AT141857B - Verfahren zum Fertigstellen von auf unnachgiebigen perforierten Spulen gesponnener Kunstseide. - Google Patents

Verfahren zum Fertigstellen von auf unnachgiebigen perforierten Spulen gesponnener Kunstseide.

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AT141857B
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   Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren   zum Trocknen von nasser, auf unnachgiebigen   perforierten Unterlagen aufgewickelter Kunstseide. welche durch Druck oder   Saugwirkung entsäuert   oder nachbehandelt   wurde ;   wobei die Perforation der Unterlage durch geeignete   Massnahmen verschlossen   wird, so dass der Fadenwickel gezwungen ist, seine Feuchtigkeit ausschliesslich nach aussen abzugeben. 



   Die nach dem Nassspinnverfahren auf perforierte Spulen gesponnene Kunstseide wird im allgemeinen durch   Saug- oder Druckwäsrhe   aufgearbeitet und anschliessend auf den Spinnspulen getrocknet. 



  Die in   üblicher Weise ausgeführte Trocknung   der nassen Spinnspulen, wobei die Troeknungsluft die 
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 schaften erhebliche Unterschiede aufweist, je nachdem. ob sie dem Anfang, der Mitte oder dem Ende des Fadenwickels entstammt. Die Differenzen kommen dadurch zustande. dass die nasse gequollene Seide beim Trocknen ausser einer   Dickenverminderung   auch eine erhebliche Längenverkürzung anstrebt. die in der Mitte des Spulenwickels teilweise erfolgen kann, an den beiden Enden dagegen verhindert wird. Die durch diese Vorgänge hineingebrachten   Qualitätsunterschiede   werden durch eine Nachbehandlung im Strang nur unvollkommen wieder ausgeglichen. 



   Zur Beseitigung dieser Nachteile wird in älteren Patentschriften vorgeschlagen, die Spulenwickel vor dem Trocknen mit   feuchtigkeitsundurchlässigen   Einhüllungen zu umgeben. Dadurch wird die nasse Seide gezwungen, ihre Feuchtigkeit ausschliesslich durch die Perforation nach dem Innern der Spule zu abzugeben. Durch Wiederholung der Behandlung der inzwischen auf einen zweiten Träger umgespulten und wieder angefeuchteten Seide erreicht man schliesslich eine weitgehende Egalisierung des Fadens auf der ganzen Spinnlänge. Die betriebliche Durchführung dieses Verfahrens ist aber durch das zweimalige Hantieren der Spulen beim Aufbringen der   undurchlässigen Umhüllungen und durch   das für den vollkommenen Ausgleich erforderliche   Umwinden   so teuer. dass es praktisch kaum in Frage kommt. 



   Auch für Spinnkuchen ist bereits ein zweimaliges Trocknen, einmal von der Aussenseite und einmal von der Innenseite her, zum Zwecke der   Vergleichsmässigung     durchgeführt   worden.   Demgegen-   über sollen bei dem Verfahren gemäss der Erfindung Spinnspulenwicklungen nur von einer Seite, u. zw. von der Aussenseite her getrocknet werden, wodurch an dem Wickelteil, welcher der unnachgiebigen Spule direkt aufliegt, die deformierende Schrumpfung der Fäden verringert wird. 



   Gemäss der vorliegenden Erfindung erreicht man die Egalisierung des Fadens auf sehr einfache Weise dadurch, dass man im Gegensatz zu den oben angeführten älteren Patentschriften das gerade ent- 
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   schliesslich   durch die äussere Oberfläche des Wickels abzugeben. Zu diesem Zweck kann man z. B. die Spinnspulen an beiden offenen Enden verschliessen oder eine Anzahl von Spinnspulen in üblicher Weise in Säulenform aufeinandersetzen und die beiden Enden der Spulensäule   abschliessen,   oder man kann die Spulen auf ein Rohr aufziehen. dessen Durchmesser annähernd gleich der lichten Weite der Spule ist, oder die Innenfläche der Spule durch Einstecken einer elastischen Manschette bedecken, kurz gesagt, ein Mittel anwenden, welches die Perforation abschliesst und die gelochte Spule gewissermassen in eine ungelochte verwandelt.

   Es ist also jedes Mittel brauchbar und wird von der vorliegenden Erfindung 

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 umfasst, welches bewirkt, dass die Trocknung ausschliesslich vom äusseren Mantel her vor sich geht und allmählich nach dem Spuleninnern zu fortschreitet, so dass der äussere Mantel des   Fadenwiekels   zuerst und die auf der Spule direkt aufliegende Fadensehicht zuletzt trocknet. 



   Die färberische Egalität der einzelnen Strangteile kann noch weiter vervollkommnet und sicher gestellt werden, wenn man dafür sorgt, dass die Spulentrocknung nach vorliegendem Verfahren in einem früheren Trocknungsstadium vor Eintritt eines gänzlichen Durehtrocknens der   Spulenwicklung   abge-   brochen   wird. Trocknet man beispielsweise in einer Atmosphäre von   25-30% relativer Feuchtigkeit.   so erhält man bei vollkommener   Durehtroeknung   eine Seide mit 6-7 g Wasser auf 100 g trockene Celllose.

