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SehieneMihulgebahn mit zugweisem Fahrbetrieb.
Es sind zwei hauptsächliche Formen des Betriebes bei Hängebahnen bekannt : entweder werden die Wagen durch ein umlaufendes Zugseil bewegt oder mit eigenem Antrieb ausgerüstet. Bei der ersteren Form befindet sich die Antriebsmaschine an einem festen Ort, bei der zweiten ist sie auf dem Wagen selbst angebracht. Beide Betriebsformen haben jedoch nur ein beschränktes Anwendungsgebiet. Der Seilzugbetrieb eignet sich nicht für ein weitverzweigtes Bahnnetz mit vielen Krümmungen und unregelmässigem Verkehr. Der Triebwagenbetrieb ist für starken Verkehr zu teuer.
Ein zugweiser Fahrbetrieb wie er bei der Eisenbahn üblich ist, d. h. ein Fahrbetrieb, bei dem an eine oder mehrere Lokomotiven eine grössere Anzahl Lastwagen angehängt werden, vermeidet diese Nachteile.
Die wichtigste Voraussetzung für die Durchführung eines solchen zugweisen Fahrbetriebes bei Hängebahnen ist die, dass die Anlage nicht zu teuer wird. Die einfachste, billigste und zugleich zweckmässigste Form einer Einschienenhängebahn besteht darin, dass die Wagen auf der Oberseite einer Fahrschiene laufen, die als Träger zwischen den in etwa 10-15 m Abstand gesetzten Tragstützen dient oder auf einem besonderen durchlaufenden Walzträger ruht. Um nun diesen Walzträger möglichst günstig zu belasten, werden nach der Erfindung die Wagen durch zug-und druckfeste Gestänge in Abständen miteinander verbunden, die mindestens etwa gleich der halben Stützweite sind.
Durch die Verwendung von zug-und druckfestem Gestänge wird im Gegensatz zu der früher bereits vorgeschlagenen Verbindung der Wagen durch Seile erreicht, dass der Abstand zwischen den einzelnen Wagen stets unverändert bleibt und dass der Zug auch von der Spitze her, also von den Maschinen aus, nach hinten abgebremst werden kann.
Wenn es aus besonderen Gründen, beispielsweise, um die Überwindung kurzer Steigungen zu erleichtern, zweckmässig sein sollte, den Abstand der Wagen voneinander sehr gross zu wählen, so empfiehlt es sich, zwischen je zwei Lastwagen ein oder mehrere Zwischengehänge einzusetzen, um auf diese Weise die Knicklänge der beim Abbremsen des Zuges auf Druck beanspruchten Gestänge in erträglichen Grenzen zu halten.
Auf diese Weise werden die wirtschaftlichen Voraussetzungen für die Einführung eines zugweisen Fahrbetriebes bei Einschienenhängebahnen geschaffen. Die Durchführung eines solchen Fahrbetriebes stellt jedoch auch neue technische Aufgaben, die durch die Erfindung zu lösen sind.
Beim Durchfahren von Krümmungen sowie beim Abbremsen des Zuges entstehen in der Stabkette, die die Wagen miteinander verbindet, Seitenkräfte, die den Wagen von der Schiene abdrehen würden, wenn er in der üblichen Weise seitlich schwingbar auf der Schienenbahn läuft. Die Wagen müssen deshalb bei einem solchen Fahrbetrieb verdrehungssicher an der Schienenbahn geführt werden. Das geschieht, wie in anderem Zusammenhang bereits bekannt ist, am besten durch Leitrollen, die an der Unterseite der Schienenbahn entlang streichen.
Damit beim Abbremsen des Zuges durch die Maschinen nicht zu grosse Druckkräfte auftreten, empfiehlt es sich ferner, einzelne Wagen mit selbsttätigen Bremsen auszurüsten, die in Tätigkeit treten, wenn in der Wagenkette Druck entsteht. Das geschieht dadurch, dass man das Verbindungsgestänge an einem Kniehebel angreifen lässt, der zweckmässig von unten her einen Bremsschuh gegen die Schienenbahn drückt.
In der Zeichnung ist die Erfindung beispielsweise dargestellt, u. zw. zeigt : Fig. 1 eine Hängebahn mit einer Maschine und einer Anzahl angehängter Wagen in Seitenansicht ; Fig. 2 eine zweigleisige
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die Bremse in geöffneter Lage.
Auf der zweckmässig I-förmig gestalteten Fahrschiene a laufen die Hängebahnlastenwagen b, die untereinander und mit den Zwischenfahrgehängen c sowie den Zugmaschinen d durch gelenkig angeschlossene, beispielsweise aus U-Eisen gebildete Gestänge e verbunden sind. Die Wagen b, Zwischengehänge c und zweckmässig auch die Maschinen d sind mit waagrechten Leitrollen f ausgerüstet, die am Unterflansch der Fahrschiene a entlang streichen. Das Gestänge e wirkt in der in Fig. 3 und 4 dargestellten
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sowie sich die Wagen einander zu nähern suchen. Eine Feder- oder Gewichtskraft k kann diese Wirkung unterstützen. Ein vom Gestänge auf dem Wagen ausgeübter Zug löst die Bremse, wobei der bei scharfem Anfahren entstehende Ruck auf den Wagen durch die Feder k oder in ähnlicher Weise, z.
B. durch eine sogenannte Flüssigkeitsbremse, abgefangen werden kann.
In gleicher Weise wie die Bremse lässt sich auch die Reguliervorrichtung einer in der Wagenkette mitlaufenden Maschine d betätigen. Man kann also auf diese einfache Weise einen Zug von beliebiger Länge nur durch Beeinflussung der Spitzenmaschiene auf kürzesetem Wege stillsetzen und wieder in Bewegung setzen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Einschienenhängebahn mit zugweisem Fahrbetrieb, dadurch gekennzeichnet, dass die von einer oder mehreren Zugmaschinen (Lokomotiven) (d) gezogenen Wagen (b), die auf der Oberseite eines auf Stützen ruhenden Schienenträgers (a) laufen, in Abständen, die mindestens etwa gleich dem halben Stützenabstand sind, durch gelenkig angeschlossene zug-und druckfeste Gestänge (e) miteinander verbunden und durch Leitrollen (f) an der Unterseite der Schienenbahn verdrehungssicher geführt sind.