AT136977B - Verfahren zur Veredlung von pflanzliehen Faserstoffen. - Google Patents

Verfahren zur Veredlung von pflanzliehen Faserstoffen.

Info

Publication number
AT136977B
AT136977B AT136977DA AT136977B AT 136977 B AT136977 B AT 136977B AT 136977D A AT136977D A AT 136977DA AT 136977 B AT136977 B AT 136977B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
copper oxide
ammonia solution
swelling
oxide ammonia
treatment
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Original Assignee
Heberlein & Co Ag
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Heberlein & Co Ag filed Critical Heberlein & Co Ag
Application granted granted Critical
Publication of AT136977B publication Critical patent/AT136977B/de

Links

Landscapes

  • Chemical Or Physical Treatment Of Fibers (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Veredlung von pflanzlichen Faserstoffen. 



   Nach dem Verfahren des D. R. P. Nr. 516877 der Erfinderin gelingt es, wertvolle Effekte auf pflanzliche Fasern durch Einwirkung von Kupferoxydammoniaklösung und konzentrierter Alkalilauge zu erzeugen. Dieses Verfahren beruht auf einer in bestimmter Weise zunächst bewirkten Quellung und der nachfolgenden   Entquellung   der Fasern, wodurch eine   Beschaffenheitsveränderung   des Fasergebildes erreicht wird. 



   Es wurde nun die überraschende Beobachtung gemacht, dass ein geringer Zusatz von freiem Alkali die Aktivität der in üblicher Weise zubereiteten Kupferoxydammoniaklösung stark zu erhöhen vermag. 



  Der Einfluss des Alkalizusatzes äussert   sich während   des Quellungsvorganges derart, dass nur mittels Kupferoxydammoniaklösung allein, also ohne die in der deutschen Patentschrift Nr. 516877 beschriebene und dort notwendige Nachmercerisation, bei der nachfolgenden Entquellung Veredlungseffekte entstehen, die den in der genannten Patentschrift erwähnten ähnlich sind, aber verbesserte Eigenschaften zeigen. Man erhält auf der Faser einen filmartigen, festhaftenden Celluloseniederschlag, der eine Verdichtung des. Fasergebildes bewirkt und trotzdem keine Sprödigkeit verursacht, sondern im Gegensatz zum alten Verfahren der Ware einen elastischen Charakter verleiht.

   Der Alkalizusatz muss gering bemessen sein, so dass der Gehalt der Lösung an freiem Alkali   1'5% nicht   übersteigt ; praktisch wird vorzugsweise mit einem Gehalt von   0-5-1%   an freiem Alkalihydroxyd gearbeitet. Zweckmässig wird als Alkali Ätznatron verwendet, jedoch sind auch Ätzkali und die Hydroxyde der seltenen Alkalimetalle anwendbar. 



   Gleichzeitig erlaubt der Alkalizusatz die Menge des in der Kupferoxydammoniaklösung benötigten Ammoniaks sehr erheblich herabzusetzen, ebenso ist eine Ersparnis an Kupferoxyd zu erzielen. Auch durch den Wegfall der   Nachmercerisation   wird die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens erhöht. 



   Die Entquellung der behandelten Faserstoffe kann je nach Art des   gewünschten   Effektes mit Wasser, verdünnter Säure oder verdünnter Alkalilauge vorgenommen werden, wobei im allgemeinen die mittels verdünntem Alkali bewirkte Entquellung steifere und die mittels verdünnter Säure bewirkte weichere Effekte erzeugt, während Wasser als Entquellungsmittel eine Mittelstellung einnimmt. 



   Wendet man die aktivierte Kupferoxydammoniaklösung im Sinne des in der deutschen Patentschrift Nr. 516877 beschriebenen Verfahrens, also unter nachfolgender Alkaliquellung an, so werden die in der Patentschrift beschriebenen Effekte, nämlich halbsteife oder steife, wie auch   leinenähnliehe   Beschaffenheiten, mit oder ohne Glanzwirkung in verstärktem Masse erhalten, bei sonst gleichbleibendem Kupfergehalt und um 50% verminderter Ammoniakmenge der Lösung. Ist eine Verstärkung des Effektes aber nicht erwünscht, so kann man ausser der Herabsetzung des Ammoniakgehaltes auch die Menge des Kupferoxyds um 25% verringern und dadurch eine Ersparnis erzielen. 



   Das neue Verfahren lässt sich auf alle Arten von pflanzlichen Fasergebilden sowie auch auf lose Fasern anwenden. Das pflanzliche Fasermaterial kann in gebleichtem oder sonstwie vorbehandeltem, wie auch   mercerisiertem   Zustande der Behandlung unterworfen werden. Es können auch Fasergebilde aus pflanzlichen Fasern verschiedenen Ursprungs oder auch gemischt mit andern natürlichen oder künstliehen Fasern auf diese Weise veredelt werden. Es kann auch mittels geeigneter Vorrichtungen derart verfahren werden, dass bei Einwirkung der Quellungsmittel das Fasergebilde nicht durchgängig ver- ändert wird, sondern die Quellung nur einseitig und oberflächlich stattfindet. Die Einwirkung sowohl des Kupferoxydammoniaks wie auch der Alkalilauge kann in losem oder gespanntem Zustande des Fasergebildes vorgenommen werden.

