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Vorrichtung zur gleichzeitigen Betrachtung und Beleuchtung eines Gegenstandes.
Die Inaugenscheinnahme unbeleuchtetel Gegenstände, wie z. B. des Inneren von Hohlkörpern, ist im allgemeinen nicht ohne weiteres möglich. Es bedarf hiezu einer besonderen Vorrichtung, welche den an sich lichtlosen zu betrachtenden Gegenstand möglichst hell beleuchtet und gleichzeitig dem Auge einen blendungsfreien Einblick gestattet. Bei engen und tiefen Hohlräumen ergeben sich bedeutende Schwierigkeiten, die man bisher auf verschiedene Weise zu überwinden trachtet :
1. Durch Instrumente nach Art des Augenspiegels. Bei diesen ist, besonders im Falle eines grossen Betrachtungsabstandes, genügende Koaxialität von Seh-und Beleuehtungsrichtung schwer zu erreichen. Die eingespiegelte Lichtmenge ist gering, eine Vergrösserung des Sehfeldes durch Fernrohranordnung daher nur in bescheidenem Masse möglich.
Bei starken Lichtquellen stören Blendungserscheinungen die Beobachtung.
2. Die Lichtquelle wird mittels Linsenanordnung unter kleinem Winkel zur Sehachse in den Beobachtungsraum projiziert. Mangelnde Koaxialität ist auch hier der Nachteil dieser Einrichtung.
3. Durch Einblickrohre, bei welchen ein möglichst kleines Lämpchen in den Hohlraum mit eingeführt wird. Da die Lichtquelle naturgemäss schwach ist, vermag sie nur die unmittelbare Umgebung genügend zu beleuchten ; Tiefenwahrnehmungen sind nicht möglich.
Ein Einblieksinstrument, dessen Seh-und Beleuchtungsrichtung streng koaxial sind und welches auch bei starken Vergrösserungen ein helles und blendungsfreies Gesichtsfeld darbietet, daher sowohl für technische wie auch medizinische Zwecke sich eignet, ist Gegenstand der vorliegenden Erfindung.
In der einfachsten Ausführung besteht die neue Vorrichtung aus einem aus zwei rechtwinkeligen Prismen zusammengesetzten Glaswürfel, ähnlich jenen als Abbesche bzw. Lummer-Brodhunsche Würfel für photometrische Zwecke bekannten Einrichtungen (Fig. 1). Die Hypothenusenfläche des einen Prismas ist verspiegelt und mit jener des andern Prismas verkittet. In der Mitte der verspiegelten Fläche ist eine unverspiegelte Ausnehmung freigelassen, z. B. in Form einer Ellipse, welche in Sehrichtung als rundes Loch erscheint. Rechtwinkelig zur Sehrichtung und oberhalb der verspiegelten Fläche ist die Lichtquelle vorgesehen.
Der Beschauer blickt durch die Ausnehmung in den zu untersuchenden Hohlraum ; gleichzeitig wird das von der Lichtquelle auf die verspiegelte Fläche fallende Licht vollkommen koaxial mit der Sehrichtung in den Hohlraum eingespiegelt. Infolge der zwar kleinen Brechungsunterschiede zwischen dem Kanadabalsam und dem Prismenglase treten schwache Reflexe an der Ausnehmung der Spiegelfläche auf, welche die Beobachtung etwas beeinträchtigen. Sie sind leicht zu vermeiden, wenn auf der dem Lämpchen zugewandten Würfelfläche eine kleine Scheibenblende angebracht wird. Sie verhindert, dass Strahlen der Lichtquelle auf die genannte Ausnehmung fallen können, ohne dabei die der Beleuchtung dienenden Strahlen einzuschränken.
Fig. 2 zeigt eine erweiterte Form desselben Systems. Die Lichtquelle ist mit einem Kondensor versehen, welcher die von der Lichtquelle kommenden Strahlen ungefähr parallel richtet und so auf die Spiegelfläche wirft. Auch hier hält eine Scheibenblende die Blicköffnung frei von Beleuchtungstrahlen. Bei Durchgang durch das (zum Vermeiden von Reflexen) aufgekittete Objektiv wird den Beleuchtungsstrahlen eine schwache Konvergenz erteilt. Die Grösse der Konvergenz lässt sieh durch Verschieben des Lämpchen oder auch des Kondensors entsprechend regeln. Infolge der vollkommenen Reflex-und Blendungsfreiheit zeigt sich ein sehr brillant wirkendes Bildfeld, welches durch die Koaxialität der Beleuchtung zur Blickrichtung ungewohnt hell ist.
Durch Wechseln der Okulare lassen sich leicht verschiedene Vergrösserungen erzielen. In dieser Form kann das Instrument als Stirn-oder
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Handlampe dienen bzw. kann es mittels eines geeigneten Zwischenstückes oder-trägers in Verbindung mit den üblichen Endoskopierohren verwendet werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zur gleichzeitigen Betrachtung und Beleuchtung eines Gegenstandes, gekennzeichnet durch die Verwendung eines aus zwei Prismen nach Art des Abbeschen oder Lummer-Brodhunschen Würfels zusammengesetzten Glaskörpers, bei welchem die Hypothenusenfläche des einen Prismas bis auf eine Durchblicköffnung verspiegelt ist.