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Selbsttragendes Fernmeldeluftkabel.
Im allgemeinen ist es üblich, als Fernmeldeluftkabel gewöhnliche Röhrenkabel zu verwenden und diese an gesonderten zugfesten Tragseilen mit Hilfe von in kurzen Abständen angebrachten Schellen od. dgl. aufzuhängen. Diese Art von Luftkabeln hat jedoch den Nachteil, dass ihre Verlegung bzw. Aufhängung am Tragseil schwierig und zeitraubend ist. Man hat auch vorgeschlagen, die Kabel selbsttragend auszubilden, indem man ihnen eine Armierung gab, die in der Lage ist, den auf das Kabel ausgeübten Zugbeanspruchungen standzuhalten. Abgesehen davon, dass ein solches Kabel teuer ist, haben sich hiebei mancherlei Schwierigkeiten herausgestellt, die insbesondere in der Korrosionsgefahr der Armierung liegen.
Falls nämlich die Armierung auch nur in geringem Masse korrodiert, wird ihre Festigkeit so weit vermindert, dass das Kabel beschädigt werden oder sogar reissen kann.
Es ist nun auch schon vorgeschlagen worden, die Tragdrähte der selbsttragenden Luftkabel mit unter deren Bleimantel anzuordnen und ebenfalls als elketrische Leiter zu benutzen. Diese als Tragdrähte wirkenden Adern wurden jedoch bisher parallel zu den untereinander verseilten übrigen Adern angeordnet, was die zweifellos nachteilige Öffnung des Bleimantels an den Aufhängestellen des Kabels nötig machte.
Die Luftkabel gemäss der Erfindung sind von diesen und andern Nachteilen dadurch befreit, dass die als Tragdrähte dienenden Fernmeldeadern derart in die Kabelseele einverseilt sind, dass sie normale Verseilelemente, wie Vierer od. dgl., bilden oder ersetzen. Bei Kabeln mit geringer Adernzahl kann man sämtliche Fernmeldeadern als Tragdrähte ausbilden. Beispielsweise kann man, falls das Kabel nur einen einzigen Vierer enthält, diesen Vierer, wie in Fig. 1 dargestellt, als Zugseil ausbilden, wobei die Drähte 1, 2,3 und 4 des Zugseiles die vier Adern des Vierers bilden. Dabei ist es naturgemäss notwendig, als Material für die Drähte ein solches hoher Zugfestigkeit zu verwenden, z. B. aus Bronze, BerylliumKupfer, Aluminiumlegierungen oder Bimetall, die beispielsweise aus einem Stahlkern und einem Kupfermantel bestehen.
Durch den Fortfall der Zugarmatur, des gesonderten Zugseiles oder besonderer Vorrichtungen, die in der Nähe der Aufhängepunkte des Kabels etwa angeordnete Zugorgane fassen und den Längszug des Kabels auf diese Zugorgane übertragen, wird das Kabel wesentlich billiger. Wenngleich durch die Verwendung derartiger Drähte bei längeren Kabeln der Drahtquerschnitt grösser gewählt werden muss als dies bei den üblichen Kupferdrähten der Fall ist, tritt dennoch keine nennenswerte Vergrösserung des Kabeldurchmessers, insbesondere aber keine Verteuerung, sondern viel eher eine Verbilligung des Kabels ein, weil man beim Aufbau des Kabels im Sinne der Erfindung auf eine hochwertige zugfeste Bewehrung ganz oder teilweise verzichten kann.
In der Fig. 2 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Kabels gemäss der Erfindung dargestellt.
Dabei dient der Kernvierer des Kabels gleichzeitig als Zugseil, die vier Adern des Vierers sind infolge-
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Kabeladern 15 des Kabels beträgt. 16 ist der Bleimantel des Kabels, über dem gegebenenfalls als Korrosionsschutz noch eine oder mehrere Lagen getränkten Faserstoffes liegen können.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 besteht das Zugseil ebenfalls aus vier Adern 21, 22, 23,24,
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der Bleimantel und 28 eine über dem Bleimantel liegende imprägnierte Faserstoffhülle. Anstatt die einzelnen Adern des Zugseiles aus einem massiven Draht herzustellen, kann man die Einzeladern des
Zugseiles auch als Litzen ausbilden. In manchen Fällen kann es auch vorteilhaft sein, an Stelle eines einzigen Zugseiles aus vier Adern deren mehrere, z. B. in der Weise, wie es in Fig. 4 dargestellt ist, im
Kabel anzuordnen. Dabei sind 31, 32, 33 drei Zugseile, die aus je einem Vierer bestehen. 35 sind die
Kabeladern, 36 ist der Bleimantel und 37 die über dem Kabelmantel liegende imprägnierte Faserstoff- schicht.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Selbsttragendes Ferlllueldeluftkabel, dessen Adern zum Teil oder sämtlich als Tragdrähte dienen, dadurch gekennzeichnet, dass die als Tragdrähte dienenden Adern derart in die Kabelseele einverseilt sind, dass sie normale Verseilelemente, wie Vierer od. dgl"bilden oder ersetzen.