   Die veredelten Fasergebilde sind infolge ihrer plastischen Eigenschaften nachträglich mechanischen Behandlungen sehr zugänglich, indem beispielsweise durch Kalandrierung u. dgl. aussergewöhnlich geschmeidig Effekte entstehen. 



   Nach dem neuen Verfahren lassen sich auch gemusterte Effekte durch örtliche Einwirkung der Quellungsmittel erzielen. Man kann sich hiezu sowohl des unmittelbaren Auftrages durch Bedrucken, Aufspritzen, Bemalen mit oder ohne Verdickungsmittel bedienen, als auch den Reservedruck, verbunden mit nachherige Eintauchen in die Quellungsmittel, anwenden. 



   Ferner können haltbare, gemusterte Effekte erzielt werden, indem ein gegebenenfalls vor-   mercerisiertes   Gewebe örtlich heiss gepresst und erst   nachträglich   gemäss der Arbeitsweise des vorliegenden Verfahrens mittels Quellungsmittel behandelt wird. 



   Es sei darauf hingewiesen, dass die an und für sich schon bekannte örtliche Behandlung von Fasernmaterial im Zusammenhang mit der hier beschriebenen neuartigen Behandlungsweise neu ist. 



   Es ist schon vorgeschlagen worden, Veredlungseffekte zu erzeugen durch Einwirkung von Kupferoxydammoniaklösung, die einen erheblichen Gehalt, stets über   1'5-2% an   freiem Alkali aufweist. 



  Derartige Lösungen sind aber nicht imstande, die oben erwähnten Veredlungseffekte hervorzurufen, da sie eine der   Mercerisation   ähnliche Wirkung auf die Cellulose ausüben, so dass die im vorliegenden neuen 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 Verfahren beschriebenen   Fällungserseheinungen   während des Entquellungsvorganges nicht eintreten. 



  Auch ist die Haltbarkeit der   Kupferoxydammoniaklösungen   mit   höherem Alkaligehalt beschränkt.   



   Ausführungsbeispiele :
1. Gebleichtes Cretonnegewebe aus Baumwolle wird mit einer Kupferoxydammoniaklösung mit 
 EMI2.1 
 Schwefelsäure   20 Bé   gefällt. Mit der Säurefällung geschieht auf diese Weise zugleich die Entkupferung der Faser. Das fertige Gewebe zeigt nach erfolgter Kalandrierung einen geschmeidigen elastischen Griff von leinenartigem Charakter. 



   2.   Mercerisiertes   Baumwollgarn wird mit einer Kupferoxydammoniaklösung mit einem Gehalt von 12 g Cu und 8 g KOH im Liter kurz behandelt und dann unmittelbar mit Wasser gewaschen. Die Entkupferung geschieht in üblicher Weise mit verdünnter Säure. Das fertige Garn erhält das Aussehen von Leinengarn. 



   3. Vorbehandeltes Calicogewebe wird kurze Zeit durch eine Kupferoxydammoniaklösung mit einem Gehalt von 10 g Cu und 3 g NaOH im Liter hindurchgezogen und darauffolgend mit verdünnter Natronlauge   40 Bé   gefällt. Nach der Entquellung wird in üblicher Weise entkupfert. Der Ausfall des Veredlungseffektes ist ähnlich demjenigen im Beispiel   l, nur   ist eine erhöhte Steifheit zu beobachten. 



   4. Auf ein schweres Baumwollgewebe lässt man eine Kupferoxydammoniaklösung mit einem Gehalt von 13 g Cu und 10 g NaOH im Liter einwirken. Unmittelbar darauf wird das gequollene nicht ausgewaschene Gewebe auf einer   üblichen   Mercerisiern aschine mit konzentrierter Natronlauge mercerisiert, durch Absäuern entkupfert und gewaschen. Zur Fertigstellung folgt ein intensives Kalandern und Mangeln, wodurch das Gewebe den Charakter eines schweren Leinenstoffes annimmt. 



   5. Ein mit Reserve bedrucktes Gewebe wird nach den Angaben im Beispiel 4 behandelt. Das Gewebe weist damastartige Musterungen auf. Die reservierenden Teile des Gewebes zeigen die unver- änderte Beschaffenheit und heben sich dadurch von der   Kupferoxydammoniakeinwirkung   unterworfenen Stellen wirksam ab. 



