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Verfahren zum Trocknen von Papierrohstoffen, wie Zellulose, Holzstoff od. dgl.
Die Zellulose wurde bisher auf Entwässerungsmaschinen ausgepresst und über dampfbeheizie Trockenzylinder geführt und getrocknet. Hiebei hat sich gezeigt, dass die mit einem Wassergehalt von etwa 60% auf die Trockenzylinder gelangende Zellulose das Entweichen des bei der Berührung mit den hoch erhitzten Aussenwandungen des Zylinders entstehenden Dampfes verhindert, so dass sich zwischen Zellulose und Zylinderwandung ein Dampfpolster bildet, welches die Trocknung behindert und verzögert.
Auch müssen die Zylinder zur Erzielung einer vollständigen Trocknung hoch erhitzt werden, wodurch die Faserfestigkeit der Zellulose stark beeinträchtigt wird.
Die Erfindung bezweckt die Behebung dieser Mängel, was dadurch möglich ist, dass der in Form von Bogen oder Bahnen gebrachte Stoff nach erfolgter Entwässerung über seine ganze Oberfläche mittels Stifte gelocht wird, um das Durchtrocknen zu erleichtern bzw. bei Verwendung von Trockenanlagen beim Hinwegführen des Trockengutes über die beheizten Troekenzylinder den zwischen Zylinderwandung und Trockengut entstehenden Dampf durch dieses austreten zu lassen und gegebenenfalls ein Durchblasen des Trockengutes mit Warmluft zu ermöglichen oder auch beim Auspressen nach erfolgter Lochung einen höheren Trockengehalt zu erzielen.
Zum Lochen dient vorteilhaft eine mit spitzigen Stiften besetzte Walze, die sich gegenüber einer mit Nuten versehenen Walze befindet. Neben den Trockenzylindern können auch Siebzylinder vorgesehen sein, durch welche Warmluft zugeführt und durch das gelochte Trockengut geblasen werden kann. Bei Anwendung von Kanaltrocknern kann die Warmluft mittels in den Trockenkanal eingebauter Wände derart geführt werden, dass sie im Schlangenwege abwechselnd von oben nach unten und umgekehrt durch das gelochte Trockengut strömt.
Die Zeichnung veranschaulicht Ausführungsformen von zur Durchführung des Verfahrens dienenden Trockenanlagen in schematischer Darstellung. Fig. 1 zeigt eine Trockenanlage mit Trocken-und Siebzylindern und Fig. 2 eine solche mit einem Kanaltrockner.
Bei der in Fig. 1 dargestellten Trockenanlage wird die Zellulose, welche zuerst zwischen den die Nasspresse bildenden Walzen b und bl durchgeführt wird, über eine Lochvorrichtung geleitet, die aus einer mit spitzigen Stiften beliebigen Querschnittes von etwa 1 rmn Stärke versehenen Walze A besteht, die sich über einer Walze B befindet, in die Nuten eingefräst sind, in welche die Stiften der Walze A reichen.
Die Stifte sind als konische Spitzen ausgebildet, damit die Zellulosefaser geschont wird und die Zellulose sich wieder leicht von derselben loslösen kann. Durch dieses Verfahren entsteht eine vollkommen gelochte Zellulosebahn. Es ist auch vorteilhaft, die Lochvorrichtung vor den Walzen bund bl der Presse anzubringen, da nach erfolgtem Lochen eine stärkere Entwässerung in der Presse erzielt wird. Die aus den Walzen A und B bestehende Lochvorriehtung kann auch als nackte Presse verwendet werden wodurch gleichzeitig das Lochen des Trockengutes und das Auspressen von Wasser erreicht wird.
Die ausgepresste und gelochte Zellulose wird nun über Troekenzylinder c und Cl geführt. Vom Zylinder Cl wird die Zellulose auf einen Siebzylinder e übergeführt, in den Warmluft eingedrückt wird.
