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Verfahren zur Herstellung geformter Gebilde aus Cellulosederivaten.
Die Herstellung geformter Gebilde aus Viskose mit Hilfe alkalischer Koagulations-oder Fällbäder ist in der britischen Patentschrift Nr. 323747, in der warme oder heisse Alkalilauge als Koagulationsbad vorgeschlagen wird, beschrieben.
Die mit dem in der vorerwähnten britischen Patentschrift niedergelegten Verfahren in der Praxis gewonnene Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass die Koagulation einen für die technische Herstellung geformter Gebilde jeder Art viel zu langsamen Verlauf nimmt.
Im Hinblick auf die Langsamkeit der Koagulierung ist es unmöglich, mit Hilfe warmer oder heisser Alkalilauge oder Alkalisulfidlösung künstliche Fäden herzustellen. Das ist auch der Grund, weshalb die Beispiele der britischen Patentschrift Nr. 323747 auf die Herstellung von Filmen beschränkt sind. Aber selbst in diesem Falle ist die für die Erzielung einer vollständigen Koagulation einer die in der Filmtechnik übliche Dicke aufweisenden Viskoseschieht erforderliche Zeit viel zu lang, um die Filmerzeugung in technischem Massstabe zu ermöglichen.
Dasselbe gilt auch von andern geformten Gebilden, z. B. von Schichten jeder Art, wie Überzugs-und Druckschiehten, Ausrüstungen und Füllungen von Geweben, Garnsehlichten usw.
Allgemein gesprochen, beruht das vorliegende Verfahren auf dem erfinderischen Grundsatz, dass wertvolle Eigenschaften besitzende geformte Gebilde und andere nützliche Erzeugnisse durch Koagulation von Celluloseätherxanthatlösungen mit Hilfe alkalischer Koagulationsbäder erhalten werden, wenn ein wenigstens ein sekundäres Alkalikarbonat enthaltendes Bad als koagulierendes Mittel verwendet wird.
Ein hervorragend wichtiger Teil der vorliegenden Erfindung besteht jedoch in der Erkenntnis, dass mittels Schwefelkohlenstoffmengen, die kleiner sind als 20%, vorteilhaft kleiner als 15% und sogar kleiner als 10%, gerechnet auf das Gewicht des Ausgangscelluloseäthers, hergestellte Cellulose- ätherxanthate besonders geeignete Ausgangsstoffe für die Herstellung geformter Gebilde mit Hilfe von wenigstens ein sekundäres Alkalikarbonat enthaltenden Koagulationsbädern darstellen.
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Mit andern Worten : Die vorliegende Erfindung besteht darin, dass Lösungen oder Pasten von Celluloseätherxanthaten vorgenannter Art die Form eines geformten Gebildes gegeben und die geformten Celluloseätherxanthatlösungen oder Pasten mit Hilfe einer Lösung eines oder mehrerer sekundärer Alkalikarbonate koaguliert werden.
Es konnte festgestellt werden, dass bei Einhaltung geeigneter Arbeitsbedingungen die Alkalikarbonate trotz ihrer Alkalinität geformte Celluloseätherxanthatlösungen mit der in der Technik geformter Gebilde erforderlichen Geschwindigkeit und Vollständigkeit zu koagulieren vermögen und dass die erfindungsgemäss hergestellten geformten Gebilde wertvolle Eigenschaften besitzen.
Diese Erkenntnis ist um so überraschender, als nicht angenommen werden konnte, dass alkalische Celluloseätherxanthatlösungen mittels Alkalikarbonatlösungen, d. h. alkalisch reagierender Salz- lösungen koaguliert werden können. Am allerwenigsten jedoch konnte erwartet werden, dass die Koagulation mit einer für die technische Herstellung geformter Gebilde ausreichenden Geschwindigkeit
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und Vollständigkeit erfolgen wird.
Es war gleichfalls unwahrscheinlich, dass alkaliseh. reagierende Salzlösungen die Fähigkeit besitzen, geformte Celluloseätherxantllatlösungen in Form zusammenhängender Gebilde zu fällen, die stark genug sind, um allen mit der Herstellung und bzw. oder Nachbehandlung geformter Gebilde verbundenen Vorgängen standzuhalten und zumindest jenes Festigkeitminimum zu gewährleisten, welches geformte Gebilde aufweisen müssen.
Ein besonders bemerkenswerter Vorzug der Erfindung liegt darin, dass das vorliegende Verfahren die Wiedergewinnung wenigstens eines Teiles des in den Lösungen der Celluloseätherxanthate enthaltenen Ätzalkalis gestattet und so die Wiederverwendung dieses Ätzalkalis im Kreislauf ermöglicht.
Als weiterer wichtiger Vorteil der vorliegenden Erfindung gegenüber den bisher bekannten Verfahren muss die Möglichkeit gewertet werden, wenigstens einen Teil des im Koagulationsbade enthaltenen Alkalikarbonates dem Verfahren wieder zuführen zu können. Da in allen Fällen, in denen eine Lösung eines oder mehrerer Alkalikarbonate ohne Zusatz weiterer Substanzen als Koagulationsmittel verwendet wird, das Koagulationsbad selbst nach längerer Benützung, mit Ausnahme von Wasser, praktisch nur ein oder mehrere Alkalikarbonate und etwas Ätzalkali enthält, kann das Alkali-
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In jedem Falle wird das Alkalikarbonat in dem Verfahren im Kreislauf wieder verwendet :
Im ersteren Falle als Alkalikarbonat für die Herstellung des Koagulationsbades, im letzteren als Ätznatron für die Herstellung des Celluloseäthers bzw. seines Xanthates und bzw. oder für die Bereitung der Lösung des Celluloseätherxanthates.
Wenn gewünscht, kann man dem Koagulationsbade stetig oder zeitweise Kohlendioxyd zuführen, wodurch entweder das ganze im Bade enthaltene Ätzalkali oder bloss ein Teil desselben in Alkalikarbonat oder Alkalibikarbonat übergeführt wird.
Ein weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht in der Wohlfeilheit der Alkalikarbonate. insbesondere des sekundären Natriumkarbonates, die zu den billigsten Chemikalien gehören.
Die vorliegende Erfindung ist aber noch durch einen andern sehr wichtigen technischen Fortschritt gekennzeichnet.
Wenn mit Hilfe einer Schwefelkohlenstoffmenge, die kleiner ist als 20% des Gewichtes des Ausgangscelluloseäthers, hergestellte Celluloseätherxanthatlösungen mittels saurer Koagulationsbäder in geformte Gebilde übergeführt werden, erhält man z. B. Fäden oder Filme, die eine für alle praktischen Zwecke unzureichende Dehnbarkeit und in manchen Fällen auch Nassfestigkeit besitzen.
Im Gegensatze hiezu ist es gemäss demjenigen Teile der vorliegenden Erfindung, in dem für die Herstellung der Celluloseätherxanthate Schwefelkohlenstoffmengen verwendet werden, die kleiner sind als 20 o des Gewichtes des Ausgangseelluloseäthers, möglich, für alle praktischen Zwecke ausreichende Dehnbarkeit besitzende geformte Gebilde herzustellen.
Die vorliegende Erfindung kann daher als Lösung der folgenden drei Probleme betrachtet werden :
I. Wiedergewinnung zumindest eines Teiles des in der Celluloseätherxanthatlösung enthaltenen Ätznatrons.
II. Wiederverwendung zumindest eines Teiles des koagulierenden Mittels.
III. Verwendung von Schwefelkohlenstoffmengen, die viel geringer sind als die für die Her- stellung von Celluloseätherxanthaten bisher verwendeten Schwefelkohlenstoffmengen, ohne dass eine Verschlechterung der Eigenschaften der geformten Gebilde eintritt.
