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Maschine zum Nassbehandeln, z. B. Färben von Garnsträhnen.
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Die Sackbildung in den Strähnen wird durch zeitweises Verlegen der Aufliegestellen der Strähne auf den Tragstäben vermieden, wozu die zwangsläufig mit der Winkelgeschwindigkeit der Umlaufbewegung gleiche Winkelgeschwindigkeit der Tragstäbe um ihre eigene geometrische Achse vorübergehend erhöht oder vermindert wird, wodurch sich die Strähne im Verhältnis zu den Tragstäben in ihrer Bewegungsrichtung oder entgegengesetzt verlegen und mit andern ihrer Punkte auf den Tragstäben aufliegen. Dieser Vorgang kann während der Umlaufbewegung, z. B. durch ein Klinkwerk, selbsttätig in gewissen Zeitabschnitten eingeschaltet werden oder von Hand aus nach Bedarf erfolgen.
In den Zeichnungen sind als Beispiel zwei Ausführungsformen einer Maschine zum Färben von Garn-oder Fadensträhnen mit Flüssigkeiten dargestellt. Fig. 1 veranschaulicht die Seitenansicht der ersten Ausführungsform teilweise im Schnitt. Fig. 2 und 3 zeigen Einzelheiten dieser Maschine. Fig. 4 und 5 veranschaulichen die zweite Ausführungsform.
Der zum Färben der Strähne dienende Farbbottich besteht aus dem oberen offenen Teil F zum Färben und aus dem durch den Zwischenboden a abgesonderten unteren Teil A zum Speichern des Farbstoffes. Die beiden Teile des Bottich sind durch ein Rohr b verbunden, das vom Boden a des oberen Teiles bis zum Boden des unteren Teiles führt.
Die die Strähne bewegenden Tauchwerkzeuge bestehen aus je einem doppelarmigen Kopf 2, die auf den Enden einer Reihe paralleler Wellen 5 befestigt sind, ferner aus je zwei über den Bottich ragenden, in diesen Köpfen befestigten Stangen 28, auf welchen durch Lager 29 zylindrische Hülsen 1 drehbar sind. Auf den Hülsen 1 sind Pendelarme g befestigt, deren Enden durch Gewichte 3 belastet sind ; diese Pendelarme verhindern ein Verdrehen der Hülsen um ihre geometrischen Achsen. Die Hülsen 1 werden also während des langsamen Drehens der Welle 5. stets in einer Richtung gehalten, wodurch ein Aufwickeln von frei herabhängenden Fadenenden verhindert wird.
Die Hülsen 1 können glatt oder mit die einzelnen Strähnen absondernden Rippchen 27 versehen sein (Fig. 3), wodurch ein Verwirren der Fäden benachbarter Strähnen wirksam verhindert wird.
Eine Anzahl miteinander paralleler Wellen 5 ist in Lagerpaaren 4 gelagert, welche auf Schienenträgern 8 befestigt sind ; letztere ruhen auf den kürzeren Schenkeln von L-förmigen Trägern 9, die in Schienenpaaren 13 auf- und. abwärts beweglich sind, wobei diese Schienenpaare an einer Längsseite des Farbbottichs befestigt sind. Auf den Wellen 5 sind Kettenräder 7 befestigt, über welche eine die Wellen 5 drehende endlose Kette gelegt ist. Auf einer der Wellen 5 ist ein Kegelrad des Kegelradpaares 6 gekeilt, dessen zweites Kegelrad auf der senkrechten Antriebsachse 20 gekeilt ist. Die Achse 20 steht durch ein Kegelradpaar 12 mit einer Antriebsachse in Verbindung, auf welcher zum Vor-und Zurückdrehen geeignete Riemenscheiben 11 angeordnet sind ; letztere stehen mit einem Motor oder mit einer Transmissionswelle in Verbindung.
Mit Hilfe der erwähnten Antriebsvorrichtung werden die Wellen 5 in gleichen Zeitabschnitten hin-und zurückgedreht.
Auf der Achse 20 ist eine Längsnut, auf dem waagrechten Zahnrad des Kegelradpaares 12 hingegen ein in diese Nut eingreifender Keil vorgesehen, wodurch die Achse 20 ungehindert auf-und abbewegt werden kann.
Die an den Enden der Arme g der Hülsen 1 herunterhängenden Gewichte 3 halten die Hülsen 1 während des Umlaufes um die Wellen 5 derart, dass stets derselbe Teil ihrer Mantelfläche nach oben gerichtet bleibt. Während also der Kopf 2 um die Welle 5 gedreht wird, zwingen die Gewichte 3, sowohl im einen wie auch im andern Drehsinn der Wellen 5 die auf den Achsen 28 lose sitzenden Hülsen 1 auf diesen Achsen in unveränderter Lage zu verbleiben, d. h. so, dass die Achsen 28 sich gegen die Hülsen 1 verdrehen. In dieser Weise wird die auf die Hülsenpaare gelegte Strähne während des Drehens der Hülsenpaare beständig bewegt, die mit den Hülsen in Berührung kommenden Fäden werden aber auf den Hülsen nicht gleiten, sondern sie werden von denselben ohne Gleiten abgewickelt.
