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Verfahren zum Vulkanisieren vornehmlich elektrischer Kabel.
Man hat bereits vorgeschlagen, zum Vulkanisieren gummiisolierter elektrischer Kabel in gestrecktem Zustand die Vulkanisation in einer rohrförmigen Vulkanisierkammer vorzunehmen, die von aussen beheizt wird. Dabei hat man in der bekannten Weise auf das Kabel unmittelbar gesättigten Wasserdampf einwirken lassen, den man in die Vulkanisierkammer einführte.
Dieses Vulkanisierverfahren hat den Nachteil, dass man nur verhältnismässig niedrige Vulkanisationstemperaturen erreichen kann, da bei gesättigtem Wasserdampf eine'grosse Abhängigkeit zwischen der Temperatur und dem Druck des Dampfes besteht. In vielen Fällen ist jedoch erforderlich, den Vulkanisationsdruck höher zu wählen, z. B. bis 30 leg pro Quadratzentimeter zu steigern. Man muss also den Vulkanisationsdruck unabhängig von der Vulkanisationstemperatur regeln können.
Dies wird erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass die rohrförmige Vulkanisierkammer nach Abdichtung gegenüber der Aussenluft mit einem gasförmigen Stoff (Gas, Luft) oder einem flüssigen Stoff (Wasser, Öl) gefüllt und unter Regelung der Menge dieses Stoffes mittels der Aussenbeheizung so beheizt wird, dass bei der gewünschten Vulkanisationstemperatur der gewünschte hohe Vulkanisationsdruek in der Kammer entsteht.
Eine besonders schnelle Steigerung auf eine hohe Vulkanisationstemperatur erreicht man, wenn man die Vulkanisierkammer mit Druckluft oder Druckgas füllt.
Auf der Zeichnung ist in Fig. 1 eine zur Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung dienende Vorrichtung in einer Ausführungsform und in Fig. 2 eine Abänderungsform dargestellt.
Das zu vulkanisierende Kabel 1 wird von der Abwickeltrommel 2 durch ein entsprechend dimensioniertes Rohr. 3 zu einer Aufwickeltrommel 4 geführt. Das Rohr. 3 ist an beiden Enden mit selbstdichtenden Stopfbuchsen 5 und 5 a versehen. Ein das Rohr : J umschliessender Dampfmantri 6 hat den
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Nunmehr wird das die Vulkanisierkammer darstellende Rohr- mittels einer Druekwasserleitung mit einer entsprechenden Menge Wasser gefüllt und die Heizung des Mantels 6 eingeschaltet. Durch die Einwirkung des z. B. unter Heizdampf stehenden Mantels 6 wird das innere Rohr. 3 und das in diesem sich befindende Wasser erhitzt, wobei durch Wärmeausdehnung des Wassers und unter Regelung der Wassermenge in einigen Minuten eine beliebig hohe Spannung im Inneren des Rohres. 3 erzeugt wird.
Die Temperatur des Aussenmantels und damit auch die Temperatur des Druekwassers im Innern des Rohres. 3 kann nach Wunsch ohne weiteres in der allgemein üblichen Art und Weise geregelt werden. Die Erwärmung des Wassers und die Erzeugung des hohen Druckes im Rohre 3 geht mit grosser Schnelligkeit vor sich, da der Inhalt des Rohres. 3 fast völlig von dem eingeführten Kabel ausgefüllt wird. so dass die Wassermenge sehr gering ist. Auf diese Weise erreicht man in dem Innenraume des Rohres nicht nur die Temperatur, welche zum Vulkanisieren des Gummis notwendig oder wünschenswert ist, sonder) ! auch jeden gewünschten Innendruck unabhängig von der Temperatur der Wärmequelle.
Bei marktgängigen Rohren kann der Druck ohne weiteres bis auf 30 atm gestpigert werden. bei Spezialrohren selbstverständlich auch noch höher.
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Diese Vulkanisationsart ist besonders für gummiisolierte elektrische Kabel u. dgl. verwendbar, welche vor der Vulkanisation mit einem Bleimantel umpresst oder mit einem andern, gegen das Druckmedium unempfindlichen Schutz umgeben sind. Bei diesem Vulkanisationsverfahren hat man es also in der Hand, den Vulkanisationsdruck bis zu 30 atm und höher zu steigern und die Vulkanisationtemperatur doch in niedrigen Grenzen zu halten, was bei den üblichen bisher im Gebrauch befindliehen
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kommt noch als besonderer Vorteil, dass zur Erreichung des hohen Druckes kein spezieller Dampferzeuger notwendig ist, da dieser hohe Druck im Vulkanisierrohr selbst erzeugt wird.
