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Künstliches Gebiss.
Bisher bekannte künstliche Gebisse wurden in ihrer Lage am Kiefer durch Federmechanismen, Kautschuk-Gaumenplatten, Saugkammern u. dgl. gehalten. Die Zähne bzw. das Gebiss sass nicht
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öfter andrücken und dadurch in seine Lage bringen. Die durch Federn befestigten Gebisse wurden mit der Zeit schadhaft, da durch Ermüdung des Materials die Federn brachen, dabei waren Verwundungen leicht möglich.
Die Saugkammern machten den Luftzutritt zu den Schleimhäuten unmöglich und verursachten empfindliche Reizungen der Schleimhäute, welche sich oft wiederholten und keinen besonders günstigen Einfluss auf den Gesamtzustand des Gebissträgers ausiibten.
Gebisse nach den bisher verwendeten Ausführungsarten konnten nicht ohne weiteres aller. falls erfolgten Veränderungen der Mundhöhle angepasst werden.
Weiters sind Gebisse bekanntgeworden, bei welchen eine Feder auf eine hebelartig Platte drückt und so das Gebiss in seiner Lage hält.
Der Erfindungsgegenstand betrifft ein Gebiss, welches mit den beschriebenen Mängeln nicht behaftet ist.
Als Hauptvorteil des neuen Gebisses wird angesehen, dass die lästige Gaumenplatte sowie sämtliche Saugnäpfe und Federn entfallen und dass der Gebissträger die Möglichkeit hat, das Gebiss jederzeit durch eine geringfügige Bewegung eines Spanngliedes seinem subjektive Empfinden gemäss fester oder lockerer dem Kiefer anzupassen.
Die Erfindung ist auf der Zeichnung in fünf Abbildungen dargestellt. Fig. 1 zeigt eine Ansicht des mit der B ? festigungsvorrichtung versehenen Zahnes am Kiefer, Fig. 2 einen Längsschnitt durch den Kiefer und Zahn mit Befestigungsvorrichtung, Fig. 3 die Teile der B ? festigungsvorrichtung (Zahn und Befestigungshebel), Fig. 4 einen Schnitt durch das Zapfenlager des Hebels nach der Linie A-A in Fig. 2 und 3 und schliesslich ein Beispiel einer Gebissbefestigung (Fig. 5).
Die einzusetzenden Zähne 1 sind in einem Kautschukkiefer 2 befestigt und werden in ihrer Lage am natürlichen Kiefer. 3 von einem an seinem längeren Arm mit einer Platte 4 versehenen Hebel 5 gehalten, welcher um einen Zapfen 6 derart drehbar ist, dass der längere Arm des Hebels 5 mit der Platte 4 an die Aussenfläche des Kiefers gedrückt wird.
Dieses Andrücken erfolgt mittels eines auf den kürzeren Arm 7 des Hebels 5 drückenden Rädchens oder einer Nockenscheibe 8, welche einen allmählich ansteigenden Umfang hat und mittels eines unbedeutenden Vorsprunges 9 oder auf irgendeine andere geeignete Weise von Hand aus gedreht werden kann. Dsr Kautschukkiefer 2 trägt auf seiner der Innen-
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gegenüberliegt und die feste Lage des künstlichen Gebisses am Kiefer sichert und ein Herausfallen des Gebisses unmöglich macht.
Die Befestigung des einzelnen Zahnes oder des ganzen Gebisses erfolgt so, dass der einzelne Zahn oder das Gebiss, welches dann mit zwei an entgegengesetzten Enden des Gebisses gelagerten Haltevorrichtungen versehen ist, auf den Kiefer. 3 aufgeschoben wird, wobei die Platte -1 an der Aussenfläche und der Vorsprung 10 an der Innenfläche des Kiefers anliegt. Durch Verdrehung des Vorsprunges 9 wird der allmählich ansteigende Umfang der Nockenscheibe 8 gegen die untere Fläche des kürzeren Armes 7 des Hebels 5 gedrückt und die Platte 4 des längeren Armes an dir Aussenfläche des Kiefers 3, wobei der Vorsprung 10 an der Kautschukplatte 2 als Widerstand dient.
Je nach der Stellung des
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Umfanges der Nockenscheibe zum kürzeren Arm 7 des Hebels 5 wird der Zwischenraum zwischen der Platte 4 des Hebels 5 und dem Vorsprung 10 bzw. der Innenfläche des Kautschukkiefers 2 kleiner oder grösser, so dass der Kiefer 3 weniger oder mehr fest von der gebildeten Klammer gehalten wird.
Damit der Hebel 5 bzw. sein Zapfen 6 leicht in das entsprechende Zapfenlager eingeführt werden kann, befindet sich auf der später mit dem Kautschukkiefer 2 zu versehenden Seite des Zahnes ein Einschnitt 11, welcher das Zapfenlager bildet. Oberhalb dieses Zapfenlagers ist ein senkrechter Einschnitt angeordnet, in welohem sich der mit dem Zapfen 6 aus einem Stück gebildete Hebel 5 bewegt. Der Einschnitt wird mit einem Bügel 12 verschlossen, so dass der Zapfen 6 aus seinem Lager nicht herausfallen kann.
Gegenüber dem in der Einleitung erwähnten Mechanismus eines federbelasteten Hebels hat die vorgeschriebene Einrichtung den Vorteil, dass dort eine Regelung des Druckes nicht möglich ist, im Gegenteil der Druck ist am Anfang sehr stark und schwächt sich mit der Ermüdung des Materials der Feder ab ; in der vorliegenden Konstruktion kann jedoch der Druck jederzeit beliebig geändert werden, also zu Beginn schwächer sein, was besonders zur Vermeidung von Nekrosen vorteilhaft ist.
Es ist selbstverständlich, dass nur der die Nockenscheibe 8 und das Zapfenla, ger 11 des Zapfens 6 enthaltende Teil des Zahnes in Serien aus den entsprechenden Materialien (Zement, Email, Edelmetallen oder deren Lsgierungen) hergestellt werden kann und wird dieses Aggregat dann durch bekannte Verfahren mit dom Rest des entsprechend geformten Zahnes verbunden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Künstliches Gebiss mit Hebelmechanismus, welcher in einem künstlichen Zahn oder mehreren solcher eingelegt ist, dadurch gekennzeichnet. dass der kürzere Arm (7) des um den Zapfen im Zapfenlager (11) drehbaren Hebels (5) von einer Nookonscheibe (8) mit steigendem Umfange. bewegt wird, welcher in einem oder zwischen zwei benachbarte Kunstzähno eingesetzt wird, dass die Platte (4) des längeren Hebelarmes an den Kiefer (3) angedrückt wird und so eine Befestigung des künstlichen Gebisses verursacht.