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Verfahren zur Selbstverfertigung von Kleitbmgsstückell.
Es sind bereits Verfahren zur Herstellung von Kleidungsstücken durch den Kunden selbst bekannt, nach denen in einem Konfektionshaus die Einzelteile eines Schnittmusters auf einen Stoff aufgetragen werden, wobei jeder Einzelteil mehrere den verschiedenen Massgrössen entsprechende Umrisslinien auf- weist. Der den Stoff kaufende Kunde schneidet diesen längs einer gewählten Umrisslinie aus und setzt die Einzelteile zur Bildung des Kleidungsstückes zusammen.
Bei diesem bekannten Verfahren muss jedoch der Kunde selbst eine seinen Massgrossen entsprechende
Umrisslinie auswählen, was zu Irrtümern Anlass geben kann. Ausserdem sind die Einzelteile des auf den
Stoff aufgezeichneten Schnittmusters nach einer Modellfigur von normalen Proportionen ermittelt, so dass, falls die Gestalt des Kunden mit diesen als normal angenommenen Proportionen nicht über- einstimmt, dieser die Umrisslinien verbessern muss, damit ihm das Kleidungsstück passt. Wenn die Pro- portionen der Gestalt des Kunden von den als Norm angenommenen erheblich abweichen, sind solche
Verbesserungen gar nicht möglich.
Die Erfindung bezweckt, diese Nachteile der bekannten Verfahren zu vermeiden ; sie betrifft ein Verfahren zur Selbstverfertigung von Kleidungsstücken, dessen Wesen darin besteht, dass die dem
Modell, das vom Kunden ausgewählt wurde, entsprechenden Schnittmuster auf Grund der von diesem mitgeteilten Massangaben ermittelt werden, die seiner individuellen Gestalt (Hüften-und Brustweite usw.) entsprechen. Diese derart ermittelten, für den individuellen Fall genau passenden Schnittmuster werden sodann auf den vom Kunden ausgewählten Stoff übertragen.
Die Erfindung erstreckt sich auch auf diese Merkmale in verschiedenen Kombinationen, wie nach- stehend beschrieben ist.
Das Verfahren nach der Erfindung wird beispielsweise auf die nachstehend beschriebene Weise ausgeführt :
Das Versandhaus stellt zunächst Modellkleidungsstüeke her. Diese Modelle werden auf Kleiderpuppen hergestellt. Die Kleiderpuppen werden für jedes Land so dimensioniert, dass sie der durchschnittlichen Gestalt und den Proportionen der Frauen dieses Landes entsprechen, insbesondere bezüglich des Verhältnisses des Brust-und Hüftenumfanges. Fig. 1 zeigt z. B. eine Kleiderpuppe für eine mittlere Grösse : das Modell 2, z. B. eines Kleides, wird fachgemäss in alle das Kleid zusammensetzende Teile zertrennt, um die Konturen der einzelnen Teile festzustellen.
Auf einem Pauspapierblatt 3 (Fig. 2) nimmt man eine getreue Durchzeichnung des Umrisses jedes das Modellkleid 2 zusammensetzenden Teiles vor, hierauf bestimmt man, von dem Umriss 4 dieses Modellteiles ausgehend, verschiedene einander umschriebene Umrisslinien 4\ 42, 43... entsprechend den verschiedenen gebräuchlichen Durchschnittsgrössen (Fig. 3).
Auf dem Papierblatt 3 werden gleichfalls verschiedene Zeichen, die die Lage des entsprechenden Teiles (Rücken, Vorderteil, rechter, linker Ärmel usw....) bezeichnen, sowie Ziffern oder andere Merk- zeichen/5 eingetragen, um die leichte Vereinigung des betreffenden Teiles mit den benachbarten Teilen ohne die Gefahr eines Irrtums zu ermöglichen.
Der so erhaltene Schnittmusteiteil wird entlang seinen verschiedenen Umrisslinien durchlocht, um so mehrere Lochlinien 4\ , 43 zu bilden, die einander umschrieben sind (Fig. 3).
Sodann ordnet man die aus dem Modell 2 hervorgegangenen Schnittmusterteile auf einer Papierbahn 6 an, die das Original des Schnittmusters (Fig. 4) bildet, wobei die Anordnung der Schnittmusterteile 3\ 32, 33 in solcher Weise erfolgt, dass Schnittabfälle vermieden werden.
