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Pneumatische Niederdrueksehuheinlage.
Die Erfindung bezieht sich auf eine pneumatische Niederdruckschuheinlage.
Bei pneumatischen Schuheinlagen ist zwischen solchen zu unterscheiden, die eine besondere, der Gestalt des Fussgewölbes angepasste Pelotte aufweisen, und solchen, die eine Gummiblase umfassen. deren Gasraum sich über die Ferse und den Ballen erstreckt. Die Schuheinlagen der zuerst genannten
Art sind in der Regel Hochdrucksehuheinlagen, d. h. solche, in denen ein so hoher Druck herrscht, dass die Pelotte unter dem Einfluss des auf ihr ruhenden Gewichts nicht in erheblichem Masse zusammen- gedrückt wird und hiedurch das Fussgewölbe abstützt. Die Wirkungsweise derartiger Schuheinlagen entspricht im wesentlichen der Wirkung von Schuheinlagen des starren Systems.
Bei pneumatischen Schuheinlagen der zuletzt genannten Art, d. h. solchen, die eine Gummi- blase umfassen, deren Gasraum sieh über die Ferse und den Ballen erstreckt, wird bei Belastung der übrigen Teile durch den Ballen, den äusseren Fussrand und die Ferse, der fussinnenseitige Mittelteil infolge der hiebei stattfindenden Luftverdrängung emporgehoben. Diese Wirkung findet unabhängig von der Grösse des in der Gummiblase, herrschenden Luftdruckes statt. Ist der Gasdruck gross, so reicht der durch den Ballen, den äusseren Fussrand und die Ferse ausgeübte Druck nieht aus, um die gegen- überliegenden Wandungsteile der Gummiblase aneinanderzudrücken.
Bei derartigen Einlagen befindet sich demnach zwischen der Standfläche des Fusses und der Schuhsohle stets eine Gassehicht. Ist hingegen der Gasdruck klein, so wird die Gummiblase beim Stehen auf ihr an der Stelle des Ballens, des äusseren Fussrandes und der Ferse völlig zusammengedrückt, und es besteht sodann nur am fussinnenseitigen Mittelteil ein Gaspolster. Eine solche Einlage ist eine Niederdruckeinlage. Durch entsprechende Bemessung der Grösse des Gasraums der Gummiblase, durch die Kleinheit ihrer GasfuIIung und durch die Dünnheit ihrer Wandungen kann man es erreichen, dass sie bei Nichtbelastung durch den Fuss in der Art einer Einlegesohle flach gehalten ist.
Die Erfindung bezieht sich auf eine Niederdruekeinlage dieser Art, deren ununterteilter Gasraum sich über die Ferse und den Ballen erstreckt, und ihr Wesen besteht darin, dass die Ober-und die Unterschicht der Gummiblase-abweichend von der Gestalt einer Brandsohle-im wesentlichen den Umriss einer Senkrechtprojektion des Fusses besitzen und unter Bildung einer sich über den ganzen Umfang erstreckenden, nicht gasgefüllten Randzone solcher Breite miteinander verbunden sind, dass bei Belastung die Gasfüllung nur in Richtung auf das Fussgewölbe zu entweichen vermag, und dass die Unterschicht selbst an ihrer schuhseitigen Fläche ein Cirieitsehutzprofil aufweist.
Es sind bereits Schuheinlagen bekannt, die, wie der Erfindungsgegenstand, auf dem Prinzip der Gasverdrängung beruhen. Der Umriss der Gummiblase der bekannten Einlagen hat jedoch die Gestalt einer Brandsohle. Dies hat eine nur mangelhafte Stützung des Fussgewölbes zur Folge. Der Erfindungsgegenstand trägt, solange seine Gummiblase unbelastet ist, im Schuh ebensowenig auf wie eine gewöhnliche Einlegesohle in Gestalt einer Brandsohle. Wird seine Gummiblase jedoch belastet, so drückt sie im Gegensatz zu den bekannten pneumatisehen Einlagen in Gestalt einer Brandsohle nicht nur auf den mittleren Teil des Längsgewölbes des Fusses, sondern auch von der Seite auf dessen inneren Teil.