Ein weiterer, den technischen Fortschritt der vorliegenden Erfindung kennzeichnender Vorteil ist in den wertvollen Eigenschaften der danach hergestellten geformten Gebilde zu erblicken. So sind in vielen Fällen die Zugfestigkeit, insbesondere im nassen Zustande, und bzw. oder die Dehnbarkeit der gemäss der vorliegenden Erfindung hergestellten geformten Gebilde den dynamometrischen Eigenschaften gleichartiger geformter Gebilde, die jedoch unter Verwendung der bisher gebräuchlichen Koagulationsmittel hergestellt wurden, deutlich überlegen.
Der auf die Herstellung geformter Gebilde aus mit Hilfe von Schwefelkol1lenstoffmengen, die kleiner sind als 20% des Gewichtes des Ausgangscelluloseäthers, hergestellten Celluloseätherxanthaten Bezug habende Teil der vorliegenden Erfindung ist ferner von dem Vorteile begleitet, dass die Koagulationsbäder weniger verunreinigt und verfärbt werden als in Fällen, in denen das Celluloseätherxanthat unter Verwendung der in der Technik üblichen Schwefelkohlenstoffmengen hergestellt wurde.
Was jedoch noch wichtiger ist : Da in dem vorliegenden Verfahren zufolge der Alkalinität der Bäder kein Schwefel oder nur herabgesetzte Sehwefelmengen in den geformten Gebilden abgelagert werden und da Alkalikarbonate als Entsehweflungsmittel wirken, kann in vielen Fällen die Entschweflung und bzw. oder Bleichung der geformten Gebilde unterlassen werden.
Es ist nicht beabsichtigt, die Erfindung auf die nachstehende Beschreibung und die Aus- führungsbeispiele zu beschränken.
Die praktische Ausführung der Erfindung umfasst die Formung einer Celluloseätherxanthatlösung und die Koagulation der geformten Lösung mit Hilfe eines wenigstens ein sekundäres Alkalikarbonat enthaltenden Bades.
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Nachher, gegebenenfalls nach Behandlung mit einer Säurelösung oder mit einer Lösung eines neutralen oder sauren Salzes oder mit einer eine Säure und ein neutrales oder saures Salz enthaltenden Lösung oder nach weiterer Behandlung mit einer Lösung eines alkalischen Salzes, z. B. eines primären oder sekundären Alkalikarbonates, oder eines alkalischen Alkaliborates oder eines alkalischen Alkalisilikates oder Phosphates oder Acetates oder Sulfides od. dgl., wird das koagulierte geformte Gebilde gewaschen und, gegebenenfalls nach Behandlung mit einem sauren Mittel oder einem andern der vorstehend angegebenen Mittel und Wiederauswaschung, getrocknet.
Soweit trägerlose künstliche Gebilde, z. B. künstliche Fäden, künstliches Haar, künstliches
Stroh, Filme, Bänder, Streifen od. dgl., in Betracht kommen, kann das Formen und Koagulieren durch Eintretenlassen der Celluloseätherxanthatlösung durch passend geformte Öffnungen in ein mindestens ein sekundäres Alkalikarbonat enthaltendes Bad erfolgen. Trägerfreie geformte Gebilde, wie Filme,
Streifen od. dgl., kann man erfindungsgemäss auch in der Weise herstellen, dass man die Celluloseätherxanthatlösung auf eine glatte Oberfläche, die wenigstens teilweise in das Koagulationsbad eingetaucht ist, aufbringt, dann das koagulierte geformte Gebilde von der betreffenden Oberfläche ablöst und, wie im vorigen Absatz beschrieben, fertigstellt.
Bei der Herstellung von mit einem starren oder biegsamen Träger verbundenen geformten Gebilden, z. B. Überzügen, Schichten und Imprägnierungen aller Art, Appreturen von Geweben, Textildruck, Buchbinderleinwand, Pausleinwand, Schlichten von Garn, Appreturen und Überzüge von Papier u.
dgl., kann die Formung und Koagulierung in der Weise erfolgen, dass man den starren oder biegsamen Träger ganz oder teilweise mit einer Cellulose- ätherxanthatlösung überzieht, imprägniert, bedruckt oder auf andere Weise bedeckt oder tränkt und, mit oder ohne zwischengeschaltete Trocknung, das Material mit einem mindestens ein sekundäres Alkalikarbonat enthaltenden Bade behandelt, indem man es entweder in ein zumindest ein sekundäres Alkalikarbonat enthaltendes Bad einführt oder mit einer wenigstens ein sekundäres Alkalikarbonat enthaltenden, in Nebelform gebrachten Flüssigkeit in Berührung bringt oder indem man sich hiefür irgendeiner andern, für das Zusammenbringen eines starren oder biegsamen Trägers mit einer Flüssigkeit geeigneten Methode bedient.
In der vorliegenden Erfindung kann man Celluloseätherxanthate verwenden, die unter Berücksichtigung der vorgenannten Schwefelkohlenstoffmengen gemäss irgendeinem Verfahren oder irgendeiner Methode, z. B. gemäss irgendeinem der in den österreichischen Patentschriften Nr. 1346] 6, 136954 und 136958 oder den britischen Patentschriften Nr. 357167, 390519, 459122,459123, 459124, 462283, 462456, 462712 und 462713 niedergelegten Verfahren, hergestellt sind. Die in der vorliegenden Erfindung zur Anwendung gelangenden Celluloseätherxanthate können auch nach irgendeinem andern Verfahren oder nach irgendeiner andern Methode hergestellt werden, die sich für die Herstellung von Celluloseätherxanthaten eignet.
An Stelle der Celluloseätherxanthatlosungen können in der vorliegenden Erfindung Gemische von Celluloseätherxanthatlösungen mit Cellulosexanthaten oder ihren Lösungen (Viskose) verwendet werden.
Auch geeignete weichmachende Mittel, z. B. Glycerin oder ein Glykol oder ein Zucker, z. B.
Glukose, oder eine Seife oder Türkischrotöl oder ein trocknendes oder nicht trocknendes Öl, kurzum alle aus der Viskosetechnik als Zusätze zu Viskose bekannten Substanzen können den Celluloseätherxanthatlösungen vor ihrer erfindungsgemässen Verarbeitung auf geformte Gebilde zugesetzt werden.
Sekundäre Karbonate aller Alkalimetalle können in der vorliegenden Erfindung zur Anwendung gelangen. Es sei jedoch ausdrücklich darauf verwiesen, dass auch primäre Karbonate (Bikarbonate) verwendet werden können, wenn die Temperatur des Koagulationsbades die Zersetzung zumindest eines Teiles des verwendeten Bikarbonates, d. h. die mindestens teilweise Bildung von sekundären Karbonaten, bewirkt.
Die Mengenverhältnisse der in den Koagulationsbädern enthaltenen sekundären Alkalikarbonate können zwischen weiten Grenzen liegen, z. B. zwischen 5 und 36% als NaCO3 gerechnetes Alkalikarbonat.
Die Temperatur der Koagulationsbäder kann innerhalb weiter Grenzen abgeändert werden, z. B. von 50 C bis zum Siedepunkt.
Den Alkalikarbonatlösungen können auch andere alkalisch reagierende Salze zugesetzt werden, z. B. ein zwei-oder dreibasisches Alkaliphosphat oder ein Alkaliborat, z. B. Borax, oder ein Alkalisilikat oder ein Alkalithiosulfat oder ein Alkalisalz einer schwachen organischen Säure, z. B. ein Alkalisalz einer Fettsäure, z. B. ein Alkaliacetat od. dgl.