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Die verschiedenen Umrisslinien, , 42, 43 der Schnittmustereinzelteile, 31, -32,, 33 werden auf dem Originalsehnittmusterbogen 6 durch Durehstäuben hergestellt, d. It. der Schnittmusterteil, 3 wird auf dem Originalbogen 6 festgehalten und mit einem färbigen Pulver eingestaubt ; die Pulverteilehen treten durch die Lochung der Umrisslinien dz 42, 43 hindurch und zeichnen diese auf dem Originalbogen 6 ab.
Auf diese Weise werden sämtliche Schnittmusterteile 31, 32, 33 (Fig. 4) übertragen, worauf z. B. die Umrisslinien 42, 43 ausgelöscht werden, so dass nur die Umrisslinie 41 verbleibt, die z. B. der grössten Figur entspricht.
Die auf dem Originalbogen 6 hergestellten verschiedenen Umrisslinien 41 einer Kleidergrösse werden durchlocht und so schliesslich ein Schnittmuster für ein Kleid für eine grosse Figur gleich dem ursprünglich angefertigten 110dell 2 (Fig. 1) erhalten.
Auf die gleiche Weise wird ein zweiter Originalsehnittmusterbogen 6, das die Schnittmuster ent- sprechend der mittleren Figur gemäss der Umrisslinie 42 enthält, und ein dritter Originalbogen unter Verwendung der Umrisslinien 43 für die kleine Figur ausgeführt.
Man hat somit von einem einzigen Modellkleid auf einer Kleiderpuppe 1 eine Reihe von Schnittmustern verschiedener Grösse erhalten. Der gleiche Vorgang spielt sich mit den verschiedenen Normalkleiderpuppen für verschiedene Länder bzw. Proportionen ab, und man erhält so mehrere Reihen von Originalschnitten. Es kann auch eine vollständige Reihe von halben Schnitten mit verschiedenen Hüftenmassen hergestellt werden, um so den Ansprüchen von Kunden entgegenzukommen, deren Hüftenmass viel grösser ist als ihr Brustmass.
Diese verschiedenen Originalsclmittmusterbogen 6 (Fig. 5) werden in der Werkstätte sorgfältig eingeordnet und werden nur bei Einlangen eines Auftrages von einer Kundin verwendet.
Das Versandhaus schafft auf diese Weise eine gewisse Anzahl Modelle von Kleidern, Schossen, Blusen, Mänteln oder anderen Kleidungsstücken in verschiedenen Grössen und Proportionen und benachrichtig seinen Kundenkreis von der Schaffung dieser Modelle.
Die kauflustige Kundin wendet sieh dann brieflieh oder persönlich an das Versandhaus und wählt ein Modell eines Kleidungsstückes und ebenso einen Stoff nach ihrem Geschmack und gibt zu gleicher Zeit ihre verschiedenen Körpermasse an.
Wenn die Kundin nicht persönlich das Versandhaus besuchen kann, schickt ihr dieses ein Mass-
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linien mit den vorerwähnten Linien, nach welchen die Masse genommen werden sollen, verbunden sind.
Jedes der Felder enthält Angaben bezüglich der Art, nach welcher die Masse genommen werden müssen.
Die Kundin braucht somit in die erwähnten Verzeichnisse nur die Masse einzutragen, die sie entsprechend der Anleitung der Felder von sich selbst genommen hat.
Das Versandhaus hat dann folgendes zur Verfügung : a) das von der Kundin, z. B. aus einem Katalog, gewählte Modellkleid, b) den von der Kundin gewählten Stoff, e) die Masse der Kundin.
Auf Grund dieser Angaben wird im Versandhaus das Originalschnittmusterblatt herausgesucht, das dem gewählten Modellkleid und der Grösse der Kundin entspricht, und auf den abgerollten Teil des in Übereinstimmung mit dem von der Kundin gewählten Musters herausgesuchten Stoffballens aufgebracht.
Hierauf werden die Umrisse dieses aufgelegten Originalbogens auf der Stoffbahn 10 mittels eines eingestaubten Tupfers hervorgebracht, wodurch der Verlauf der Umrisse des Modells auf dem Stoff erhalten wird. Die auf diese Weise auf dem Stoff hergestellten Umrisse werden an dem Stoff auf irgendwelche bekannte Weise fixiert (Fig. 7). Es sei an dieser Stelle daran erinnert, dass das Original 6 auch verschiedene Zeichen und Merkzeichen 5 trägt, die auf die-gleiche Weise auf dem Stoff hervorgebracht werden.
