<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren zur Herstellung von farbigen Bildern.
Es ist bereits bekannt, farbige Bilder herzustellen, indem man Halogensilberemulsionssehiehten dadurch farbig entwickelt, dass man die bei der Entwicklung entstehenden Oxydationsprodukte des Entwicklers mit einem Farbbildner kuppelt. Weiterhin wurde bereits vorgeschlagen, das entwickelte Silberbild einer Schicht über das Silberantidiazotat mit Hilfe einer Azofarbstoffkomponente in ein Farbstoffbild zu verwandeln. Nach dem erstgenannten Verfahren erhält man zwar einwandfreie blau und rot getönte Bilder, jedoch sind die gelben Bilder meist etwas zu schwach. Nach dem Antidiazotatverfahren erhält man wiederum sehr schöne rote und gelbe Töne, während die blauen Töne weniger gut ausfallen.
Es wurde nun gefunden, dass man die farbigen Teilbilder sehr weitgehend aufeinander abstimmen kann, wenn man auf einem photographischen Erzeugnis mit mehreren auf einer oder beiden Seiten eines Schichtträger übereinander angeordneten Schichten einen Teil der Teilfarbenbilder bloss durch farbige Entwicklung mit Diäthyl-p-phenylendiamin und ähnlichen Substanzen und ein oder mehrere andere Teilfarbenbilder über ein Silberantidiazotatverfahren durch Kupplung mit einer Azofarbstoffkomponente oder durch farbige Entwicklung in Verbindung mit einem Silberantidiazotatverfahren erzeugt. Insbesondere ist es vorteilhaft, die blauen und roten Teilfarbenbilder durch farbige Entwicklung und das gelbe Teilbild über das Silberantidiazotat herzustellen.
Es kann aber auch ein Teilfarbenbild in einer einzigen Schicht teils durch farbige Entwicklung, teils nach dem Antidiazotatverfahren erzeugt werden, welche Farbstoffbilder sich dann übereinanderlagern.
Für die farbige Entwicklung kommen insbesondere farbbildende Komponenten in Frage, die gegenüber dem Bindemittel substantive Eigenschaften besitzen, wie sie bei dem Verfahren des französischen Patentes Nr. 803566 Verwendung finden.
Die Azofarbstoffbilder können insbesondere nach dem Silberantidiazotatverfahren des D. R. P.
Nr. 561867 unter Verwendung solcher Farbstoffkomponenten, die nach beiden Methoden gleiche Farbtöne liefern, erhalten werden.
Nach dem Silberantidiazotatverfahren wird ein Metall-, insbesondere Silberbild gebleicht, mit Hilfe eines löslichen Diazotats zu Silberdiazotat umgesetzt und dieses mit einer Azofarbstoffkomponente gekuppelt, wobei zweckmässig während oder nach der Kupplung das Metallsalz aus der Schicht herausgelöst wird.
Beispiel l : Ein bei dem Verfahren zu verwendender Film ist beispielsweise, wie folgt, aufgebaut : Die erste unsensibilisierte Schicht enthält ein substantives Derivat des Azetessigesters oder Benzoylessigesters, z. B. Terephtaloyl-bis-azetanilid oder Benzoylacetbenzidid. Die zweite orthochromatische Schicht enthält z. B. Diphenyl-4, 4'-di- (carboylaminophenyl-3-carbäthoxy-5-pyrazolon).
Die dritte Schicht enthält als Farbstoffkomponente Di- (2, 8-dioxy-3-naphtoesäure)-benzidid. Durch farbige Entwicklung mit Hilfe von p-Dimethylaminoanilin entsteht in der ersten Schicht ein gelbes Bild, in der zweiten Schicht ein rotes Bild und in der dritten Schicht ein blaues Bild.
Die Entwicklung des Films zum farbigen Bild kann in verschiedener Weise erfolgen. Entwickelt man das latente Bild mit Dimethylaminoanilin, so entstehen neben einem Mol. Farbstoff 4 Mol. Silber.
