammentrifft, wobei dieser Impuls nach Ablauf der Wägezeit, gegebenenfalls nachdem der Waagebalken einer neuerlichen Arretierung unterworfen wurde, mittels des Steuergliedes und eines Auslösegliedes hervorgerufen wird, welche Glieder, nachdem das Steuerglied den Punkt seines möglichen Zusammentreffens mit dem Waagebalken passiert hat, zusammentreffen und durch die Wirkung der das Steuerglied antreibenden Kraft das Auslöseglied einen Mechanismus einschaltet, der die Vorgänge ausführt oder verhindert.
Nach diesem Verfahren können beliebige, kaum merkbare Ausschläge des Waagebalkens festgestellt werden, welche vollkommen dazu ausreichen, um nach Beendigung der Wägedauer in
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zur Ausführung eines weiteren bestimmten Arbeitsvorganges zu geben.
In den Zeichnungen sind Ausführungsbeispiele der Erfindung schematisch dargestellt. Fig. 1 zeigt ein Schema einer Einrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach der Erfindung, Fig. 2, 3, 4 und 5 zeigen die möglichen Lagen des Waagebalkens nach dem Ablauf der zum Vergleich der Gewichte
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bestimmten Zeit, Fig. 6,7 und 8 zeigen Einzelheiten der Einrichtung. Fig. 9,10, 11 und 12 zeigen schematisch eine zweite Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes, Fig. 13 zeigt ein Schema einer zusätzlichen Arretiervorrichtung. Fig. 14 dient zur Erklärung der Freigabe des Waagebalkens durch diese Vorrichtung. Die Fig. 15-19 zeigen eine weitere Ausführungsform der Erfindung.
Fig. 1 zeigt eine gewöhnliche Waage mit einem zweiarmigen Waagebalken 1, der auf der Schneide 2 in Lagern 3 schwingt. An den Enden des Waagebalkens 1 befinden sich Schneiden 4 und 5, durch deren Vermittlung die zu vergleichenden Belastungen P und Q auf den Waagebalken 1 einwirken.
Der Waagebalken 1 wird in den Punkten m, n durch irgendeine bekannte Arretiereinrichtung gehalten, welche z. B. eine Gabel 6 bildet, die sich mittels einer Rolle 7 auf einen Arm eines Winkelhebels 8 stützt, dessen Rolle 10 einer Kurvenscheibe 9 anliegt und in die in Fig. 1 strichliert angedeutete Lage ausschlagen kann. Einen solchen Ausschlag führt der Hebel 8 beim Drehen der Kurvenscheibe 9 in der Pfeilrichtung aus, wenn der Punkt b derselben mit der Rolle 10 in Berührung gelangt. Dabei sinkt die Rolle 7 und zugleich mit ihr auch die Gabel 6 in die in Fig. 1 strichliert angedeutete Lage, welche sie beim weiteren Drehen-der Kurvenscheibe 9 beibehält, bis der Punkt e der Kurvenscheibe mit der Rolle 10 in Berührung kommt. In der Tieflage der Gabel 6 wird der Waagebalken 1 vollständig frei und kann durch den Einfluss der Belastungen P und Q ausschlagen.
Die Dauer, innerhalb welcher die Kurvenscheibe 9 mit ihrer Umfangsstrecke b-c an der Rolle 10 vorbeigeht, ist daher dem Vergleich der Gewichte der Gegenstände P und Q gewidmet. Beim weiteren Drehen der Kurvenscheibe 9 um einen dem Teil c-d des Scheibenumfanges entsprechenden Winkel führt der Hebel 8 eine Rückschwenkung in die ursprüngliche Lage aus und arretiert den Waagebalken 1 hierauf auf eine Dauer, während welcher sich die Kurvenscheibe 9 von d über e-/bis a dreht. Der Waagebalken ist daher vom Punkte d bis zum Punkte a der Kurvenscheibe 9 arretiert und während dieser Zeit kann die Last P oder Q durch irgendeine Einrichtung entfernt und durch eine neue ersetzt oder aber irgendeine andere Leistung in Abhängigkeit davon durchgeführt werden,
zu welchem Zwecke und in welcher
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welcher die Kurvenscheibe 9 mit ihrem Bogen b-c an der Rolle 10 vorbeigeht. Diese Dauer wird im weiteren als Wägezeit bezeichnet. Um diesen Ausschlag nach oben oder nach unten festzustellen und dementsprechend einen Impuls zur Ausführung oder Nichtausführung eines bestimmten Arbeitsvorganges durch eine Hilfsenergiequelle zu geben, wird gemäss der Erfindung eine Steuereinrichtung angewendet, die z. B. aus einem hakenförmig abgebogenen nadelartigen Steuerglied 12 (Fig. 6) mit einem scharfen und einem stumpfen Ende 12 b besteht, welches am Ende eines doppelarmigen Hebels 11 g, lag-rt ist, wie dies in den Fig. 1-8 und 13 schematisch dargestellt ist.
