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Pressluftanlage fiu'KraftwageM u. dgl.
Das Wesen der Erfindung bezieht sich auf pneumatische Anlagen für Kraftwagen, die dazu bestimmt sind, die elektrische Anlage des Kraftwagens zu ergänzen bzw. zu ersetzen, um die Betriebssicherheit zu erhöhen. Derartige Anlagen sind bereits vorgeschlagen worden. bei welchen am Kraftwagen eine Druckluftanlage vorgesehen ist, welche zum Betrieb verschiedener Einrichtungen, wie Bremsen, Hebezeuge, Signalvorrichtungen. Pneumatikaufbläser u. dgl., dienen kann.
Gemäss der Erfindung ist nun eine solche Pressluftanlage für Kraftfahrzeuge derart angeordnet, dass mit der Welle des Antriebsmotors des Kraftwagens ein Kompressor, z. B. ein Turbokompressor. auskuppelbar verbunden ist, welcher die Luft in einem am Wagen angeordneten Vorratsbehälter komprimiert bzw., aus dem Vorratsbehälter gespeist, als Anlassmotor dient.
In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes im Aufriss, teilweise schematisch dargestellt.
Die erfindungsgemässe Einrichtung besteht aus einem Turbokompressor 1 für 8-10 Atm. abs.
Dieser Kompressor liegt beispielsweise vor dem Verbrennungsmotor 2 und ist mit der Kurbelwelle desselben durch eine lösbare. zwangsläufig gesteuerte Kupplung 3 verbunden. Läuft der Verbrennungmotor 2. so ist vorerst der Kompressor 1 mit diesem durch die Kupplung 3 verbunden. Die erzeugte Pressluft wird durch eine Rohrleitung 4 in den Pressluftvorratsbehälter 5 geleitet. In diese Rohrleitung 4 ist ein Rückschlagventil 6,7 eingebaut, das der Pressluft in der Regel das Zufliessen in den Vorratsbehälter5 gestattet, ein Rückfliessen derselben in den Kompressor 1 jedoch wirksam verhindert.
Nahe dem Kompressor 1 befindet sich ein kleiner Zylinder 8, in welchem ein Kolben 9 dicht geführt
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zwischen Verbrennungsmotor 2 und Kompressor 1 fest verbunden. Weiters steht der Raum über dem
Kolben 9 im Zylinder 8 mit dem Kompressor 1 durch die Rohrleitung 12, 1. 3 in Verbindung. Diese Ein- richtung hat den Zweck, die Kupplungsverbindung des Kompressors 1 mit dem Motor 2 zu lösen, sobald der Pressluftvorratsbehälter 5 die vorgeschriebene Luftspannung erreicht hat. Die Aus-und Einschub- gabel 11 der Kompressorkupplung 3 wird durch eine entsprechend starke Feder 14 od. dgl. derart fest- gehalten. dass die Kompressorkupplung. 3 eingerückt bleibt, solange der Pressluftvorratsbehälter 5 nicht die Höchstspannung erreicht hat.
Ist diese erreicht, so drückt die Pressluft durch die Rohrleitungen 12. 13 im Zylinder 8 so stark auf den Boden des Kolbens 9, dass die Kraft der Feder 14. die das Einrücken der
Kuppelung 3 bewirkt, überwunden und die Kupplung 3 ausgerückt wird. Dieses Aus-und Einrücken der Kupplung 3 hat den Zweck, den Kompressor nur so lange laufen zu lassen. als dies nötig ist, um die Luft im Vorratsbehälter 5 auf den vorgeschriebenen und eingestellten Höchstdruck zu spannen. Ist dieser Höchstdruck erreicht, so wird der Betrieb des Kompressors auf die vorbeschriebene Weise unterbrochen, solange dieser Höchstdruck im Vorratsbehälter 5 beibehalten wird.
Wird Pressluft verbraucht und sinkt dadurch die Luftspannung im Vorratsbehälter 5, so sinkt damit auch die Luftspannung bzw. der Druck auf den Steuerkolben 9. In diesem Falle wird die Zugkraft der Feder 14 grösser als die Expansionswirkung der Luft über dem Steuerkolben 9. Die Feder 14 wird also die Kompressorkupplung 3 einrücken, und der laufende Motor 2 wird den Kompressor 1 mitdrehen. Es wird neuerlich Luft gespannt und der Vorrats- behälter 5 wieder aufgefüllt. Dieser unterbrechende Betrieb ist deshalb vorgesehen, um den Kompressor zu schonen und um nicht über den Bedarf erzeugte Pressluft wieder abblasen zu müssen. Die automatische Steuerung ist vorgesehen, um den Betrieb wirtschaftlicher zu gestalten.
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Auf die beschriebene Weise ist am Kraftwagen stets Pressluft zur Verfügung, die auf verschiedene
Art zum Betriebe von Hilfseinrichtungen des Kraftwagens benutzt werden kann.
Ist der Verbrennungsmotor abgestellt und der Pressluftbehälter leer, so kann er in der Garage mittels Luftpumpe vorerst auf seinen Nenndruck aufgefüllt werden. Mit der im Vorratsbehälter 5 befindlichen Pressluft kann man den abgestellten Verbrennungsmotor anwerfen. Dies geschieht dadurch, dass man das Pedal 15, das ausser Betrieb durch die Druckfeder 16 in der Höhe gehalten wird, nieder- drückt. An dieses Pedal ist der Hebel 17 angelenkt, der beim Niederdrücken des Pedals mitgenommen wird und dabei die Achse. M mitdreht. Fest verbunden mit der Achse 2 ist ferner der Hebel 29, der gleich- zeitig mitverdreht wird. Am andern Ende des Hebels 19 ist die Verbindungsstange 20 angelenkt. Das andere Ende dieser Verbindungsstange 20 ist an die Kolbenstange 10 angelenkt.