Man kann den Alkalikarbonatlösungen auch ein oder mehrere neutrale Salze, z. B. ein Alkalisulfat (z. B. Natriumsulfat) oder ein Alkalichlorid (z. B. Natriumchlorid) od. dgl., zusetzen.
Soweit sie sich mit den Alkalikarbonaten verträgt, kann jede in der Viskosetechnik als Fäll- badzusatz bekannte organische Substanz den ein oder mehrere Alkalikarbonate enthaltenden Koagulationsbädern beigemischt werden, z. B. Glycerin oder ein Zucker, wie Glukose, oder Türkischrotölod. dgl.
Die Koagulation kann in einem Bad oder in zwei aufeinanderfolgenden Bädern erfolgen. Mit andern Worten : Die geformte Lösung oder Paste eines Celluloseätherxanthates kann zunächst der Einwirkung einer Salzlösung, z. B. einer Ammoniumsulfat-oder einer Ammoniumchloridlösung, oder von
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Methanol oder Äthanol od. dgl. ausgesetzt und hierauf mit einer ein oder mehrere Alkalikarbonate enthaltenden Lösung in Berührung gebracht werden.
Beim Verlassen des ein oder mehrere sekundäre Alkalikarbonate enthaltenden Bades kann das frisch koagulierte geformte Gebilde sofort mit Wasser gewaschen und dann getrocknet werden ; oder es kann mit Wasser gewaschen und dann mit einem Bade (z. B. mit einem Bade, das eine Säure oder ein neutrales oder saures oder alkalisches Salz oder eine Säure und ein neutrales und bzw. oder ein saures Salz enthält, oder mit jedem andern beliebigen, aus der Viskosetechnik bekannten Bade) behandelt und dann gewaschen und getrocknet werden.
Das frisch koagulierte geformte Gebilde kann auch direkt, d. h. ohne erst gewaschen zu werden, mit einer Flüssigkeit, die eine Säure oder ein neutrales oder saures oder alkalisches Salz oder eine Säure und ein neutrales und bzw. oder saures Salz enthält, oder mit jedem andern beliebigen, aus der Viskosetechnik bekannten Fäll-oder Koagulationsbad behandelt und dann gewaschen und getrocknet werden.
Man kann z. B. das frisch koagulierte geformte Gebilde beim Verlassen des ein oder mehrere Alkalikarbonate enthaltenden Koagulationsbades kürzere Zeit (z. B. einige Sekunden bis einige Minuten) oder längere Zeit (z. B. einige Minuten bis mehrere Stunden) mit einer kalten oder warmen oder heissen Lösung eines oder mehrerer primärer oder sekundärer Alkalikarbonate (z. B. einer 10-bis 30% igen Natriumkarbonatlösung) behandeln, wobei die Lösung gegebenenfalls noch ein oder mehrere alkalisch oder neutral reagierende Salze enthalten kann. Das geformte Gebilde wird dann gewaschen oder, gegebenenfalls nach kürzerem oder längerem Waschen, abgesäuert (d. h. mit einem kalten oder heissen, eine Säure oder ein saures Salz oder eine Säure und ein oder mehrere neutrale oder saure Salze enthaltenden Bade behandelt) und gewaschen.
Das Verfahren kann auch in der Weise ausgeführt werden, dass das frisch koagulierte geformte Gebilde sofort nach dem Verlassen des ein oder mehrere sekundäre Alkalikarbonate enthaltenden Bades kürzere oder längere Zeit mit einer kalten oder warmen oder heissen Lösung eines oder mehrerer primärer oder sekundärer Alkalikarbonate, die gegebenenfalls noch ein oder mehrere alkalisch oder neutral reagierende Salze enthalten kann, behandelt wird. Das geformte Gebilde wird dann gewaschen oder, gegebenenfalls nach kürzerem oder längerem Waschen, gesäuert und dann gewaschen.
Die Entschweflung und Bleichung der erfindungsgemäss hergestellten geformten Gebilde kann gemäss irgendeiner in der Viskosetechnik für die Entschweflung und bzw. oder Bleichung geformter Gebilde, wie Fäden, Filme od. dgl., bekannten Methode durchgeführt werden.
Die erfindungsgemäss hergestellten geformten Gebilde können in irgendeiner geeigneten Stufe ihrer Herstellung mit irgendeinem aus der Viskoseteclinik bekannten weichmachenden oder geschmeidigmachenden Mittel behandelt werden.
Der Zeitpunkt der Verarbeitbarkeit der Celluloseätherxanthatlösungen auf geformte Gebilde hängt u. a. ab
1. von der für die Herstellung des Celluloseätherxanthates verwendeten Schwefelkohlen- stoffmenge,
2. von der Zusammensetzung und Temperatur des Koagulationsbades,
3. von den im Zuge der Herstellung der geformten Gebilde eingehaltenen Arbeitsbedingungen und
4. von der Zusammensetzung der zu formenden Lösung.
Ad 1. Je kleiner die für die Herstellung des Celluloseätherxanthates verwendete Schwefelkohlenstoffmenge, je rascher tritt der Zeitpunkt der Verarbeitbarkeit auf geformte Gebilde aller Art ein. Zum Beispiel : Wenn die Schwefelkohlenstoffmenge kleiner ist als 10% (gerechnet auf das Gewicht des Ausgangscelluloseäthers) oder 10% nicht wesentlich übersteigt, kann die Lösung innerhalb 12 bis 48 Stunden (gerechnet vom Zeitpunkte der Beendigung der Sulfidierung) in der Weise auf geformte Gebilde verarbeitet werden, dass das geformte Gebilde vom Koagulationsbade direkt in Wasser geleitet und während eines beliebigen Zeitraumes mit Wasser gewaschen wird.
Wenn die Schwefelkohlenstoffmenge im Umkreis von 20% liegt, sie jedoch nicht wesentlich übersteigt, kann in einzelnen Fällen die Verarbeitung der Celluloseätherxanthate auf geformte Gebilde in der vorstehend beschriebenen Weise nach 48 bis 240 Stunden erfolgen. In vielen andern Fällen sind jedoch die frisch koagulierten geformten Gebilde noch nicht unbegrenzt waschbar. Dann kann man die Celluloseätherxanthatlösung so lange altern lassen, bis unbegrenzte Waschbarkeit der frisch
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a) das frisch koagulierte geformte Gebilde wird nur kurze Zeit (z. B. 30 Sekunden bis 15 Minuten) gewaschen und dann gesäuert und wieder gewaschen. Oder b) es wird aus dem Koagulationsbad direkt in ein saures Bad geleitet und dann gewaschen.
Oder e) das frisch koagulierte geformte Gebilde wird nach dem Verlassen des Koagulationsbades bei Zimmertemperatur oder unterhalb Zimmertemperatur oder bei erhöhter Temperatur mit einem ein oder mehrere primäre oder sekundäre Alkalikarbonate und bzw. oder ein oder mehrere andere alkalische Salze und bzw. oder ein oder mehrere neutrale Salze enthaltenden Bade so lange behandelt, bis Waschbarkeit eintritt. Wenn gewünscht, kann dem Waschvorgang Säuerung vorangehen oder folgen.
In Fällen, in denen das frisch koagulierte geformte Gebilde selbst ganz kurze Waschung nicht verträgt, muss man zu Methode b oder c greifen.
