AT123383B - Verfahren zur Gewinnung stickstoffhaltiger Düngemittel aus den Destillationsgasen bituminöser Brennstoffe. - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung stickstoffhaltiger Düngemittel aus den Destillationsgasen bituminöser Brennstoffe.

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AT123383B
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   Die gasförmigen Produkte der Destillation, Vergasung   und ähnlicher Behandlungsweisen   bituminöser Materialien, Kohle usw., enthalten bekanntlich Stoffe, deren Ausscheidung aus den Gasen vor ihrer Weiterverwendung, Verbrennung,   Verflüssigung   usw. notwendig ist. Die Aufbereitung der hiezu entstehenden Produkte ist bisher, u. zw. teilweise aus technischen, teilweise aus ökonomischen Gründen nicht mit 
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 ausserordentlich wertvoll. 



   Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren, das eine technische und wirtschaftlich befriedigende Verwertung dieser Produkte, insbesondere also ihre direkte Verarbeitung in einem Arbeitsgange auf feste Stoffe unter Nutzbarmachung ihres gesamten   Stickstoffgehaltes,   insbesondere zur Erzeugung von einwandfreien Düngemitteln, erzielt. Daher ist das vorliegende Verfahren auch vor allem für Kokereien und Gasanstalten, wo bekanntlich solche Produkte fallen, von Bedeutung. 



   Die bei den hier in Betracht kommenden Prozessen gebildeten Gase enthalten den Stickstoff bekanntlich zumeist als Ammoniak ; sie enthalten ferner Schwefel in Form flÜchtiger   Sehwefelverbin dungen   ; diese beiden Stoffe sind es vor allem, die aus den   Destillationsgasen entfernt werden müssen,   u. zw. das Ammoniak deshalb, weil es als   Stickstoff träger   wertvoll ist, der Schwefel, weil er die Verarbeitung der Destillationsprodukte stört bzw. sogar verhindert. Das Ammoniak wird nun aus den Gasen   gewöhnlich   in Form von Gaswasser, der Schwefel in Form von Sehwefelreinigungsmasse oder als verunreinigter elementarer Schwefel erhalten. 



   Die Erfindung besteht daher in einem Verfahren zur Gewinnung stickstoffhaltiger Düngemittel aus den   Destillationsgasen   bituminöser Brennstoffe unter Entzug der schwefelhaltigen Stoffe durch Reinigungsmassen und Abrösten derselben, wobei aus den hiebei erzielten   SO-haltigen Gasen   mittels hochgespannten Gleichstromes bei Gegenwart von aus Luft bzw. Sauerstoff und Stickstoff gebildeten Stickoxyden als Katalysatoren S03 gebildet wird und die Gase dann nach Zumischen NH3-haltiger Gase der Einwirkung eines hochgespannten Gleichstromes unterworfen werden, wobei als NH3-haltige Gase die nur von den Schwefelverbindungen befreiten Destillationsgase bituminöser Brennstoffe direkt verwendet werden. 



   Handelt es sich um die eben erwähnten Stickstoff und Schwefel enthaltenden gasförmigen Produkte aus Gasanstalten bzw. das auf Grund von Gas aus Waschung resultierende Gaswasser und die Gasreinigungsmasse bzw. den amorphen Schwefel, so wird   zunächst   in bekannter Weise das Gaswasser 
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 gewonnenen Ammoniak-Schwefel-Gas-Oxyde enthaltenden Gase werden mit oder ohne Feuchtigkeit in Gegenwart von Luft unter Einwirkung und unter dem Einfluss hochgespannter Ströme verarbeitet, wodurch in einem Arbeitsgange ein festes, durch seinen hohen Stickstoffgehalt ausserordentlich wertvolles Düngemittel entsteht. 



   Das erzielte Produkt ist ein Düngemittel von hohem Wirkungsgrad und übt eine überraschend gute Pflanzen ernährende Wirkung aus, so dass es z. B. dem heute im Handel befindlichen Ammoniumsulfat zum mindestens gleichwertig ist. 



   Es ist bekannt, Gaswasser bzw. seine gasförmigen Erhitzungsprodukte auf Ammoniumsulfat zu verarbeiten. Bei diesem Verfahren aber gelangen teilweise auch die in den Gasen bzw. dem Gaswasser und der Reinigungsmasse enthaltenen, für die Pflanzen   so ausserordentlich   giftigen Stoffe, z. B. Rodan- 

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 während es gerade den besonders grossen Vorteil des vorliegenden Verfahrens bedeutet, dass diese Verbindungen durch den Ionisationsprozess unter der Einwirkung und Anwendung hoehgespannter Ströme usw. zerstört werden, so dass ein von jedem   schädlichen   Einfluss befreites Düngemittel entsteht. 



