<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren zur HerstelluHg von Holzkörpern.
EMI1.1
üblichen Leim bestrichen, übereinandergelegt und zunächst einer Kaltpressung unterworfen werden, die auch bei den dünnsten normalen Furnieren mindestens zwei Stunden anhalten nämlich bis der Leim sich etwa sirupartig verdickt hat. während die Furniere infolge der nun aufgenommenen Feuchtigkeit aufgeweicht sind. Darauf erfolgt die eigentliche Verleimung des noch nicht gebundenen weichen Stapels zugleich mit dessen Verformung durch heisse Pressung.
Um solche Körper formbeständig zu machen, ist bekannt geworden, an Stelle normaler Furniere solche dünnen Holzblätter zu verwenden, deren Zellhohlränme in der Mehrzahl mechanisch, z. B. durch eine besondere Art des Schälens aufgeschlossen sind und vor deren Verleimuug zum Imprägnieren oder Konservieren Zellstofflösungen, Lacke, Firnisse od. dgl. verwendet werden. Es kann das Imprägnierungs-oder Konservierungsmittel in das innere der Hohlräume eindringen und dadurch diejenigen Stoffe in den Zellhohlräumen des Holzes ab- schliessen, die das sogenannte Arbeiten des Holzes verursachen.
Es ist ferner bekannt, bei Verwendung derartiger Holzblätter mit mechanisch aufge-
EMI1.2
Herstellungsverfahrens erreicht wird.
Da infolge der Kleinheit der Holzzellen selbst äusserst dünne Holzblätter in der Regel mehrere Zellen übereinander aufweisen, so bestehen derartige, mechanisch aufgeschlossene Holzblätter in der Hauptsache aus nicht unmittelbar durchschmittenen Zellhohlräumen. Solche Blätter mit den vorgenannten Füllstoffen auszufüllen, hat also bei der Dickflüssigkeit dieser Füllstoffe gewisse Grenzen. Ausserdem sind bekanntlich der Formbarkeit selbst dünngeschich- teten Holzes gewisse Grenzen gezogen, und auch die vorgenannten Füllstoffe selbst gestatten nur eine begrenzte Verformung. Selbst wenn äusserlich nicht Risse sichtbar sind, so haben doch die geformten Gegenstände, z. B. an den Ecken, häufig innere Zerreissungen erfahren, die die Festigkeit und Dichtigkeit dieser Körper mindern.
Dies ist nach der Erfindung dadurch vermieden, dass die Holzblätter, deren Zellhohlräume in der Mehrzahl mechanisch aufgeschlossen sind, mit einem Binde-und Konservierungs- bzw. Imprägnierungsmittel versetzt werden, das bei Erhitzung schmilzt oder einen schmelzenden Bestandteil hat, und dass das Pressen der übereinandergeschichteten Blätter in die gewünschte Form bei einer so hohen Temperatur erfolgt. dass das Binde-Konservierungs- bzw. Imprägnierungsmittel oder dessen Zusatz schmilzt. Dabei wird das Bindemittel bzw. der Zusatz derart dünnflüssig, oder verwandelt sieh sogar in Dampf, dass eine wesentlich wirksamere Durchdringung des Holzes stattfindet.
Selbst nur sehr wenig aufgeschlossene kleine Zellhohräume können daher wirksam vom Füllstoff erfasst werden.
Ein weiterer erheblicher Vorteil wird ferner hiebei dadurch erzielt, dass dieser Füllstoff unmittelbar nach der heissen Verformung mindestens noch füssig ist und infolgedessen etwa bei der Verformung entstandene Beschädigungen der Inneren Struktur wieder festigt und abdichtet.
<Desc/Clms Page number 2>
Ausserdem hat man hiebei den praktisch erhebliche)). Vorteil, ans de)) mechanisch aufge- schlossenen und ausgefüllten Blättern Platten von unbeselnränkter Haltbarkeit herstellen zu können, die mit einem bei Erhitzung schmelzenden Stoff bereits völlig durchtränkt und daher in heissem Zustand weich sind. dieser Stoff ist nur durch die Abkühlung erstarrt. Wenn man also später ein entsprechend erhitztes Formungswerkzeug mit einer solchen Platte beschickt, so wird der schmelzende Bestandteil der Platte, der ja sehr fein in ihr verteilt ist, flüssig. Die Platte ist dann also völlig von einer Flüssigkeit durchsetzt, d. h. ohne jedes weitere Zutun aufgeweicht.
Die bisher notwendige vorherige Erweichung der Platte war nicht nur ein an sich zu leitender Aufwand an Arbeit und Lösungen, sondern die erweichende Flüssigkeit musste im Formungswerkzeug wieder zur Verdunstung gebracht werden. Dies ist mit einem für die Massenherstellung sehr ins Gewicht fallenden Aufwand an Zeit und Wärme und zumeist mit einer Verschmutzung des Formungswerkzeuges verbunden. Naelh der vorliegenden Erfindung
EMI2.1
ohne Zeit-oder Wärmeverlust bewerkstelligt werden kann. Während ferner das bisherige gleichzeitige Binde-und Imprägnierungsmittel (Zellstofflösung) einen grossen Aufwand an chemischen Stoffen und an Arbeit erforderte, kommen nach der vorliegenden Erfindung vorzugsweise Harze, wie z. B.
