AT132557B - Verfahren zum Behandeln von trocknenden Ölen. - Google Patents

Verfahren zum Behandeln von trocknenden Ölen.

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  Verfahren zum Behandeln von troeknenden Ölen. 



   Es ist bekannt, dass sich Leinöl und andere trocknende Öle beim Einblasen von Luft unter Erwärmen auf etwa 120  C polymerisieren und hierbei verdicken. Das auf diese Weise hergestellte Linoxyn fand seither Verwendung bei der Linoleumfabrikation, konnte aber für andere Zwecke nicht benutzt werden. 



   Weiter ist bereits vorgeschlagen worden, Leinöl unter Oxydatin so zu erhitzen, dass es beim Erkalten zu einem in heissem Leinöl löslichen Produkt erstarrt. indem man es auf   200-300  C   und darüber erhitzt und gleichzeitig verhältnismässig geringe Luft-oder Sauerstoffmengen bis zur Gummibildung einführt. Das so gewonnene Erhitzungsprodukt wird in unbehandeltem Leinöl, anderen trocknenden Ölen,   Ölmischungen   oder Ölfirnissen gelöst. 



   Demgegenüber besteht die Erfindung darin, dass man Stoffe von äusserst wertvollen Eigenschaften erhält, wenn trocknende Öle, insbesondere   Leinöl,   erwärmt werden, bis sie anfangen sich zu verdicken   (270-2800 C),   d. h. sich zu polymerisieren, und wenn man in diesem Zeitpunkte unter ständigem Erwärmen Luft einbläst, bis eine Temperatur von etwa   310  C erreicht   ist.

   Um zu verhindern, dass sich bei Ausführung dieses Verfahrens die beim Erwärmen entweichenden Dämpfe entzünden, wird für dasselbe eine Kochvorrichtung benutzt, die mit einer Einrichtung versehen ist. durch welche man Kohlensäure auf die Oberfläche der kochenden Masse zum Ersticken der Flamme leiten kann ; ausserdem lässt sich der Kesselinhalt bei einem Brand der Dämpfe schnell entleeren und abkühlen, worauf er wieder in den Kessel   zurück-   gebracht und das Erhitzen und Blasen fortgesetzt wird. 



   Durch diese Behandlung erhält man in kurzer Zeit ein verdicktes Leinöl, welches vielseitige Verwendung finden kann und das sich wesentlich von den bekannten Standölen unterscheidet, die ebenfalls durch langsames Verkochen bis auf etwa   3000 C aber ohne   Einblasen von Luft gewonnen werden. 



   Das durch Blasen mit Luft und Erwärmen bis 310  C gewonnene Öl verkörpert sich sehr schnell an der Luft ; es kann deshalb in der   Anstrichtecknik zur Herstellung   von Firnissen und Standöl gebraucht werden, als Druckfirnis, zur Herstellung von Linoxyn für die Linoleumfabrikation, als Dichtungsmasse, für Kitte, Massen für Vervielfältigungsapparate u. dgl. mehr. 



   Bei der Verwendung des geblasenen Öles für die Anstrichtechnik lässt sich die Viskosität je nach Wunsch einstellen. Infolge der ausserordentlich schnellen Trockenkraft kann man hieraus mit Lackbenzin, Terpentinöl od. dgl. Lösungen herstellen, bei welchen man unmittelbar eine Schicht auf die andere noch feuchte Schicht auftragen kann ; trotzdem wird eine gute und einheitliche Durchtrocknung und innige Verbindung der einzelnen Schichten erreicht, während keine Gefahr besteht, dass das Öl von der Fläche herabrieselt, wie dieses bei   dünnflüssigem   Leinölfirnis vielfach der Fall ist. 



   Das geblasene 01 kann vor oder nach dem Blasen mit Trockenstoffe, Harzen, Ölen und geeigneten Lösungsmitteln versetzt werden ; es lässt sich zur Herstellung von Öl-, Lackund Trockenfarben anreiben. Desgleichen kann es mit Zelluloseestern oder Zelluloseäthern gemischt und mit diesen zusammen angewandt werden. Man erhält auf diese Weise alle für 

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 aus Leinöl und Holzöl zusammengesetzt sind. 



   Beispiel 1 : Leinöl wird bis auf eine Temperatur von etwa 280  C erwärmt ; dann bläst man zweckmässig vorgewärmte Luft ein, wobei mit dem   Erwärmen   bis auf eine Temperatur von 310  C fortgefahren wird. Nach etwa 2 Stunden besitzt das Öl die Viskosität von normalem Standöl. In gleicher Weise kann man Leinöl behandeln, in welches vorher in 100 Teile   0'5%   Kobaltoxydhydrat und   0'20/0   Bleizucker eingetragen worden sind und das dann auf   2800 C   erwärmt wurde. Ferner kann Leinöl benutzt werden, das mit 100/0 Esterharz vermischt und auf 280  C erwärmt worden ist. Man kann auch eine aus 100 Teilen Leinöl und 20 Teilen Holzöl oder aus 100 Teilen Leinöl und 25 Teilen Sonnenblumenöl bestehende Mischung verwenden.

   Das fertige Präparat wird mit Benzin auf   streichfähige   Konsistenz verdünnt. 



   Beispiel 2 : Zur Herstellung einer Farbe werden 60 Teile Bleiweiss, 25 Teile unter Erwärmen bis auf   310    C geblasenes Leinöl, 15 Teile Lackbenzin und 3 Teile Sikkativ zusammengeknetet und dann vermahlen. 



   Beispiel 3 : 10 Teile unter Erwärmen auf   310    C geblasenes Leinöl werden in 10 Teilen Butylacetat gelöst und mit 10 Teilen niedrig viskoser Collodiumwolle, 10 Teilen Harzester, 10 Teilen Butylacetat, 15 Teilen Butylalkohol, 20 Teilen Essigester und   0   Teilen Toluol vermischt. 



    PATENT-ANSPRÜCHE :  
1. Verfahren zum Behandeln von trocknenden Ölen, wobei dieselben in der ersten Periode   unter Lüftabschluss   erhitzt und dann geblasen werden, dadurch gekennzeichnet, dass Leinöl oder Mischungen von Leinöl und Holzöl auf etwa   270-280  C bis   kurz vor Beginn des Polymerisationsvorganges erwärmt, dann mit Luft geblasen und gleichzeitig bis auf eine Temperatur von etwa 310  C und darüber erwärmt werden.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass trocknende Öle oder die Mischung von trocknenden Ölen vor oder nach dem Blasen unter Erwärmen auf Temperaturen von über 300 C mit Trockenstoffe. Harzen, Ölen oder Lösungsmitteln versetzt und/oder mit Farbkörpern angerieben werden.
    3. Verfahren zur Herstellung von Anstrichstoffen, dadurch gekennzeichnet, dass die nach Anspruch 1 und 2 erhaltenen Produkte mit Zelluloseestern oder Zelluloseäthern gemischt werden.
    4. Verfahren zur Herstellung von Anstrichen unter Verwendung der Anstrichstoffe gemäss den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass zwei oder mehrere Anstriche noch in feuchtem Zustande übereinander angebracht werden.
AT132557D 1929-05-01 1930-04-07 Verfahren zum Behandeln von trocknenden Ölen. AT132557B (de)

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