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Verfahren und Vorrichtung zum Sammeln von deformierbarem Material groBer Länge, z. B. Kautsehuk- fäden.
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Ansammeln von deformierbarem Material grosser Länge, insbesondere von Kautschukfäden.
Fäden oder Schläuche werden häufig in grosser Anzahl gleichzeitig hergestellt und gleichzeitig fortlaufend behandelt, wobei die einzelnen Fäden oder Schläuche parallel zueinander einem vorgezeichneten Weg durch verschiedene Behandlungen folgen. Wenn diese Behandlungen beendet sind, müssen die Fäden gleichzeitig gesammelt werden, um nach einem andern Platz gebracht oder weiterbehandelt zu werden. Dies wird oft in der Weise durchgeführt, dass die Fäden, um Raum zu sparen, in übereinanderliegenden Lagen auf eine Trommel aufgewickelt werden. Beim Ansammeln von Kautschukfäden oder Schläuchen, wie sie z.
B. aus natürlichen oder kÜnstlichen Kautschukdispersionen erhalten werden, besteht die Gefahr, dass das unvulkanisierte Material durch die Beanspruchung beim Aufbringen auf eine Trommel deformiert wird und die Fäden aneinander haften bleiben, da die Berührungsflächen zwischen den nahe aneinander aufgewickelten und fortlaufend sich berührenden Fäden verhältnismässig gross sind und der unvulkanisierte Kautschuk ein natürliches Haftvermögen besitzt.
Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, Material grosser Länge, insbesondere klebriges Material, wie Kautschukfäden, in solcher Art anzusammeln, dass es gleichzeitig über eine grössere Fläche verteilt wird. Das Ansammeln soll dabei in der Weise durchgeführt werden, dass die dem Material erteilte Spannung auf einen vernachlässigbaren Wert verringert wird und sich nachher nicht mehr äussern kann. Weiter bezweckt die Erfindung, eine gleichmässigere Verteilung herbeizuführen und dadurch ein besseres Durchdringen der Hitze durch das Material zu gewährleisten, was besonders erwünscht ist, wenn das Material
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Gemäss der Erfindung besteht das Verfahren zum Sammeln von Material grosser Länge, z. B.
Kautschukfäden, in einem trogartigen Behälter darin, dass das Material dem Behälter mit konstanter Geschwindigkeit zugeführt und nach sich nicht deckenden elliptischen Figuren abgelagert wird, indem die Umdrehungsgeschwindigkeit des Behälters im Verhältnis zur Geschwindigkeit des zugeführten Materials in zweckmässig unregelmässigen Perioden verändert wird. Die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens weist ein am Boden des Behälters angreifendes radial verschiebbares Reibungsrad auf, und die Bodenfläche des Behälters ist gemäss der Erfindung mit einer Rille versehen, so dass das Antriebsrad für eine bestimmte Zeit ausser Eingriff steht.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist in der Zeichnung dargestellt, in welcher Fig. 1 die Vorrichtung in Seitenansicht, teilweise im Schnitt, und Fig. 2 eine Draufsicht auf die Vorrichtung mit den in dem Sammelbehälter angesammelten Fäden zeigt.
Die zu sammelnden Fäden 1 werden von der Vorrichtung, in der sie behandelt wurden, über eine Fördereinrichtung einer Rolle 2 zugeführt, die über dem trogartigen Sammelbehälter in solcher Höhe angeordnet ist, dass die Fadenenden unter der Bewegung des Behälters ausschwingen können, ohne dadurch eine unzulässige Verschiebung der Fäden an der Stelle, wo sie die Rolle verlassen, hervorzurufen.
Wenn der Behälter mit einer Geschwindigkeit gedreht wird, die der der herabfallenden Fäden entspricht, werden die Fäden 1 lotrecht, wie in Fig. 1 voll ausgezogen dargestellt, herabfallen und in übereinanderliegenden Kreisen, wie in Fig. 2 in voll ausgezogenen Linien eingezeichnet, sich ansammeln.
