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Verfahren zum Transparentieren von cellulosehaltigen Fasern bzw. Geweben
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zum Transparentieren von cellulose- haltigen Fasern bzw. Geweben durch Imprä- gnieren mit alkalischen Celluloselösungen und
Nachmercerisieren, das gekennzeichnet ist durch die Verwendung von Cellulosezinkatlösungen.
Es ist bekannt, durch Imprägnieren mit
Lösungen von regenerierter oder modifizierter
Cellulose in Alkali, Cellulosexamhogenatlösungen,
Lösungen von Cellulose in Kupferoxydammoniak, alkalischen Lösungen von Celluloseäthern und Nachmercerisieren, z. B. unter Spannung, cellulosehaltige Gewebe durchscheinend zu machen. Auch ist es bekannt, diese Verfahren mit einer Säurebehandlung, z. B. mit einer
Schwefelsäure von 50 Be zu kombinieren.
Das erfindungsgemässe Verfahren weist gegen- über der erwähnten Imprägnierung mit Viskosebzw. Kuoxamlösungen oder alkalischen Lösungen von Celluloseäthern einen erheblichen Vorteil auf, indem ein Fällen bzw. Regenerieren det Cellulose oder ein Trocknen vor der Nachmercerisation unnötig ist. Man kann also in einem Arbeitsgang arbeiten, beispielsweise durch Vorschalten eines einfachen Foulards vor die Mercerisiermaschine.
Gegenüber der bekannten Verwendung von alkalischen Celluloselösungen hat die Verwendung von Cellulosezinkatlösungen ferner den Vorteil, dass man zur Bereitung der Lösungen nicht auf regenerierte Cellulose beschränkt ist, sondern auch Baumwollinters oder Zellstoff verwenden kann. Die Lösung geschieht in diesem Fall sehr bequem durch Zufügen kleiner Mengen von Wasserstoffsuperoxyd. Im Gegensatz hiezu ist es unmöglich, die genannten nativen Cellulosen einfach in Natronlauge zu lösen, ohne sie vorher weitgehend abzubauen. Man muss sie sogar durch intensives Behandeln mit Lauge in der Hitze unter Druck in eine besondere modi- fizierte"Form alkalilöslicher Cellulose überführen.
Gegenüber der Säuretransparentierung erhält man nach dem erfindungsgemässen Verfahren bemerkenswerterweise bei hochwertiger Transparentierung eine auffallende Weichheit des Griffes.
Das Verfahren kann auf Gewebe bzw. Fasern von Baumwolle oder regenerierter Cellulose, wie Kunstseide, Zellwolle od. dgl., wie sie z. B. auch für die Säuretransparentierung in Frage kommen, angewendet werden. Auch vormercerisierte Gewebe können Verwendung finden.
Als Imprägnierlösung werden zweckmässig Cellulosezinkatlösungen mit einem Cellulosegehalt von 2 bis 5% und einer Gesamtalkalinität (bezogen auf NaOH) von beispielsweise 5 bis 8% verwendet. Das Tränken geschieht vorteilhaft auf einem Foulard. Bei genügender Viskosität der Celluloselösung kann zum Aufbringen eine Rakel benützt werden, unter Umständen auch eine gemusterte Druckwalze, falls örtliche Effekte gewünscht werden. Erhöhte Temperaturen sind dabei nicht notwendig.
Nach dem Imprägnieren und Abpressen kann die Cellulose gegebenenfalls durch Ausfällen mit Salzen bzw. verdünnten Säuren regeneriert werden, doch ist eine solche Fällung nicht wie beim Arbeiten mit Kuoxam-oder Viskoselösungen unbedingt erforderlich. Ebensowenig braucht das Gewebe vor der Nachmercerisation getrocknet zu werden. Es genügt also, z. B. ein Gewebe auf dem Foulard mit der Cellulosezinkatlösung zu imprägnieren, abzupressen und feucht zu mercerisieren, um gute Transparenteffekte zu erhalten, wodurch eine wesentliche Vereinfachung gegenüber den bekannten Transparentierverfahren erzielt wird.
Zum Mercerisieren nimmt man normalerweise Natron-oder Kalilauge von Mercerisierstärke und säuert nach der vorwiegend heissen Entlaugung mit verdünnten Säuren ab.
Das Mercerisieren selbst geschieht gewöhnlich unter Spannung, falls klare Transparenteffekte erzielt werden sollen.
Man hat es jedoch in der Hand, je nach der verwendeten Spannung mehr milchige bis opalisierende Effekte zu erzielen.
