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Einrichtung zum Absenken der Messfehlerlmrve bei Einbatg-Gasmessern.
Bei trockenen Gasmessern sinkt bekanntlich die Messfehlerkurve mit wachsender Belastung nach unten ab, d. h. der Gasmesser zeigt bei Überlastung zu wenig an. Da man nun immer mehr dazu übergeht, die BelÅastung der Gasmesser, d. h. ihre Hubzahl in der Zeiteinheit zu erhöhen, so hat dieser Umstand naturgemäss eine besondere Bedeutung gewonnen, und es sind Einrichtungen bekanntgeworden, mit deren Hilfe man den absinkenden Zweig der Fehlerkurve wieder aufrichten kann. So ist z. B. aus der deutschen Patentschrift Nr. 535573 eine Vorrichtung bekannt, bei welcher an dem Hauptmessbalg ein Hilfsmessbalg vorgesehen ist, welcher eine mit dem Messraum durch eine Drosselöffnung verbundene Kammer abschliesst. Bei Einbalg-Gasmessern verwendet man z. B. aus diesem Grunde vielfach hubstreckenmessende Zählwerke an Stelle von hubzählenden.
Dabei hat man beobachtet, dass bei einer Überlastung über eine bestimmte Grenze hinaus der Messer den umgekehrten Mangel aufweist, indem die Fehlerkurve von da an einen Anstieg nach oben zeigt, der Messer bei wachsender Belastung zuviel anzeigt. Die Ursachen hiefür liegen in den baulichen Eigentümlichkeiten dieser Gasmesserbauart. So lässt sich z. B. eine dem Messrauminhalt verhältnisgleiehe Übersetzung vom Balg zum Zählwerk infolge der Schwenkbewegungen des dabei zur Anwendung gelangenden Hebels nur schwer erreichen. In diesem Falle wirkt sich aber der durch das Anwachsen der Belastung bewirkte zusätzliche Balghub zu stark auf das Zählwerk aus.
Anderseits kann es aber auch vorkommen, dass der Balg infolge der Massenträgheit bei wachsender Belastung und zunehmender Hubzahl über die normalen Totpunktlage hinausschwingt und das Zählwerk verstellt, ohne dass dabei der Messraum entsprechend der durch diesen Hub verzeichneten Menge mit Gas angefüllt gewesen ist. Infolge dieser und ähnlicher Fehlerquellen kann sich bei Einbalg-Gasmessern der vorstehend geschilderte Anstieg der Messfehlerkurve mit wachsender Belastung einstellen.
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Ausgleich dieses gleichfalls unerwünschten Anstieges der Fehlerkurve. Zu diesem Zweck wird der Balg mit einer Dämpfungsvorrichtung versehen, durch welche seine Bewegungen in einem mit der Belastung wachsenden Masse gehemmt werden. Dadurch wird den den Anstieg der Fehlerkurve herbeiführenden Ursachen entgegengewirkt und auf diese Weise der ansteigende Ast dieser Kurve wieder gesenkt.
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bundene Kammer abschliesst. Es wird also Luft oder Gas, welches mit der Messung sonst nichts zu tun hat, durch die enge Öffnung hin-und hergestossen, und mit zunehmender Hubzahl wirkt sieh die Drosselung in zunehmendem Masse aus, so dass die gewünschte Hemmung der Messbalgbewegung eintritt.
In der Zeichnung ist ein Einbalgmesser mit einer Dämpfungsvorrichtung gemäss der Erfindung schematisch dargestellt.
Im Gehäuse n schwingt in bekannter Weise der mit einer Versteifungsplatte b versehene Messbalg a. Ein Schwinghebel e ist gelenkig mit einem an der Platte b befestigten Bock d und fest mit einer im Messer gelagerten Welle t verbunden. Diese ist iiber einen Schwinghebel g und eine Zugstange h mit einem Hilfsbalg i verbunden, welcher eine Kammer k im Innern des Gehäuses abschliesst. Eine schmale düsenförmige Öffnung m verbindet den Innenraum der Kammer k mit dem Gasraum des Messers.
Die Kammer k mit dem Gestänge g, h muss natürlich so weit oberhalb oder unterhalb des Balges a und des Hebels e angeordnet sein, dass sie deren Gang nicht behindert. Zweckmässig wird sie oberhalb
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des Balges Cl im gasgefüllten Steuerraum angeordnet, wodurch besondere Wanddurehbrüche t'iir die Welle t vermieden werden. Sie kann aber auch ausserhalb des gasgefüllten Raumes liegen und durch die Düse ? mit der Aussenluft verbunden sein.
Der Hebel e mit der Welle f kann zusätzlich hinzuefügt sein, es können aber auch bereits vorhandene Gestängeteile verwendet werden, die zur Übertragung der Balgbewegungen auf die Steuerung und (oder) das Zählwerk oder zur Balgführung dienen.
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ist so gross, dass die Luft bzw. das Gas bei mittleren Messerbelastungen noch ungehindert in die (bzw. aus der) Kammer k strömt, der Balg i also ungehindert und ohne Dämpfung den Bewegungen des Balges (i folgen kann.
Steigt die Hubzahl aber stärker an, so wird ein schnelleres Durchströmen durch die Düse mit Gewalt erzwungen, und entsprechend steigt der durch die Drosselung hervorgebrachte Widerstand. der sieh in gleicher Weise auf den Balg a überträgt. Diese Dämpfung verhindert ein unzulässiges Schwingen des Balges a über die Umkehrpunkte hinaus und damit wird die Hauptursache für die unzulässige Plusmehranzeige bei höheren Belastungen des Messers ausgeschaltet, mit der die andern kleineren Fehlerquellen grösstenteils in irgendeiner Weise verknüpft sind.
Statt der dargestellten kann z. B. auch eine gleich oder ähnlich wirkende Flüssigkeitsdämpfungs- vorrichtung angewandt werden, z. B. eine mit Spiel in einem Flüssigkeitsgefäss schwingende Scheibe : eine Düse ist dabei nicht erforderlich. Schliesslich kann auch eine mechanische Dämpfungsvorrichtung vorgesehen werden, die mit Reibung oder Federkraft oder Fliehkraft oder Kombinationen davon arbeitet. z. B. einer solchen Anordnung, wie sie bei Schallwerken (Grammophonen u. dgl.) zur Regelung der Drehzahl dient.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Einrichtung zum Absenken der Messfehlerkurve von Einbalg-Gasmessern, gekennzeichnet durch eine mit dem Messbalg verbundene und dessen Bewegung bei steigender Belastung des Messers in zunehmendem Masse hemmende Dämpfungsvorrichtung.