Beim Anwachsen des Fadenstapels werden die Fäden der unteren Lagen zwischen die benachbarten
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Fäden. hineingepresst und dadurch aneinander haftenbleiben, so dass schädliche Beanspruchungen bei der Trennung der Fäden, wenn diese für weitere Behandlungen abgewickelt werden, hervorgerufen werden.
Es wird daher eine Änderung der Drehungsgeschwindigkeit des trogartigen Behälters durchgeführt und der Behälter durch ein mit der Bodenfläche des Behälters in Eingriff stehendes, sich drehendes Element, z. B. ein Reibungsrad. 3 (Fig. l), angetrieben. Dieses Rad sitzt auf einer Welle 4, die in Lagern. 5 und 6 quer bzw. radial zum Behälter verschiebbar ist. Der Antrieb der Welle erfolgt durch eine Riemenseheibe 7 oder ein Getrieberad, das auf der Welle in einer längsverlaufenden Keilnut 8 aufgekeilt ist, so dass die Welle unabhängig von der zwischen den Lagern 5 und 6 angeordneten Riemenscheibe verschoben werden kann.
Die Hin-und Herbewegung der Welle und des Reibungsrades. 3 wird durch einen Keil 9 bewirkt, der zweckmässig in dem Lager 5 befestigt ist und den Oberteil des Lagers durchsetzt.
Der Keil greift in eine endlose schraubenförmige Rille 10 ein, die die Keilnut 8 kreuzt.
Durch Drehung der Riemenscheibe 7 wird- das Reibungsrad 3 gedreht und gleichzeitig radial zum Behälter hin-und herverschoben. Wenn sich das Reibungsrad. 3 gegen das Zentrum des Behälters bewegt, ist die Geschwindigkeit des Behälters grösser, als wenn es an dem Umfang angreift. Wenn der Behälter
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infolge der sich ändernden Geschwindigkeit nicht innerhalb des gleichen Zeitraumes, sondern mit einer gewissen Verzögerung erfolgt. Die herabfallenden Fäden werden dabei im Verhältnis, zu den während des entsprechenden Zeitraumes der vorhergehenden Umdrehung abgelagerten Fäden ein wenig versetzt, wie in Fig. dargestellt ist.
In den Figuren sind die bei konstanter Geschwindigkeit sieh ansammelnden Fäden durch voll ausgezogene Linien und die bei veränderlicher Geschwindigkeit sich ansammelnden Fäden strichliert dargestellt.
Ein Gleiten kann durch entsprechende Bemessung des Behältergewiehtes veranlasst werden, indem bei gewissen Stellungen des Reibungsrades das Trägheitsmoment des Troges grösser wird als das Reibungsmoment des Antriebes, oder es kann zwangläufig durch die Form der mit dem Reibungselement in Eingriff stehenden Bodenfläche des Behälter. s hervorgerufen werden. Man kann z. B. in der Bodenfläche 14 eine Rille 15 vorsehen, so dass das Antriebsrad 3 plötzlich für eine bestimmte Zeit ausser Eingriff steht.
Es kann jedoch auch eine Rutsehkuppluhg im Antrieb vorgesehen werden, durch die der zwangläufige Antrieb zeitweise ausgeschaltet wird, damit der Behälter während der zum Versetzen der Windungen oder zur Änderung ihrer Form notwendigen Zeit infolge seiner lebendigen Kraft weiterlaufen kann.
Die Fäden werden bei 11 gegen das Zentrum hin abgelenkt, nähern sich dem Rand des trogartigen Behälters bei 12, werden bei 13. wieder gegen das Zentrum und unterhalb. der Rolle 2 gegen den Rand des Behälters abgelenkt, wobei die Bahnen annähernd, aber nicht genau übereinstimmen, so dass auf- einanderfolgende Lagen einander durchkreuzen und : ein Aufbau wird, der dem einer Honig- wabe ähnlich. ist und leicht trennbare, gegenseitig sich abstützende Lagen aufweist.
PATENT-ANSPRÜCHE :.
1. Verfahren zum Sammeln von deformierbarem Material grosser Länge, z. B. Kautschukfäden,