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Das Verfahren hat zum Gegenstande, sowohl den bei Verwendung eines Kalküberschusses als auch den beim Arbeiten mit wenig Kalk nach den üblichen Verfahren der Zuckerfabrikation erhaltenen Scheideschlamm, der bisher als wertloses Abfallprodukt angesehen worden ist, als Futtermittel nutzbar zu machen. Die Tiere weigern sich ihn, so wie er normalerweise in den Zuckerfabriken abfällt, aufzunehmen.
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saftung so wie er ist, bloss getrocknet, als Futtermittel oder als Beifutter zu eiweiss-und phosphorsäure- armen Futtermitteln verwendet werden können.
Abgesehen auch davon, dass dieser Schlamm nur bei sorgfältigster Überwachung der Arbeitstemperatur und des Gehaltes an gelöstem Kalk im Safte in einer genügend filtrierbaren Beschaffenheit gewonnen werden kann, ist die allgemeine Einführung dieses Verfahrens offensichtlich deshalb unterblieben, weil es den Hauptzweck der Rübenzuckerfabrikation zugunsten eines Nebenproduktes opfern will.
Das Verfahren gemäss der Erfindung hingegen vermeidet, auf die in der Zuckerfabrikation allgemein üblichen Vorgänge Einiluss zu nehmen, es verzögert und verteuert sie nicht, gestaltet sie vielmehr rentabler, indem es den in der Zuckerfabrikation bei normaler Betriebsweise in grossen Mengen anfallenden Scheideschlamm oder den Saturationssehlamm bzw. den in einem einzigen Verfahrensgange erhaltenen Scheidesaturationsschlamm durch eine einfache Zubereitungsart nutzbar macht, u. zw. in der Weise, dass man ihn vorerst von seiner pressgutartigen Beschaffenheit befreit, indem man ihn mit einem Beifutter wie Getreidekleie, Heumehl, Ölkuchenmehl u. dgl.
vermischt, das seinen, das Aufnehmen seitens der Tiere hindernden ungewohnten Geschmack und Geruch verdeckt, worauf das
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zwecke für die verschiedenen Nutztiergattungen Rücksieht zu nehmen.
Beispielsweise haben die nach dem erfindungsgemässen Verfahren hergestellten Futtermittel folgender Zusammensetzung in mehreren Zuehtbetrieben ausnahmslos sehr gute Resultate ergeben : Für Mastrinder 10% Schlamm, 50 % Kleie, 40% Ölkuchenmehl, Für Jungvieh 15% Schlamm, 50% Kleie, 35ago Kleeheumehl,
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Durch die erfindungsgemässe Zubereitungsmethode der Rohschlämme der Zuekerfabrikation, die eine eigenartige Kombination von Massnahmen in sich schliesst, die zwar teilweise an sich auch bei der Herstellung anderer Futtermittel üblich sind,
wird nicht nur die Heranziehung der bei normalem Betrieb anfallenden Rohschlämme zu Fütterungszwecken ermöglicht und ein neues wertvolles Futtermittel gewonnen, sondern auch erreicht, dass es unbegrenzte Haltbarkeit sowie beste Transport-und
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dass es von den Tieren gerne aufgenommen und gut ausgenutzt wird. Auch von Knochenerweichung befallene Tiere erholen sich nach Fütterung mit dem erfindungsgemäss hergestellten Kraftfuttermittel in ganz auffallend kurzer Zeit und entwickeln sich zu gesunden und kräftigen Tieren, was offenbar auf die bisher unerkannte gute Assimilationsfähigkeit insbesondere der mineralischen Bestandteile des normalen Scheidesaturationssehlammes zurückzuführen ist.
Bei Vorhandensein von zirka 10 bis 15% Schlamm in der Gesamtfutterration ist der Bedarf des Organismus der Nutztiere an Mineralstoffen gedeckt und sie erhalten je nach Alter und Fütterungszweck mit der diesen entsprechenden geringeren oder grösseren Futterration die jeweils angemessene
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achtet, entgegen der bisherigen Anschauung, wonach die Verwertung des normalen Seheidesehlammes zufolge der Gegenwart grösserer Mengen kohlensauren Kalkes für Futterzwecke unmöglich sei, dass selbst
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bereiteten Schlammfutters als zur Deckung des Kalkbedarfes erforderlich ist, irgendwelche gesundheitliche Nachteile, z. B.
Verdauungsstörungen, wie solche bei Verfütterung übermässiger Mengen von Schlämmkreide auftreten, sich nicht einstellen, sondern dass der überschüssige Kalk mit den Exkrementen glatt abgeht, was auch insofern ein weiterer Vorteil ist, als hiedurch eine Anreicherung des Düngers mit den für alle landwirtschaftlichen Kulturpflanzen erforderlichen Kalksalzen erfolgt.
Je nach der Betriebseinriehtung der den Abfallstoff liefernden Zuckerfabriken und dem Fütterungs- zweck können den Rohschlämmen vor ihrer Zubereitung auch die unverdorbenen Rückstände in den Pülpe-und Eiweissfängern der Zuckerfabriken einverleibt werden, die bekanntlich Schnitte, Fasern u. dgl.
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PATENT-ANSPRÜCHE :
1.
Verfahren zur Herstellung eines Tierfuttermittels, dadurch gekennzeichnet, dass man den in der Zuckerfabrikation bei normaler, auf hohe Zuckerausbeute gerichteter Betriebsführung anfallenden Scheide-oder den Saturationsschlamm bzw. den in einem einzigen Verfahrensgange erhaltenen Scheidesaturationsschlamm vorerst mit einem den Geschmack und Geruch desselben verdeckenden Beifutter und zweckmässig mit wenig Wasser zu einem homogenen, knetbaren Brei verrührt, diesen sodann in eine krümelige, körner-, blättchen- oder griesartige Form bringt und hierauf vorteilhaft bis auf 10% Wassergehalt trocknet.