Auch eine Säurebehandlung, z. B. mit Schwefelsäure von 50 Be kann an Stelle oder in Verbindung mit der Nachmercerisation durchgeführt werden.
Ebenso ist es möglich, durch Aufdruck von pigmentierten Reserven vor der Nachmercerisation und gegebenenfalls vor der CelluloseZinkatbehandlung örtliche Effekte zu erreichen.
Man erhält solche übrigens auch durch örtliches Aufbringen der Cellulosezinkatlösung. Ferner besteht die Möglichkeit, durch eine nachträgliche,
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gegebenenfalls örtliche Schrumpfbehandlung nach der Mercerisation Schrumpf-und Transparenteffekte wirksam zu kombinieren.
Die nachfolgenden Beispiele dienen zur Erläuterung der Erfindung und können beliebig variiert werden.
Beispiele :
1. Baumwollmousseline, gebleicht, nicht mercerisiert, wird auf einem Foulard mit einer
EMI2.1
EMI2.2
<tb>
<tb> Cellulose <SEP> 4 o
<tb> Zinkoxyd <SEP> 2%
<tb> Gesamtalkali, <SEP> berechnet <SEP> als <SEP> NaOH.... <SEP> 6'0
<tb>
Unmittelbar nach dem Imprägnieren wird das
Gewebe ohne Zwischentrocknung unter Spannung mit Natronlauge 300 Bé mercerisiert ; die Einwirkungszeit der Lauge wird hiebei auf eine halbe Min. bemessen. Dann wird mit heissem Wasser entlaugt, mit verdünnter Säure abgesäuert, neutralgewaschen und unter Spannung getrocknet. Zum Schluss wird leicht kalandriert. Man erhält so ein typisch transparentes Gewebe, der Griff wird hiebei verhältnismässig wenig versteift.
Für das vorliegende Verfahren geeignete Lösungen von Cellulose in Natriumzinkatlauge können wie folgt hergestellt werden.
A) 7-5 kg Natriumhydroxyd werden in 15 kg Wasser gelöst, in die heisse Lösung trägt man dann 2-5 kg Zinkoxyd ein, worauf so lange zum Sieden erhitzt wird, bis eine klare Lösung resultiert. Nun setzt man 3 kg Wasser hinzu, kühlt die Lösung auf Zimmertemperatur ab und rührt 5 kg kurz geschnittene Abfall-Viskose-Kunstseide ein. Nach guter Durchmischung lagert man die Masse während 1-2 Tagen, worauf man unter kräftigem Rühren langsam so viel kaltes Wasser zufügt, bis ein Totalgewicht von 100 kg erreicht ist. Während des Verdünnens geht die zuvor stark gequollene Cellulose in Lösung. Die erhaltene Lösung lässt man vorteilhaft noch etwa einen Tag stehen, worauf sie filtriert und gegebenenfalls durch Verdünnen mit Wasser oder verdünnter Natronlauge auf die zweckmässigen Arbeitskonzentrationen eingestellt wird.
B) In 24 kg Natronlauge 38" Bé werden bei Siedetemperatur 2-8 kg Zinkoxyd aufgelöst, die klare Lösung dann abgekühlt und 5 kg gebleicht Baumwoll-Linters eingetragen. Nach guter Durchmischung rührt man 0. 5 kg Wasserstoff- superoxyd conc. techn. 300 ig, verdünnt mit 9 5 kg Wasser, hinzu und lagert die Masse dann 20-30 Stunden bei 10-20'C. Anschliessend wird unter kräftigem Rühren langsam kaltes Wasser zugesetzt, bis das Gewicht der nun resultierenden Lösung 100 kg beträgt.
2. Gebleichter, nicht mercerisierter Baumwollmousseline wird auf einem Foulard imprägniert mit einer Natriumzinkat-Cellulose-Lösung, enthaltend :
EMI2.3
<tb>
<tb> Cellulose <SEP> 3'"
<tb> Zinkoxyd <SEP> 1-50,
<tb> Gesamtalkali, <SEP> berechnet <SEP> als <SEP> NaOH... <SEP> 7-5SO
<tb>
Anschliessend wird die Ware, vorteilhaft auf einem Dreiwalzenfoulard, der Einwirkung einer Lösung, enthaltend pro Liter
EMI2.4
<tb>
<tb> 50 <SEP> go <SEP> Glaubersalz <SEP> calc.
<tb> 25 <SEP> cc <SEP> Schwefelsäure <SEP> conc.
