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Die Erfindung betrifft elektrische Starkstromkabel mit poröser Isolation, gewöhnlich mit Ölisoliermasse imprägniertem Papier. Zwe : k der Erfindung ist, olundurchlässige Scheidewände in solchen Kabeln an jeder gewünschten Stelle anzubringen. Gewöhnlich sind solche Scheidewände auf Stellen wie die Kabelverbindungen oder Kabelenden beschränkt, wie dies z. B. in den britischen Patentschriften Nr. 398920 oder 429771 beschrieben und dargestellt ist, wobei die Seheidewände aus Zelluloseazetat bestehen oder Polyvinylmassen u. dgl., die bandförmig um die Verbindungsstelle oder den Endverschluss angeordnet sind ; nach dem Verfahren der vorliegenden Erfindung wird es jedoch ermöglicht, Scheidewände an schon bestehenden Verbindungsstellen oder an irgendeiner Stelle mitten im Kabel oder am Kabelende anzubringen.
Gemäss der vorliegenden Erfindung wird ein polymerisierbares Material, z. B. flüssiges Styrol, durch Füllöffnungen im Kabelmantel in die Kabelisolation gebracht und das Material dann an Ort und Stelle polymerisiert, so dass eine feste Scheidewand im Kabel entsteht.
Bei Anwendung des Verfahrens wird Styrol in eine Öffnung unter einem Druck, der grösser ist als der bei der andern Öffnung bestehende gebracht, so dass ein Teil des in dem Kabel zwischen den Öffnungen befindlichen Öls durch Styrol ersetzt wird. Der Teil des Kabels zwischen den Öffnungen kann erwärmt werden, so dass das Öl flüssig bleibt und dabei das Styrol polymerisiert wird.
Die Erfindung ist im folgenden näher beschrieben.
Durch Anbringen von Nippeln im Bleimantel eines Kabels und Erzeugung eines Styrolflusses von einem Nippel zum andern wird eine bestimmte Menge Öl durch Styrol ersetzt. Ist dieses durch die Erwärmung polymerisiert, dann ist eine Scheidewand für das längs des Kabels fliessendeOl geschaffen.
Wenn der Vorgang richtig durchgeführt ist, wird die Durchschlagsfestigkeit des Kabels keine Verschlechterung erleiden.
Der Kabelmantel ist angezapft und Nippel sind in Abständen von mindestens 30 cm, besser jedoch von 90 cm angebracht. Der Bleimantel zwischen den Nippeln ist dicht an die Kabelisolation angepresst, damit das nachher eingefüllte Styrol die Isolation durchdringt und nicht bloss den Raum zwischen der Isolation und dem Mantel durchfliesst. Der Kabelmantel zwischen den Nippeln wird auf ungefähr 120 C erhitzt, um das Öl im Kabel flüssig zu erhalten. Das verwendete Styrol muss dünn und frisch destilliert sein und kann rein oder gemischt mit irgendeinem Weichmachungsmittel, z. B.
Diphenyl, verwendet werden.
Das Styrol wird unter atmosphärischem Druck in einem Nippel eingelassen und bis zum nächsten gezogen, an dem eine Vakuumpumpe angebracht ist. Auf diese Weise wird eine bestimmte Ölmenge aus dem Kabel entfernt, die durch Styrol ersetzt wird. Ist auf diese Weise genügend Öl ersetzt worden, dann wird Styrol unter Druck in beide Nippel gepresst, wobei ein Druck von ungefähr 3 kg/cm2 als günstig befunden wurde. Die Temperatur des Kabelmantels wird zwischen den Nippeln auf ungefähr 1200 C gehalten, wodurch die Polymerisation in kurzer Zeit erfolgt, so dass eine Scheidewand im Kabel hergestellt wird. Das während der Polymerisation eingepresste Styrol dient dazu, die während der Polymerisation stattfindende Zusammenziehung auszugleichen.
Der oben beschriebene Vorgang kann auch für Kabelenden ohne Abänderung verwendet werden, es sei denn, dass in bestimmten Fällen das Kabelende selbst als eine Öffnung verwendet werden kann, so dass es nur notwendig wäre, in entsprechender Entfernung vom offenen Ende des Kabels den Kabelmantel einmal anzuzapfen.
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Das Verfahren kann auch auf eine bestehende Kabelverbindung angewandt werden, um eine Type, die bisher den Ölfluss gestattet hat, in eine Type, bei der der Ölfluss durch eine Scheidewand unterbrochen ist, zu ändern. Es würden dann die Anzapfungen in dem Kabelmantel an jeder Seite der Verbindung oder an den Enden der Bleihülse, welche die Verbindung umgibt, angebracht werden mit, wenn gewünscht, einer weiteren Anzapfung in der Mitte der Verbindung. Styrol, wie oben beschrieben, würde eingefüllt, um das vorhandene ölimprägnierte Papierband der Verbindung zu durchdringen. Alternativ können die Papierstreifen um die Kabelverbindung auch mit Styrol imprägniert sein und das Verfahren dazu benutzt werden, um eine feste Verbindung zwischen den Papierstreifen der Kabelverbindung und der Kabelisolation herzustellen.
Der Ausdruck Styrol", der in der Beschreibung und in den Ansprüchen verwendet wird, soll entweder reines Styrol oder eine Mischung aus Styrol und einem geeigneten Weichmachungsmittel, wie z. B. Diphenyl oder seiner Derivate, bezeichnen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung einer ölundurchlässigen Scheidewand oder eines Endverschlusses in einem ölimprägnierten Kabel mit Metallmantel, gekennzeichnet durch Einführen eines polymerisierbaren Materials, z. B. flüssigen Styrols, in die Kabelisolation mittels Anzapfungen oder Öffnungen im Metallmantel und nachherige Polymerisation des Materials, um eine Scheidewand im Kabel zu bilden.