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Verriegelungsvorrichtung, insbesondere für Weichen oder deren Stelleinrichtungen.
Die Erfindung betrifft eine Verriegelungsvorrichtung, insbesondere für Weichen oder deren
Stelleinrichtungen, mit getrennten Riegelmagneten für die Ver-und Entriegelung und hat eine besonders zweckmässige Ausgestaltung und Verbesserung dieser Vorrichtungen zum Gegenstand, durch welche die Sicherheit von Stellwerksbetrieben gegen falsche Rückmeldungen, beispielsweise beim Versagen der Weiche, beim Auftreten von Fremdströmen oder aus andern Gründen wesentlich erhöht wird.
Die Verwendung zweier getrennter Riegelmagneten beiweichenschaltungen ist bereits bekannt.
Bei einer älteren Vorrichtung zur Steuerung von Verschlussregistern wurden zwei Riegelmagnete vorgesehen, durch welche die Fahrstrassenschieber aus einer nach beiden Seiten gesperrten Grundstellung heraus in eine Stellung gebracht werden, in der sie nur noch in der einen oder andern Richtung gesperrt bleiben, je nachdem, welcher von beiden Magneten durch den Strom erregt wurde. Aus diesen einseitigen Sperrstellungen wird aber der Fahrstrassenschieber bei Stromloswerden des jeweils erregten Magneten mit Hilfe einer auf den für beide Magnete gemeinschaftlichen Anker einwirkenden Hebelzange, d. h. also auf mechanischem Wege, jedesmal wieder in die Grundstellung zurückgeführt.
Diese bekannte Einrichtung hat den Nachteil, dass keine Kontrolle darüber besteht, ob die selbsttätige Rückführung des Ankers in die Grundstellung beim Ausbleiben des Stromes auch tatsächlich erfolgt ist, da ja auch die mechanische Vorrichtung aus irgend einem Grunde versagen kann.
Bei dieser Einrichtung müsste deshalb eine Kontrolle über drei Ankerstellungen vorgesehen werden, wodurch dieselbe aber sehr verwickelt werden würde, ganz abgesehen davon, dass beide Magnete ganz unabhängig voneinander wirken.
Die Erfindung vermeidet die erwähnten Nachteile dadurch, dass sie bewusst auf eine, wenn auch teilweise mechanische Betätigung der Anker oder Solenoide verzichtet, vielmehr erfolgt die beab- sichtigte Ver-oder Entriegelung gemäss der Erfindung ausschliesslich auf elektrischem Wege, wobei der eine Magnet bei seiner Erregung durch den elektrischen Strom lediglich die Riegelstellung, der andere hingegen zwangläufig die Entriegelung herbeiführt, während beim Ausbleiben des elektrischen
Stromes die Einrichtung in allen ihren Teilen im jeweiligen Zustande verbleibt.
Dies wird gemäss der Erfindung dadurch erreicht, dass die Solenoidkerne der beiden Riegel- magnete, von denen der eine Solenoidkern unmittelbar zur Verstellung des Verriegelungsbolzens, und der andere Solenoidkern hingegen mittelbar über eine Verbindungsstange zur Umschaltung der Riegel- magnetkontakte bei der wechselweisen Erregung der Riegelmagnete dient, durch einen zweiarmigen, um eine feststehende Achse schwenkbaren Hebel gelenkig miteinander verbunden sind, derart, dass bei Erregung des einen Riegelmagneten und Einziehung seines Kernes zwangläufig auch der Kern des andern stromlosen Riegelmagneten, jedoch in entgegengesetzter Richtung bewegt wird.
Diese Einrichtung hat u. a. den Vorteil, das nunmehr bei Betriebsstörungen weder eine falsche
Stellung, noch eine falsche Rückmeldung erfolgen kann. Durch die zwangläufige Kupplung der beiden
Solenoidkerne ist ferner die Gewähr dafür gegeben, dass der Solenoidkern durch den beim Abstellen des Stromes etwa zurückbleibenden Magnetismus infolge magnetischer Remanenz festgehalten wird und deshalb nicht abfallen kann. Es wird also die Bedienung erfüllt, dass, *wenn der eine Magnet seine
Funktion, z. B. die Verriegelung, ausführen soll, der andere die durch ihn hervorgerufene Wirkung, nämlich die Entriegelung wieder auslöst.