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Wenn grosse Schwefelkohlenstoffmengen für die Herstellung der Celluloseätherxanthate verwendet werden, dann kann es leicht vorkommen, dass die Celluloseätherxanthatlösung sogar nach 240 Stunden oder länger (gerechnet vom Zeitpunkte der Fertigstellung des Celluloseätherxanthates) in oder mit einem ein oder mehrere sekundäre Alkalikarbonate enthaltenden Bade nicht genügend rasch koaguliert. In solchen Fällen muss die Celluloseätherxanthatlösung bis zur Erreichung der gewünschten Koagulierfähigkeit altern gelassen werden.
Ad 2. Je grösser die im Koagulationsbade enthaltene Menge des Alkalikarbonates oder der Alkalikarbonate und je höher die Temperatur des Bades, je rascher und vollständiger verläuft die Koagulation der geformten Gebilde. In manchen Fällen tritt daher bei Verwendung konzentrierter und heisser Bäder die Wasehbarkeit der frisch koagulierten geformten Gebilde in einem viel früheren Zeitpunkte ein als bei Verwendung verdünnter und bzw. oder kalter oder mässig warmer Koagulationsbäder.
Ad 3. Wenn, wie vorstehend ausgeführt, nicht gewünscht wird, das geformte Gebilde sofort nach dem Verlassen des Koagulationsbades mit Wasser zu waschen, kann die Alterung solcher Cellulose- ätherxanthatlösungen, welche die Wasehbarkeit innerhalb der gewünschten Zeit nicht erlangen, durch Anwendung einer der vorstehend unter b oder c beschriebenen Arbeitsweisen unterbleiben oder wesentlich abgekürzt werden.
Wenn jedoch das frisch koagulierte geformte Gebilde sieh kurz waschen lässt, ohne hiebei zu quellen oder schwach zu werden, dann kann das Verfahren nach der vorstehend unter a beschriebenen Methode gehandhabt werden.
Es muss ausdrücklich hervorgehoben werden, dass der Zeitpunkt der erfindungsgemässen Verarbeitbarkeit, d. h. der Koagulierbarkeit der Celluloseätherxanthatlösung und bzw. oder Waschbarkeit des frisch koagulierten Gebildes nicht nur durch Alterung bei Zimmertemperatur oder bei einer unterhalb Zimmertemperatur liegenden Temperatur, sondern auch durch Erwärmung der Celluloseätherxanthatlösung erreicht werden kann. Diese Beschleunigung der Alterung kann auch durch Zusatz einer oder mehrerer der in der Viskosetechnik als Alterungsbeschleuniger bekannten Substanzen zu der Celluloseätherxanthatlösung erfolgen.
Es ist unmöglich, jede Bedingung anzugeben, welche in jedem einzelnen Falle den gewünschten Erfolg herbeiführt. Man muss sich klar darüber sein, dass Vorversuehe unerlässlich sind, um in jedem besonderen Falle diejenigen Arbeitsbedingungen zu ermitteln, welche für eine besondere Cellulose- äthertype, eine besondere Methode der Herstellung des Celluloseätherxanthates und eine besondere Methode der Formung der Celluloseätherxanthatlösung am günstigsten sind.
Die folgenden Beispiele dienen der praktischen Erläuterung der Erfindung. Es versteht sich jedoch, dass es nicht beabsichtigt ist, die Erfindung auf diese Beispiele, d. h. auf die genauen Mengenverhältnisse der Ingredienzien, Zeiten, Temperaturen, die Reihenfolge der Verfahrensschritte usw. zu beschränken. Die angegebenen Teile sind Gewichtsteile.
Beispiel 1 : Eine 7 bis 9% Ätznatron und 6 bis 8% Celluloseätherxanthat enthaltende Lösung eines gemäss einem der Beispiele des britischen Patentes Nr. 459124, soweit sieh diese auf das Arbeiten mit Hilfe von nicht mehr als 10% Schwefelkohlenstoff, gerechnet auf das Gewicht des Ausgangs- celluloseäthers, beziehen, hergestellten Celluloseätherxanthates wird 6 bis 36 Stunden bei 15 bis 18 C altern gelassen (während welcher Zeit die Lösung filtriert und von Gasblasen befreit wird). Nach dieser Zeit wird die Celluloseätherxanthatlösung unter den im folgenden geschilderten Arbeitsbedingungen auf geformte Gebilde aufgearbeitet. Der Einfachheit und Kürze halber wurden diese Bedingungen aus den in einer grossen Versuchsreihe verwendeten aufs Geratewohl ausgewählt. Sie sind daher hinsichtlich der Methode der Formung bzw.
Aufbringung der Celluloseätherxanthatlösung, der Zusammensetzung und der Temperatur des Koagulationsbades, der Nachbehandlung der geformten Gebilde nach dem Verlassen des Koagulationsbades usf. einer nahezu unbegrenzten Anzahl von Ab- änderungen zugänglich.
Künstliche Fäden.
1. Die Celluloseätherxanthatlösung wird mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 4'8 bis 5 cm3
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90 C oder g) 10% ige Natriumkarbonatlösung von 45 bis 600 C oder von 60 C oder 70 bis 80 C oder 900 C oder
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71) ein 23 bis 24% Natriumkarbonat und 15 bis 16% Natriumsulfat enthaltendes Bad von 500 C oder i) ein 28% Natriumkarbonat und 10% Natriumsulfat enthaltendes Bad von 50 bis 60 C oder von 70 bis 90 C oder k) ein 26% Xatriumkarbonat und 10% Glukose oder Glycerin enthaltendes Bad von 50 bis 60 C oder von 70 bis 900 C oder l)
ein 21% Natriumkarbonat und 18% Natriumsulfat enthaltendes Bad von 50 bis 60 C oder von 70 bis 900 C oder
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oder von 70 bis 90" C oder K) ein 21% Natriumkarbonat, 13'5% Natriumsulfat und 10% Glukose oder Glveerin enthaltendes Bad von 50 bis 600 C oder von 70 bis 90 C oder
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600 C oder von 70 bis 90 C oder s) ein 28% Natriumkarbonat und 8% kristallisiertes Natriumsulfit enthaltendes Bad von 50 bis 600 C oder von 70 bis 900 C oder
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50 bis 600 C oder 70 bis 900 C oder u) ein 26% Natriumkarbonat und 12% Natriumbikarbonat enthaltendes Bad von 45 bis 500 C oder
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w)
ein 15% Natriumkarbonat und 12% Natriumbikarbonat enthaltendes Bad von 45 bis 50 C oder x) ein 25% Natriumkarbonat und 3 bis 5% Natriumhydroxyd enthaltendes Bad von 45 bis 500 C oder 60 bis 700 C oder
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enthaltendes Bad von 45 bis 50 C oder von 60 bis 70 C oder z) 12% ige Natriumbikarbonatlosung von 60 bis 900 C oder
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dz ein 27% Natriumkarbonat enthaltendes Bad von 25 bis 300 C oder Z3) ein 34% Natriumkarbonat enthaltendes Bad von 30 bis 380 C oder ein 31% Natriumkarbonat enthaltendes Bad von 40 C.
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wird dann 50 bis 160 cm durch die Luft gehen gelassen und auf einer Spule aufgewickelt, die mit einer Geschwindigkeit umläuft, dass ungefähr 30 m des Fadens in der Minute abgezogen werden.
Die Spule kann gegebenenfalls in Wasser umlaufen.
Die Fäden werden dann gewaschen und in üblicher Weise fertiggestellt. Sie können im nassen Zustande, z. B. vor oder während oder nach der Waschung, oder im trockenen Zustande gezwirnt werden.
2. Arbeitsgang wie in 1, jedoch mit der Abweichung, dass die Spinnung in einer Zentrifugenspinnmaschine durchgeführt wird.
3. Arbeitsweise wie in 1 oder 2, jedoch mit dem Unterschiede, dass der Spinnvorgang mit zusätzlicher Streckung durchgeführt wird.
