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Einrichtung zum Trocknen der Trockenfilze auf der Papiermaschine.
Gegenstand der Erfindung bildet eine Einrichtung, um die Trockenfilze einer Papiermaschine auf schnellere und wesentlich bessere Weise zu trocknen, als dies bisher geschah. Bisher wurden die
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weiteren Lauf eine nasse Papieibahn aufnehmen. Der Nachteil dieses Verfahrens ist der, dass verhältnismässig hohe Oberflächentemperaturen an dem Trockenzy1inder vorhanden sein müssen. um eine einigermassen befriedigende Trocknung zu erzielen. Bei dieser Arbeitsweise trocknet der Filz fast nur an der Berührungsfläche zwischen Zylindermantel und Filzbahn, während der Filz in seiner übrigen Dieke nass bleibt bzw. noch zusätzlich das Kondensationswasser des aus den unteren Schichten entweichenden Dampfes aufnimmt.
An der Berührungsfläche mit dem Trockenzylinder wird der Filz ausserordentlich trocken und spröde, wobei die Faser teils durch eine Art Verbrennung, teils durch Einwirkung des überhitzten Wasserdampfes geschädigt wird. Versuche haben ergeben, dass der Filz durch die Trockentrommel bereits angesengt werden kann, wenn er im übrigen, auf dem ganzen Querschnitt berechnet, noch 25% Wasser enthält.
Das beruht darauf, dass der 5-7 mm dicke Filz ein ausserordentlich schlechter Wärmeleiter ist, so dass die hohe Temperatur der Zylinderwand durch den Querschnitt des Filzes nicht nach aussen weiter fortgeleitet wird, sondern, wie Messungen ergeben haben, die mittlere Filztemperatur nur etwa 50-60'beträgt, wenn die Oberflächentemperatur des Trockenzylinders bereits 100-1250 ist.
Der Erfindung gemäss wird nun an Stelle des geschlossenen, innen dampfbeheizten, glatten Trockenzylinders ein Zylinder benutzt, dessen Mantel mit Schlitzen oder sonstigen Öffnungen versehen ist, durch die der Trommel z. B. axial zugefÜhrte Heissluft mit einem gewissen Überdruck austritt. Diese Heissluft wird gezwungen, bei ihrem Austritt aus den Öffnungen des Trommelmantels den Filz zu durchdringen, so dass das Wasser im Filz nicht nur verdampft, sondern der Dampf auch nach aussen transportiert wird.
Dabei kann das Wärmeisolationsvermögen des Filzes nicht hindernd in Frage kommen, weil die heisse Luft den Filz ohne weiteres durchdringt und für eine gleichmässige Verteilung der Temperatur im ganzen Querschnitt des Filzes sorgt. Zudem kann ein Verbrennen des Filzes nicht eintreten, weil, wie oben bereits angedeutet, die Trockenwirkung sich gleichmässig durch die ganze Filzdicke erstreckt, dabei aber auch die Lufttemperatur so gewählt werden kann, dass das Gewebe sie ohne Schädigung verträgt. Selbst bei Anwendung von Lufttemperaturen über 100 kann eine Schädigung der Filze nicht eintreten, weil infolge der entstehenden Verdunstungskälte die Temperatur des Filzes selbst nur 60-80'beträgt, selbst wenn die Heissluft eine Temperatur von etwa 1200 hat.
Es ist festgestellt worden, dass die Trockenzeit bei der Durchblasung heisser Luft durch den Filz sich etwa um 40% verringert gegenüber der Trocknung auf der bisher gebräuchlichen dampfbeheizten Trommel.
Um den Trockenprozess wirtschaftlicher zu gestalten und um die Troekenluft nach dem ersten Durchblasen durch den Filz nicht entweichen zu lassen, kann der Umfang der Schlitztrommel von einem Blechkasten so umgeben werden, dass die durchgeblasene Luft mittels Gebläse nochmals angesogen und durch den Filz gepresst werden kann. Die Fig. 1 und 2 zeigen diese Anordnung. Der Trockenfilz läuft bei A über eine Leitwalze auf die Schlitztrommel auf und umspannt deren Umfang bis B, wo er die Trommel wieder verlässt. Der obere Teil der Schlitztrommel zwischen J. und B, der nicht vom Filz umspannt wird, ist so abgedeckt, dass möglichst wenig Troekenluft dort entweichen kann.