   So unterscheidet sieh also das vorliegende Verfahren   gegenüber sämtlichen bekannten Vorschlägen   dadurch, dass 1. Nebenprodukte von   Destillationsprozessen   bituminöser Stoffe, z. B. Gaswasser und Gasreinigungsmassen bzw. verunreinigten amorphen Schwefel direkt in einem Arbeitsgang gemeinschaftlich verarbeitet und nutzbar gemacht werden, welche sonst der Weltwirtschaft verloren sind, da man sie mit dem zur Zeit bekannten Verfahren in   ökonomisch   befriedigender Weise nicht verarbeiten 
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 Reaktionsverlauf verbürgt wird ; 3. das erzielte Produkt trotz Ausgang von nicht reinen Abfallstoffen einen Düngeeffekt und eine sehr grosse Pflanzen ernährende Wirkung besitzt, der es den besten   Dringt'-   salzen zum mindesten gleichwertig erscheinen lässt. 



   Nachstehend sind einige Ausführungsformen des Verfahrens   erläutert : l.   Das aus dem Betriebe einer Gasanstalt in bekannter Weise gewonnene Gaswasser wird erhitzt, gleichzeitig wird in einem Ofen bekannter Bauart, ähnlich einem Erzröstofen,   Schwefeleinriehtungsmasse   bzw. amorpher Schwefel verbrannt. Die gasförmigen Produkte beider Prozesse werden einem Behälter zugeführt, in welchem eine 
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 gespannter Ströme, welche eine Ionisierung bewirken. Das Produkt der sieh in ionisierender Form vereinigenden Gase wird ein sublimatartiges Salz von hohem Stickstoffgehalt und chemisch vollkommen rein erhalten, das sich am Boden ansammelt. 2. Die Destillationsgase bituminöser Brennstoffe. welche noch ihren gesamten Stickstoff und Sehwefelgehalt besitzen, werden zunächst in bekannter Weise über Reinigungsmassen, z. B.

   Rasenerz, geleitet oder in nassen Verfahren mit   Eisensalzlösungen   behandelt. um die Schwefelverbindungen zu absorbieren. 



   Durch Abrösten dieser Reinigungsmassen bzw. des dabei erhaltenen amorphen Schwefels werden sehwefeldioxydhaltige Gase gebildet. Die gasförmigen Röstprodukte der verbrennenden   Reinigungsmasse   bzw. des Schwefels werden der Einwirkung hochgespannten Ströme unter Anwesenheit von Luft bzw. 



  Sauerstoff ausgesetzt, wobei unter Bildung von Stiekoxyden als Katalysatoren eine Oxydation des Sehwefeldioxydes zu Schwefeltrioxyd erfolgt. 



   Diese Schwefeltrioxyd enthaltenden Gase werden hierauf zusammen mit den ammoniakhaltige Gasen des Destillationsprozesses nochmals ionisiert, wobei ein festes, weisses Salz mit   ungefähr   Ammoniumsulfat erhalten wird, das aber gerade auf Grund der übrigen Bestandteile, die es enthält und die vorzüglich aus Ammoniumthiosulfat und imidodisulfonsauren Ammonium bestehen, eine   vorzügliche     Düngewirkung   besitzt. 
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 zur   Kristallisation   gebracht und in bekannter Weise getrocknet werden.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Gewinnung stickstoffhaltiger Diingemittel aus den Destillationsgasen bituminöser Brennstoffe unter Entzug der schwefelhaltigen Stoffe durch Reinigungsmassen und Abrösten derselben, wobei aus den hiebei erzielten SO., haltigen Gasen mittels hoehsgepannten Gleichstromes bei Gegenwart von aus Luft bzw. Sauerstoff und Stickstoff gebildeten Stiekoxyden als Katalysatoren 803 gebildet wird und die Gase dann nach Zumisehen NH3-haltiger Gase der Einwirkung eines hochgespannten Gleichstromes unterworfen werden, dadurch gekennzeichnet, dass als NH3-haltige Gase die nur von den Schwefelverbindungen befreiten DestiIIationsgase bituminöser Brennstoffe direkt verwendet werden.
AT123383D 1929-08-08 1929-08-08 Verfahren zur Gewinnung stickstoffhaltiger Düngemittel aus den Destillationsgasen bituminöser Brennstoffe. AT123383B (de)

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