-
Verfahren zur Herstellung kolloidaler Quellmassen Durch das Patent
523 300 ist ein Verfahren zur Herstellung kolloidaler Quellmassen unter Schutz
gestellt, welches darauf beruht, daß elluloseäther mit Harzen oder Ölen oder finit
Harzen und Ölen bei einer Temperatur vcin _8o bis 3oo° C miteinander verschmolzen
",i-i-dcn. Die so gewonnene kolloidale Quelliii"isse känn mit solchen Lösungsmitteln
ver-(Iiiiiiit werden, in .welchen die Öle oder das i)1-13:ii-z-Gemisch sich löst,
die Quellkörper cl:il;cpcn nicht ünd worin diese letzteren quell-I:ilii" bluibun.
.Die auf diese Weise gewonnene (,)uelliii2issc@ Hil;t sich als Porenfüller verwenden,
induni sie I:einölirnis, Möbellack oder Lackiarbcn zul;c-s(-tzt wird; ebenso ist
sie als Zusatz bei dur Ilci-stellung von Mattlack geeignet.
-
Weitere Versuche haben ergeben, daß sich die Ausführung des Verfahrens
nicht auf die Anwendung der Temperaturen von 28o bis 300° C. beschränkt, sondcrii
daß man auch bei niedrigeren Temperaturen, etwa bei 2oo° C beginnend, brauchbare
Quellinassen von gleicher oder ähnlicher Beschaffenheit herstellen kann.
-
Während beim Zusammenschmelzen von 1-ein-öl, Standöl und Äthylcellulose
unter Anwendung einer Temperatur von i 2o° C keine homogene Masse erhalten wird
und eine Verbindung der Äthylcellulose mit dem Öl nicht zustande kommt, ist dieses
der Fall, sobald die Temperatur auf Zoo bis 28o° C gesteigert wird. Während. die
Verschmelzung bei höheren Wärmegraden schneller vor sich geht, muß bei 200° C und
darüber entsprechend länger verschmolzen werden. -Zur Ausführung des Verfahrens
werden z. B. 8o Teile @einölstandöl und 2o Teile Äthylcellulose bei einer Temperatur.
von 26o° C 15 Minuten lang unter gleichmäßigem Umrühren verschmolzen.' Zur
Herstellung. einer Firnismischung. werden 2o Teile dieser Quellmasse in 8o Teile
Leinölfirrlis und i o Teile Schwerbenzin verteilt.
-
Weiterhin läßt sich die Erfindung in folgender Weise ausführen: i.
.2o bis 4o Teile Äthyleellulose, niedrigviscos, werden mit 8ö bis 6o Teilen Leinöl
bei 24o° C miteinander verschmolzen, bis eine homogene Masse entstanden ist, was
in ungefähr i/2 Stunde erreicht ist. 5 bis 2o % der erhaltenen Schmelzmasse .. werden
j e nach der erwünschten Porenfüllwirkung zu einer fertigen Fußbodenlackfarbe gemischt.
Zweckmäßig wird die Farbe mit dieser Masse vermahlen, um eine möglichst innige und
kornfreie Mischung zu erzielen. Die Lackfarbe muß auf gute Streichfähigkeit mit
io
bis 20 o/o Kristallöl verdünnt werden. Das Endprodukt ist eine
Fußbodenlackfarbe, welche mit schönem Glanz hart auftrocknet.
-
2. i o Teile Äthyloellulose, niedrigviscos, werden mit 9o Teilen Leinöl
bei etwa 22o° C bis zur vollkommenen Lösung der Äthyleellulose in dem Leinöl verschmolzen,
was nach 2 bis 3 Stunden der Fall ist. Man erhält ein Schmelzprodukt von standölartiger
Konsistenz, welches mit i 2o Teilen Kristallöl auf Streichfähigkeit zu verdünnen
ist. Der Zusatz von Sikkativ erfolgt in der für Firnis und Lacke bekannten Weise.
Das erhaltene Produkt ist ein sog. Sparfirnis, welcher auf poröser Grundfläche bei
einmaligem Aufstrich eine dichte Grundierung ergibt, auf welcher jeder nachfolgende
Anstrich, ohne wegzuschlagen, stehenbleibt. An Stelle von 9o Teilen Leinöl können
auch Gemische von Leinöl und Holzöl, z. B. 7o Teile Leinöl und 2o Teile Holzöl,
verwendet werden. Hierdurch wird die Trokkenkraft des Produktes und die Widerstandskraft
gegen Feuchtigkeit erhöht. Zum Verdünnen der erhaltenen Cellulose schmelzprodukte
ist insbesondere das sog. Kristallöl geeignet, welches die Eigenschaft hat, die
Äthylcellulosequellmasse nicht zu lösen, sondern in Quellung zu erhalten. Kleine
Zusätze von Terpentinöl, bis zu 30 % des angewendeten Kristallöles, können ohne
weiteres erfolgen, da auch hierbei noch keine Lösung der Äthylcelluloseschmelze
eintritt-Das Verfahren kann auch so ausgeführt werden, daß statt der 8o Teile Leinölstandöl
des Beispiels 8o Teile Kolophonium -oder 4o Teile Leinölstandöl und 4o Teile Kolophonium
unter sonst gleichen Versuchsbedingungen zur Anwendung gelangen.