Die Stoffbahn 10 trägt den Umriss jedes Stückes, das nach einer eingezeichneten Linie auszuschneiden ist ; diese Linien können einen verschieden grossen Rand freilassen, der auf dem Stoff bezeichnet wird. Dieser Rand dient dazu, Berichtigungen beim Zurichten und Zusammennähen der Teile vornehmen zu können. Jeder Teil eines Stückes, z. B. einer Jacke, eines Ärmels usw., trägt auf dem Stoff selbst Merk- zeichen (Buchstaben, Nummern, Kerben [Einschnitte], Zeichen u. dgl. ), die die Vereinigung und Zu- sammenstellung des Kleidungsstückes gestatten.
Die in der vorstehenden Weise vorbereitete Stoffbahn wird dann der Kundin zugeschickt und diese zerschneidet den Stoff längs der eingetragenen Umrisse und vereinigt dann die verschiedenen Teile unter Beachtung der Übereinstimmung gleicher Merkzeichen.
Alle Angaben und Vorschriften für das Nähen werden vollständig oder nach einem Schlüssel gekürzt auf dem Stoff selbst, u. zw. natürlich auf den Teilen des Stoffes, die den Abfall bilden, aufgedruckt. Die Käuferin hat sonach die Gewissheit, einen vollständig vorgerichteten Stoff und auch alle für die Zusammensetzung und Fertigstellung des Kleidungsstückes erforderlichen Angaben in Händen zu haben.
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Die Ausschmückungen, wie Stickereien, gezogene Fäden, Besatz usw., welche gegebenenfalls zum Aufputz und zur Verzierung der Kleidungsstücke dienen sollen, können auf dem Stoff selbst befestigt sein oder werden fertig zur Anbringung mit dem Stoff mitgeliefert.
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ansicht) des fertigen Modells sowie eine Zusammenfassung der auf dem Stoff aufgedruckten Anleitungen und Erklärungen, welch letztere z. B. in dem Feld 17 aufgedruckt sind. und einige Einzelheiten bezüglich der Fertigstellung enthält, die die Kundin bei der Vollendung ihrer Arbeit verwenden kann.
Das vorstehend beschriebene Verfahren weist zahlreiche Vorteile auf.
Bei der Vereinigung der Einzelteile kann kein Irrtum begangen werden, da sich diese auf das Zuschneiden der Stoffteile und das darauffolgende Vereinigen dieser Stoffteile beschränkt.
Wenngleich durch das vorstehend beschriebene Verfahren die sparsamste Verwendung des Stoffes erzielt wird, hat es den Vorteil, dass der Kundin, die selbst zuschneidet und nicht befürchten muss, hiebei einen Irrtum zu begehen, die nicht zur Zusammenstellung des Kleidungsstückes dienenden Stoffteile verbleiben, die für eine spätere stets erforderliche Ausbesserung von grossem Nutzen sind.
Die Anordnung der Schnitteile, aus denen, das Kleidungsstück sich zusammensetzt, ist eine solche, dass eine Mindestmenge an Stoff erforderlich ist und die Kundin daher eine bestimmte Ersparnis erzielt.
Ferner hat die Kundin die Gewissheit, den Stoff in der erforderlichen Richtung und auf der richtigen Seite zu verwenden.
Das Verfahren nach der Erfindung, nach welchem die verschiedenen das Kleidungsstück bildenden Teile sowie alle bei der Zusammensetzung derselben nützlichen Angaben mit verschiedenen Merkzeichen, die die Vereinigung der Teile gestatten, auf dem Stoff hergestellt werden, macht die Verwendung jeglicher von dem Stoff getrennter Sehnittmustersysteme überflüssig und gestattet einen fehlerlosen Schnitt des Stoffes zu erzielen, wobei der Käuferin die Erfahrungen des gewerbsmässigen Schneiders zugute kommen.
Das Verfahren nach der Erfindung kann mit zahlreichen Abänderungen durchgeführt werden, so kann man den Umriss der Schnittmustereinzelteile auf die Stoffbahn in beliebiger geeigneter Weise durch Durchstäuben, Drucken oder auf photographischem Wege hervorbringen.
Gleichfalls kann man die Umrisse der Schnittmustereinzelteile auf dem Stoff mit Hilfe einer Durchlochung 20 (Fig. 9) hervorbringen, die nach dem Zerschneiden des Stoffes (Fig. 10) Schnittränder liefert, die sich nicht so leicht ausfransen wie Schnittränder, die ohne vorhergehende Durchlochung mit der Schere geschnitten wurden. Die Ursache dieser Erscheinung ist die Zusammenpressung der Fasern beim Perforieren.