AT151453B - Schaltung zur Störungsbekämpfung bei Radioempfangsgeräten. - Google Patents

Schaltung zur Störungsbekämpfung bei Radioempfangsgeräten.

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AT151453B
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  Schaltung zur Störungsbekämpfung bei Radioempfangsgeräten. 



   Das Problem der   Störbefreiung   ist für das gesamte drahtlose Nachrichtenwesen wichtig. Ein grosser Teil der in Betracht kommenden Störungen (atmosphärische Entladungen, Störungen durch   mit Funkenübergang arbeitende Geräte usw. ) haben den Charakter von aufeinanderfolgenden Einzel-   stössen mit steilen Spannungsanstieg (s. Fig. 1), die   mittels Fourierschen Integralq'dargestellt,   ein kontinuierliches Frequenzband von Null bis Unendlich ergeben, so dass in jedem beliebigen betrachteten Frequenzintervall Komponenten vorhanden sind. Dabei iibertreffen in der Regel die Spannungspitzen   der Storungsstosse bei weitem   die Amplitude der aufzunehmenden Schwingung.

   Derartige Störungen lassen sich durch Erhöhung der Selektivität nicht beseitigen, weil in dem kontinuierlichen Frequenzband, als welches die steilstirnige Störung aufgefasst werden kann, auch die   Empfangsfrequenz   enthalten ist. Zwar ist die Amplitude, welche die Störung in dem abgestimmten Selektionskreis (oder Bandfilter) hervorruft, wesentlich kleiner als die Spannungsspitze des   Storungsstosses,   sie kann aber trotzdem von gleicher Grössenordnung wie die Amplitude der aufzunehmenden Schwingung sein. und bewirkt dann eine schwere   Beeinträchtigung   des Empfanges. 



   Nach Breisig (Heaviside) verhält sich die in einem   Selektionsbandfilter durch Stosserregung   angeregte Spannungsamplitude B zu der Stirnhöhe   zu   des erregenden Spannungsstosses   (s.   Fig. 2) so, wie die Bandbreite   M   des   Durchlässigkeitsbereiches   des Bandfilters zu seiner   mittleren Frequenz   
 EMI1.1 
 
Nehmen wir (was den Verhältnissen bei Rundfunkempfang entspricht) ein Bandfilter mit einer Bandbreite von 104   Bs   an, deren Mittelwert bei 106 Hz liegt, so verhält sich 
 EMI1.2 
 



   Daraus folgt, dass periodische steilstirnige   Spannungsstösse # also   der häufigste Typus der   Empfangsstorungen-auch durch   sorgfältigste Frequenzselektion nicht unschädlich gemacht werden können, wenn ihre Amplitude etwa 100mal so gross ist, als die des zu empfangenden Signals. Daran kann auch die bekannte Verwendung von Amplitudenbegrenzern nach erfolgter Selektion nichts ändern. 



   Erfindungsgemäss wird zur Vermeidung dieses Übelstandes eine Amplitudenbegrenzung vor der Hauptselektion vorgenommen. Man bringt zu diesem Zwecke vor dem Resonanzkreis bzw. vor dem Bandfilter, das die engere Frequenzauswahl vorzunehmen hat, ein Begrenzungsorgan, also ein nicht lineares System an, das z. B. für Schwingungen bis zu dem doppelten Wert der Trägerwellenamplitude des zu empfangenden Signals durchlässig ist. Um zu zeigen, dass diese erfindungsgemässe Einrichtung ein wirksames Mittel zur Störbefreiung ist, sollen die folgenden drei Fälle unterschieden werden : a) Von der Antenne kommt nur die Störspannung allein mit der Amplitude   A   = 100 B. Durch das nichtlineare System (Amplitudenbegrenzer z. B.