Das Glied 12 kann sich im Hebel 11 in einer Richtung, bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel entgegen der Uhrzeigerrichtung, um die Achse 12 a (Fig. 6,7, 8) frei drehen, während ein Drehen in der Uhrzeigerrichtung durch einen Anschlag oder eine Schraube 13 verhindert ist, auf welcher das stumpfe waagrechte Ende 12 b des Gliedes 12 durch sein eigenes Gewicht aufruht. Der Hebel 11 schwingt um einen fixen Zapfen M und wird von einer mit der Kurvenscheibe 9 um dieselbe Achse gleichzeitig umlaufenden Kurvenscheibe 15 (Fig. 1) über eine Rolle 16 verschwenkt.
Innerhalb der Zeit, in welcher sich an der Rolle 10 der Bogenabschnitt a-b-c der Kurvenscheibe 9 vorbeibewegt, läuft an der Rolle 16 ein Bogenabschnitt a1-b1-c1 der Kurvenscheibe 15 vorbei und der Hebel 11 schlägt um einen Winkel ( : (0 aus, so dass in der dem Punkte e, der Kurvenscheibe 15 entsprechenden Lage der Hebel 11 mit seiner Nadel 12 eine Schneide eines Plättchens 17 berührt, welches auf einem am Ende des Waagebalkens 1 befestigten und mit einem Ausschnitt 19 versehenen Tischchen 18 frei aufliegt. Das Plättchen 17 stützt sich mit seiner einen Schneide gegen die Kante des Tischchens 18 und kann mit seiner andern Schneide über den Rand des Tischchens vorragen. Gegen etwaige Änderungen der Lage ist das Plättchen 17 z.
B. durch den Kopf einer auf dem Tischchen 18 befestigten Schraube 20 gesichert, welcher Kopf durch eine ausreichend weite Öffnung im Plättehen 17 hindurchgeht. In dem Falle, dass der Waagebalken 1 infolge einer Differenz zwischen den Belastungen Q-P > 0'01 g nach der Freigabe aus der Lage A-B in
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Hebels 11 um den Winkel , + a das Steuerglied 12 nicht bloss in Berührung mit der Schneide des Plättchens hens 17, sondern es verdreht sich selbst entgegen der Uhrzeigerrichtung dem Hebel 11 gegenüber (Fig. 4).
Falls eine wirkliche Berührung der Spitze des Steuergliedes 12 mit der Schneide des Plättchens17 eintritt, was nur bei der Ruhe des Waagebalkens 1 in seiner Lage A-B, d. h. z. B. bei P- ( < O'Ol möglich ist, so verdreht sich beim Ausschlag des Hebels 11 um den Winkel aO + a das Steuerglied 12 entgegen dem Uhrzeigersinne und kann auch das Plättchen 17 anheben, wie dies in Fig. 5 und 8 dar- gestellt ist.
Die Lage des Steuergliedes 12 entsprechend der Fig. 5 und 8 ist sehr wenig wahrscheinlich, da während des Anhebens des Plättchens 17 das Gleichgewicht im Berührungspunkt gestört
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wird und das Plättchen dem Steuerglied 12 gegenüber eine von den in den Fig. 3 und 4 dargestellten Lagen einnimmt.
Aus dem Beschriebenen geht hervor, dass der Hebel 11 eine zwangläufige Bewegung aufweist und das Steuerglied 12 gegen den Waagebalken hin mitnimmt, so dass, wenn das Plättchen 17 mit dem Waagebalken 1 starr verbunden wäre, sich das Steuerglied 12 im Falle einer unmittelbaren Berührung mit der Schneide des Plättchens 17 gegen das Plättchen abstützen müsste und entweder ein Anheben des Waagebalkens aus seiner Lagerung 3 eintreten könnte oder das Steuerglied federnd sein müsste, was im weiteren behandelt werden wird.