Die auf den Hülsen 1 angebrachten Rippchen 27 sondern die einzelnen Strähnen voneinander ab, so dass sie sich nicht berühren können, wodurch ein Verwirren der Fäden verhindert wird. Zwecks Absondern der einzelnen Strähnen voneinander können auch zwischen den Strähnen glatte, waagrechte Trennstäbe 26 angeordnet werden, die z. B. an der Wand des Bottichs F befestigt sind.
Die Ausführungsform nach den Fig. 4 und 5 unterscheidet sich von der obbeschriebenen Ausführungsform im Wesen nur dadurch, dass die gewünschte Bewegung der Hüsen 1 anstatt durch
Gewichte, durch Kettenräder 21 und 22 gesichert wird, die auf den Hülsen 1 befestigt und mit einer Kette 23 verbunden sind. Die Kette 23 arbeitet auch mit einem Kettenrad 24 zusammen, welches auf einer feststehenden, durch die hohle Welle 5'hindurchgehenden Achse 25 befestigt ist. Da die drei Kettenräder denselben Durchmesser aufweisen, bewirkt die Kette 23 die gewünschte Zurück- drehung der Hülsen 1 um ihre eigene geometrische Achse. Natürlich kann dieselbe Wirkung auch z.
B. derart erzielt werden, dass das mittlere Kettenrad einen kleineren Durchmesser aufweist als die beiden Räder 21 und 22 und dieses mittlere Kettenrad mit Hilfe seiner Achse 25 zur Umlaufbewegung der Tragstäbe in entgegengesetzter Richtung gedreht wird. Ist das mittlere Kettenrad grösser als die Räder 21 und 22, so muss es in der Richtung der Umlaufbewegung gedreht werden.
Bei dieser Ausführungsform werden die Hülsen 1 in engerem Sinne des Wortes zwangsläufig
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Kräfte auf, dass die Pendelarme von der vertikalen Lage wesentlich verschwenkt werden können. Unter dem Ausdruck "zwangsläufig" wird also in dieser Beschreibung verstanden, dass eine unerwünschte
Bewegung in Anbetracht der Geringfügigkeit der Kräfte unmöglich ist.
An der Stelle der Kettenräder 21, 22 können auch Planetenzahnräder angewendet werden, die auf einem an Stelle des Rades 24 angeordneten Sonnenrad abrollen. Falls die Durchmesser dieser
Zahnräder gleich sind, so muss das Sonnenrad in der Richtung des Drehens der Welle 5, aber mit doppelt so grosser Geschwindigkeit gedreht werden. Bei entsprechender Wahl der Durchmesser kann das
Sonnenrad feststehen.
Um die Auflagepunkte der Strähne zur Vermeidung von Sackbildungen in der bereits angedeuteten
Weise zweitweise zu verlegen, können bei der Ausführungsform nach Fig. 4 und 5 die Achsen 25 mit
Hilfe von Zahnrädern miteinander verbunden und z. B. mittels eines Klinkenwerkes von Zeit zu Zeit um einige Grade verdreht werden. Während des Verdrehens der Kettenräder 24 bewegen sich die Hülsen : ! derart, dass die Hülsen die Strähne etwas weiterrücken, die Auflagepunkte werden also geändert.
Es führt ebenfalls zur Ausbauchung der Strähne und verursacht beim Abspulen grosse Schwierig- keiten, wenn beim Drehsinnwechsel immer dieselbe Stelle der Strähne sich in der Flüssigkeit befindet.
Um also diesen Nachteil zu vermeiden, kann man ausser der erwähnten Verlagerung der Auflagepunkte, den Drehsinnwechsel in ungleichen Zeitabschnitten vornehmen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Maschine zum Nassbehandeln, z. B. Färben von Garnsträhnen, insbesondere solchen von feinen Nummern, mit einem die Behandlungsflüssigkeit enthaltenden Bottich und über demselben befindlichen Strähnenbeweger, dadurch gekennzeichnet, dass die Strähne durch je zwei um eine gemein- schaftliche, horizontale Achse drehbare Stangen oder Hülsen gehalten werden, die um ihre eigenen
Achsen drehbar sind und durch Pendel, Zahnräder, Kettenräder od. dgl. an einem Verdrehen gegen- über den Strähnen zwangsläufig verhindert werden, wodurch ein Gleiten der Strähne auf diesen Halteelementen und ein Verwirren der Fäden vermieden wird.