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Verfahren zum Abformen von liörpern bzw. Körperteilen, insbesondere des lebenden
Menschen.
Wie in klassischer Zeit erstehen durch den Volkssport wieder ideal geformte menschliche Körper in grosser Zahl. Diese der Nachwelt durch plastische Abformungen zu erhalten, sie kunstgewerblich und industriell zu verwerten und die Plastik überhaupt weiten Kreisen zugänglich zu machen, ähnlich wie es die Photographie in der Porträtkunst bewirkte, soll diese Erfindung bezwecken.
Die naturgrossen Statuen der Bildhauer erfordern viel Zeit und sind sehr kostspielig, die ver- schiedenen Abformungsmethoden sind mangelhaft und lebensgrosse Statuen haben für den Allgemeingebrauch ein viel zu grosses Gewicht.
Abformungen vom lebenden Menschen herzustellen aus den schwierigsten Posen, naturähnlich, in kurzer Zeit, billig, unter Umständen ohne nennenswertes Gewicht und verpackt einen minimalen Raum einnehmen, eventuell teilweise beweglich und sehr geeignet als Hilfsmittel für Massenreproduktionen oder für die Wiedergabe in Edelmaterial zu dienen, ist Gegenstand dieser Erfindung.
Das Verfahren ist ein Abhautungsverfahren mittels einer Kopierhaut (Dermoplastokopie). Der
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Kautschukmischungen, Lacken od. dgl. überzogen, die nach kurzer Zeit erhärten und durch Aufschneiden als Haut vom Körper abgezogen werden, welche sodann in zusammengeklebtem Zustande aufgeblasen und nach Bedarf verkrustet oder mit einer Füllmasse versehen werden kann.
Die Hautbildung erfolgt durch eine oder durch mehrere zumeist überaus dünne Schichten aus einem oder aus mehreren verschiedenen Materialien, welche unschädlich, am besten hautwarm, rasch trocknen, elastisch formbewahrend und zumeist luftdicht sind.
Um die naturgetreue Abform diverser Aus-und Einbiegungen des Körpers zu fixieren, werden diese Stellen mit einer gut formhaltenden, aber doch elastischen, zumeist ganz dünnen Ein-bzw. Auflage versehen. Oft wird der Verwendungszweck und das Haltbarkeitsbedürfnis eine Kaschierung bedingen in einer oder in mehreren Lagen von gleicher oder von verschiedener Beschaffenheit.
Sowohl hautbildende als auch Kasehierungsmaterialien sind bereits bekannt z. B. in kurzer Zeit eine Haut bildende, dünnste Kautschuklösungen, elastische Lacke, Papierseide, Trikotgewebe u. dgl.
Die Detailarbeit richtet sich nach dem verwendeten Material und dem Verwendungszweck. Ein beispielsweiser Verfahrensvorgang ist folgender : Schützen des lebenden Modelles gegen Verletzungen und Verklebungen analog den bekannten
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des Körpers mit dünnst gewebten Trikotgespinnsten, die sieh an alle Körperteile faltenlos anschmiegen, Durchtränkung dieser Kaschierung mit einer der schon bekannten Mischungen von Kautschuk mit Zu-
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und Isolierung zwischen Bodenauflage oder sonstigen Berührungsflächen mit dem Körper, eventuell an den Berührungsstellen einzelner Körperteile.
Hat diese Kopierhaut formhaltende Konsistenz erlangt, wird sie mit Anwendung möglichst weniger Auftrennungen abstreifbar gemacht, dann abgehäutet, luftdicht zusammengeklebt und mit Luftventilen zum Aufblasen versehen und bildet luftgefüllt eine naturgetreue Kopie des Modelles.
Solehe Abformungen erhält man beispielsweise auch durch vorheriges Tauchen des Kaschierungsgespinnstes und nachherige Bekleiden des Modelles oder durch Verwendung von geeigneten Stoffzu-
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tungen eingebaut werden, z. B. bei Reklamefiguren, Skelettdrâhte, Beugungsplättchen, Bewegungs- mechanismen, Gebläse zum Aufrichten und Zusammensinken, Gaszellen zum Freisehweben, Durch- leuchtungskörper, Lautsprecher u. dgl.
Für Auslagefiguren wird eine Kopfhaut mit Kunstaugen und Naturhaar auf den Körper gesetzt.
Für andere Zwecke, z. B. Probierpuppen für die Bekleidungsindustrie wird der Rumpf ohne Kopf oder mit einem stilisierten Kopf verwendet.
Ein ganz besonderer Vorteil ist der Umstand, dass man mittels einer einzigen Kopierhaut unzählige- Male billigst und rasch Vervielfältigungen erlangt, indem man eine aufgeblasene Modellhaut einfach in hautbildende Masse taucht, erhärten lässt und das Modell in unaufgeblasenem Zustand aus der Reproduktion herauszieht.
Es wird dadurch Sammlern, Museen u. dgl. möglich, sich mit wenig Mitteln plastische Erzeugnisse in grosser Menge aufzustellen, deren Gewicht minimal ist und welche verpackt einen geringen Raum einnehmen.
Plastiken für architektonische Zwecke, z. B. Statuen, Grabmonumente, für Reliefs durchschnittene Rundplastiken u. dgl., welche wetterfest sein sollen, erhält man durch eine Verkrustung der Kopierhaut und ganz besonders vorteilhaft mittels der Galvanoplastik. Das minimale Gewicht der Kopierhaut und die Möglichkeit, dieselbe für Reproduktionen vielmals wiederzuverwenden, verbilligt ganz bedeutend die Manipulationen im Galvanobad, so dass lebensgrosse Bronzen, z. B. von nahestehenden Menschen zu Pietätszwecken u. dgl. in Edelmaterial ausgeführt erschwinglich sein werden.
Kostbare antike Statuen u. dgl. kann man mit Hilfe der Dermoplastokopie ebenso schadlos reproduzieren wie den empfindlichen lebenden Menschen.
Für Verkleinerungen und Vergrösserungen, für welche die bekannten Apparate anwendbar sind, wird dieses Verfahren ein willkommenes Hilfsmittel sein, da die Modellgewinnung leicht, rasch und billig erfolgt.