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Verfahren zur Herstellung von Projektionsflächen.
Die gebräuchlichen Projektionsflächen für Lichtbild-oder Schmalfilmvorführungen bestehen, falls sie für die Durchprojektion dienen, aus Pergamentpapier oder für Zwecke der Aufprojektion aus einem Gewebe aus Baumwolle oder Leinen, welches entweder nicht imprägniert oder mit weisser Leimfarbe gemischt mit Glimmer, Glasstaub, Baryt usw. zur Erreichung einer besseren Reflexion bestrichen ist. Man hat auch, um die Reflexion solcher Projektionsflächen zu erhöhen, Gewebe mit weisser Ölfarbe oder mit weisser Ölfarbe und mit einer lichtundurchlässigen Metallfarbe bearbeitet.
Man pflegt auch bei der letzteren Bearbeitungsweise die bearbeitete Fläche im Eintrocknungsstadium der Metallfarbe noch mit Glasstaub zu überschütten, wodurch dieselbe zirka 60% des aufgestrahlten Lichtes in den Vorführungsraum zurückwirft. Die angeführten Verfahren weisen jedoch viele Mängel auf. Das Pergamentpapier lässt bei der Durchprojektion die Bilder grau wie im Nebel erscheinen und bedingt eine unverhältnismässig starke Lichtquelle. Das nicht imprägnierte Baumwoll-oder Leinengewebe ist lichtdurchlässig und reflektiert im besten Falle 20% des aufgestrahlten Lichtes, wobei die Reflexionskurve so breit wird, dass die Fläche fast für die meisten Vorführungsräume unrationell ist.
Mit der Imprägnierung des Baumwoll-oder Leinengewebes erreicht man zwar eine erhöhte Reflexion, die durch Beimengung von Glimmer, Glasstaub, Baryt od. dgl. in die Imprägnierungsmasse noch weiter erhöht wird. Weil jedoch die Gestalt der Reflexionskurve hiedurch nicht geändert wird, können derartige Projektionsflächen nicht in allen Vorführungsrräumen verwendet werden, sondern nur in solchen, die in ihrem Grundriss der Reflexions-
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erhaltenen Projektionsflächen haben zwar den Vorteil einer erhöhten Reflexion von ungefähr 50% des aufgestrahlten Lichtes, jedoch ist die Projektionsfläche lichtdurchlässig, die Reflexionskurve wegen ihrer Unveränderlichkeit unrationell und der seitliche Blickwinkel, unter dem die Bilder noch gut zur Geltung kommen, beträgt höchstens 30 .
Auch die mit weisser Ölfarbe und danach mit Metallfarbe eingelassenen Projektionsflächen, die zwar lichtundurchlässig sind und 60% des aufgestrahlten Lichtes reflektieren, haben den grossen Nachteil nur unter einem sehr kleinen seitlichen Blickwinkel von 5-8 , also in sehr schmalen Vorführungsräumen, brauchbare Bilder zu liefern, weil die Reflexionskurve einer solchen Projektionsfläche lang und schmal ist. Auch die Bestreuung dieser Fläche mit den obgenannten Reflexionskörpern aus Glas im Eintrocknungsstadium der Metallfarbe trägt nicht wesentlich zur Verbreiterung der Reflexionskurve bei.
Für Tonfilmvorführungen wurden bisher Projektionsflächen aus einem dichten Baumwollgewebe verwendet, die nicht nur in ihrer Lichtreflexion vollkommen unrationell sind, sondern auch in bezug auf Schalldurchlässigkeit den akustischen Anforderungen nicht entsprechen, da die Schallwellen gedämpft und insbesondere die hohen Schwingungen sehr gehemmt werden. Dieser Übelstand ist durch Verwendung von glattem faserfreiem Material vollkommen behoben, so dass das Licht des Projektionsapparates voll ausgenutzt wird und auch die kürzesten Schallwellen klar und rein die Projektionsfläche durchdringen können.
Zweck der Erfindung ist die Beseitigung obgenannter Nachteile durch Schaffung von. Projektions- flächen, die in den Reflexionskurven sowie im seitlichen Blickwinkel genau den jeweiligen durch die Form des Vorführungsraumes oder durch die Anordnung der Sitzplätze gestellten Anforderungen entsprechen.
