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Verfahren zur Herstelltmg von Rosshaar- (Krollhaar-) oder Pflanzenfasermatten.
Dem Patente Nr. 124. 536 liegt der Zweck zugrunde, ein Material zur Herstellung von Polsterungen herzustellen. Dies wird unter anderem auch dadurch erzielt, dass Rossliaar- (Krollhaar-) oder Pflanzenfasermaterial durchgängig mit einer Gummi-od. dgl. Losung im- prägniert wird.
Dem Zwecke des Polsterungsmaterials entsprechend braucht hiebei der Zusammenhang der Fasern nicht unbedingt ein so starker zu sein, dass hiedurch eine in sich dauerhafte Festigkeit des Erzeugnisses gegeben ist, da ja das Material in die Polsterung eingeschlossen wird und nur die gegenseitige unverrückbare Verbindung eines Grossteils der Fasern angestrebt werden braucht, damit sich das Füllmaterial im Überzug nicht verschiebt.
Es hat sich nun gezeigt, dass man auf dem von der Erfindung eingeschlagenen Weg zu einem Mattenmaterial gelangen kann, das über den vom Stammpatent angestrebten Zweck hinaus an sich mit besonderem Vorteil als Bodenbelag oder. Teppich, insbesondere für Badezimmer u. dgl. als von einer besonderen Polsterung unabhängiger poröser, luftdurchlässiger Sitzpolster u. dgl. verwendbar ist, die sich besonders für Gartenmöbel usw. eignen, da sie für Witterungseinflüsse (Regen) vollkommen unempfindlich sind. Bei einem solchen Material ist es erforderlich, der Oberfläche besondere Festigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Angriffe und den Einfluss der Feuchtigkeit zu geben.
Die Ausgestaltung der im Stammpatent geschützten Erfindung besteht nun darin, dass das durchgängig in einem den Zusammenhang der Fasern gewährleisteten Masse mit einer Gummi-od. dgl. Lösung imprägniertes Haar-oder Fasermaterial in der Gebrauchsform angeordnet ist und auf einer oder auf beiden Seiten mit einem vorteilhaft durch Ausspritzen allenfalls an verschiedenen Stellen in verschiedenen Farben aufgebrachten, die Zwischenräume zwischen den Fasern offen haltenden Überzug aus Nitrolack, Gummilack od. dgl. fest haftenden elastischen Lacken versehen wird.
Nachstehend ist die Erzeugung eines insbesondere für Badezimmer geeigneten Vorlege- teppichs beschrieben.
Das Fasermaterial wird mit Gummilösung imprägniert und entweder vor der Imprägnierung zu einer in der Grösse des Teppichs begrenzten Schicht von mehreren Zentimetern Dicke geformt oder nach dem Imprägieren in die gewünschte Form durch Zuschneiden oder Stanzen gebracht. Nach dem Abbinden der Imprägnierung, allenfalls nach der Vulkanisierung derselben werden die Oberflächen gegebenenfalls unter Auflegen von Schablonen mit verschiedenen Farben oder Lacken bespritzt, so das eine einem Teppichmuster entsprechende Ornamentierung entsteht. Selbstverständlich kann auch eine einheitliche Färbung gewählt und gegebenenfalls Farbstoff der Gummilösung beigesetzt werden. Über den verschiedenfarbigen Lackauftrag kann noch ein solcher von durchsichtigem Lack gelegt werden.
Die Färbung kann auch durch Tauchen oder Streichen oder es kann auch eine Farbenkombination (Dessin, Ornamentierung usw.) in der Weise erzielt werden, dass nach einer der vorbeschriebenen Arten gefärbte Teile nachträglich durch Kleben, Nähen usw. in geeigneter Weise zusammengesetzt werden.
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Es entsteht so ein sehr elastischer und grobporiger Teppich, der im Gegensatz zu einem solchen aus Gummischwamm das Wasser nicht hält, sondern auf den Estrich des Badezimmers durchfliessen lässt, so dass. der Teppich an der oberen Seite beim Darauftreten kein Wasser austreten lässt.
In analoger Weise können ringförmige oder anders geformte Sitzpolster od. dgl. hergestellt werden, die gegenüber allen bisher gebräuchlichen Sitzflächen luftdurchlässig und kühl sind.