Eine weitere Abart dieser Vulkanisationsart besteht darin, dass das mit Bleimantel oder ähnlichem überzogene, im Rohr 3 befindliche Kabel 1 eine Zeitlang in der durch den Dampfmantel 6 erhitzten Luft eingeschlossen bleibt, wobei die Temperatur des Bleimantels und des in diesem eingeschlossenen Vulkanisiergutes sehr bald auf die Temperatur des Dampfmantels 6 gebracht wird. Bei dieser Temperatur dehnt sich der Gummi mehr als der Bleimantel aus, wobei im Inneren des Bleimantels ein gewisser Druck erzeugt wird. Dieser Druck und die durch den Bleimantel an die Gummiisolation übertragene Temperatur genügen, um bei gewissen Mischungen eine tadellose Vulkanisation eintreten zu lassen.
Als weitere Möglichkeit ist anzuführen, dass in dem Rohr 3, also in dem Raume zwischen dem zu vulkanisierenden Kabel 1 und der Innenwand des Rohres 3, mittels einer Druckluftpumpe Druckluft in der gewünschten Menge eingepumpt wird. Bei Erhitzen der Luft durch den Dampfmantel 6 steigt der Luftdruck im Rohre 3 schnell auf das zur Vulkanisierung gewünschte Mass.
In allen Fällen hat man es in der Hand : durch Sicherheits-und Ablassventile den Druck zu regeln und auf einer bestimmten Höhe zu halten. In allen Fällen kann an Stelle des Dampfmantels 6 irgendeine andere Heizung für das Rohr 3 gewählt werden, z. B. elektrische Heizung und ähnliches. Ebenso kann an Stelle von Wasser für die Druckbildung im Rohre 3 irgendeine andere Flüssigkeit, z. B. Öl, benutzt werden, wie auch an Stelle von Luft ein anderes Gas oder Gasgemisch treten kann.
Unter Einwirkung der Temperatur und des Druckes auf das zu vulkanisierende Kabel wird der Gummi zwischen den beiden Stopfbüchsen 5 und 5 a in einer gewissen Zeit, welche von der Zusammensetzung der Gummimischung abhängt, vulkanisiert. Nachdem die Vulkanisation dieser Teilstrecke beendet ist, wird die nächste Teilstrecke in das Rohr 3 zum Vulkanisieren eingezogen und dieses setzt sich so lange fort, bis das ganze Kabel vulkanisiert ist. Fig. 2 zeigt, wie man die vorher beschriebene Vulkanisiervorrichtung auch zum fliessenden Vulkanisieren nach dem oben beschriebenen Verfahren einrichten kann, indem man sie mit einer regelbaren Abzugvorrichtung 9 verbindet, welche das Kabel mit einer genau berechneten Geschwindigkeit durch das Rohr ständig zieht, so dass jeder Punkt des Kabels genau die vorgeschriebene Vulkanisationszeit im Vulkanisierrohr. 3 verbleibt.
Diese Abzugsvorrichtung besteht aus einer Abzugscheibe, wie solche bei Kabelmaschinen allgemein Verwendung finden. Die Regulierung der Abzugsgeschwindigkeit geschieht beispielsweise durch ein Zahnradgetriebe, dessen Übersetzung mittels Wechselräder einstellbar ist. Es kann aber auch hier jede andere bekannte Geschwindigkeitsregelung verwendet werden. Das ganze kann z. B. durch einen Motor 10 angetrieben werden. Durch ein Riemen-oder Kettengetriebe 11 kann auch auf die übliche Weise die Aufnahmetrommel 4 angetrieben werden. Die Abzugsgeschwindigkeit hängt für eine gewisse Vulkanisationszeit gänzlich von der Länge des Vulkanisierrohres 3 ab. Je länger das Rohr 3, desto grösser die Abzugs-bzw.
Durchzugsgeschwindigkeit des Kabels 1.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Vulkanisieren vornehmlich elektrischer Kabel in einer rohrförmigen, von aussen beheizbaren Vulkanisierkammer, dadurch gekennzeichnet, dass die rohrförmige Vulkanisierkammer (3) nach Abdichtung gegenüber der Aussenluft mit einem gasförmigen Stoff (Gas, Luft) oder einem flüssigen Stoff (Wasser, Öl) gefüllt und unter Regelung der Menge dieses Stoffes mittels der Aussenbeheizung (6) so beheizt wird, dass bei der gewünschten Vulkanisationstemperatur der gewünschte hohe Vulkanisationsdruck in der Kammer entsteht.