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Österreichische PATENTSCHRIFT Nr. 15663. CHARLES DE ROSSETTI IN ROUBAIX.
Läufer für Ringspinn-und Ringzwirnmaschinen.
Der den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildende Läufer für Ringspinn-und Ringzwirnmaschinen unterscheidet sich insofern von den bisher bekannt gewordenen Läufern, als er aus einem an dem Reiter befestigten Hebel besteht und an jedem seiner Enden oder bloss am freien Ende eine Öse für den Faden besitzt, um zu erzielen, dass sich der
Hebel immer in einer horizontalen Ebene dreht und dass das freie Ende desselben nicht an der Spule anliegt.
Die Erfindung ist in der beiliegenden Zeichnung beispielsweise dargestellt, und zwar ist Fig. 1 ein Aufriss einer Spindel mit dem Läufer nach der vorliegenden Erfindung,
Fig. 2 eine um 900 gegen die vorgehende gedrehte Ansicht, Fig. 3 ein wagrechter
Schnitt und Fig. 4 eine Abänderung.
Der Läufer besteht aus einem Reiter a, welcher an seinem oberen Teile einen
Haken b trägt und mit einer Stange oder einem Hebelarm c versehen ist, welcher in eine
Spirale d endigt. Der Reiter umfasst die Schiene e eines Läuferringes von gewöhnlicher Gestalt. l) er von den Zufülhrungswalzen kommende Faden f tritt in den Läufer durch den über dem Reiter befindlichen Haken b und verlässt ihn durch die Spirale d, welche am
Ende des Hebelarmes c angebracht ist. Diese Anordnung gestattet dem Hebelarm, welcher infolge der Einwirkung des lotrechten Zweigen des Fadens auf den Reiter wagrecht gehalten wird, sich frei nach jeder Richtung zwischen der Spindel und dem Läuferring zu bewegen.
Der so angeordnete Hebelarm ist während des Betriebes einerseits der Zentrifugal- kraft unterworfen, welche das Ende d desselben von dem Mittelpunkt zu entfernen strebt und andererseits der Einwirkung des sich auf die Spule aufwickelnden Fadens, welche ihn wieder zurückzuziehen sucht. Es ist leicht ersichtlich, dass man, wenn die Masse des be- weglichen Teiles und-bosonders diejenige des äusseren Endes des Hebelarmes im Verhältnis zu der Beanspruchung, welche der Faden ohne zu zerreissen aushalten kann, stehen, eine regelmässige Bewegung und eine beinahe gleichbleibende Spannung erhalten muss.
Anfangs zieht der Faden den Hebelarm gegen den Mittelpunkt, legt ihn an die
Spule an und zwingt somit den beweglichen Teil mit derselben Geschwindigkeit zu laufen, wie die Spule, wie gross auch übrigens ihr Durchmesser und der Durchmesser des Läuferringes sein mögen. Nach dem Ingangsetzen nimmt der Hebelarm unter der Einwirkung der Zentrifugalkraft, welche ihn entgegen dem Zuge des Fadens von dem Mittel- punkt zu entfernen sucht, in dem Zwischenraum, und zwar beinahe wagrecht (trotz der Auf-und Abwärtsbewegungen) die verschiedenen Lagen ein, welche durch die aufeinander folgenden Abänderungen der entgegengesetzten Kräfte, welche auf sein äusseres Ende einwirken, entstehen. Dieses geschieht während der ganzen Bildung der Spule.
Da die Länge des zwischen dem beweglichen Teil und der Spule befindlic :'1on Fadens stets sehr gering ist und um vieles kleiner als der ringförmige Zwischenraum, welcher die Spule von dem Läuferring trennt, was das Mitziehen des Läufers erleichtert und auf nackten Spindeln mit einem grossen Läuferring zu spinnen gestattet.
Schliesslich gestattet die Anordnung noch Läufer von sehr grosser Leichtigkeit zu bauen.
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einer einzigen Metalldicke, um eine sehr umfangreiche Reihe von Läufern verschiedener Nummern zu erhalten, indem man für die verschiedenen zu spinnenden Fadennummorn die an dem Ende des Hebelarmes jenseits der Spirale d angebrachte Masse abändert.
Dadurch wird dieser Läufer genau proportional der Beanspruchung, welche jede Faden. nummer aushalten kann, regelbar ; denn die Änderungen der Belastung an dem Ende des Hebelarmes können eine auf und ab steigende Reihe von Massen von sehr kleinen Werten bilden.
Die Erfindung ist in keiner Weise auf die Gestaltung, die Abmessungen und die Einzelheiten der in der Zeichnung nur als Beispiel dargestellten Konstruktion beschränkt.
So kann beispielsweise der Haken b, welcher auf dem Reiter a sitzt, fortgelassen werden (Fig. 4), um die Konstruktion zu vereinfachen und den Läufer zu erleichtern. Der Faden geht dann einfach durch den Läufer a. Ausserdem kann der obere Teil des Läuforringes nach der Gestalt eines Pilzes abgerundet werden (Fig. 4) und eine dem Reiter a entsprechend sich anschmiegende Gestalt annehmen, um die Reibung zu vermindern und ein Festklemmen des Reiters auf dem Ring zu vermeiden.