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tragenden Schicht eine ausschlaggebende Rolle spielt. Bei den mit diesen Materialien behandelten Pro- jektionsflächen kann nicht nur die Lichtquelle des Projektionsapparates vollkommen ausgewertet werden, sondern sie muss auch, wie es die Praxis zeigt, um durchschnittlich 60% der Stromstärke verringert werden, um keine überbelichteten Projektionsbilder zu erhalten.
Durch diese ganz beträchtliche Verringerung der Stromstärke der Lichtquelle werden nicht nur die Betriebskosten des Projektionsapparates, sondern auch die Feuersgefahr bei Vorführungen, insbesondere Filmvorführungen, bedeutend verringert, welcher Umstand besonders bei Heimvori'ührungen und Wanderbetrieben sehr grossen Vorteil bietet.
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zur Herstellung von Projektionsflächen bisher nicht erreicht wurde. Die Auswertung von Projektionflächen gemäss der Erfindung kann im günstigsten Falle bis zu 90% des aufgestrahlten Lichtes gesteigert werden, so dass bei einer bedeutend geringeren Lichtstärke des Projektionsapparates auch bei dunklen Diapositiven und Filmen helle und plastische Projektionsbilder entstehen.
Ein dichtes Gewebe aus gezwirnten Fäden mit einer weissen elastischen Lackfarbe in üblicher Weise gespritzt und wie gebräuchlich nach gutem Trocknen mit einer lichtundurchlässigen Metallfarbe deckend gespritzt, bildet die Grundlage des neuen Verfahrens. Erfindungsgemäss wird nun im Eintrocknungsstadium der Metallfarbe die Fläche mit Glasgriess überschüttet. Das Gewebe dient hiebei als Träger der weissen elastischen Farbe, während die Metallfarbe nicht wie bei den bekannten Projektionsflächen als rückstrahlende Schichte aufgetragen wird, sondern lediglich die Lichtundurchlässigkeit der Projektionsfläche bewirkt. Die reflektierende Schichte bildet allein der Glasgriess.
Dieser wird durch Zerstäubung flüssigen Glases-Ausgangsmaterial ist farbloses oder weisses Glas (Opalglas)-in einen Heissdampf- strahl unter hohem Druck gewonnen, hierauf in Sortierwerken nach verschiedenen Grössen sortiert und zuletzt zwischen zwei rotierenden Steinen gerollt, so dass die Gestalt des einzelnen Kornes die Kugelform verliert und seine Oberfläche nicht mehr glatt und glänzend ist. Dieser Glasgriess wirkt in gewissem
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vermögen der aufgestrahlten Lichtstrahlen als die erstgenannten Glaskörper und übertrifft anderseits durch die Rundung der Oberfläche wieder die bekannten Glaspyramiden und Glassplitter. Um die zerstreuende Wirkung des Glasgriesses zu erhöhen, wird der Glasgriess überdies mit Flusssäure mehr oder weniger tief geäzt.
Eine auf diese Weise hergestellte Projektionsfläche ist vermöge der langen und schmalen Reflexionskurve sowie wegen des kleinen seitlichen Blickwinkels von 10 , unter dem sie noch eine einwandfreie Beobachtung der Bilder gestattet, nur für lange und schmale Vorführungsräume, in welchen die Projektionsfläche fast die ganze Schmalseite bedeckt, geeignet.
Die Reflexionskurve der Projektionsfläche bzw. der seitliche Blickwinkel können nun durch entsprechende Auswahl des jeweils zur Verwendung gelangenden Glasgriesses, je nachdem solcher aus farblosem oder weissem Glase hergestellt und geätzt oder ungeätzt in Gebrauch genommen wird, in einem gewissen Grade beeinflusst werden. Eine wesentliche Verbesserung der Güte einer Projektionsfläche durch Verbreiterung der Reflexionskurve und Erweiterung des seitlichen Blickwinkels wird durch die
Verwendung von Perlmuttermehl erzielt, welches auf die eintrocknende Metallfarbschicht gestreut wird.
Unter Perlmuttermehl wird feinstgemahlenes Perlmutter verstanden, welches infolge der besonders kleinen Körpergrösse der Teilchen und seiner matten, schillernden Oberfläche eine besonders günstige
Lichtstreuung verursacht. Durch die Verwendung von Glasgriess in seinen verschiedenen früher auf- gezählten Abarten und Perlmuttermehl, sei es jedes Material für sich allein oder beide gemeinsam, können
Projektionsflächen für einen seitlichen Blickwinkel von 10-350 hergestellt werden.