   Erfindungsgemäss wird nun die Trocknung abgebrochen, bevor dieser Wassergehalt erreicht ist, beispielsweise also bei 15. 20 oder   250 HLO-Gehalt.   Bis zu welchem Wassergehalt getrocknet werden muss, um den bestmöglichen Effekt zu erhalten, muss in jedem Falle ausprobiert werden. weil der maximale Effekt von der Art der Seide, der Schiehtdicke der Wicklung,   der Arbeitsweise   des Troekenschranks und von andern Faktoren abhängt. Man erreicht durch frühzeitiges Abbrechen der Trocknung. dass die   Spulenunterlage   merklich mehr Feuchtigkeit als die Ober-und Mittellage enthält und auf diese Weise nur eine geringe Aufschrumpfungstendenz entwickelt.

   Bekanntermassen fallen nämlich die   Schädigungen   der Kunstseide bezüglich egaler Färbung und mechanischer Konstanzen umso stärker aus. je mehr man dieSchrumffungstendenzdurchfortschreitendesAustrocknenentwickelt. 



   Das Wesen dieser Ausführungsform liegt also darin. dass beim Trocknen der Spulenwieklung nur von der Oberfläche des Wickels her. die   Spulemmterlage   einer geringeren. Austrocknung unterworfen wird als   die Spulenoberlage.   



   Beispiele :
1. Ein nasser Viskoseseidewickel, welcher in einem üblichen, Schwefelsäure und   Natriumsulfat     enthaltenden Müller 77-Bad   auf perforierte Spulen gesponnen wurde und nach dem Entsäuern durch 
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 besitzt, wird bei einer Temperatur zwischen   40'und 60'C   mit einer   Troekenluft   von   30% relativer   Feuchtigkeit unter Abschluss der Perforation so lange getrocknet, bis die Spule eine   Endfeuchtigkeit   von   16-18% oder   ein Gewicht von 116-118 g erreicht hat. Nach kurzem oder längerem Stehen in einem Feuchtraum zwirnt man bei hoher Luftfeuchtigkeit auf   Etagenzwirnmaschine   und arbeitet in üblicher Weise auf. 



   2. Ein Viskoseseidewiekel, welcher in einem Schwefelsäure, Natriumsulfat und Magnesiumsulfat enthaltenden Spinnbad gesponnen wurde und nach dem Entsäuren durch   Saug-oder Druckwäsche   bei einem Cellulosetrockengewieht von 100 g ein   Nassgewicht   von etwa 260 g besitzt. wird bei einer Temperatur zwischen 40  und 60  C mit einer Trockenluft mit   60% relativer Feuchtigkeit unter Abschluss   der Perforation so lange getrocknet. bis die Spule eine Endfeuehtigkeit von   25-270"oder   ein Gewicht von etwa 125 g erreicht. Die Aufarbeitung erfolgt wie in Beispiel   l.   



   Das Verfahren ist überall da mit Vorteil anzuwenden, wo eine gequollene Faser auf einen festen, unnachgiebigen, perforierten Garnträger aufgebracht wird und die Trocknung mit einer wesentlichen   Längs- und Querschrumpfung   der Faser verbunden ist. 



   In den Anfängen der Kunstseideindustrie hat man bereits auf Spulen ohne Perforation gesponnen. die saure Seide dann durch Einstellen in Wasser oder Besprühen mit Wasser gewaschen und schliesslich getrocknet ; man hat also früher schon auf Spulen ohne Perforation getrocknet, allerdings ohne zu beobachten. dass die Trocknung auf ungelochten Spulen einen Vorteil für die färberischen Eigenschaften bedeutet. Bei dem Verfahren der vorliegenden Erfindung wird aber in moderner Weise mit perforierten Spulen gearbeitet, die Vorteile, welche die Perforation bietet.   Saug-und Druckwäsche.

   Nachbehandlung   mit entschwefelnden, bleichenden und   präparierenden   Mitteln, grössere Wickeldicke usw. ausgenutzt und diese Vorteile des modernen Verfahrens vereinigt mit den Vorteilen, welche das Trocknen auf nicht perforierten Spulen für die färberisehe Egalität der Seide bietet. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Fertigstellen von auf unnachgiebigen. perforierten Spulen gesponnener Kunstseide, dadurch gekennzeichnet, dass man die Seide zunächst unter Ausnutzung der   Perforierung   nach dem   Saug-oder Druckverfahren wäscht bzw.   fertig nachbehandelt und dann vor der Trocknung die Perforierung auf geeignete Weise unwirksam macht. damit während der Trocknung die   Feuehtigkeits-   abgabe durch die Perforierung unterbunden wird. 
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AT141857D 1933-03-14 1934-02-21 Verfahren zum Fertigstellen von auf unnachgiebigen perforierten Spulen gesponnener Kunstseide. AT141857B (de)

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