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Verfahren und Vorrichtung zum Anbringen von Aufschriften oder sonstigen Darstellungen an
Gelatinekapseln.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Anbringen von Aufschriften u. dgl. an Gelatinekapseln, insbesondere Flaschenkapseln. Sie macht von der bekannten Erscheinung Gebrauch, dass sich Gelatinemassen bei Erwärmung ihrer Berührungsstellen miteinander fest verbinden, und besteht im wesentlichen darin, dass die Schrift-oder Bildzeichen aus zweckmässig andersfarbiger Gelatinemasse in einem besonderen Arbeitsgang in auf einem Träger entsprechend verteilten Formen hergestellt und mit der fertigen oder in Bildung begriffenen Kapsel durch Klebwirkung infolge Erwärmung der Berührungstellen von Kapsel-und Schriftmasse verbunden werden.
Zur Durchführung des Verfahrens können verschiedene Wege eingeschlagen werden. So kann ein mit gravierten Schriftzeichen od. dgl. versehener Dorn in die zur Bildung der Aufschrift bestimmte Gelatine getaucht, von der an seiner glatten Oberfläche befindlichen Gelatine befreit, hierauf in ein Härtemittel und sodann in die zur Bildung der Kapsel bestimmte warme Gelatine getaucht werden. Die in der Gravierung befindlichen Schriftzeichen aus Gelatine werden nur so weit gehärtet, dass sie beim Eintauchen in die warme Kapselmasse klebrig werden und sich infolgedessen mit dieser gut verbinden.
Die erhabenen Schriftzeichen befinden sich hiebei natürlich auf der mit dem Dorn in Anlage gewesenen Fläche der Kapsel, weshalb diese nach Abnahme vom Dorn oder bei der Abnahme durch Umstülpen gewendet wird.
Für Massenerzeugung geht man z. B. derart vor, dass auf einer geheizten Walze angeordnete Lettern mit einer Schicht von Gelatine versehen und mit der Aussenfläche einer ungehärteten Kapsel in Berührung gebracht werden.
Eine zur Durchführung des letztgenannten Verfahrens geeignete Vorrichtung ist in der Zeichnung in beispielsweiser Ausführungsform in Fig. 1 im Schnitt, in Fig. 2 in Draufsicht dargestellt.
Durch die Wandungen eines Behälters 1 für die zur Bildung der Schriftzeichen bestimmte Gelatine ragt eine in seitlichen Ständern gelagerte Welle 2, auf der eine in die Gelatine tauchende Trommel 3 sowie ausserhalb des Behälters Zahnräder 4, 5 fest angeordnet sind. Das Zahnrad 4 steht in Eingriff mit einem Zahnrad 6 eines Hohlzapfens 7, der an seinem in den Behälter ragenden Ende eine Scheibe 8 samt Rohr 9 trägt.
Im Rohr 9 ist ein elektrischer Heizkörper 10 angeordnet, der durch das Kabel 11 mit Strom versorgt wird. Auf das Rohr 9 können Hülsen 1 : 2 aufgeschoben werden, die Lettern tragen. Diese Lettern sind als Stichformen ausgebildet. Das Zahnrad 5 steht in Eingriff mit einem Zahnrad 13, das in ein Zahn-
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der Kapselerzeugung verwendeten Tauchdorne 18. Das Aufbringen und Abnehmen der Dorne erfolgt z. B. mit einer Klemmzange, deren in der Zeichnung ersichtliche Backen 19 in einen eingedrehten Hals des Dornes 18 eingreifen. Die Anordnung ist so getroffen, dass die Trommel. ?, die Letternwalze und die auf dem Dorn befindliche Kapsel 20 gleiche Umfangsgeschwindigkeit besitzen.
Mit der Trommel J wirkt ein Abstreifer 21 zusammen, der die bereits erstarrte Gelatine abnimmt, so dass die Trommel bei jedem Eintauchen einen frischen Überzug erhält.
Die Lettern nehmen in ihren Hohlräumen die von der Trommel. 3 gelieferte Gelatine auf und übertragen dieselbe in durch die Lettern gegebenen Formen auf den Umfang der mittels des Armes M 5 heran- geschwenkten Kapsel, ? 0. Die Schneiden der Lettern dringen hiebei leicht in die Kapselwände ein und
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erwärmen dieselben örtlich, wodurch die ungehärtete Kapsel dortselbst klebrig wird und ein Verschmelzen der beiden Gelatinemassen eintritt. Überdies erhalten die Schriftzeichen od. dgl. auf diese Weise scharfe
Ränder. Die Kapseln werden fortlaufend bei zurückgeschwenktem Arm 15 aufgeschoben und abgenommen. Die mit Aufschrift versehenen Kapseln werden in der üblichen Weise gehärtet.
Wie Versuche ergeben haben, ist eine Loslösung der Aufschrift nur unter teilweiser Zerstörung der Kapseln möglich.
Das Verfahren gemäss der Erfindung eignet sich insbesondere für elastische Kapseln.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Anbringen von Aufschriften oder sonstigen Darstellungen an Gelatinekapseln, dadurch gekennzeichnet, dass die Schrift-oder Bildzeichen aus zweckmässig andersfarbiger Gelatinemasse in einem besonderen Arbeitsgang in auf einem Träger entsprechend verteilten Formen hergestellt und mit der fertigen oder in Bildung begriffenen Kapsel durch Klebwirkung infolge Erwärmung der Berührungsstellen von Kapsel-und Sehriftmasse verbunden werden.
2. Verfahren nach Anspruch1, dadurch gekennzeichnet, dass ein mit eingravierten Schriftzeichen od. dgl. versehener Dorn in die zur Bildung der Aufschrift bestimmte Gelatine getaucht, von der an seiner glatten Oberfläche befindliehen Gelatine befreit, hierauf in ein Härtemittel und sodann in die zur Bildung der Kapseln bestimmte warme Gelatine getaucht wird.