Aus diesem Grunde ist eine Beweglichkeit des Plättchens 17 notwendig, um eine ähnliche Erscheinung zu verhindern und um im Falle einer Berührung des Steuergliedes 12 mit der Schneide des Plättchens 17 nicht den Waagebalken, sondern das Plättchen reagieren zu lassen, welches seine in den Fig. 2, 3,4 dargestellte Lage in eine Lage gemäss der Fig. 5 ändern kann.
Aus der Fig. 3 geht hervor, dass z. B. beim P < Q das Steuerglied 12 frei um den ganzen Winkel
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ein auf dem Zapfen 14 gelagertes hebelartiges Auslöseglied 21. Das Steuerglied 12 kann daher unmittel- bar eine erforderliche mechanische Arbeit leisten oder z. B. das Auslöseglied gegen eine Kontakt- feder 22 pressen und dadurch z. B. einen elektrischen Stromkreis irgendeiner, auf der Zeichnung nicht dargestellten Einrichtung zur Durchführung irgendeiner Leistung, z. B. das Entfernen eines Gegen- standes und Einbringen eines neuen an seiner Stelle, od. dgl. einschalten. Das Auslöseglied 21 nimmt normalerweise eine in den Fig. 1 und 13 dargestellte Lage ein, welche z. B. durch eine im linken Arm des Hebels 21 angebrachte Stellschraube 21 a und ein Übergewicht dieses Armes bestimmt ist.
Es wurde daher ein Impuls zur Ausführung eines mechanischen Arbeitsvorganges herbeigeführt, ohne dass der Waagebalken daran teilgenommen hätte. Bei der Lage des Steuergliedes 12 gemäss der Fig. 4 trifft das Ende 12 b desselben nicht mit dem Auslöseglied 21 zusammen und es tritt daher keine
Berührung zwischen dem letzteren und der Feder 22 ein. In diesem Falle ist die Belastung P grösser als normal und der diese Belastung hervorrufende Gegenstand kann selbsttätig in die Kategorie der schweren Gegenstände entfernt werden.
Was den Fall gemäss Fig. 5 anlangt, so kann gleichfalls der Arm 12 b des Steuergliedes dÅas
Auslöseglied 21 nicht verschwenken, um einen Kontakt mit der Feder 22 zu geben, und der der Be- lastung P entsprechende Gegenstand wird selbsttätig in die Kategorie der schweren Gegenstände übergeben ; falls sich aber die Lage des Steuergliedes 12 nach der Berührung mit dem Plättchen 17 in die in Fig. 3 dargestellte Lage verändert, so wird der Gegenstand in die Kategorie der leichten
Gegenstände übergeben. Aus diesem Grunde wird in dem Falle, dass sich das Gewicht des Gegen- standes von einem bestimmten theoretischen Gewichtswert um einen geringeren Betrag unterscheidet, als durch welchen die Empfindlichkeit des Waagebalkens charakterisiert ist, z.
B. O'Ol < y, bzw. falls der Waagebalken keinen Ausschlag ausführt, eine Übergabe des Gegenstandes in die Kategorie der schweren Gegenstände in gleicher Weise möglich sein, wie seine Übergabe in die Kategorie der leichten
Gegenstände. Nur Gegenstände mit einem Gewicht, welches von einem bestimmten theoretischen
Gewichtswert um eine die Empfindlichkeit des Waagebalkens kennzeichnende Grösse, z. B. O'Ol , oder um einen grösseren Wert abweicht, werden in die entsprechende Kategorie übergeben.
Vom Punkte d1 der Kurvenscheibe 15 an, d. h. innerhalb der Zeit, in welcher der Waagebalken bereits arretiert ist, kann der Hebel 11 samt dem Steuerglied12 durch die Wirkung der Kurve ds fin eine Rückbewegung in die ursprüngliche Lage (Fig. 1) ausführen, wie aus der Kurvenscheibe 9 in
Fig. 1 ersichtlich ist. Während der Dauer seiner Arretierung kann am abgewogenen Gegenstande irgendein Arbeitsvorgang vorgenommen werden, für welchem durch das Auslöseglied 21 der Impuls gegeben wurde.