Die künstlichen Fäden können entweder im Zuge ihrer Herstellung oder im fertigen Zustand mit einem Härtungsmittel, z. B. Formaldehyd od. dgl., behandelt werden.
Es versteht sich von selbst, dass die Celuloseätherxanthatlösungen gemäss dem vorliegenden Verfahren auch auf Filme oder Fäden mit herabgesetztem oder ganz unterdrücktem Glanz verarbeitet werden können, was nach irgendeiner in der Kunstseidetechnik hiefür bekannten Methode geschehen kann.
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keit nicht 30 M, sondern 40m per Minute beträgt.
5. Arbeitsweise wie in l oder 2 oder 3, jedoch mit der Abweichung, dass die Abzugsgesehwindig-
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Celluloseätherxanthatlösung ungefähr zwei-bis dreimal so gross ist wie die in 1 geforderte Menge.
6. Arbeitsgang wie in irgendeiner der Arbeitsweisen 1 bis 5, jedoch mit dem Unterschiede, dass die Celluloseätherxanthatlösung das das Natriumkarbonat enthaltende Bad nicht unmittelbar betritt, sondern vorerst in eines der folgenden Bäder eintreten gelassen wird :
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c) 25- bis 30%ige Ammoniumsulfatlösung von 16 bis 250 C oder d) 25- bis 30%ige Ammoniumsulfatlösung von 30 bis 50 C oder e) 25-bis 30% ige Ammoniumehloridlösung von 16 bis 25 C oder f) 25-bis 30% ige Ammoniumchloridlösung von 30 bis 500 C, worauf der vollständig oder unvollständig durchkoagulierte Faden in eines der in 1 unter K bis genannten Bäder eingeführt wird.
7. Arbeitsgang wie in irgendeiner der Arbeitsweisen 1 bis 6, jedoch mit der Abweichung, dass der Faden auf der Spule ungefähr 15 Minuten gewaschen, dann gezwirnt und durch Haspeln in Strähnform gebracht wird, worauf der Strähn kurze Zeit (z. B. 1 bis 20 Minuten) mit 2- bis 10%iger Schwefel- säure oder mit 1-bis 5% figer Salzsäure oder mit einem 2 bis 10% Schwefelsäure, 10 bis 16% Natriumsulfat und bzw. oder 12 bis 16% Magnesiumsulfat enthaltenden Bad bei Zimmertemperatur oder bei
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Temperatur mit einem der in 1 unter a bis genannten Bäder behandelt und in üblicher Weise gewaschen und fertiggestellt wird.
Wenn die Spinnung in einer Zentrifugenspinnmaschine erfolgt, dann wird die erste Waschung am Kuchen durchgeführt und die separate Zwirnung unterlassen.
8. Arbeitsweise wie in 7, jedoch mit dem Unterschiede, dass die Waschung des Fadens auf der Spule oder im Spinnkuchen vor dem Säuern oder der Nachbehandlung mit einem der in 1 unter a bis z4 genannten Bäder statt 15 Minuten bloss ungefähr 2 bis 3 Minuten dauert oder ganz unterbleibt.
9. Arbeitsweise wie in 7, jedoch mit dem Unterschiede, dass die Dauer der Waschung des Fadens auf der Spule oder im Spinnkuchen vor dem Säuern oder der Nachbehandlung mit einem der in l unter a bis genannten Bäder nicht mit 15 Minuten, sondern mit einer halben Stunde bis 1 Stunde oder länger bemessen wird.
10. Arbeitsgang wie in 7 oder 8 oder 9, jedoch mit dem Unterschiede, dass die erste Waschung und Säuerung bzw. Nachbehandlung mit einem der in 1 unter abis Z4 angeführten Bäder auf der
Spule oder im Spinnkuehen erfolgt, worauf der Faden gewaschen und fertiggestellt wird.
Bei Spulenspinnung kann das Zwirnen des Fadens entweder nach dem Säuern oder der Nachbehandlung mit einem der in 1 unter a bis z4 genannten Bäder oder nach der der Säuerung oder Nachbehandlung mit einem ein oder mehrere Alkalikarbonate enthaltenden Bade folgenden. Waschung oder nach der Trocknung erfolgen.
11. Arbeitsvorgang wie in 1 bis 6, jedoch mit der Abänderung, dass der Faden von der Spule abgezwirnt und in Strähnform gebracht wird (oder, wenn die Spinnung in der Zentrifugenspinnmaschine erfolgt, der Kuchen sofort in einen Strähn übergeführt wird), worauf der Strähn ungefähr 15 Minuten gewaschen und danach kurze Zeit (z. B. 1 bis 20 Minuten) mit einem der unter 7 angeführten sauren Mittel oder mit einem der in 1 unter a bis z4 genannten Bäder behandelt und dann in üblicher Weise gewaschen und fertiggestellt wird.
12. Arbeitsweise wie in 11, jedoch mit dem Unterschiede, dass der Strähn vor dem Säuern oder der Nachbehandlung mit einem der in 1 unter a bis z4 genannten Bäder nicht 15 Minuten, sondern nur ungefähr 2 bis 5 Minuten gewaschen wird.
13. Arbeitsgang wie in 11, jedoch mit dem Unterschiede, dass der Strähn vor dem Säuern oder der Nachbehandlung mit einem der in 1 unter a Z4 angeführten Bäder eine halbe Stunde bis 1 Stunde oder länger gewaschen wird.
14. Arbeitsweise wie in 11, jedoch mit der Abänderung, dass der Faden, nachdem er in Strähnform gebracht wurde, d. h@ohne zwischengeschaltete Waschung, abgesäuert oder mit einem der in 1 unter a bis z4 angeführten Bäder wie in 11 nachbehandelt und dann gewaschen und fertiggestellt wird.
15. Arbeitsgang wie in irgendeiner der Arbeitsweisen 1 bis 5, jedoch mit der Abänderung, dass der Faden, abgesehen von einer etwaigen Vorwasehung im Umlauf-bzw. Oberbad oder Spinntopf, ohne gewaschen zu werden direkt auf der Bobine oder im Kuchen gesäuert oder mit einem der unter 7 angeführten sauren Mittel oder mit einem der in 1 unter abis Z4 angeführten Bäder nachbehandelt wird, worauf er (im Falle von Spulenspinnung, gegebenenfalls nach Auswaschung und bzw. oder Zwirnung), wenn gewünscht, nach Umwandlung in einen Strähn gewaschen (wenn er nicht vollständig oder unvollständig auf der Spule oder im Kuchen gewaschen wurde) und fertiggestellt wird.
16. Arbeitsgang wie in irgendeiner der Arbeitsweisen 1 bis 5, jedoch mit dem Unterschiede, dass der auf der Spule oder im Spinntopf gesammelte Faden mit einem ein primäres oder sekundäres Alkalikarbonat enthaltenden Mittel behandelt wird, z. B. mit einem der in 1 unter a bis angegebenen Bäder (z.
B. mit einer 25% igen Natriumkarbonatlosung bei Zimmertemperatur oder bei 45 bis 50 C oder mit einer 10% igen Natriumkarbonatlosung bei Zimmertemperatur oder bei 45 bis 50 C oder mit einer 20% Natriumkarbonat und 12 bis 13% Natriumsulfat enthaltenden Lösung bei Zimmertemperatur oder bei 45 bis 50 C oder mit einer 12% igen Natriumbikarbonatlösung von 45 bis 50 C oder mit einem 12% Natriumbikarbonat und 10% Glukose enthaltenden Bade von 45 C) oder mit einer Lösung eines neutralen Salzes, z. B. einer 20- bis 25%igen Natriumsulfat- oder Natriumchloridlösung bei Zimmertemperatur oder bei 40 bis 50 C oder darüber.
