AT137298B - Verfahren zur Erhöhung der Netzfähigkeit von Alkalisierungsflüssigkeiten. - Google Patents

Verfahren zur Erhöhung der Netzfähigkeit von Alkalisierungsflüssigkeiten.

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AT137298B
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Chem Fab Vormals Sandoz
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  Verfahren zur Erhöhung der Netzfähigkeit von   Alkalisierungsfliissigkeiten.   



   Im Stammpatent ist ein Verfahren zur Erhöhung der Netzfähigkeit von   Mercerisierlaugen   beschrieben, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass man den Laugen Phenole und hydrierte aromatische Verbindungen zusetzt. 



   Bei der weiteren Ausbildung dieses Verfahrens wurde nun gefunden, dass durch geringe Mengen von Gemischen aus Phenol oder dessen Homologen mit stickstoffhaltigen organischen Basen oder Gemischen dieser das   Netz- und Durchdringungsvermögen   von Alkalisierungsflüssigkeiten gesteigert werden kann. Dies zeigt sich z. B. darin, dass es leicht gelingt, rohe unentschlichtete Baumwollgewebe oder-garne ohne vorherige Beuche einwandfrei zu mercerisieren, während die Lauge ohne diese Zusätze kaum eindringt und ein gleichmässiger Effekt nicht zu erhalten wäre. 



   Als stickstoffhaltige organische Basen eignen sich z. B. primäre, sekundäre oder tertiäre Amino-,   Amino-Alkoxy-oder quaternäre Ammoniumverbindungen,   sowie deren Derivate mit ein oder mehreren aliphatisch gebundenen Hydroxylgruppen, Alkyl-, Aralkyl-oder Arylhydrazine sowie heterocyclische Basen. Solche Verbindungen sind beispielsweise Benzylamin, Anilin, Phenyltrimethylammoniummethylsulfat, Triaethanolamin, Phenetidin, Phenylhydrazin, Pyrrol, Pyridin, Chinolin. An Stelle der stickstoffhaltigen Basen können auch ihre Salze verwendet werden. 



   Es wurde weiterhin gefunden, dass die gleiche Wirkung, wie oben erwähnt, auch dadurch erzielt werden kann, dass man geringe Mengen von Gemischen aus Phenol oder dessen Homologen mit Ketonen oder Gemischen dieser zur Anwendung bringt. 



   Die Wirksamkeit der neuen Mischungen ist überraschend, weil es bis jetzt nicht bekannt war, dass Stoffe, wie z. B. Kampfer, Acetonöl usw., in so geringen Mengen angewendet, als Netzmittel dienen können. Insbesondere liess sich diese Wirkung in stark alkalischem Medium, worin diese Stoffe besonders schwer   löslich   sind, nicht erwarten. Weder die Phenole noch die Ketone allein erteilen den Laugen eine erhebliche Netzfähigkeit, diese kommt lediglich den Gemischen dieser Körper zu. 



   Als Ketone eignen sich aliphatische, aliphatisch-aromatische und cyclische Ketone sowie deren Derivate mit einer aliphatisch gebundenen Hydroxylgruppe. Solche Verbindungen sind beispielsweise Aceton, Acetonhomologe (teehn. Acetonöl, techno Ketongemische nach dem amerikanischen Patent Nr. 1656488), Cyclopentanon, Cyclohexanon,   Methylcyclohexanone,   Kampfer, Diacetonalkohol usw. 



   Zur Ausführung des Verfahrens eignen sich am besten Gemische aus 98-60% Phenolen und insgesamt 2-40% der genannten Verbindungen oder Gemische dieser. Damit soll nicht gesagt sein, dass Mischungen mit weniger als 60% Phenolgehalt unwirksam seien ; ebenso können selbstverständlich statt der fertigen Gemische auch deren Bestandteile einzeln in beliebiger Reihenfolge den Laugen zugesetzt werden. 



   Beispiel 1 : Eine   Mercerisierlauge   von   320 Bé   werden   1'17   Gewichtsprozent eines Gemisches aus 90% teehn. Teerkresolen und 10% Anilin zugesetzt, wodurch diese die Fähigkeit erlangt, rohe, unentschlichtete   Baumwollgewebestücke   oder stark gezwirnte Rohgarne so vollkommen zu durchdringen, 
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 untersinken und sehr rasch einschrumpfen. 



    Beispiel 3 : Einer Mercerisierlauge von 250 Bé werden 2 Gewichtsprozent einer Mischung aus 85% techn. Teerkresolen und 15% Phenyltrimethylammoniummethylsulfat   
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 zugesetzt. Rohe Baumwollgewebe werden von der klaren Lauge so rasch durchdrungen, dass sie fast sofort untertauchen. 



   Beispiel 4 : Einer Natronlauge von   200 Bé   werden 1'3 Gewichtsprozent einer Mischung aus 70% techn. Teerkresol und   30%   Pyridin zugefügt und die Zeiten gemessen, nach denen auf die Flüssigkeits-   oberfläche   gelegte lufttrockene, gebleichte oder   ungebleichte   Rohzellstoffolien sich mit Lauge so voll gesaugt haben, dass sie untersinken. Es zeigt sich, dass der gebleichte Zellstoff etwa doppelt, der ungebleiche etwa viermal rascher von der Flüssigkeit durchtränkt wird als beim Versuch mit einer gleichen Lauge ohne Netzmittelzusatz. Gewebe oder Filz aus tierischen Fasern werden ebenfalls viel rascher und gleichmässiger durchdrungen als von der Vergleichslauge. 