Nach Entfernung des nicht entwickelten Silberbromides wird das Silberbild in bekannter Weise in ein Silbersalz übergeführt und dieses mit Hilfe eines löslichen Antidiazotats, z. B. Diphenyldiantidiazotats, zu Silberantidiazotat umgesetzt. Beim Baden in einer schwachsauren Lösung kuppelt
<Desc/Clms Page number 2>
die freiwerdende Diazoniumverbindung mit dem noch nicht umgesetzten Anteil der Farbstoffkomponente Benzoylacetatbenzidid. Das so gebildete Azofarbstoffbild lagert sich z. B. über das Farbstoffbild aus dem substantiven Derivat der Azetessigsäure und dem Dimethylaminoanilin. Auf diese Weise ist der Farbton des gelben Teilfarbenbildes korrigiert worden.
Der Film kann auch mit Hilfe eines beliebigen Schwarzweissentwicklers entwickelt und fixiert werden. Diese Operation ergibt eine bessere Schwelle als der Entwickler Dimethylaminoanilin und bessere Schleierfreiheit. Hierauf wird das Silberbild in ein Silbersalz verwandelt und dieses Salz wiederum mit Dimethylaminoanilin ausentwiekelt. Es entsteht dabei, wie vorher, ein Silberbild und ein Farbstoffbild. Das Silber wird wieder in ein Salz verwandelt und, wie oben beschrieben, mit Antidiazotat umgesetzt. Gegebenenfalls kann die Reihenfolge der Behandlungen umgekehrt werden.
Weiterhin kann das bei Schwarzweissentwicklung entstehende Silber herausgelöst und nach einer zweiten Belichtung das restliche Bromsilber mit Dimethylaminoanilin entwickelt und das dabei entstandene metallische Silber in bekannter Weise über das Silberantidiazotat in ein Azofarbstoffbild übergeführt werden.
Beispiel 2 : Die erste unsensibilisierte Schicht enthält das substantive Di-p-oxybenzoesäurebenzidid. Die zweite orthochromatische Schicht enthält z. B. 1- (Diphenyl) -3-methyl-5-pyrazolon.
Die dritte rotempfindliche Schicht enthält als Farbstoffkomponente 1, 2-Oxynaphtoesäurebenzidid.
Durch farbige Entwicklung mit Hilfe von p-Dimethylaminoanilin entsteht in der zweiten Schicht ein rotes und in der dritten Schicht ein blaues Bild.
Entwickelt man das latente Bild mit p-Dimethylaminoanilin, so entstehen in der zweiten unddritten Schicht neben einem Mol. Farbstoff 4 Mol. Silber, in der ersten Schicht nur Silber. Nach Entfernung des nicht entwickelten Silberbromids wird das Silberbild in der ersten Schicht in bekannter Weise in ein Silbersalz übergeführt und dieses mit Hilfe eines löslichen Antidiazotats, z. B. Diphenyldiantidiazotat, zu Silberantidiazotat umgesetzt. Beim Baden in einer schwachsauren Lösung kuppelt die freiwerdende Diazoniumverbindung in der obersten Schicht mit dem Di-p-oxybenzoesäurebenzidid zu einem gelben Bild.
Man kann also nach dem vorliegenden Verfahren nach Belieben positive oder negative Farbbilder erhalten, die durch Kombination der einzelnen Entwicklungsverfahren in ihrem Farbton weitgehend beeinflusst werden können. Eine weitere Möglichkeit der Farbtonkorrektur besteht darin, dass man den einen oder andern Prozess nicht auf die volle Tiefe der drei Schichten, sondern nur teilweise einwirken lässt.
. PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von farbigen Bildern unter Verwendung eines photographisehen Erzeugnisses mit mehreren auf einer oder beiden Seiten eines Schichtträgers übereinander angeordneten Schichten, dadurch gekennzeichnet, dass man einen Teil der Teilfarbenbilder bloss durch farbige Entwicklung, die übrigen über ein Silberantidiazotatverfahren mit Hilfe einer Azofarbstoffkomponente erzeugt.