Diese Behandlung kann während des Sammeln des Fadens auf der Spule oder im Spinntopf ausgeführt werden und bzw. oder indem man den Faden nach dem Spinnen auf der Spule oder im Kuchen mit einer der genannten Flüssigkeiten
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bei Zimmertemperatur oder bei 45 bis 500 C etwa 15 bis 30 Minuten lang oder länger, z. B. 1 bis 6 Stunden behandelt, hierauf (im Falle von Spulenspinnung nach Zwirnung des Fadens) den Faden in einen
Strähn überführt, diesen mit Hilfe eines der unter 7 angeführten sauren Mittel absäuert und dann wäscht und fertiggestellt.
17. Arbeitsvorgang wie in 16, jedoch mit dem Unterschiede, dass der Faden nach der Behandlung mit der ein primäres oder sekundäres Alkalikarbonat und bzw. oder ein anderes Salz enthaltenden Lösung und nach der Überführung in einen Strähn ohne Säuerung gewaschen und fertiggestellt wird.
18. Arbeitsweise wie in 17, jedoch mit dem Unterschiede, dass der Faden nach der Behandlung mit der ein primäres oder sekundäres Alkalikarbonat und bzw. oder ein anderes Salz enthaltenden Lösung ohne Überführung in einen Strähn und ohne Säuerung vollständig ausgewaschen und hierauf in Strähnform gebracht und fertiggestellt wird.
19. Arbeitsweise wie in 16, jedoch mit dem Unterschiede, dass der Faden nach der Behandlung mit der ein primäres oder sekundäres Alkalikarbonat und bzw. oder ein anderes Salz enthaltenden Lösung nicht in Strähnform gebracht, sondern direkt auf der Spule oder im Kuchen abgesäuert und entweder auf der Spule oder im Kuchen gewaschen und fertiggestellt oder (im Falle von Spulenspinnung nach dem Zwirnen) in Strähnform gebracht und dann gewaschen und fertiggestellt wird.
20. Arbeitsweise wie in 16, jedoch mit dem Unterschiede, dass der Faden nach Überführung in Strähnform 2 bis 3 Minuten gewaschen und dann abgesäuert wird.
21. Arbeitsweise wie in 20, jedoch mit der Abweichung, dass der Faden vor dem Absäuern anstatt 2 bis 3 Minuten 15 Minuten gewaschen wird.
Beispiele für die Herstellung von Stapelfaser ergeben sich zwangsläufig aus den vorhergehenden Beispielen.
Wenn gewünscht, kann die Dehnbarkeit der künstlichen Fäden durch Behandlung mit Schrumpfung bewirkenden Mitteln erhöht werden.
22. Arbeitsgang wie in irgendeiner der Arbeitsweisen 1 bis 21, jedoch mit der Abänderung, dass die Celluloseätherxanthatlösung vor ihrer Verspinnung in künstliche Fäden 36 bis 72 Stunden bei 15 bis 170 C altern gelassen wird.
Die Entschweflung und bzw. oder das Bleichen der künstlichen Fäden kann gemäss irgendeiner in der Technik der Celluloseätherxanthatlosungen bekannten Methode bewerkstelligt werden.
Film.
1. Die Celluloseätherxantllatlösung mird in bekannter Weise auf der Oberfläche der Trommel einer Trommelfilmgiessmasehine oder eines endlosen Bandes gleichmässig ausgebreitet, wobei ein Teil der Trommel bzw. des Bandes in eines der im Kapitel,, Künstliche Fäden"in l unter abis Z4 ange- führten Bäder oder, wenn nach dem Zweibadverfahren gearbeitet wird, in eines der in dem Kapitel Künstliche Fäden"in 6 unter a t genannten Bäder eintaucht. Im letzteren Falle wird der frisch koagulierte Film in eines der in dem genannten Kapitel in 1 unter a bis aufgezählten Bäder übergeführt.
Der koagulierte Film wird in bekannter Weise mit heissem, warmem oder kaltem Wasser gewaschen und getrocknet.
Die Bildung und bzw. oder Troeknung des Films kann ohne zusätzliche Streckung oder mit mehr oder weniger zusätzlicher Streckung durchgeführt werden.
Zur Erhöhung seiner Biegsamkeit bzw. Geschmeidigkeit kann der Film vor oder nach dem Trocknen mit einer wässrigen Lösung von Glycerin (z. B. 4 bis 10%) oder Glykol behandelt werden.
Es versteht sieh von selbst, dass der Film auch mit einem der bekannten wasserdichtmaehenden oder feuchtigkeitsunempfindliehmachenden Mittel oder Mittelgemischen behandelt werden kann.
Der Film kann entweder im Zuge seiner Herstellung oder im fertigen Zustande mit einem Härtungsmittel, wie Formaldehyd od. dgl., behandelt werden.
2. Arbeitsgang wie in 1, jedoch mit dem Unterschiede, dass man die Celluloseätherxanthatlösung, statt sie auf der Oberfläche einer Trommel oder eines endlosen Bandes auszubreiten, durch einen geeigneten Trichter oder Schlitz in eines der im Kapitel Künstliche Fäden"in l unter a bis angeführten Bäder oder im Falle der Anwendung des Zweibadsystems in eines der im Kapitel Künst- liehe Fäden"in 6 unter a t angeführten Bäder eintreten lässt. Im letzteren Falle wird der frisch koagulierte Film in eines der Bäder übergeführt, die in dem genannten Kapitel in 1 unter a bis angegebenen erscheinen.
3. Arbeitsweise wie in 1 oder 2, jedoch mit dem Unterschiede, dass der Film beim Verlassen des Koagulationsbades oder, wenn das Zweibadverfahren angewendet wird, beim Verlassen des zweiten Bades mit einem darauffolgenden bei Zimmertemperatur oder bei erhöhter Temperatur gehaltenen Bade mit einer weiteren Menge des gleichen Bades, mit dem er gefällt wurde und das ein oder mehrere sekundäre Alkalikarbonate enthält, oder mit einem andern Koagulationsbad behandelt wird, das ein oder mehrere primäre oder sekundäre Alkalikarbonate enthält, z. B. mit einem der andern in 1 unter
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abis Z4 angeführten Bäder, worauf der so behandelte Film entweder einfach gewaschen und fertiggestellt oder gewaschen, gesäuert, nochmals gewaschen und dann fertiggestellt wird.
4. Arbeitsgang wie in 1 oder 2, jedoch mit dem Unterschiede, dass der Film beim Verlassen des Koagulationsbades oder, wenn die Zweibadmethode zur Anwendung gelangt, des zweiten Bades 2 bis 15 Minuten gewaschen und dann kurze Zeit (z. B. 1 bis 20 Minuten) mit einem Bade, welches 2 bis 10% llSO, und 10 bis 16% NASO, und bzw. oder 12 bis 16% MgSO4 enthält, bei Zimmertemperatur oder bei 40 bis 500 C oder mit 30- bis 70%iger Schwefelsäure bei Zimmertemperatur oder bei einer tieferen Temperatur behandelt und dann ausgewaschen und in üblicher Weise fertiggestellt wird.
5. Arbeitsweise wie in 4, jedoch mit dem Unterschiede, dass zwischen der Koagulation und der Nachbehandlung mit dem sauren Mittel keine Waschung erfolgt.