Bei den bekannten Einlagen der in Frage stehenden Art bilden sieh bei eintretender Belastung an verschiedenen Stellen längs des Umfanges, etwa an der Ferse, längs des äusseren Randes, im Bereich der Zehen oder demjenigen des Ballens der grossen Zehe unerwünschte Luftblasen. Diese Blasenbildung wird beim Erfindungsgegenstand dadurch unmöglich, dass bei ihm die Ober-und Unterschicht unter Bildung einer sieh über den ganzen Umfang erstreckenden, nicht gasgefüllten Randzone
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solcher Breite miteinander verbunden sind, dass bei Belastung die Gasfüllung nur in Richtung auf das Fussgewölbe zu entweichen vermag. Das Verrutschen der Einlage im Schuh wird durch das oben genannte Gleitsehutzprofil verhütet.
Da die Unterschicht selbst das Gleitschutzprofil aufweist, d. h. dieses nicht durch Aufbringen einer zusätzlichen Gleitsehutzsehicht gebildet wird, erfolgt durch dessen Vorhandensein keine Verdickung der Einlage, die störend wirken würde.
Beim Erfindungsgegenstand wird es dem Obigen zufolge der Gasfüllung ermöglicht, sich durch Verdrängung dorthin zu bewegen, wo sie erwünscht ist, und es wird ihr unmöglich gemacht, sich dorthin zu bewegen, wo sie unerwünscht ist.
In der Zeichnung sind beispielsweise Ausführungen der Erfindung dargestellt.
Fig. 1 ist ein Grundriss, Fig. 2 ein Schnitt nach 1-1 und Fig. 3 ein Schnitt nach II-II der Fig. 1. In Fig. 4 ist eine Unteransicht der Einlage wiedergegeben. Fig. 5 zeigt ein anderes Ausffillrullgs- beispiel im Grundriss und Fig. 6 ist ein Schnitt nach III-III der Fig. 5. Fig. 7 veranschaulicht ein weiteres Ausführungsbeispiel in teilweise aufgebrochenem Grundriss, und Fig. 8 ist ein Schnitt nach IV-IV der Fig. 7. Fig. 9 gibt ein Ausführungsbeispiel in Seitenansicht teilweise geschnitten wieder, und in den Fig. 10 und 11 ist eine andere Ausführungsform in Seiten-und Unteransicht dargestellt.
Die Fig. 12 ist ein Schnitt durch eine Form zur Herstellung einer erfindungsgemässen Einlage, und in Fig. 13 ist eine Hälfte der Form in Ansicht wiedergegeben.
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belastung durch den Fuss nicht mehr als annähernd eine Einlegesohle auf. Obzwar in den Fig. 1-3 die Schuheinlage verkleinert dargestellt ist, wurde-der grösseren Deutlichkeit wegen-in den Fig. 2 und 3 die Stärke der Einlage annähernd ihrer natürlichen Stärke entsprechend wiedergegeben.
Die Kleinheit des in der Einlage vorhandenen Gasdruckes kann, wenn deren Oberschicht 1 a aus entsprechend dünnem Gummi besteht, dazu führen, dass sich an der Oberfläche der unbelasteten Einlage schwache Wellungen ausbilden. Die Funktion der Einlage wird hiedureh offenbar nicht beeinträchtigt. Die Oberschicht 1 a und die Unterschicht 1 b haben einen Umriss, der im wesentlichen der Senkreehtprojektion des menschlichen Fusses entspricht. Dieser Umriss ist in der Zeichnung mit. 1 bezeichnet. Er unterscheidet sich wesentlich von der Gestalt einer Brandsohle. Zur Veranschaulichung dieses Unterschiedes ist in Fig. 1 der Umriss einer Brandsohle eingezeichnet und durch das Bezugszeichen B gekennzeichnet.
Der Umriss B ist an der rechten Seite stark konkav, wogegen der Umriss. 1 an der rechten Seite annähernd geradlinig verläuft. Wenn der Ballen, der äussere Fussrand und der
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Teil auch links von der Umrisslinie B, insoweit sieh links von dieser Linie das Fussgewölbe befindet. Derjenige Teil der Einlage, der ausserhalb des Umrisses der Brandsohle liegt, ruht offenbar auf dem Schaft des Schuhwerks.
Die Oberschicht 1 a und die Unterschicht 1 b sind unter Bildung einer sieh über den ganzen Umfang erstreckenden, nicht gasgefüllten Randzone. 3 soleher Breite miteinander verbunden, dass bei Belastung die Gasfüllung nur in Richtung auf das Fussgewölbe zu entweichen vermag, d. h. dass die Gasfüllung bei ihrem Entweichen nicht unerwünschte Nebenluftpolster längs des Umfanges der Einlage bilden kann. Der innere Umriss edel'Randzone. 3 liegt nur im Bereich des Fusslängsgewölbes ausserhalb des Umrisses B der Brandsohle.