Für den Fall, dass diese Wirkung nicht eintreten sollte, wird gemäss der Erfindung dafür Sorge getragen, dass eine falsche Rückmeldung selbst bei Aderschluss nicht erfolgen kann. Dies wird dadurch
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erreicht, das sämtliche Leitungen und vorgesehenen Kontakte zumindest bei jeder Riegelumstellung einmal auf ihr Vorhandensein und die Leitungen selbst weiterhin noch auf Erdfreiheit und eventuell Kabelse. hluss überprüft werden.
In den Figuren der Zeichnung ist das Wesen der Erfindung in einem Ausführungsbeispiel dargestellt, u. zw. zeigen die Fig. 1 und 2 den mechanischen Teil der erfindungsgemässen Verriegelungsvorrichtung, wobei Fig. 1 den Gegenstand der Erfindung in der Entriegelung, Fig. 2 denselben in seiner starren Verriegelung wiedergibt. Die Fig. 3-6 zeigen die zugehörigen Sicherheitsschaltungen für die Betätigung der Riegelvorrichtung.
In den Fig. 1 und 2 ist mit A die für die Weichenstellvorrichtung vorgesehene Stellachse bezeichnet, die zum Teil oder vollständig aus einem Vierkant besteht, um den Stellhebel 8, der über die Weiehenstellstange W zur Umstellung der Weiche 20 dient, und den Zungenprüfhebel Z, der in bekannter Weise über die Riegelstangen 21 die richtige Lage der Weichenzungen der Weiche 20 überprüft, fest aufstecken zu können. Ferner ist auf der vierkantigen Stellaehse A das für die starre Riegelurg erforderliche Riegelsegment R fest aufgeschoben.
Das Riegelsegment R kann durch einen Bolzen B, der in seine Bahn eingeschoben werden kann, ver-und entriegelt werden.
In Fig. 1 ist'das Riegelsegment R entriegelt, so dass die Stellkurbel 8 zur Drehung freigegeben ist, während in Fig. 2 der Bolzen B eine Drehung des Riegelsegmentes R und damit der Stellkurbel S entgegen dem Uhrzeigersinn nicht zulässt. In einer andern Verriegelungsstellung befindet sich der Bolzen B oberhalb der Nase des Riegelsegmentes R, so dass letzteres und damit die Stellkurbel S nicht in der Richtung des Uhrzeigers verstellt werden kann. In der ersten Verriegelungsstellung befindet sich die Weiche in der"Plus"-, im zweiten Falle in der ,,Minuslage".
Die Betätigung des Riegelbolzens B findet entweder direkt durch den Entriegelungsmagneten R, oder indirekt durch den Verriegelungsmagneten Ri statt (Fig. 1 und 2). Die Riegelmagnete jBi und R2, welche als Solenoide ausgebildet sind, sind in einem gemeinsamen Gehäuse G untergebracht. Die Solenoidkerne 81 und 82 werden durch einen zweiarmigen Hebel H, der im Drehpunkt D am Gehäuse G gelagert ist, zwangläufig gekuppelt. Mit dem Solenoidkern 8z ist der Riegelbolzen B verbunden.
Auf der Stellachse A ist ferner eine Schaltwalze K auf dem Vierkant aufgesteckt, die entsprechend der Weichenlage"Plus"oder"Minus"die Kontakte oder m2 steuert, über die dann entsprechend der Riegelstrom für die"Plus"-oder"Minusverriegelung"geleitet wird.