6. Arbeitsvorgang wie in 3, jedoch mit dem Unterschiede, dass der das koagulierende Bad verlassende Film, statt mit einem ein oder mehrere primäre oder sekundäre Alkalikarbonate enthaltenden Bade, mit oder ohne zwisehengeschaltete Waschung, mit einer Lösung eines neutralen Salzes, z. B. mit einer 20- bis 25%igen Natriumsulfat- oder Natriumchlorilöung bei Zimmertemperatur oder bei 40 bis 500 C oder bei einer höheren Temperatur behandelt wird.
Ausrüsten und Bedrucken von Geweben.
1. Ein Gewebe, z. B. ein Baumwollgewebe, wird mittels einer geeigneten Maschine, z. B. einer Backfilling-oder Padding-oder einer Spreadingmaschine, mit der Celluloseätherxanthatlösung ein oder mehrere Male überzogen oder imprägniert. Der Lösung kann ein Füllmaterial, z. B. Taleum, oder Kaolin oder Zinkweiss oder ein Farbstoff oder Pigment, z. B. ein Farblack, oder Lampenruss oder Ocker oder Glimmer und bzw. oder ein Weichmachungsmittel, z. B. ein Oxytrimethylensulfid (s. z. B. österreichische Patentschrift Nr. 59693), oder eine Seife oder Türkisehrotöl oder ein trocknendes oder nicht trocknendes Öl usw. zugesetzt werden. Das überzogene oder imprägnierte oder gefüllte Material wird dann direkt oder nach vorherigem Trocknen und bzw. oder Dämpfen mit einem der im Kapitel
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Koagulationsbadkombinationen behandelt und hierauf gewaschen und getrocknet.
Das Textilmaterial kann vor oder nach dem Trocknen mit einem Weichmaehungsmittel, z. B. einer Seife oder Türkisehrotöl oder Glycerin od. dgl., behandelt werden.
2. Das Verfahren wird wie in 1 gehandhabt, jedoch mit dem Unterschiede, dass die Cellulose- ätherxanthatlösung mit einer Stärke oder Dextrinlösung oder einem andern aus der Ausrüstungstechnik bekannten Kolloid gemischt wird.
3. Arbeitsweise wie in 1 oder 2, jedoch mit der Abweichung, dass Massnahmen getroffen werden, um der in oder auf den Fasern des Gewebes abgelagerten regenerierten Cellulose Gasblasen bzw. Hohlräume einzuverleiben. Dies kann in einer beliebigen bekannten Weise geschehen, indem man ein Gas in der Lösung des Celluloseätherxanthates dispergiert oder auf andere Weise verteilt oder der Lösung des Celluloseätherxanthates Natriumkarbonat oder eine andere Substanz zusetzt, die bei dem Zusammenbringen mit einem sauren Mittel ein Gas zu entwickeln vermag, und bzw. oder indem man das
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4. Arbeitsgang wie in irgendeinem der Beispiele 1 bis 3, jedoch mit dem Unterschiede, dass, bevor sie auf das Gewebe aufgebracht wird, die Celluloseätherxanthatlösung gemäss dem Verfahren der österreichischen Patentschrift Nr. 145173 oder der britischen Patentschrift Nr. 427622 in einen Schaum verwandelt wird.
Beispiele für das Schlichten von Garn folgen zwangsläufig aus den Beispielen 1 bis 4.
5. Die Celluloseätherxanthatlösung wird mit einem Farbstoff oder einem Pigment, z. B. einem Farblack oder Ocker oder Lampenruss oder Zinkweiss oder feinverteiltem Glimmer, versetzt und ein Gewebe damit bedruckt oder schabloniert. Nach dem Bedrucken bzw. Schablonieren wird das Gewebe, gegebenenfalls nach Trocknung, in eines der im Kapitel Künstliche Fäden"in l unter a bis und in 6 unter a bis i genannten Bäder eingeführt.
Alle in den Kapiteln ,,Künstliche Fäden" und ,,Film" hinsichtlich der Herstellung von Fäden und Filmen, hinsichtlich aller Variationen der Koagulationsbäder sowie ihrer Temperatur und hinsichtlich aller Einzelheiten der Nachbehandlung gemachten Angaben gelten sinngemäss auch für das Appretieren oder Bedrucken von Textilien.
Klebemittel und Kitte.
Die Celluloseätherxanthatlösung wird zum Zusammenkleben zweier oder mehrerer Schichten von Papier oder Pappe oder Baumwollgewebe verwendet, worauf die zusammengeklebten Materialien, eventuell nach zwischengeschalteter Trocknung, in eines der im Kapitel ,,Künstliche Fäden" in 1 unter a bis und in 6 unter a t genannten Bäder bzw. Bäderkombinationen eingeführt werden.
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Dicke Platten.
Dicke Platten können hergestellt werden, indem man konzentrierte Celluloseätherxanthat-
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Beispiel 2 : Arbeitsweise wie in Beispiel 1, jedoch mit der Abweichung, dass die Cellulose- ätherxanthatlösung eine gemäss der britischen Patentschrift Nr. 459124 mit Hilfe von 14 bis zu Schwefelkohlenstoff, gerechnet auf das Gewicht des Ausgangscelluloseäthers, hergestellte Cellulose- ätherxanthatlösung ist.
In manchen Fällen erlangt die nach diesem Beispiel hergestellte Celluloseätherxanthatlosung auch nach längerer Alterung nicht die Fähigkeit, gemäss dem vorliegenden Verfahren auf geformte Gebilde in der Weise verarbeitet zu werden, dass diese nach dem Verlassen des Koagulationsbades mit Wasser unbegrenzt gewaschen werden können. Wenn daher gewünscht wird. die frisch koagulierten geformten Gebilde unbegrenzt zu waschen, dann muss man die Celluloseätherxanthatlösung entweder entsprechend lange altern lassen oder gemäss einer Methode vorgehen, für die unbegrenzte Wasehbarkeit nicht erforderlich ist. z. B. gemäss einer der im Kapitel ,,Künstliche Fäden" unter 7 bis 21 angeführten Methoden.
Beispiel 3 : Ausführungsform des Verfahrens wie in Beispiel l, jedoch mit dem Unterschiede, dass die Celluloseätherxanthatlösung eine Lösung eines durch Xanthogenierung irgendeines der in den britischen Patentschriften Nr. 459122, 459123, 462283, 462456, 462712 und 462713 beschriebenen Celluloseäthers mit Hilfe von 10% nicht übersteigenden Schwefelkohlenstoffmengen, gerechnet auf das Gewicht des Ausgangscelluloseäthers, hergestellten Celluloseätherxanthates ist.
Beispiel 4 : Arbeitsweise wie in Beispiel 3, jedoch mit dem Unterschiede, dass die Cellulose- ätherxanthatlosung mit Hilfe von Schwefelkohlenstoffmengen, die 10% übersteigen, jedoch kleiner
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Beispiel 5 : Verfahren gemäss Beispiel 1, jedoch mit dem Unterschiede, dass das Cellulose- ätherxanthat mit Hilfe von 25 bis 30% Schwefelkohlenstoff (berechnet auf das Gewicht des Cellulose- äthers) gemäss einem der in den österreichischen Patentschriften Nr. 134616, 136954 und 136958 oder in den britischen Patentsehriften Nr. 357167, 390519, 459122, 459123, 462283, 462456, 462712 und 462713 beschriebenen Verfahren hergestellt ist.
Im Lichte der in demjenigen Teil der Beschreibung der praktischen Durchführung der Erfindung enthaltenen Ausführungen, der sich auf den Eintritt der Fähigkeit der mit Hilfe von 20% (gerechnet auf das Gewicht des Ausgangscelluloseäthers) übersteigenden Sehwefelkohlenstoffmengen hergestellten Celluloseätherxanthaten auf geformte Gebilde verarbeitet zu werden, bezieht, ist es klar, dass die in diesem Beispiel verwendete Celluloseätherxanthatlösung die erwähnte Fähigkeit nicht in so kurzer
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insbesondere von solchen Fällen, in denen unbegrenzte Wasehbarkeit der das mindestens ein sekundäres Alkalikarbonat enthaltende Bad verlassenden geformten Gebilde gewünscht wird. So z.