Es sei bemerkt, dass das Plättchen 17, wie bereits beschrieben, dem Waagebalken 1 gegenüber drehbar ist, d. h. sich anheben kann, wie Fig. 5 und 8 andeuten. Eine solche Ausführung des Plättchens 17 hat den Zweck, um, wie schon erwähnt, den Anschlag an den Waagebalken im Augenblicke der Berührung der Schneide des Plättchens 17 mit dem Steuerglied 12 zu dämpfen und dadurch einen Stoss gegen die Schneide 2 des Waagebalkens 1 zu verhindern. Diese Massnahme ist unerlässlich, wenn die
Empfindlichkeit des Waagebalkens 1 bestehen bleiben soll.
Falls es sich um kein so genaues Wägen in den Grenzen der Empfindlichkeit des Waagebalkens handelt, so kann das Plättchen 17 durch ein entsprechend ausgebildetes Ende 17 a des Waagebalkens 1 ersetzt werden, mit welchem das Steuerglied 11 b in Berührung kommt (Fig. 9-12). Das Steuerglied 11 b braucht in diesem Falle nicht drehbar zu sein, sondern kann mit dem Hebel 11 ein Ganzes, z. B. eine Gabel mit den Enden 11 b, 11 c bilden. Im Falle einer Berührung des Endes 11 b mit dem Waagebalken nach dem Durchlaufen des
Winkels Ko wird sich das Ende 11 b durch die Wirkung einer Zugfeder 11 a gegen das Ende 17 a des
Waagebalkens 1 stützen (Fig. 10), während sich der untere Antriebshebel 11 d auf dem Zapfen 14 weiterbewegen wird, wie dies in Fig. 11 dargestellt ist.
Bei dieser Ausführungsform setzt sich nämlich der Hebel 11 aus zwei um den Zapfen 14 schwenkbaren Hebeln 11 und 11 d zusammen, von welchen der durch die Kurvenscheibe angetriebene Hebel 11 d nach oben über den Zapfen 14 verlängert ist und der Hebel 11 durch eine Feder 11 a gegen diese Verlängerung des Hebels 11 d gezogen wird. Die
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Feder 11 a bildet eine Art Kupplung zwischen den Hebeln 11 und 11 d.
Im Falle der Abstutzung des Hebelendes 11 b des Armes 11 gegen das Ende j ! 7 a des Waagebalkens 11 wird der durch die Wirkung der Kurvenscheibe 15 und der Rolle 16 weiter verschwenkte Antriebshebel 11 d die Feder 11 a spannen
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werden können, wie man sie mit der in Fig. 1-8 dargestellten Ausführungsform erfassen kann, bei welcher wohl ein noch so geringer Anschlag durch die Spitze des Steuergliedes 12 erfasst wird, welche über oder unter der Schneide des Plättchens 17 durchgehen kann. Praktisch kann ein Ausschlag des Waagebalkens von einigen Winkelminuten oder eine Bewegung des Waagebalkens von einigen 1/loto mm erfasst werden.
Die beschriebene Steuereinrichtung kann nur unter der Bedingung fehlerfrei arbeiten, wenn der unmittelbar nach dem Augenblick der Freigabe des Waagebalkens 1 durch die Arretierung folgende Ausschlag des Waagebalkens an die richtige Seite, d. h. an die Seite der grösseren Belastung P oder Q eintritt. Keine von den bekannten Arretiereinrichtungen kann jedoch eine ähnliche Regelmässigkeit des Waagebalkenausschlages gewährleisten, weil infolge des durch Feuchtigkeit, Verunreinigung oder andere, bisher unerforschte Ursachen hervorgerufenen Anhaftens der Arretierorgane am Waagebalken dieser praktisch niemals in den beiden Punkten m und n in ein und demselben Augenblicke freigegeben wird.
Diese Umstände haben zur Folge, dass nach der Freigabe der Arretierung der Waagebalken weder beim vollkommenen Gleichgewicht P = Q noch bei einer geringen Differenz zwischen P und Q in Ruhe bleibt, sondern an die eine oder die andere Seite ausschlagen kann, so dass die beschriebene
Steuereinrichtung ein unrichtiges Wiegeresultat liefern und dadurch einen Fehler in der Wirkung der Maschine verursachen könnte. Ist z. B. am linken Arm des Waagebalkens 1 (Fig. 1) die Last P um O'ou g leichter, so soll sich der Waagebalken in die Lage E-F einstellen. Infolge Anhaftens des
Waagebalkens im Punkte m an der Arretiergabel 6 kann jedoch der Waagebalken nach der Freigabe aus der Lage A-B in die Lage C-D ausschlagen.