Um Projektionsflächen für einen grösseren seitlichen Blickwinkel bei entsprechender Verbreiterung der Reflexionskurve zu schaffen, wird das vorher beschriebene Verfahren mit einer den Erfolg bedingenden
Abänderung verwendet. Es wird wie früher von einer aus einem dichten Gewebe aus gezwirnten Fäden bestehenden, zuerst mit weisser elastischer Farbe, dann mit einer lichtundurchlässigen Metallfarbe gespritzten Fläche ausgegangen. Diese derart vorbereitete Fläche wird nunmehr erfindungsgemäss nach gutem Trocknen neuerlich mit weisser, elastischer Lackfarbe bespritzt und dann im Eintrocknungs- stadium mit einer rascher als die Lackfarbe trocknenden Metallfarbe nicht deckend, sondern nur hauch- förmig überzogen.
Im vorgeschrittenen Stadium des Eintrocknen wird je nach dem gewünschten Grade des seitlichen Blickwinkels Glasgriess in einer der verschiedenen Arten und Perlmuttermehl wie bei der früher beschriebenen Flächenherstellung aufgetragen. Durch entsprechende Auswahl der aufzustreuenden
Materialien können Projektionsflächen für einen seitlichen Blickwinkel bis zu 550 erhalten werden.
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Wird das Ausgangsmaterial (Gewebe mit weisser elastischer Lackfarbe und darübergespritzter Metallfarbe) nach dem Trocknen nur mit weisser elastischer Lackfarbe neuerlich gespritzt und dann im Eintrocknungsstadium mit Glasgriess und Perlmuttermehl wie bereits bekanntgegeben bestreut, so erhält man Projektionsflächen, welche bei entsprechender Verbreiterung der Reflexionskurve sogar bei einem seitlichen Blickwinkel von über 550 verwendbar sind.
Das Herstellungsverfahren für tondurchlässige Projektionsflächen unterscheidet sich von dem für tonundurchlässige nur dadurch, dass statt des dichten Gewebes aus gezwirnten Fäden ein solches mit ()'75-1 mm Fadenabstand verwendet wird und dass die Lack-und Metallfarben sowie der Glasgriess und das Perlmuttermehl nur so stark aufgetragen werden dürfen, dass höchstens 60% der Poren des Gewebes
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den Vorführungsräumen, ähnlich wie es bei den tonundurchlässigen Flächen beschrieben worden ist, der gewünschten Reflexionskurve bzw. dem gewünschten zeitlichen Blickwinkel anzupassen.
Die auf solchen Flächen projizierten Tonfilmbilder zeichnen sich durch ihre hervorragende plastische Wirkung bei einwandfreier Schalldurchlässigkeit aus.
Die Herstellungsart und das hiezu verwendete Material dieser Projektionsfläehen bildet die sichere Gewähr dafür, dass sie gegen Wärme und Feuehtigkeitseinflüsse vollkommen unempfindlich sind. Die Elastizität der Flächen erlaubt jederzeitiges Rollen sowie ein Montieren ohne jedwede Beeinträchtigung der Reflexionsfähigkeit oder der Schalldurchlässigkeit ; Eigenschaften, die besonders bei Wanderbetrieben, Heimkinos, Renovierungen usw. äusserst wichtig sind. Eine allfällige Reinigung der Flächen von dem sich mit der Zeit ansetzenden Staube kann mit jedem Tapetenreinigungsmittel, welches mit Wasser stark verdünnt wird, auch vom Laien vorgenommen werden, ohne dass ein Abmontieren der Projektionsflächen nötig ist.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von tonundurchlässigen Projektionsflächen, bestehend aus einem dichten Gewebe aus gezwirnten Fäden, auf dem über einer weissen elastischen Farbschicht eine deckende Metallfarbschichte aufgetragen ist, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem vollständigen Eintrocknen der Metallfarbschicht Glasgriess in seinen verschiedenen Arten und Perlmuttermehl, beide gemeinsam oder jedes für sich allein, aufgestreut wird, wodurch Projektionstlächen für einen seitlichen Blickwinkel bis 350 erhalten werden.