   Gleichrichter oder Elektronenröhre) wird die Störspannung auf 2 B, also auf den fünfzigsten Teil herabgedrückt, und am Ende des Bandfilters 
 EMI1.3 
 
 EMI1.4 
 

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 e) Da wir es mit einem nichtlinearen System zu tun haben, so müssen wir noch als den dritten Fall betrachten, dass Störspannung und   Empfangsträgerwelle   beide gleichzeitig ankommen. Hier tritt eine neue Erscheinung auf. Durch die   Störspannung   wird die   Bpgrenxungsröbre   übersteuert und die Empfangsträgerwelle verschwindet daher während des Vorhandenseins der   Störspannung   am Gitter der Begrenzungsröhre. Hiedurch entsteht eine Fremdmodulation der Empfangsträgerwelle 
 EMI2.1 
 



   Um nun zu verhindern, dass die Originalmodulation durch längere Zeit   unterdrückt   bleibt, muss gemäss einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung dafür gesorgt werden, dass die Störspannung rasch abfliessen kann. Zu diesem Zwecke wird der Begrenzungsröhre eine Kondensatorkette vorgeschaltet, die so bemessen ist, dass sie die zu empfangende Frequenz nicht merklich schwächt, für tiefere Frequenzen jedoch einen Nebenschluss darstellt. (Bei Rundfunk im Normalwellenbereich können ohne Schaden für die Qualität der Wiedergabe die Frequenzen bis etwa 500.000   Hz   unter-   drückt bzw. geschwächt werden. ) Dadurch wird es erreicht, dass die Übersteuerung der Begrenzungsröhre nur während einer sehr kurzen Zeit erfolgt.

   (Bei Rundfunkempfang etwa 10-5 Sekunden. )   Eine solche ganz kurz dauernde Unterbrechung des Empfanges durch Ausfall der Modulation ist praktisch kaum zu bemerken. 



   Die einfachste Form einer Kondensatorkette, welche die erwünschte   Störspannungsableitllng   besorgen kann, ist ein einziges Glied, das aus einem Kondensator und einem Widerstand besteht, wie in Fig. 3 beispielsweise dargestellt. In dieser Figur bilden Ci und   r]   die vorerwähnte Kondensatorkette. Für Rundfunkempfang im Normalwellenbereieh wird etwa   Cj   = 20   C1ìJ   und   i,   = 50.000 Ohm gewählt, so dass die Zeitkonstante   Cj   etwa   10-6     sek   wird. Eine Störspannung in der Antenne nach Fig. 2 wird dann am Gitter der Begrenzungsröhre eine Spannung hervorrufen, die nach einem Exponentialgesetz (Fig. 3 rechts) mit der Zeitkonstante 10-6   sek   abklingt.

   Nach der Zeit 10-5 sek wird bereits nur mehr der   e"= 17500ste   Teil der ursprünglichen Amplitude vorhanden sein, daher praktisch vernachlässigbar sein. 



   Die Spannungsbegrenzung kann auf beliebige Art erfolgen, etwa in an sich bekannter Weise durch gegensinnig geschaltete Gleichrichter oder Dioden oder wie in Fig. 3 dargestellt, durch eine Triode, wobei als untere Begrenzung der untere Knick der Anodenstromkennlinie und als obere Begrenzung die Wirkung der bei positiven Spannungswerten auftretenden Gitterströme dient. Beide Grenzen sollen möglichst scharf sein. Man wird also im Beispiel der Fig. 3 eine steile Röhre mit scharfem unteren Knick der   Anodenstromkennlinie wählen   und legt ausserdem zur Begrenzung der positiven Amplituden in die Gitterzuleitung einen Widerstand   f2,   in welchem der Gitterstrom einen Spannungabfall verursacht. Die Gitterstromkennlinie soll daher ebenfalls einen scharfen unteren Knick aufweisen. 



   Wenn es sich um den Empfang eines starken Ortssenders handelt, so dass man mit etwa   O'l   Volt   TrÅagerwellenamplitude   rechnen kann, so stellt man die Begrenzung mit zirka + 0'2 Volt ein. Dies kann erreicht werden, wenn man eine Triode mit einer Steilheit von rund 1 Milliampère pro Volt verwendet, deren Anodenruhestrom auf etwa   0'2   Milliampère eingestellt ist. Der Widerstand R2 kann beispielsweise mit 30.000 Ohm gewählt werden. 