<tb>
ausgesetzt und dann mit kaltem Wasser neutralgewaschen. Nun wird auf einem Wasserkalander abgepresst und dann mit Natronlauge 32-'Be mercerisiert ; die Einwirkungszeit beträgt eine Min. Das Entlaugen, Absäuern, Waschen und Fertigstellen wird, wie in Beispiel l beschrieben, vorgenommen.
Wie nach der Arbeitsweise entsprechend Beispiel l wird auch hier ein relativ wenig versteiftes, jedoch weitgehend transparentes Gewebe erhalten.
3. Baumwoll-Mousseline merc. gebleicht wird mit einer Natrium-Zinkat-Cellulose-Lösung enthaltend :
EMI2.5
<tb>
<tb> Cellulose........................ <SEP> 4",.
<tb> Zinkoxyd......................... <SEP> 2"
<tb> Gesamtalkali, <SEP> berechnet <SEP> als <SEP> NaOH.. <SEP> 7-5tao
<tb>
imprägniert, wie in Beispiel 2 beschrieben, der Einwirkung einer Glaubersalz und Schwefelsäure enthaltenden Lösung ausgesetzt, gewaschen und anschliessend unter Spannung getrocknet.
EMI2.6
auf 5-10 C abgekühlt. Anschliessend wird mit kaltem Wasser neutralgewaschen, abgepresst, ausgestossen und unter Spannung getrocknet. Zum Schluss wird leicht kalandriert.
Man erhält so ein leicht versteiftes, transparentes Gewebe.
EMI2.7
enthaltend :
EMI2.8
<tb>
<tb> Cellulose........................ <SEP> 5"
<tb> Zinkoxyd <SEP> 2-50"
<tb> Gesamtalkali <SEP> berechnet <SEP> als <SEP> NaOH... <SEP> 7-5SO
<tb>
bedruckt und getrocknet. Nun wird die trockene Ware mit Natronlauge 38 Be imprägniert, 5 Min. in spannungslosem Zustande gelagert, mit heissem Wasser entlaugt, mit verdünnter Schwefelsäure abgesäuert und neutralgewaschen. Zum Schluss wird unter geringer Spannung getrocknet. Man erhält so transparente Druckeffekte auf einem geschrumpften, undurchsichtigen Fond.
5. Gebleichter, nicht mercerisierter Baumwoll- mousseline wird mit einer Natriumzinkat-Cellulose- Lösung gleicher Zusammensetzung wie im Beispiel 4 bedruckt und direkt anschliessend ohne zu trocknen mit Natronlauge 30 c, Bé während einer halben Min. unter Spannung mercerisiert. Nach dem Entlaugen mit heissem Wasser wird mit verdünnter Schwefelsäure abgesäuert, neutralgewaschen und unter Spannung getrocknet. Man erhält so transparente Druckeffekte auf einem glänzenden Fond.
6. Vorgereinigter Zellwollmousseline wird mit einer Natriumzinkat-Cellulose-Lösung folgender Zusammensetzung imprägniert :
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EMI3.1
<tb>
<tb> Cellulose <SEP> 4%
<tb> Zinkoxyd........................... <SEP> 2%
<tb> Gesamtalkali <SEP> berechnet <SEP> als <SEP> NaOH..... <SEP> 6%
<tb>
Anschliessend wird das Gewebe ohne Zwischentrocknung während einer halben Min. unter leichter Spannung mit Natronlauge 30 Bé behandelt, mit kochend heissem Wasser entlaugt, mit verdünnter Säure abgesäuert, neutralgewaschen und unter leichter Spannung getrocknet. Es resultiert ein leicht versteiftes Gewebe mit typischem Organdy-Charakter.
7. Ein vorgereinigtes Mousselinegewebe, welches in Kette und Schuss aus Viskosegam besteht, wird mit einer Natriumzinkat-CelluloseLösung gleicher Zusammensetzung wie in Beispiel 6 imprägniert, anschliessend durch eine wässerige Lösung, enthaltend pro Liter 50 go Glaubersalz calc. und 25 ce Schwefelsäure conc. geführt, neutralgewaschen und unter leichter Spannung getrocknet. Nun wird das Gewebe während einer Min. mit Kalilauge 300 Bé mercerisiert, mit heissem Wasser entlaugt, abgesäuert, gewaschen und unter leichter Spannung getrocknet. Das Gewebe wird durch diese Behandlung etwas versteift und deutlich durchscheinender.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Transparentieren von cellulosehaltigen Fasern bzw. Geweben durch Imprägnieren mit alkalischen Celluloselösungen und Nachmercerisieren, dadurch gekennzeichnet, dass zur Imprägnierung Cellolusezinkatlösungen verwendet werden.