B. erlangt in manchen Fällen die nach diesem Beispiel hergestellte Celluloseätherxanthatlosung vor Ablauf von 10 bis 21 Tagen, gerechnet vom Zeitpunkte ihrer Fertigstellung, nicht die Fähigkeit, gemäss dem vorliegenden Verfahren auf geformte Gebilde verarbeitet werden zu können, die nach dem Verlassen des Koagulationsbades unbegrenzt waschbar sind. Wenn daher gewünscht wird, die geformten Gebilde sofort nach der Koagulation unbegrenzt zu waschen, dann muss man die Celluloseätherxanthatlösung entweder bei entsprechender Temperatur genügend lange altern lassen oder man muss die Verarbeitung der Celluloseätherxanthatlösung nach einer Methode vornehmen, welche unbegrenzte Waschbarkeit nicht voraussetzt, z.
B. nach einer der im Beispiel 1 im Kapitel,, Künstliehe Fäden"unter 7 bis 21 beschriebenen Methoden.
Die Celluloseätherxanthatlösung wird unter den in Beispiel 1 geschilderten Arbeitsbedingungen auf geformte Gebilde aufgearbeitet.
Beispiel 6 : Arbeitsweise wie in Beispiel 5, jedoch mit der Abweichung, dass die für die Herstellung des Celluloseätherxanthates verwendete Sehwefelkohlenstoffmenge 400 bis 500 Teile beträgt.
In der Beschreibung und den Ansprüchen soll überall, wo es der Sinn zulässt, der Ausdruck ,,Cellulose" Cellulose, hre Umwandlungs- und Oxydationsprodukte, wie Cellulosehydrat, Hydroeellulose, Oxyeellulose, Aeideellulose u. dgl., kurz jeden Körper aus der Cellulosegruppe umfassen, der als Aus-
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vorgesehlagen worden ist.
Der Ausdruck ,,Alkalieellulose" bedeutet überall, wo es der Sinn zulässt, in üblicher Weise, d. h. durch Tränken von Cellulose mit Alkalilauge und Entfernung des Überschusses der Lauge durch
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Abpressen hergestellte Alkalicellulose oder Alkalicellulose, die durch Zusammenbringen von Cellulose mit der in der fertigen Alkalicellulose gewünschten Menge Alkalilauge bereitet wird.
In der Beschreibung und den Ansprüchen sollen, wo es der Sinn zulässt, die Ausdrücke,, alkali- löslicher Celluloseäther", "Celluloseäther, welcher in Alkalilauge löslich oder zumindest teilweise
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und gemischte Celluloseäther umfassen, die bei Zimmertemperatur und einer tieferen Temperatur, z.
B. bei einer Temperatur zwischen Zimmertemperatur und 00 C oder tiefer, in Alkalilauge vollständig oder fast vollständig löslieh sind, und solche einfache und gemischte Celluloseäther, die bei Zimmer- temperatur in Alkalilauge unlöslich oder unvollständig löslich sind, die jedoch darin bei Zimmer- temperatur löslich oder vollständig löslich gemacht werden können, indem man ihre Aufschwemmungen oder unvollständigen Lösungen auf eine zwischen Zimmertemperatur und 0 C oder auf 00 C oder auf eine Temperatur unterhalb 0 C, z. B. auf minus 50 C oder auf minus 100 C oder tiefer, kühlt und dann der Temperatur erlaubt, auf 00 C oder über 00 C, z.
B. auf eine zwischen 00 C und 200 C liegende
Temperatur, zu steigen, und solche einfache und gemischte Celluloseäther, die in Alkalilauge bei Zimmertemperatur oder bei einer Temperatur zwischen Zimmertemperatur und 0 C und bei Oo C unlöslich oder unvollständig löslich sind, die aber darin bei Zimmertemperatur und bzw. oder bei einer Temperatur zwischen Zimmertemperatur und 00 C oder bei 0 C teilweise oder vollständig löslich gemacht werden können, indem man ihre Aufschwemmungen oder unvollständigen Lösungen bis auf eine Temperatur unterhalb 00 C, z. B. auf minus 50 C oder minus 10 C oder tiefer, kühlt und dann der Temperatur gestattet, auf 00 C oder über 00 C, z. B. auf Zimmertemperatur, zu steigen.
Der Ausdruck "Celluloseäther" soll in der Beschreibung und den Ansprüchen, wo immer es der Sinn zulässt, einfache und gemischte aliphatische und aromatische Celluloseäther jeder Art umfassen, d. h. alle Celluloseverbindungen, welche ein ätherartig an das Cellulosemolekül gebundenes Alkoholradikal enthalten, u. zw. ohne Rücksicht darauf, ob das Alkoholradikal durch organische Gruppen oder Reste oder durch ein geeignetes anorganisches Element, wie Stickstoff oder Schwefel, oder eine ein anorganisches Element enthaltende Gruppe, wie eine Stickstoff und Wasserstoff enthaltende Gruppe oder eine Schwefel und Wasserstoff enthaltende Gruppe, ersetzt oder nicht ersetzt ist, kurzum alle Gruppen oder Reste, welche in Alkoholradikale eingeführt werden können.
In der Beschreibung und den Ansprüchen soll, wo es der Sinn zulässt, der Ausdruck Alkali- karbonat" die sekundären Alkalikarbonate umfassen.
Die Ausdrücke "künstliche Gebilde" oder "geformte Gebilde" bedeuten in der Beschreibung und in den Ansprüchen : Künstliche Fäden, insbesondere künstliche Seide und Stapelfaser, künstliches Haar, künstliches Stroh ; Filme jeder Art, Bänder und Platten jeder Art ; plastische Massen aller Art ; Klebemittel und Kitte, Appreturmassen, Überzüge und Schichten jeder Art, insbesondere solche, die für das Appretieren und Füllen von Geweben und Schlichten von Garn geeignet sind ; Verdickungmittel und Fixiermittel für Pigmente im Textildruck u. dgl. ; Mittel zum Überziehen und Appretieren von Papier, bei der Herstellung von künstlichem Leder oder Buchbinderleinwand oder Zeiehenleinwand oder Transparentpapier oder transparentem Stoff u. dgl.
Der Ausdruck "Künstliche Fäden" bezeichnet künstliche Fäden und Gespinste jeder Art, z. B. künstliche Seide, künstliche Baumwolle, künstliche Wolle, künstliches Haar und künstliches Stroh jeder Art.
Der Ausdruck "Textilmaterial" bedeutet in der Beschreibung und den Ansprüchen, überall wo es der Sinn zulässt, jedes gesponnene oder gewebte Fasermaterial tierischer oder pflanzlicher Herkunft (z. B. Flachs, Leinen, Hanf, Ramie, Jute, Wolle und insbesondere Baumwolle, sowie künstliche Fäden, wie Kunstseide und aus ihnen bestehende oder sie enthaltende Gewebe bzw. Garne) in Form von reinen oder gemischten Geweben oder in Form von Gespinsten, wie Strähne, Kopse oder Ketten.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung geformter Gebilde aus Cellulosederivaten, dadurch gekennzeichnet, dass eine geformte, vorteilhaft flüssige Masse, die wenigstens ein Celluloseätherxanthat enthält, mit einem wenigstens ein sekundäres Alkalikarbonat enthaltenden Mittel zusammengebracht wird.