   6. Kardenband aus Ramiefasern wird imprägniert   mit Kupferoxydammoniaklösung   mit einem Gehalt von 14   g   Cu und 4 g NaOH im Liter, dann vorsichtig mercerisiert mit Natronlauge und in   üblicher   Weise entkupfert. Nach dem Trocknen erhält man ein glänzendes steifes Band aus verkitteten Ramiefasern. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Veredlung von pflanzlichen Faserstoffen durch Behandeln mittels Kupferoxydammoniak, dadurch gekennzeichnet, dass der Kupferoxydammoniaklösung eine derart geringe Menge Alkalihydroxyd zugesetzt wird, dass der Gehalt an freiem Alkali stets unter   1-5% beträgt.  

Claims (1)

  1. 2. Verfahren gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mit einem Gehalt an freiem Alkali von 0'5-1% gearbeitet wird.
    3. Verfahren nach den Ansprüchen l und 2, dadurch gekennzeichnet, dass nach erfolgter Behandlung mit alkalischer Kupferoxydammoniaklösung die Entquellung durch verdünnte Säure bewirkt wird.
    4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass nach erfolgter Behandlung mit alkalischer Kupferoxydammoniaklösung die Entquellung durch Wasser bewirkt wird.
    5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass nach erfolgter Behandlung mit alkalischer Kupferoxydammoniaklösung die Entquellung durch verdünnte Alkalilauge bewirkt wird.
    6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass nach erfolgter Behandlung mit alkalischer Kupferoxydammoniaklösung die Faserstoffe unmittelbar einer Mercerisierung mit konzentrierter Alkalilauge unterworfen werden.
    7. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die alkalische Kupferoxydammoniaklösung örtlich auf die Fasergebilde zur Einwirkung gebracht wird zwecks Erzielung gemusterter Effekte.
AT136977D 1932-03-17 1933-03-13 Verfahren zur Veredlung von pflanzliehen Faserstoffen. AT136977B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE136977X 1932-03-17

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT136977B true AT136977B (de) 1934-03-26

Family

ID=34201106

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT136977D AT136977B (de) 1932-03-17 1933-03-13 Verfahren zur Veredlung von pflanzliehen Faserstoffen.

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT136977B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE542713C (de) Verfahren zur Erhoehung der Dehnbarkeit kuenstlicher Faeden hoher Trockenfestigkeit aus regenerierter Cellulose
EP2162581B1 (de) Hochfestes fasermaterial aus naturfaser, verfahren zu seiner herstellung und seine verwendung zur herstellung von verbundwerkstoffen
DE485195C (de) Verfahren zum Veredeln vegetabilischer Textilfaserstoffe
DE692689C (de) Verfahren zur Herstellung von kreppartigen Effekten auf Flaechengebilden aus pflanzlichen Faserstoffen
AT136977B (de) Verfahren zur Veredlung von pflanzliehen Faserstoffen.
DE749049C (de) Verfahren zur Herstellung von waschbestaendigen Appretureffekten auf Textilstoffen aus Cellulosehydratfasern
DE647563C (de) Verfahren zum Veredeln von pflanzlichen Faserstoffen
AT145376B (de) Verfahren zur Veredlung von pflanzlichen Faserstoffen mittels Kupferoxydammoniaklösung.
DE717938C (de) Verfahren zum Weichmachen von Textilgut aus Cellulosekunstseide
AT136377B (de) Veredlungsverfahren für vegetabilische Textilien.
AT149340B (de) Verfahren zur Erzeugung von gemusterten Transparenteffekten auf Textilgebilden durch örtlich begrenzte Einwirkung von verdickter konzentrierter Chlorzinklösung.
AT122454B (de) Verfahren zur Veredlung künstlicher Zellulosefäden.
AT122935B (de) Verfahren zum Veredeln von vegetabilischen Textilfaserstoffen.
DE692690C (de) Verfahren zur Herstellung von Mustern auf textilen Flaechengebilden
AT164810B (de) Verfahren zum Transparentieren von cellulosehaltigen Fasern bzw. Geweben
DE257609C (de)
DE720813C (de) Verfahren zum Mercerisieren von Mischgespinsten oder Mischgeweben aus Baumwolle und umgefaellter Cellulose
DE16110C (de) Verfahren zum Appretiren von Geweben und Gespinnsten jeder Art mit alkalisch bereiteten Lösungen von Seide, Wolle oder Federn
DE748755C (de) Walkverfahren
AT155867B (de) Verfahren zur Behandlung von cellulosehaltigem Textilgut mittels Formaldehyd.
AT145189B (de) Verfahren zur Behandlung von Textilgeweben.
DE714147C (de) Verfahren zur Veredlung von Garnen, Geweben und Gewirken aus Cellulosehydratfasern oder Mischfasergut aus Baumwolle und Cellulosehydratzellwolle
DE850132C (de) Verfahren zum Transparentieren von zellulosehaltigen Fasern bzw. Geweben
DE857793C (de) Verfahren zur Herstellung von Versteifungsstoffen
DE650995C (de) Verfahren zur Erhoehung der Wasserbestaendigkeit von Mustern, die durch Anwendung mechanischer Mittel auf cellulosehaltigen Textilstoffen erhaeltlich sind