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Verfahren und Vorrichtung zum Gerben von Leder.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Gerben von Leder aller Art. insbesondere von Sohlenleder, Riemenleder, Unterleder u. dgl., unter Verwendung rotierender Gerbfässer und Absaugen der entwickelten Gase.
Bei den nach bekannten Verfahren in Gerbfässern, auch solchen, welche während der üblichen Gerbprozesse unter Absaugen der entwickelten Gase in Drehung versetzt werden, behandelten Häuten leidet meist die Qualität des Leders. Die Farbe dunkelt zu stark, es wird brüchig und ungleichmässig
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behandelt werden muss, weiters wird es verschiedenartig infolge des Abscherens der Narbenseite während des Drehens der Gerbfässer beträchtlich beschädigt.
Das gemäss der Erfindung behandelte Leder ist von bester Qualität und weist keinen der erwähnten Mängel auf. Weiters wird die zum Gerben erforderliche Zeit bedeutend verkürzt, die Herstellungskosten im Hinblick auf die Qualitätsverbesserung verringert und die Lebensdauer der Gerbvol1'ichtul1g bedeutend erhöht.
Das erfindungsgemässe Verfahren wird in folgender Weise ausgeführt und sei an Hand eines Ausführungsbeispieles erläutert :
Zuerst werden die Häute mit Kalk behandelt und die Borsten oder Haare sowie das überschüssige
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Häute ohne Beschädigung oder Verlust vom Kalk befreit und gereinigt und gegenüber Beschädigungen durch stark konzentrierte Gerbflüssigkeiten unempfindlich,
Die so vorbehandelten Häute werden nun in ein entsprechend starkes, in Drehung versetzbares
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unter beschleunigter Drehung und ununterbrochenem Absaugen der sich während der Behandlung bildenden schädlichen Gase, wie Kohlendioxyd, durchgeführt,
Das Wesen der Erfindung liegt in der Kombination der Vorbehandlung der Häute in einem chromsäurehaltigen Bade,
unter nahheriger Behandlung mit einer 12-14 Bé starken tanninhaltigen Gerb-
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gekiil'zte Verfahren wird eine grosse Ersparnis an Tanninsubstanz erzielt, die bei lange dauernden Gerbprozessen infolge der Bildung von Kohlendioxyd weitgehend zerstöt wird.
Zur Durchführung des Verfahrens eignet sich vorzugsweise die nachstehend beschriebene Ausführung des Gerbfasses.
Das Fass besteht in bekannter Weise aus einer aus Dauben 11 od. dgl. verfertigten zylindrischen Trommel 10, die durch Bänder j ! 2 zusammengehalten wird. Die Beschickungsvorrichtung M ist durch eine Tür. 14 hermetisch abschiessbar. Als Sperreinrichtung dient z.
B. eine bei 16 an die Trommel 10 angelenkte Sperrschiene 15, deren Ende mittels Bolzens 17 in der Schliessstellung festgelegt wird. Die Trommel 10 ist mittels einer Hohlwelle 19 und einem Wellenstummel 19' in den Lagerständern 18 in
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erfindungsgemäss spitzwinkelig gebogenen, mit seinem offenen Ende gegen die Fassdecke gerichteten, während der Bewegung des Fasses feststehenden Hohlstutzen 192 ausgebildet, wodurch ein Eintreten von Gerbbrühe oder Fremdkörper während rascherer Drehung in die Saugleitung vermieden wird.
Das andere Ende der Hohlwelle 19 ist mittels einer StopfbÜchse 20 in bekannter Weise an eine mit der Saug-
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des Rückschlagventil dar. 23 ist ein von Hand aus zu betätigendes Absperrventil für die Rohrleitung 21.
Das Manometer M zeigt den im Fass herrschenden Druck an. Das Fass wird vermittels des Zahnrades 2,), in welches ein auf der Welle 27 aufgekeilter Triebling 26 eingreift, in Drehung versetzt. Die Wel] e 27 ist in einem der Lagerböcke 18 gelagert und wird z. B. mittels Riemenscheibe 28 angetrieben.
Im Innern des Fasses sind nach einwärts ragende Zapfen 29 vorgesehen, die erfindungsgemäss in einer Länge von 20 bis 30 cm gehalten sind. Um die Gefahr des infolge Einsetzens der Zapfen 29 in die Fassdauben auftretenden Undichtwerdens zu beseitigen, werden diese in besonderer Weise befestigt.
Mehrere Zapfen 29 werden auf geeignete Weise an einem Brett 30 angeordnet. welch letzteres mittels Bolzens 31 an der Innenwand der Dauben befestigt ist. Im Fass sind mehrere derartige Bretter in Ab- ständen voneinander angeordnet, wobei die Zapfen der benachbarten Bretter zueinander versetzt sind. indem die Bretter abwechselnd z. B. mit vier bzw. fünf Zapfen ausgestattet werden. Durch die neuartige Anordnung der Zapfen wird die Beanspruchung der letzteren nicht unmittelbar auf die Dauben über-
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da infolge des ununterbrochenen Absaugens der Gase der Gerbvorgang unter vermindertem Druck stattfindet. Das Fass macht mindestens acht bis zwölf Umdrehungen pro Minute.
Infolge der Anordnung von langen Zapfen (bisher wurden Zapfen von höchstens 15 cm Länge verwendet) werden die Häute unausgesetzt in Bewegung gehalten und der Gerbvorgang sehr rasch durchgeführt. Ein Verletzen der Häute durch die durch Reibung erzeugte Wärme kann nicht erfolgen, da sie. wie oben beschrieben, einer entsprechenden Vorbehandlung unterworfen wurden.
PATENT-ANSPRUCHE :
1. Verfahren zum Gerben von Leder unter Verwendung rotierender Fässer und Absaugen der entwickelten Gase, dadurch gekennzeichnet, dass die in an sich bekannter Weise in einem chromsäure- haltigen Bade vorbehandelten Häute mit einer 12-14 Bé starken Tanninlösung unter beschleunigter Rotation des Gerbfasses und Absaugen der entwickelten Gase zirka 12-24 Stunden lang behandelt werden.