Die Trockenluft wird angesogen
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durch den Ventilator V, und, nachdem sie durch den Lufterhitzer H gepresst wurde, tritt sie in die Schlitztrommel bei der Öffnung F ein. Die Heissluft durchdiingt nun den zu trocknenden Filz auf der Schlitztrommel Ein in gewissem Abstand von der Sehlitztrommel angebraehter Bleehkasten nimmt diese Troekenluft, die beim ersten Durchgang durch den Filz noch nicht voll mit Feuchtigkeit gesättigt ist, auf. Durch die Absaugöffnung 0 saugt der Ventilator aus dem Kasten die warme Trockenluft wieder an, um sie nach neuem Erhitzen bei F wieder in die Schlitztrommel einzublasen.
Durch die beiden einstellbaren Blech klappen ss kann so viel gesättigte Luft aus dem Kreislaufprozess ausgeblasen werden, wie es im Interesse einer schnellen Trocknung wünschenswert ist. Durch die Fiischluftöffnung mit Klappe B kann eine entsprechende Menge Frischluft angesogen werden. Bei besonders dichten Filzen, bei denen die Gefahr besteht, dass die durchdringende Luft den Filz aufbläht und von der Trommel abhebt, kann die Heissluftführung auch im umgekehrten Weg vorgenommen werden, also derart, dass die Luft durch C auf den äusseren Umfang der Schlitztrommel aufgeblasen und durch F im inneren Raum der Trommel abgesogen wird.
Es ist an sieh bekannt, mit Luft beschickte und mit Öffnungen im Mantel versehene Trommeln zur Trocknung über sie hinweggeführt Gegenstände, z. B. gewaschener Wollfliesse, zu benutzen. Es wird in diesem Falle also eine bestimmte Ware durch Trocknung zur weiteren Bearbeitung bereitgestellt. Bei der Erfindung handelt es sich dagegen um die Lösung eines Problems, dessen Lösung bereits durch verschiedene Massnahmen versucht worden ist. Man hat beispielsweise bei Papiermaschinen die Filze auf ihrer Rückführung nach Abgabe der Papierbahn nicht nur, wie oben bereits erwähnt, über Trockentrommeln geleitet, sondern gleichzeitig auch von aussen oder innen mit Heissluft angeblasen. Selbstverständlich wird hiedurch die Entfernung des Wasserdampfes von der Oberfläche gefördert und die Oberfläche getrocknet.
Dagegen wird der Übelstand der Überhitzung der Trockenfilze an der Berührungs- stelle mit der geschlossenen Trockentrommel ebensowenig beseitigt wie die ungleichmässige Verteilung der Temperaturen innerhalb des Querschnittes. Es wird also dadurch, dass in dem Aggregat der Trockenpartie in der Papiermaschine eine oder mehrere mit Lochmantel versehene und mit Heissluft beschickte Walzen eingebaut werden, über die der nasse Troekenfilz nach Abgabe der Papierbahn geführt wird, eine erhebliche Schonung der Filze, ferner eine grosse Beschleunigung und Vergleichmässigung der Trocknung erreicht und damit die Möglichkeit gegeben, die Trockenaggregate zu verkleinern oder zu vereinfachen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Einrichtung zum Trocknen der Trockenfilze auf der Papiermaschine während des Betriebes, dadurch gekennzeichnet, dass in die Aggregate der Trockenpartie an sich für andere Zwecke bekannte mit Loch-oder Schlitzmantel versehene und mit Heissluft beschickte Walzen eingebaut sind, über die die Trockenfilze nach Abgabe der Papierbahn derart geleitet werden, dass die Heissluft unter Druck durch die Filze hindurchtritt.