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Verfahren zur Herstellung von Strassen aus Hartgesteinen.
Die wassergebundene Steinschlagstrasse mit ihrem Normalschotter von 50-60 mm Stärke ist dem modernen Verkehr nicht mehr gewachsen. Der Raddruck der schnellen und schweren Autofahrzeugen, bei welchem das Auto nicht mehr geschoben wird, sondern selbst schiebt, einmal nach der einen, das anderemal nach der andern Richtung, lockert den Verband, der saugende Gummi zieht die feinen Splittund Sandteile aus der Decke, das ganze Gefüge wird lose, die kleinen Steine werden herausgeschleudert und es bilden sich die bekannten Schlaglöcher, wodurch binnen kurzer Zeit die Strasse zerstört wird.
Es ist nun bekannt, groben Schotter bis zu 40 mm Korngrösse gemischt in ein Splittbett einzuwalzen. Es hat sich aber herausgestellt, dass die vorgesehene Splittgrösse bis 40 mm nicht immer an-
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nehmen, dann würde das sogenannte Hohlraumminium nicht erreicht, die Decke würde von oben und unten wasserdurchlässig und deren Haltbarkeit wäre nicht gewährleistet.
Die bisher bekannte Steinsetzkunst kennt nur die Regel, dass die Steine ringsherum mit Fugen versetzt und dann von oben gerammt werden. Eine Walzung von Pflasterdecken war deshalb bisher nicht üblich, weil die Steine beim Walzen durch die schiebend Wirkung der Walze sich umgelegt haben.
Die Erfindung, bei welcher die Steine nicht gerammt werden können sondern gewalzt werden müssen, musste dieser Erscheinung begegnen u. zw. deshalb, weil sich herausgestellt hat, dass, wenn die Steine willkürlich mit der Spitze nach unten gesetzt werden, und wie bei der bisherigen Setzweise ringsherum Fugen gelassen werden, die Steine unter der Walze kippen und sich umlegen. Dadurch entstand eine verzahnte unebene Oberfläche.
Um nun die erwähnten Dbelstände zu vermeiden und eine dauernd gute Verankerung der Steine
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35% 5-15 mm, 25% 15-25 mm zusammengesetzt. In dieses Splittbett wird wie üblich grober Steinschlag in Kleinpflaster ähnlichem Format eingesetzt und eingewalzt.
Bei der Herstellung der Strassendecke werden die Steine in bekannter Weise mit der Spitze nach unten und der ebenen Fläche nach oben von Hand versetzt. Neuartigerweise stehen die Steine in ihren waagrechten Fugen mit den Ecken gegeneinander, so dass jeder Stein den andern mit den Ecken berührt und keine paralellen, sondern spitzwinkelige oder keilförmige Fugen entstehen, wodurch ein Kippen oder Umfallen der Steine unter der Walze vermieden und die Verzahnung und innere Verankerung der Steine erzielt wird.
Es werden nicht die bekannten, regelmässig gearbeiteten Gross-und Kleinpflastersteine, sondern unregelmässige polygonale, dem bisherigen Schotter ähnliche, aber viel grössere Schottersteine verwendet.
In der Grösse von 7-9 cm ergeben die Steine eine leichte Decke, welche den mittleren Verkehr aufnehmen kann, in der Grösse von 9-11 cm werden die Steinde verwendet zur Herstellung von Strassendecken bis zum schweren Verkehr.
Die Steine sollen konisch sein, dürfen aber keineswegs würfelförmig sein ; es können also alle harten Gesteine, deren Struktur sie nicht zur Herstellung von Pflastersteinen geeignet macht, verarbeitet werden.
Andrerseits können auch ein Teil der Abfälle bei Herstellung von Pflastersteinen verwendet werden.
Damit wird ein grosser volkswirtsehaftlicher Fortschritt erzielt, indem ungeheure Bodenschätze in Form von Hartsteinen, die wohl von guter Qualität sind, aber nicht zu Pflastersteinen verarbeitet werden konnten, der allgemeinen Wirtschaft zugeführt werden können.
Diese grossen Schottersteine müssen in der Strasse fest verankert werden. Pflastersteine werden in Sand versetzt und festgerammt, gewöhnlicher Normalschotter wird mit Splitt und Sand von oben
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eingewalzt. Beide Methoden würden bei den grossen polygonalen Schottersteinen versagen. Die grossen unregelmässigen Steine werden in ein Splittbett gelegt, das aus einer Zusammensetzung von feinstem Splitt bis gröbstem Splitt besteht.