Soll beispielsweise nach Fig. 1 die Weiche 20 bzw. die Weichenstellvorrichtung in der Pluslage
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der Strom in diesem Falle über den im Stellwerk durch einen Schalthebel gesteuerten Kontakt + 1 durch Leitung 1 zum Kontakt mol, überprüft hier die richtige Lage der Weichenstellvorrichtung und fliesst über einen von dem Verriegelungsmagneten Rr gesteuerten Magnetriegelkontakt rl'r2 zum Verriegelungsmagneten R1 durch Leitung 5 zur Erde.
Der Verriegelungsmagnet J zieht seinen Solenoidkern 81 an und schiebt dabei über den zweiarmigen Hebel H den Solenoidkern 8z mit dem Riegelbolzen B unter das Riegelsegment R (Fig. 2).
Die Weichenstellvorrichtung ist nunmehr starr verriegelt.
Durch die zwangläufige Verbindung der beiden Solenoidkerne 81 und S2 über den zweiarmigen
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nimmt. Bei erfolgter Verriegelung werden die von dem Verriegelungsmagneten Ri über die Verbindungsstange V (Fig. 2) gesteuerten Magnetriegelkontakte rl, r2 umgeschaltet. Der Verriegelungsmagnet R1 wird dadurch von der Batterie ab-und hinter dem Überwachungsmagneten U angeschaltet (Fig. 5).
Der Strom fliesst nun weiter von Kontakt m1 über Riegelmagnetkontakt ?,, Leitung , Überwaehungsmagnet U, überprüft die ,,Pluslage" des Stellhebels über die von diesem gesteuerten Kontakte + 2, fliesst durch die Leitung 2 weiter über Motorkontakt N, Riegelmagnetkontakt rl, r, zum Verriegelungsmagneten Pound über Leitung 5 zur Erde. Der Überwachungsmagnet U zieht seinen Anker an und zeigt durch Farbscheibenwechsel die Verriegelung der Weichenstellvorrichtung dem Wärter an.
Da Überwachungs- und Verriegelungsmagnet Rr bei der Verriegelung hintereinandergeschaltet sind, so erhält auch der zuerst abgeschaltete Verriegelungsmagnet Ri beim Eintreffen der Überwachung Strom, so dass dieser sein Solenoid, solange die Verriegelung besteht, mechanisch angezogen hält (Fig. 5).
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in bekannter Weise weitere nicht dargestellte Kontakte gesteuert, über die der Kuppelstrom für die Fahrstellung der Signale geleitet wird.
Es ist daher von grosser Wichtigkeit, dass bei jeder Entriegelung
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wachul1gsmagneten gesteuerter Kontakt U1 in der Entriegelungsleitung 4 eingebaut ist, so dass für die Entriegelung der Strom erst fliessen kann, wenn der stromlos gewordene Überwachungsmagnet auch den Kontakt in der Entriegelungsleitung 4 gesteuert hat (Fig. 5 und 6).
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Fig. 6 zeigt die Entriegelung durch Betätigung des Entriegelungsmagtieten R,. Sobald die Entriegelung erfolgt ist, wird über den Riegelmagnetkontakt , der Strom abgeschaltet und die Grundstellung nach Fig. 3 erreicht.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verriegelungsvorriehtung, insbesondere für Weichen oder deren Stelleinrichtungen, mit getrennten Riegelmagneten für die Ver- und Entriegelung, dadurch gekennzeichnet, dass die Solenoid- kerne (, ) der beiden Riegelmagnete (, R2) von denen der eine Solenoidkern (S2) unmittelbar zur Verstellung des Verriegelu'gsbolzens (B), und der andere Solenoidkern (SI) hingegen mittelbar über die Verbindungsstange (V) zur Umschaltung der Riegelmagnetkontakte (r1, r2) bei der wechselweisen Erregung der Riegelmagnete (R1, R2) dient, durch einen zweiarmigen, um eine feststehende Achse (D) schwenkbaren Hebel (H) gelenkig miteinander verbunden sind, derart, dass bei Erregung des einen Riegelmagneten und Einziehung seines Kernes zwangläufig auch der Ker. :
des a@der stom- losen Riegelmagneten, jedoch in entgegengesetzter Richtung bewegt wird.