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Abgleiehgerät.
Für die Selektivität von Radioempfangsgeräten ist die genaue Abgleichung der Eingangskreise von ausschlaggebender Wichtigkeit. Zur Abgleichung wurden bisher mehrere Prefsender verwendet, die im Wellenbereich des Empfängers möglichst in gleichmässiger Verteilung Wellen verschiedener
Länge aussandten. Falls sieh der abzugleichende Wellenbereich des Empfängers, z. B. von 200 bis
600 m erstreckte, so wurden zur Abgleichung auf Wellenlängen von 200,300, 400, 500 und 600 m arbeitende Prüfsender verwendet. Der Empfänger wurde nun der Reihe nach auf die verschiedenen
Sender abgestimmt und hiebei durch Korrektion der einzelnen Eingangskreise jeweils auf die maximale
Ausgangsenergie eingestellt.
Diese Methode weist verschiedene Nachteile auf. Die Abgleichung der Eingangskreise des
Empfängers erfolgt zunächst nur an einigen bestimmten Wellenlängen (s. obiges Beispiel), bei den zwischenliegenden Wellenlängen aber nicht, so dass keine vollkommene Abgleiehung erzielt wird. Ferner ist die Abstimmung des Empfängers auf die einzelnen bei bestimmten Wellenlängen arbeitenden Prüfsender sehr zeitraubend.
Zur Behebung dieser Nachteile wurde im ungarischen Patent Nr. 114334 der Anmelderin bereits vorgeschlagen als Abgleichgerät einen Oszillator zu verwenden, in dessen Schwingungskreis ein mechanisch gleichmässig gedrehter Drehkondensator vorgesehen ist, welcher während seines Umlaufes die Frequenz der vom Qszillator erzeugten Schwingungen zwischen zwei Grenzwerten ständig schwanken lässt. In diesem Falle erfolgt die Abgleichung in der Weise, dass der Empfänger bei einer bestimmten Frequenz mit Hilfe des Oszillators mit rotierendem Drehkondensator als Prüfsender durch Korrektion der Eingangskreise auf die grösste Ausgangsenergie eingestellt und dann der Abstimmknopf des Gerätes langsam weitergedreht wird, wobei die Grösse der Ausgangsenergie, z. B. an einem Outputmeter ständig beobachtet werden kann.
Ist die Abgleichung an irgendeiner Stelle des Empfangsbereiches fehlerhaft, so wird der Zeiger des Outputmeters bei dieser Wellenlänge Sprünge anzeigen. An diesen Stellen müssen die Eingangskreise nachgestellt werden.
Dieses Abgleichsgerät hat sieh zwar in der Praxis sehr gut bewährt, stellt jedoch in elektrischer Hinsicht keine vollkommene Lösung dar, weil es ein mechanisch angetriebenes Element, nämlich den rotierenden Drehkondensator erforderlich macht.
Die Erfindung zielt nun darauf ab, bei Aufreehterhaltung des Prinzips des oben geschilderten Abgleichgerätes, d. h. bei nahezu gleichzeitiger Aussendung sämtlicher in den Empfangsbereieh fallender Frequenzen, die mechanisch angetriebenen Elemente vollkommen zu vermeiden. Um dieses Ziel zu erreichen, wird die seitens der Anmelderin erkannte und in der Literatur bereits mitgeteilte Er- scheinung herangezogen, dass eine gittergesteuerte Elektronenröhre, die mit Niederfrequenz weit über den Linearteil ihrer Kennlinie hinaus übersteuert wurde, ausser der Grundschwingung auch dessen harmonische Schwingungen-über das ganze Hoehfrequenzband bis zu den kürzesten Wellenlängen aussendet.
Diese Erscheinung macht sich die vorliegende Erfindung zunutze. Gegenstand der Erfindung ist ein Abgleichgerät für Radioempfangsapparate, welches durch eine mit Niederfrequenz übersteuerte und somit ausser der Grundschwingung auch deren harmonische Schwingungen über das ganze Hochfrequenzband gleichzeitig ausstrahlende Elektronenröhre gekennzeichnet ist. Diese mit Niederfrequenz übersteuerte Elektronenröhre bildet einen idealen Prüfsender, indem sie sämtliche in den Empfangs-
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bereich des Empfangsgerätes fallende Hochfrequenzen ohne Verwendung mechanisch angetriebener Elemente trägheitslos aussendet. Die Niederfrequenz kann von einer beliebigen Tonquelle erhalten werden.
Die Abgleichung selbst kann derart vorgenommen werden, wie bei der in dem genannten ungarischen Patente Nr. 114334 beschriebenen Vorrichtung, d. h. so, dass der Abstimmknopf des abzugleichenden Empfangsgerätes langsam gedreht und hiebei die Grösse der Ausgangsenergie auf einem Outputmeter stets überwacht wird.
Der Frequenzunterschied der naeheinanderfolgenden Harmonischen ist der Frequenz der Grundschwingung gleich. Ist z. B. die Frequenz der Grundschwingung 400 Hertz, so beträgt der Frequenzunterschied der naeheinanderfolgenden Harmonischen je 400 Hertz. Da die Durchlassbreite eines modernen Empfangsgeräte etwa 3000 Hertz beträgt, so spielt der Frequenzuntersehied von je 400 Hertz zwischen den naeheinanderfolgenden Harmonischen keine Rolle. Nachdem die Harmonischen so dicht nebeneinanderliegen, so gewinnt man beim Durchdrehen der Skala des Empfangsgeräte den Eindruck, als ob vom Prüfsender zum Empfangsgerlit auf allen Wellenlängen gleichmässig modulierte Hochfrequenz gelangen würde.
Zum Stande der Technik sei noch darauf verwiesen, dass We. Ilenmesser bekannt sind, bei welchen die Oberschwingungen einer einzigen Frequenz zu Eiehzwecken benutzt werden. Demgegenüber ist die Erfindung schon dadurch unterschieden, dass sie harmonische Schwingungen nutzbar macht, die über das ganze Hoehfrequenzband ausgestrahlt werden.