Falls dieser unrichtige Ausschlag zu einer Zeit erfolgt, wo auf die Rolle 10 der Bogen b-c der Kurvenscheibe 9 einwirkt, so ist es selbstverständlich, dass ein an sich leichter Gegenstand als schwerer Gegenstand eingereiht würde. Die Zweckmässigkeit der Steuereinrichtung hat daher eine richtige Richtung des ersten Aussehlages des Waagebalkens zur Bedingung, was gemäss der Erfindung durch eine zusätzliche Arretiereinrichtung erzielt wird, welche in Fig. 13 und 14 dargestellt ist und die z. B. aus einem auf einem Zapfen 24 frei drehbaren dreiarmigen Hebel besteht. Der Arm 23 des dreiarmigen Hebels wird durch den Einfluss eines Ge- wichtes 25 leicht gegen die Spitze eines am Waagebalken 1 befestigten Stiftes 26 gepresst. Das Ge- wicht 25 kann auch durch eine Feder od. dgl. ersetzt werden.
Nach Freigabe durch die primäre
Arretiereinrichtung 6 bleibt der Waagebalken noch unter dem Einfluss des dreiarmigen Hebels, welcher durch Reibung des Armes 23 an der Spitze des Stiftes 26 die Empfindlichkeit des Waagebalkens eine
Zeitlang herabsetzt, z. B. bis der Punkt b der Kurvenscheibe 9 an die Rolle 10 gelangt, so dass das erwähnte Anhaften in den Punkten mund n durch den Waagebalken nicht verspürt wird und daher keinen Ausschlag des Waagebalkens nach der unrichtigen Seite herbeiführt. Sobald die Arretiergabel 6 ihre untere Lage (Fig. 14, in Fig. 1 strichliert angedeutet) einnimmt, was im Punkte b der Kurven- scheibe 9 (Fig. 1 und 13) eintritt, so wird ein Abstellen der zusätzlichen Arretiervorrichtung vor- genommen, u. zw. mit Hilfe eines auf einem Zapfen 28 drehbaren und auf dem Hebelarm 8 aufruhenden
Hebels 27.
Ein nach oben gerichteter Arm 27 a dieses Hebels stösst gegen einen nach unten gerichteten
Arm 23 a des dreiarmigen Hebels (Fig. 14) und verschwenkt denselben im Uhrzeigersinne, wodurch der Arm 23 dieses dreiarmigen Hebels den Stift 26 und dadurch auch den Waagebalken 1 freigibt, der somit nunmehr ausschliesslich unter dem Einfluss der Belastungen P und Q ausschlagen kann.
Der Augenblick der Freigabe des Waagebalkens durch die zusätzliche Arretiereinrichtung stellt daher den Beginn des Wägens vor, d. h. im Punkte b der Kurvenscheibe 9. Das Ende des Wägens tritt in dem Augenblicke ein, in dem das Steuerglied 12 die Schneide des Plättchens 17 berührt.
Es ist klar, dass bei einer ausreichend grossen Differenz zwischen den Belastungen P und Q ohne Rücksicht auf das Anhaften des Waagebalkens in den Punkten m und n der erste Ausschlag des Waagebalkens immer die richtige Richtung aufweisen wird und noch vor dem Abstellen der zusätz- lichen Arretiereinrichtung stattfinden kann. Im Falle geringer Differenzen zwischen P und Q und der Anhafterscheinungen in den Punkten m und n jedoch wird die Richtigkeit des Waagebalken- ausschlages durch die Anwendung der beschriebenen zusätzlichen Arretiereinrichtung 23 gewährleistet.
Für einen Waagebalken von sehr hoher Empfindlichkeit, insbesondere zum Sortieren von kleinen I Dosen oder leichten Gegenständen, wird die Waage derart ausgebildet, dass die Einwirkung des Steuer- gliedes 12 auf das Plättchen 17 und die der zusätzlichen Arretiereinrichtung 23 auf einen Abstützungs- teil entgegen der Wirkung der Schwerkraft des Waagebalkens 1 selbst gerichtet ist, so dass jeder seitliche
Druck an. den Waagebalken vollständig ausgeschlossen ist.
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Diese Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes und die Zusammenarbeit der einzelnen Teile derselben sind in den Fig. 15 und 16 schematisch dargestellt, in welchen die dieselben Aufgaben wie die Teile gemäss den Fig. 1 und 13 aufweisenden Teile mit gleichen Bezugszeichen bezeichnet sind, welche sich bloss durch den Index 1 unterscheiden. Das an seinem unteren Ende mit einer Schneide versehene gekröpfte Plättchen- (Fig. 15 und 16) ist auf einem Zapfen 29 eines am Waagebalken 1 befestigten Halters 181 drehbar gelagert.