Kolophonium, in Betracht, deren sehr geringer Beschaffungswert die Verwertung derart dünngeschichteter Holzplatten für die meisten praktischen Zwecke überhaupt erst möglich macht.
Das Verfahren kann in folgender Weise durchgeführt werden :
Ausführungsbeispiel : In einem der bekannten wasserfesten gebrauchsfertigen Kaseinleime wird etwa die halbe Gewiehtsmenge Kolophoniumstaub verrührt. Dabei ist eine Verbindung des Kolophoniums mit dem Kaseinleim nicht zu befürchten, wenigstens nicht in einer praktisch merklichen Menge ; denn jeder gebrauchsfähige mehr oder weniger wasserfeste Kaseinleim ist eine kolloide Lösung eines Kaseinsalzes, das aus Kasein mit irgendeiner Base gebildet wurde ; unverbundenes Kasein dagegen, mit dem sich Kolophonium bis zu 6 /u des Kaseingewichts verbinden könnte (zu harzsaurem Kasein), ist in keinem Kaseinleim in praktisch merklichen Mengen enthalten, da unverbundenes Kasein sich nicht löst, sondern störende Klumpen bilden würde.
Man erhält also bei diesem Ausführungsbeispiel eine Lösung eines Bindemittels, und zwar eine Lösung irgendeines basischen Kaseinsalzes, die bekantlich praktisch immer erheblich dickflüssig ist und in der das Imprägnierungsmittel Kalophonium. das an sich als Bindemittel bekanntlich gar nicht in Betracht kommen kann, frei und unverbunden als Fremdkörper in Stabform stehen bleibt.
Werden nun mit diesem kombinierten Mittel bestrichene mechanisch genügend aufgeschlossene Holzblätter einer Heisspressung unterworfen, so wechseln Binde-und
EMI2.2
unter der Hitze, wird dünnflüssig. ist aber auch in diesem Zustande in Kaseinleim unlöslich und wird durch den Druck der Presse teils in die Zelllhohlräume des Holzes gedrückt ; das
EMI2.3
Wasser aus, das bei den Lüftungen abdunstet, und erhärtet.
Da es schon bei Beginn der Heisspressung dickflüssig war und dann unter der Wirkung der Heisspressung immer noch dicker wurde, bis es erhärtete, so hat es das Holz weniger durchdrungen ; das Holz ist aber mit dem Kolophonium durchtränkt, das im ganzen Verlauf der Heisspressung mindestens dünnflüssig geblieben ist und zuletzt auch noch diejenigen Stellen überzieht, die ihm zuvor durch das Wasser des Bindemittels versperrt waren. Eine solche Platte ist also völlig von Kolophonium durchtränkt, nur ist letzteres infolge Abkühlung erstarrt. Wird die Platte später einmal erhitzt, z. B. bei ihrer Verarbeitung durch ein entsprechend erwärmtes Formungswerkzeug, so übt das auf das Holz und auf den Kaseinleim keinen wesentlichen Einfluss aus. Aber das überall in ihr fein verteilte Kolophonium wird wieder flüssig.
Dadurch ist ihre Verformbarkeit erhöht und, falls bei der Verformung kleine innere Zerreissungen des Holzes oder des Kaseinleimes eintreten sollten, so werden sie mehr oder weniger vom flüssigen Kolophonium ausgefüllt werden, das beim Abkühlen wieder erstarrt und eine innere Ausbesserung dieser Stellen darstellt.
Das Verfahren lässt sich aber auch mit in der Hitze schmelzbaren hnprägnierungs-bzw.
Konservierungsmitteln durchführen, die selbst eine für diese Zwacke genügende Bindefähigkeit besitzen.
Ausführungsbeispiel : In Kolophonium von etwa 180 C wird die gleiche Menge Guttapercha verschmolzen und dann eine geringe Menge Schwefelblüte eingerührt. Dieses Mittel lässt sich in diesem heissem Zustande leicht auf die Holzblätter auftragen und dringt, besonders bei der Heisspressung. leicht in die anfgeschlossenen Zellhohlräume ein. Da die Schmelze keine Lösungsmittel enthält, so kann sie die Hohlräume der Holzblätter vollkommen ausfüllen, was bisher niemals möglich war, da durch das Verdunsten des Lösungsmittel stets Hohlräume entstanden.
<Desc/Clms Page number 3>
Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das Zusetzen von Harzen zu Bindemitteln, um diese als solche zu verändern, bekannt ist. Hingegen wird als neu beansprucht, solche Harze den Bindemitteln als imprägnierende Fremdkörper zuzusetzen, und zwar insbesondere bei zu diesem Zwecke zuvor mechanisch entsprechend innerlich aufgeschlossenen dünnen Holzblättern.
Die nach der Erfindung hergestellten Platten lassen sich nicht nur mit Vorteil zu Behältern, Gefässen, Röhren usw. verformen, sondern auch in ihrer ursprünglichen Form, z. B. für Daehdeckungen. Wandbekleidungen usw. vorteilhaft verwenden.