Wie aus den Fig. 2 und 3 hervorgeht, ist die Unterschicht 1 b im wesentlichen eben ausgebildet, wogegen die Oberschicht 1 a eine solche Gestalt hat, dass sie sich, insoweit sie die Gaskammerwandung bildet, konvex über die Unterschicht 1 b wölbt und in jenem Bereich, in dem ihre Haftung mit der Unterschicht 1 b beginnt, mit der Unterschicht einen spitzen Winkel einschliesst.
Der Fig. 4 zufolge weist die sehuhseitige Fläche der Unterschicht ein Gleitschutzprofil auf, das demjenigen ähnlich ist, das sich gebräuehlicherweise auf der Sohle von Gummiturnschuhen befindet. Das Gleitsehutzprofil verhütet jedwedes Verrutschen der Einlage im Schuh und aus diesem Grund kann die Einlage ohne weiteres kürzer gehalten sein als die Länge der Brandsohle.
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den Fig. 1-4, doch weist erstere eine zusätzliche Metatarsalstütze 4 auf. Die genannte Stütze wird dadurch gebildet, dass ausser dem ununterteilte, sieh von der Ferse bis zum Ballen erstreckenden Hauptgasraum 2 zwischen der Oberschicht 1 a und der Unterschicht 1 b ein zusätzlicher, mit dem Haupt-
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stark kompressible Metatarsalpelotte zu bilden.
Die Einlagen gemäss den Fig. 1-6 eignen sieh für schwache und mittelsehwere Plattfussfälle bzw. Spreizfuss. Es kann jedoch vorkommen, dass das bei ihnen in dem Gasraum 2 vorhandene geringe Luftvolumen nicht zur Stützung des Fussgewölbes ausreicht, beispielsweise wenn es sich um einen starken Hohlfuss handelt. Eine Vergrösserung des Luftvolumens ist unter keinen Umständen zulässig, weil die Einlage dann zu stark auftragen würde, d. li. bei Nichtbelastung eine Dicke annehmen würde,
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die diejenige einer gewöhnlichen Einlegesohle aus Schwammgummi od. dgl. überschreiten würde. Das Ausführungsbeispiel gemäss den Fig. 7 und 8 zeigt einen Ausweg aus dieser Schwierigkeit.
Diesen Figuren zufolge weist die Innenseite der Unterschicht 1 b in dem Bereich, in dem das Fussgewölbe zu liegen kommt, eine einen Gasverdrängungskörper bildende Verstärkung 5 auf, deren Höhe kleiner ist als diejenige des Fussgewölbes. Eben aus diesem Grunde vermag die Verstärkung 5, solange die Einlage durch den Fuss nicht belastet wird, auf das Fussgewölbe keinen lästigen, die Blutzirkulation und Belüftung beeinträchtigenden Druck auszuüben. Wird aber die Einlage gemäss den Fig. 7 und 8 durch
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des Gewölbes höher als die Einlagen gemäss den Fig. 1-6.
Der Verdrängungskörper 5 besteht ungeachtet der Tatsache, dass er selbst auf das Fussgewölbe keinen Druck ausübt, aus einem weichen Material. Als Verdrängungskörper haben sich an die Unter- schicht 1 b vulkanisierte Teile von Schaumgummi bewährt.
Anstatt den Verdrängungskörper 5 an der Unterschicht 1 b vorzusehen, könnte er auch an der Oberschicht 1 a vorgesehen sein.
Das Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 9 bezweckt das gleiche wie das Ausführungsbeispiel gemäss den Fig. 7 und 8, doch wird der Zweck mit ändern Mitteln erreicht. Gemäss Fig. 9 ruht die durch die Oberschicht 1 a und die Unterschicht 1 b gebildete Gummiblase auf einer der Fusswölbung entsprechend gestalteten Grundplatte 6, deren Wölbungshöhe jedoch kleiner ist als die Höhe der Wölbung des Fussgewölbes. Die Länge der Grundplatte 6 überschreitet nicht die Länge des Fussgewölbes, so dass der Ballen und die Ferse auf ihr nicht aufruhen. Daher verliert der Fuss nicht das Gefühl für die jeweilige Bodenbeschaffenheit, was namentlich für Sportzweeke, aber auch sonst, wichtig ist.
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