Durch Niederdrücken des Pedals 15 und die damit verbundene Verdrehung der Achse 18 und des mit dieser vereinten Hebels 19 wird die Verbindungsstange 20 einen vorgeschriebenen Weg gezogen, und es gleitet hiebei das als Rolle aus- gebildete Ende 21 der Kolbenstange 10 in der Kulisse 22 der als Kniehebel ausgebildeten Aus-und Ein- rückgabel 22 auf den Totpunkt in die Achse 23. Dadurch wird die Schubkraft des Kolbens 9 unwirksam.
Hingegen kommt die Zugkraft der Feder 14 voll zur Geltung und rückt die Kupplung 3 ein, so dass der
Kompressor mit dem Verbrennungsmotor gekuppelt ist. Gleichzeitig mit der Verdrehung der Achse 18 durch das Pedal 15 wird auch ein Hebel 24 mitverdreht. Diese Verdrehung verursacht ein Mitgehen einer
Verbindungsstange 25, welche das Hahnküken 26 verstellt. Normalerweise, d. h. wenn der Kompressor zur Luftverdichtungsarbeit herangezogen wird, saugt er die Luft aus der Atmosphäre über den Luftfilter 27a an, verdichtet sie und presst sie durch das Küken 28 in die Rohrleitung 12 und in den Zylinder 8 sowie durch die Rohrleitung 4 und über das Rückschlagventil 6,7 in den Vorratsbehälter 5. Dabei sind die Küken 26,27, 28 betätigenden Hebel in der gezeichneten Stellung.
Die Rohrleitung 4 ist stets unter
Druck, somit auch die Rohrleitung 13. Wird nun das Pedal 15 niedergedrückt und damit eine Änderung der Lage des Kükens 26 bewirkt, so strömt die gespannte Luft aus der Rohrleitung 4 bzw. 13 durch das umgestellt Küken 26 in den unterhalb des Kükens 26 befindlichen Teil des Rohres 29 und drückt den
Kolben des Hilfssteuerzylinders 30 nach aufwärts. Die mit dem Kolben verbundene Kolbenstange 31 ist an beiden Enden als Zahnstange 32 ausgebildet. Diese Zahnstangen greifen in die Zahnradsegmente 33, die mit den Achsen der Küken 27, 28 fest verkeilt sind.
Durch die Umstellung dieser Küken strömt die
Pressluft, da nach erfolgter Betätigung des Pedals 15 gleichzeitig auch das Rückschlagventil 6 von seinem Sitz abgehoben wird, durch die Rohrleitung 4 zurück in die Rohrleitung 13 und von da aus durch das
Küken 27 in den Kompressor 1. Durch den Luftüberdruck im Kompressor auf der Ansaugeseite wird der sonst als Kompressor laufende Luftverdichter als Druckluftmotor im gleichen Drehsinn arbeiten, mittels der Kupplung 3 die Kurbelwelle der Verbrennungskraftmaschine 2 mitnehmen und dadurch anwerfen.
Die verbrauchte Luft entweicht hiebei durch den Auslass 28 a. Ist der Motor 2 angesprungen, so lässt man das Pedal 15 los, wodurch alle vorbesehiiebenen Umstellungen der Küken 26, 27, 28 um- gekehrt durchgeführt werden und die in Fig. 1 dargestellte Lage wiederhergestellt ist. Da zum Anwerfen des Motors 2 Pressluft verbraucht wurde, so wird nach Loslassen des Pedals 15 die Kompressorkupplung 3 durch die Zugkraft der Feder 14 eingerückt bleiben. Der Kompressor wird durch den Motor 2 mit ange- trieben und so die verbrauchte Pressluft ergänzt. Ist dies geschehen, so wird der Kolben 9 die Loslösung ) der Kupplung 3 bewirken usw.
Der Kompressor 1 bleibt also bei vollgefülltem Pressluftbehälter trotz laufenden Motors 2 stille stehen, u. zw. so lange, bis wieder Pressluft verbraucht wird und damit die Press- luftspannung fällt, wodurch eine neuerliche Einschaltung des Kompressors 1 bewirkt wird.
Durch die Verwendungsmöglichkeit des Kompressors auch als Anlassmotor wird vor allem der elektrische Anlasser entbehrlich. Der Kompressor wird vorzugsweise als Rotationsmotor ausgebildet, ida eine Kolbenmaschine Totpunkte hat, die beim Anlassen des Verbrennungsmotors unter Umständen nachteilig sein könnten ; weiters arbeiten Rotationsmotoren nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch ruhiger und gleichmässiger und bedürfen weit weniger Wartung wie die Kolbenmaschinen.
Der Pressluftbehälter 5 wird in seiner äusseren Form dem Wagenuntergestell angepasst. Er ist mit einem Sicherheitsventil 34 ausgestattet. Eine Rohrleitung 35 verbindet den Pressluftvorratsbehälter 5 ) mit einem Kontrollmanometer 36 auf dem Apparatebrett des Wagens. Ferner ist an den Vorratsbehälter 5 eine Rohrleitung 37 angeschlossen, welche zu weiteren Verbrauchsstellen für die Pressluft führt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Pressluftanlage für Kraftwagen u. dgl., dadurch gekennzeichnet, dass mit der Welle des Antriebsmotors (2) des Kraftwagens ein Kompressor, z. B. Turbokompressor (1), auskoppelbar verbunden ist, welcher die Luft in einem am Wagen angeordneten Vorratsbehälter (5) komprimiert bzw., vom Vorratsbehälter (5) gespeist, als Anlassmotor dient.