Die Mischung richtet sich nach der Grösse der Hohlräume, welche sich bei der Schichtung des grossen Schotters bilden. Die Hohlräume werden in ihrem Ausmass durch das Mass der Wasserverdrängung von beispielsweise 100 kg Steinen bestimmt. Sehr konische Steine bedürfen mehr groben Splitt wie weniger konische Steine.
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15-30 mm bestehen. Das Splittbett erhält für die leichte Decke eine Stärke von etwa 5 cm und für die schwere Decke von etwa 7 cm.
In dieses Splittbett werden die Steine für die leichte Decke in Stärke von 7-9 cm eingegabelt.
Für die schwere Decke werden die Steine von 9-11 cm Stärke mit der Hand leicht eingesetzt.
Dabei ist darauf zu sehen, dass eine ebene Fläche nach oben kommt und die Steine mit den Ecken aneinanderstossen, ein Nebeneinanderstehen mit parallelen Flächen oder gar ein Hartaneinandersetzen der Steine mit Pressfugen muss vermieden werden.
Nach dem Einbringen der Steine mit der Gabel oder nach dem Setzverfahren wird die Walzung mit einer schweren Walze von 15-20 Tonnen vorgenommen. Die Walze drückt dabei die Steine von oben in das Splittbett hinein, es wird so lange gewalzt, bis der Steinsplitt sich von unten in die Fugen heraufgepresst hat. Dadurch wird eine vollständige Ineinanderverzahnung der groben und feinsten Steinteilchen erzielt, es entsteht ein vollständig ineinander verankertes Steingerüst. Die saugende Wirkung der Kraftwagenreifen kann den Verband nicht mehr lösen ; dieses umgekehrte Verfahren gegenüber der bisherigen Strassenwalzung bildet den Haupterfindergedanken.
Das so erzielte Steingerüst würde vollständig genügen, um dem Verkehr auch auf die Dauer zu widerstehen. Es sind aber immer noch feinste Hohlräume vorhanden, welche gedichtet werden müssen, namentlich um die Decke vollständig wasserdicht und staubfrei zu machen. Die Decke wird deshalb mit Steinsand unter Verwendung von wässerigen Lösungen von Teer oder Bitumen unter der Walze nochmals eingeschlemmt und mit Feinsplitt abgesplittet.
Um die Decke auch für Stadtstrassen mit vollständig ebener Oberfläche geeignet zu machen, wird die Ausgleichung der kleinen Unebenheiten der Steine durch eine Oberflächenbehandlung derart erzielt, dass die Decke mit geeigneten Teer-oder Bitumenpräparaten, die sich mit den Steinen fest verbinden, im Heiss- oder Kaltverfahren unter nachträglicher Absplittung vergossen wird.
Dabei kommt zur Geltung, dass nicht etwa Teer oder Bitumen oder deren Gemisch mit Steinsplitt, die immer wieder zu ergänzende Verschleissschicht bildet, sondern dass bei der geschilderten Decke durch deren allmähliche Abschleifung im Verkehr der Stein die Verschleissschicht bildet.
Damit wird ein weiterer Zweck erreicht, indem die Verbindung des Steines mit Teer oder Bitumen eine griffig Decke erzielt, welche nicht staubt und in Verbesserung aller andern geschlossenen neuzeitlichen Decken dem Auto wie dem Pferdefuhrwerk gleichmässigen Halt bietet. Dabei kann die Strasse nach ihrer Fertigstellung ohne lange Absperrung sofort dem Verkehr übergeben werden.
Man kann diese Bauweise auch dadurch ergänzen, dass das Splittmaterial mit bituminösen, zementierenden oder kalcinierenden Stoffen vermengt, namentlich wenn man es mit unnachgiebigem Unterbau zu tun hat und die Strasse längere Zeit abgesperrt werden kann.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Strassendecken, bei dem grober Steinschlag in Kleinpflaster ähnlichem Format in ein Splittbett eingesetzt und eingewalzt wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Splittbett aus 40% Steinsplitt Grösse 0--5 mm, 35% 5-15 mm, 25% 15-25 mm besteht, um eine dauernd gute Verankerung der Steine im Splittbett zu erzielen.