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Verfahren für Gleichwellenrundfunk.
Um den Empfang der Rundfunknaehrichten auch mit relativ einfachen Empfangseinriehtungen zu ermöglichen, ist bekanntlich der sogenannte Gleichwellenrundfunk vorgeschlagen worden, bei dem von verschiedenen Sendestellen gleichzeitig dasselbe Programm mit derselben Trägerfrequenz ausgestrahlt wird. Hiebei lassen sich zwei Gruppen von Anordnungen unterscheiden. Bei der ersten werden die ver- schiedenen, mit derselben Wellenlänge arbeitenden Sendestellen von einer zentralen Stelle aus mit einer Grundfrequenz zur Bildung der Trägerfrequenz durch Vervielfachung versorgt, bei der zweiten erfolgt die Synchronisierung der Sender durch örtliche, an den einzelnen Sendestellen angeordnete Mittel. Ein Nachteil der geschilderten Einrichtungen besteht darin, dass zwischen den Sendestellen gestörte Gebiete auftreten.
Die Grösse der gestörten Gebiete ist hiebei abhängig von der Grösse des Aussteuerungsgrades der einzelnen Sender.
Zur Klarstellung der dabei auftretenden Verhältnisse muss das Amplitudenverhältnis zwischen Trägerwelle und Seitenbändern bei den verschiedenen Modulationstiefen betrachtet werden. Bei 100% iger Modulation beträgt dieses Verhältnis z. B. 1 : 0,5, d. h. die Amplitude der Trägerwelle ist doppelt so gross wie diejenige von jedem der beiden Seitenbänder. Bei 50% iger Modulation ist dieses Verhältnis 1 : 0,25 usw. Steigt nun die Amplitude des einen Seitenbandes, z. B. durch selektive Verstärkung desselben bzw. durch Schwächung der Trägerwelle oder durch Zusammenwirken beider Vorgänge über das 0, 5fache der Trägerwelle hinaus so erhält man eine Übermodulation und dadurch höhere Harmonische der Modulationsfrequenz, also nichtlineare Verzerrungen.
Diese Erscheinung wird sich naturgemäss am stärksten an den Stellen ausprägen, an denen die Feldstärke der Trägerfrequenz ihren minimalen Wert hat. Werden also die Sender 100% ig ausgesteuert, so treten an allen Interferenzminima der Trägerfrequenz sofort Übermoduliationen auf, so dass in diesem Gebiet nur ein mehr oder weniger stark gestörter Empfang möglich ist.
Während z. B. bei 100% iger Modulation das gestörte Gebiet zwischen zwei Gleichwellensendern sehr gross ist und praktisch das ganze Gebiet um die Sender und zwischen den Sendern umfasst, kann bei 30% iger Modulation das Feldstärkenverhältnis in einem bestimmten zu betrachtenden Punkte 1 : 2 betragen, ohne dass sich eine Verzerrung bemerkbar macht. Bei 20% iger Modulation würde ein Feldstärkenverhältnis von 1 : 1,5 noch zulässig sein.
Unter der Voraussetzung, dass die beiden zu betrachtenden Gleichwellensender eine Entfernung von 100 km voneinander haben, gleiche Ausstrahlung besitzen, dass ferner normale Absorptionsverhältnisse, wie sie am Tage herrschen, zugrunde gelegt werden, und dass die Welle 200 m betragen soll, würde das gestörte Gebiet in diesem Falle ungefähr 10 km breit sein, d. h. von dem Halbierungspunkt der Verbindungslinie zwischen den beiden Sendern sich 5 km nach beiden Seiten zu erstrecken.
Es wird erfindungsgemäss vorgeschlagen, durch automatische Regulierung der Verstärker usw. die Modulation zu begrenzen, so dass die Aussteuerung einen bestimmten Wert nicht übersteigt. Es ist dabei vorausgesetzt, dass an sich durch die Modulation keine nichtlinearen Verzerrungen hervorgerufen werden, da eine Herabsetzung der Modulation zur Vermeidung nichtlinearer Verzerrungen der Sendecharakteristik an sich bekannt ist. Es handelt sich bei der erfindungsgemässen Einrichtung darum, eine Herabsetzung des Modulationsgrades auch dann vorzunehmen, wenn an sich durch die Modulation keine Verzerrungen der Sendecharakteristik hervorgerufen werden.
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Die Verwendung von automatischen Regulieranordnungen für Verstärker ist an und für sich schon für Aussteuerungszwecke vorgeschlagen worden, jedoch handelte es sich hiebei um Sender, die eine eigene Trägerwelle, auf der keine anderen Sender arbeiten, zur Ausstrahlung bringen. Hier besteht die Aufgabe der Anordnung nur darin, eine Übersteuerung zu vermeiden. Gemäss der Erfindung soll jedoch die Grösse des gestörten Gebietes konstant gehalten werden. Das gestörte Gebiet wird hiebei um so kleiner, je kleiner der AussteuerungsgTad der einzelnen Sender ist.
Gemäss der weiteren Erfindung wird ausserdem das gestörte Gebiet an eine bestimmte Stelle gelegt. Die Lage des gestörten Gabietes hängt nämlich ab von dem Verhältnis der Trägerfrequenzamplituden. Bei gleichen Amplituden liegt dasselbe in der Mitte zwischen beiden Sendern, während es sich bei ungleichen Amplituden zum einen Sender hin verschiebt. Werden daher die Amplituden der Tlägerfrequenzen verschieden stark eingestellt, so wird damit die Lage des gestörten Gebietes aus der Mitte verschoben. Man wird dasselbe dann so legen, dass es entweder in schwach besiedelte Gegenden oder etwa Seengebiete fällt.
Bei diesem Verfahren muss aber gleichzeitig die Bedingung eingehalten werden dass die Modulation der beiden Sender gleich stark erfolgt, da dann, wie leicht nachgewiesen werden kann, das kleinste Verzerrungsgebiet zwischen den beiden Sendern entsteht. Dies wird wiederum durch Amplitudenbegrenzer erreicht, die dafür sorgen, dass die Aussteuerung der Sender auch bei verschiedener Trägerfrequenzamplitude gleich stark ist. Über die Ausbildung der Amplitudenbegrenzer braucht nichts ausgeführt zu werden, da dieselben bekannt sind und in verschiedenen Ausführungsformen, die sich alle verwenden lassen, zur Verfügung stehen.