   Beispiel 5 : Zu einer   Mercerisierlauge   von   300 Bé   werden 1'1 Gewichtsprozent einer Mischung aus 92% techn.   Xylenolgemisch lmd 8%   Kampfer zugefügt. Man erhält eine klare Lauge, welche rohe, unentsehlichtete Baumwollgewebe oder stark gezwirnte rohe Garne so vollkommen durchdringt, dass sie innerhalb weniger Sekunden untersinken und rasch und intensiv einschrumpfen. 



   Beispiel 6 : Einer   Mercerisierlauge   von   250 Bé   werden   1'65   Gewichtsprozent eines Gemisches aus 75% techn. Teerkresolen und   25%     teehn.   Acetonöl zugefügt. Die klare Lauge netzt, besonders bei Temperaturen zwischen   0-10  C,   Gewebe und Garne aus roher Baumwolle intensiv und gleichmässig, so dass sie nach einigen Sekunden untersinken und rasch einschrumpfen. Die Lauge durchdringt rohe Zellstoffolien sowie Gewebe oder Filze aus tierischen Fasern sehr rasch und gleichmässig im Gegensatz zu einer Vergleichslauge ohne Netzmittelzusatz. Dem   Aeetonöl   sehr ähnlich verhalten sich techn.

   Ketongemische, welche nach dem amerikanischen Patent Nr. 1656488 hergestellt werden und unter der Bezeich-   nung"Ketol"in   den Handel kommen. 



   Beispiel 7 : Einer Natronlauge von   300 Bé   werden 1'5 Gewichtsprozent einer Mischung aus   89% techn. Teerkresolen   und 11% Acetophenon zugefügt. Das Netzvermögen der so erhaltenen Lauge ist so gross, dass rohe, trockene Baumwollgewebe und Garne in einigen Sekunden von der Flüssigkeit   durchtränkt   werden und rasch zusammenschrumpfen. 



   PATENT-ANSPRÜCHE   :  
1. Abänderung des durch Stammpatent Nr. 116037 und Zusätze Nr.   122472,   Nr. 130208,   Nr.   133113 und Nr. 135322 geschützten Verfahrens zur Erhöhung der Netzfähigkeit von Alkalisierungsflüssigkeiten, dadurch gekennzeichnet, dass man an Stelle der dort beschriebenen Gemische solche aus Phenolen und stickstoffhaltigen organischen Basen bzw. Gemische dieser verwendet.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Phenole angewendet werden z. B.
    Phenol, Kresole, Kresolgemische sowie deren Homologe und als stickstoffhaltige organische Basen primäre, sekundäre oder tertiäre Amino-, Aminoalkoxy-oder quaternäre Ammoniumverbindungen sowie deren Derivate mit ein oder mehreren aliphatisch gebundenen Hydroxylgruppen, Alkyl-, Aralkyl-oder Arylhydrazine sowie heterocyclische Basen, welche Stickstoff als Heteroatom enthalten, wie z. B. Pyrrolund Pyridinderivate.
    3. Weitere Abänderung des durch Patent Nr. 116037 und Zusätze Nr. 122472, Nr. 130208, Nr. 133113 und Nr. 135322 geschützten Verfahrens zur Erhöhung der Netzfähigkeit von Alkalisierungsflüssigkeiten, dadurch gekennzeichnet, dass man an Stelle der dort und im Anspruch 1 beschriebenen Gemische solche aus Phenolen und Ketonen oder Gemischen dieser verwendet.
    4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass als Phenole angewendet werden z. B.
    Phenol, Kresole, Kresolgemische sowie deren Homologe und als Ketone aliphatische, aliphatischaromatische und cyclisehe Ketone sowie deren Derivate mit einer aliphatisch gebundenen Hydroxylgruppe.
    5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, gekennzeichnet durch die Verwendung von Gemischen aus etwa 98-60% Phenolen und 2-40% der genannten Verbindungen bzw. Gemische derselben, von denen man etwa 0'5-2%, bezogen auf das Gewicht der Lauge, zusetzt.
AT137298D 1926-10-29 1931-01-13 Verfahren zur Erhöhung der Netzfähigkeit von Alkalisierungsflüssigkeiten. AT137298B (de)

Applications Claiming Priority (3)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEC38909D DE591923C (de) 1926-10-29 1926-10-29 Verfahren zur Erhoehung der Netzfaehigkeit von Mercerisierlaugen
DE1930C0000330 DE593048C (de) 1926-10-29 1930-01-15 Verfahren zur Erhoehung der Netzfaehigkeit von Mercerisierlaugen
DE1930C0000630 DE661428C (de) 1926-10-29 1930-01-16 Mercerisieren

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT137298B true AT137298B (de) 1934-04-25

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ID=34221952

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Application Number Title Priority Date Filing Date
AT137298D AT137298B (de) 1926-10-29 1931-01-13 Verfahren zur Erhöhung der Netzfähigkeit von Alkalisierungsflüssigkeiten.

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AT (1) AT137298B (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE864855C (de) * 1936-06-14 1953-01-29 Basf Ag Verfahren zum Mercerisieren

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