Die Warmluft strömt nun durch die Löcher der Zellulose und nimmt die von der Zellulose entweichenden Dämpfe auf, wodurch die Feuchtigkeit vermindert und eine rasche Trocknung der Zellulose erzielt wird. Die Zellulose verlässt nun den Siebzylinder e und wird auf den Trockenzylinder C2 übergeführt. Von hier aus wird die Zellulose wieder auf einen Siebzylinder übergeführt. Dieser Vorgang wiederholt sieh nun so lange, bis die Zellulose im vollständig getrockneten Zustande die Maschine verlässt. Durch die Löcher können die Dämpfe, welche sich unter der Zelluloseschichte und Zylinderwandung angesammelt haben,
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sofort entweichen.
Daher können die Trockenzylinder nahezu vollständig mit der Zellulosebahn eingeschlossen werden, wodurch eine höhere Trockenfläche und Leistungsfähigkeit der Trockenzylinder bzw. Maschine erreicht wird. Die Siebzylinder e, in welche Heissluft zugeführt wird, sind mit Hebelwalzen h und h, versehen. Diese werden während der Aufführung der Zellulose a aufgehoben und nachher auf den Siebzylinder angedrückt, so dass er vollständig von der Zellulose a eingeschlossen ist. Die Warmluft, welche, wie bereits erwähnt, den Zweck hat, die Dämpfe und die Feuchtigkeit der Zellulose a aufzusaugen strömt nun nach oben und saugt die feuchten Dämpfe, welche sich zwischen den Trockenzylindern Cl und Ca angesammelt haben, auf, wodurch ein rasches Trocknen der Zellulose gewährleistet ist.
Nach diesem Verfahren wird nicht nur die Leistungsfähigkeit der Trockenanlage wesentlich gesteigert, sondern auch die Faserfestigkeit der Zellulose geschont, weil die Zylinder bloss einer geringen Erwärmung bedürfen. Es ist noch zu bemerken, dass das Verfahren zum Trocknen der gelochten Zellulose ausser, wie oben beschrieben, noch mit Trockenzylindern allein oder auch nur mit Siebzylindern durchgeführt werden kann. In allen drei Fällen wird sowohl eine höhere Leistung als auch eine Schonung der Zellulosefaser sowie auch eine wesentliche Kohlenersparnis erzielt.
Bei der in Fig. 2 dargestellten Anlage wird die Trocknung der Zellulose nach erfolgter Lochung in einem Kanaltrockner durchgeführt. In diesem Falle kommt die Zellulose a aus den Walzen b und b, der Presse durch die Walzen A und B der Lochvorrichtung und von hier in ein Trockenkanalsystem, in welchem im Gegenstromprinzip Warmluft durchgeblasen wird. Die Trockenkanäle können in ein oder
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über die ganze Breite gespannten Tuch besteht.
Die Warmluft wird durch Rohre g, yi und < j eingedrückt und strömt durch die Trockenkanäle !, ! i und . Diese sind durch eingebaute Wände in gegeneinander
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von oben nach unten und umgekehrt durch die Löcher der Zellulose strömt, wobei die feuchten Dämpfe durch die Schächte el und e entweichen. Durch dieses Verfahren wird die Zellulose vollständig durch Warmluft getrocknet.
Die Vorteile dieses Verfahrens bestehen darin dass die Zellulosefaser vollständig geschont wird, wobei sich die Einrichtung der Kanaltrockenanlage gegenüber der Trockenzylinderanlage ganz wesentlich niederer stellt einen geringeren Kraftverbrauch voraussetzt und eine grössere Kohlenersparnis ermöglicht.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Trocknen von Papierrohstoffen, wie Zellulose, Holzstoff od. dgl., dadurch gekennzeichnet, dass der in Form von Bogen oder Bahnen zugeführte Stoff nach erfolgter Entwässerung über seine ganze Oberfläche mittels Stifte gelocht wird, um das Durchtrocknen zu erleichtern bzw. bei Verwendung von Trockenanlagen beim Hinwegführen des Trockengutes über die beheizten Trockenzylinder den zwischen Zylinderwandung und Trockengut entstehenden Dampf durch dieses austreten zu lassen und gegebenenfalls ein Durchblasen des Trockengutes mit Warmluft zu ermöglichen oder auch beim Auspressen nach erfolger Lochung einen höheren Trockengehalt zu erzielen.