   Um Verzerrungen des Empfanges durch die Begrenzungseinrichtung zu verhüten, müssen die Grenzen und der Arbeitspunkt so gewählt werden, dass der lineare Aussteuerungsbereich grösser ist, oder mindestens gleich gross ist als die Summe   der Amplituden sämtlicher Trägerwellen.   Diese Bedingung ist bei Orts-bzw. Bezirksempfang von selbst erfüllt, da gegenüber dem Orts-oder Bezirkssender die andern Sender mit   vernachlässigbar   kleiner Intensität in der Empfangsantenne erscheinen, so dass man praktisch nur die von dem Orts-oder Bezirkssender in der Empfangsantenne erzeugte Hochfrequenzspannung zu berücksichtigen hat. Dagegen müssen bei Fernempfang sämtliche an den Amplitudenbegrenzer gelangenden Trägerwellen berücksichtigt werden.

   Um also die Zahl dieser Trägerwellen zu vermindern, damit man den Abstand der Grenzen nicht allzu weit wählen muss, kann man auch vor dem Amplitudenbegrenzer V ein Bandfilter (Vorselektion) anbringen, dessen Bandbreite jedoch genügend gross gemacht werden muss (bei Rundfunk etwa    105 Hz),   damit einerseits die Dauer des Ausgleichsvorganges, hervorgerufen durch eine stossartige Störung, sehr kurz (bei Rundfunkempfang etwa kleiner als 10-5 sek) wird und anderseits der Spitzenwert dieses   Ausgleichsvorganges   gegenüber dem des ursprünglichen Stossvorganges nicht allzusehr verkleinert wird. 



   Bei Fernempfang rücken die Grenzen des Amplitudenbegrenzers auch so nahe zusammen, dass diese mit einer normalen Röhre kaum zu verwirklichen wären. Um dem abzuhelfen, wird gemäss einer besonderen Ausführungsform der Erfindung eine dem Begrenzungsorgan entsprechende periodische Vorverstärkung vorgeschaltet, wodurch eneicht wird, dass die Empfangsströme den Amplitudenbegrenzer gerade in solcher Stärke erreichen, dass ihre Amplitude etwa die Hälfte des durch die Grenzen gegebenen linearen Aussteuerungsbereiches ausmacht. Fig. 4 zeigt schematisch ein Ausführungsbeispiel einer entsprechenden Schaltanordnung.   BFi   ist ein Bandfilter mit der Bandbreite von 
 EMI2.2 
 des Empfängers).   V,   ist eine Schirmgittervorverstärkerstufe und   V2   ist die Begrenzungsröhre.

   Um von der Schwankung der Empfangsintensität unabhängig zu sein, kann man als Vorverstärker   V,   

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 EMI3.1 


Claims (1)

  1. 2. Schaltung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Amplitudenbegrenzung ein Gleichrichtesystem oder eine Entladungsröhre verwendet wird, dessen (deren) Arbeitspunkt so gewählt ist, dass der lineare Aussteuerungsbereieh etwa doppelt so gross ist als die Summe der Amplituden EMI3.2 steuerung durch die Trägerwellen zu vermeiden.
    3. Schaltung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Empfangsantenne und der Amplitudenbegrenzungsvorrichtung Schaltmittel zur Unterdrückung niedriger Frequenzen vorgesehen sind, zum Zwecke, die Dauer eines stossartigen Störungsvorganges, während- dessen der Amplitudenbegrenzer übersteuert wird, zu verkürzen.
    4. Schaltung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass vor der Amplitudenbegrenzung eine Vorselektion der Empfangsströme stattfindet, wobei die durchgelassene Bandbreite ein Vielfaches der Bandbreite der Hauptselektion ausmacht.
    5. Schaltung nach Anspruch l oder folgenden, dadurch gekennzeichnet, dass die Amplitudenbegrenzung durch eine Ver tärkerröhre, u. zw. nach unten durch einen entsprechend kleinen Anodenruhestrom und nach oben durch den Spannungsabfall des Gitterstromes in einem Gitterwiderstand erfolgt.
    6. Schaltung nach Anspruch 1 oder folgenden, insbesondere für Fernempfang, gekennzeichnet durch eine oder mehrere Vorverstärkerstufen, welche der Amplitudenbeg : enxung vorausgehen.
    7. Schaltung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorverstärkung in an sich bekannter Weise automatisch reguliert wird, derart, dass an die Begrenzungsvorrichtung eine nahezu konstante Amplitude gelangt. EMI3.3
AT151453D 1934-01-20 1934-01-20 Schaltung zur Störungsbekämpfung bei Radioempfangsgeräten. AT151453B (de)

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