Die Aufgabe des Stiftes 26 nach den Fig. 13, 14 fällt hier einer Zunge 261 zu, gegen deren unteres Ende sich durch die Wirkung eines Gewichtes 251 ein Sekundärarretierhebel 231 stützt und unverwünschte Ausschläge des Waagebalkens 1 dämpft, welche sonst bei der Freigabe durch die primäre Arretiergabel 61 mittels des Hebels 81 und der Kurvenscheibe 91 in den Punkten m und n entstehen könnten. Der zusätzliche Arretierhebel231 gibt den Waagebalken 1 dadurch frei, dass ein an der Gabel 61 befestigter Stift 271 beim Sinken der Gabel 61 den Hebel 231 vom unteren Ende der Zunge 261 in eine in Fig. 16 dargestellte Lage bringt. Die Wirkungsweise des Steuergliedes 121, welches an einem durch die Wirkung der Kurvenscheibe 151 in einem Winkel ai + a ausschlagenden und in seiner Lage z.
B. durch eine Schraube 131 erhaltenen Hebel 111 drehbar ist, ist vollkommen analog der Wirkung des Steuergliedes 12 (Fig. 1-8 und 13). In Fig. 17 ist eine Lage
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mit seinem unteren Ende in den Weg des Steuergliedes 121 stellt, das seine Lage dem Hebel 111 gegen- über verändert und durch sein Ende 12 b1 den Hebel 211 nicht beeinflusst. In Fig. 19 schliesslich ist eine labile Lage des Steuergliedes 121 dem Plättchen 171 gegenüber dargestellt, welche mit der gleichen
Wahrscheinlichkeit in eine von den beiden erwähnten Lagen (Fig. 17 und 18) übergehen kann und den in den Fig. 5 und 8 der ersten Ausführungsform dargestellten Lagen entspricht.
Die beschriebenen Vorrichtungen ermöglichen daher ein Verfahren zum genauen selbsttätigen
Sortieren von Gegenständen nach ihrem Gewicht, das empfindlicher arbeitet als das im österr. Patent
Nr. 145166 beschriebene.
Durch das Zusammenwirken von Waagebalken 1, einer zusätzlichen Arretiereinrichtung 23 und eines Steuergliedes 12 wird die Aufgabe gelöst, durch eine sekundäre Energiequelle (z. B. durch eine schwingende oder eine andere Bewegung des Hebels 11 samt dem Steuerglied 12) einen Impuls zur Ausführung von mechanischen Vorgängen zu erhalten, welche z. B. für die Sortierung erforderlich sind. Dabei wird der Waagebalken während der Dauer des Wägens keinen Nebeneinflüssen ausgesetzt und vollführt daher bloss seine eigene Aufgabe, d. h. das Vergleichen der Belastungen, und leistet i unmittelbar durch seinen Ausschlag keine Operationen, so dass die Empfindlichkeit desselben im vollen Masse ausgenutzt wird.
Der Impuls zur Ausführung oder Nichtausführung eines mechanischen
Vorganges wird durch das Steuerglied gegeben, welches in einem bestimmten Augenblick nach dem
Wägen die Lage des Waagebalkens in diesem Augenblicke konstatiert und in Abhängigkeit von dieser
Lage einen mechanischen Impuls gibt oder nicht. t Es vergeht sich von selbst, dass zu einem Waagebalken auch zwei Steuereinrichtungen, z. B. für beide Enden des Waagebalkens oder für beide Ausschlagsrichtungen angewendet werden können, so dass ein mechanischer Impuls sowohl für P < Q als auch für P > Q gegeben werden kann. Durch eine geeignete Anbringung des Steuergliedes kann erzielt werden, dass bei geringen Waagebalken- ausschlägen, d. h. bei einem dem theoretischen Gewicht sich nähernden Gegenstand keine einzige i von den Steuereinrichtungen wirken kann.
Es kann somit mit Hilfe eines einzigen Waagebalkens eine Sortierung der Gegenstände in drei Kategorien erzielt werden, u. zw. eine leichte, eine schwere und eine mit mittlerem, d. h. bestimmte zulässige Abweichungen vom theoretischen Gewicht nicht übersehreitendem Gewicht.
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