<Desc/Clms Page number 1>
Einrichtung an Motorzählern zum Anzeigen der Momentanwerte.
Es herrschen seit einiger Zeit Bestrebungen auf dein Gebiete der elektrischen Messtechnik, einen möglichst einfachen und billigen Maximumzähler auf den Markt zu bringen, und sind in dieser Hinsicht auch schon Vorschläge bekanntgeworden, die jedoch, da wichtige Faktoren bei diesen nicht berück- sicl1tigt werden konnten, nicht als endgültige und für die Praxis geeignete Lösung in Frage kommen können.
Es ist bekannt, dass bei Motorzählern das Drehmoment proportional der durch den Zähler gehende Leistung, bzw. Stromstärke sein muss und dass das Bremsmoment proportional der Tourenzahl anwachsen muss, damit der Zähler richtig zeigt. Die nötige Bremsung geschieht bei solchen Zählern durch einen permanenten Magneten. Der permanente Magnet übt auf die sich drehende Scheibe eine bremsende Kraft aus. Nach dem bekannten Satze, dass Aktion gleich Reaktion ist, übt nun aber auch die Scheibe auf den oder die permanenten Bremsmagneten eine mitnehmende Kraft aus. Bei den üblichen Zählern wird diese Kraft durch die Befestigungsmittel des oder der Bremsmagnete aufgenommen.
Diese mitnehmende Kraft kann bekanntlich auch dazu benutzt werden, um mit integrierenden Motorelektrizitätszählern nicht nur die Energie bzw. die Amperestunden, sondern auch die Effektivwerts, d. 11. die Leistung oder die Ampere, anzuzeigen. Hiebei erfolgt die Bremsung mindestens teilweise durch einen drehbaren Bremsmagneten, dessen Verdrehung, durch eine entgegenwirkende Rücklauffeder begrenzt, ein Mass für die den Zähler auf die Zeiteinheit bezogene durchfliessende Menge ist.
Gemäss der Erfindung kann der Anteil der Bremsmagnetanordnung an der Bremsung der Mess- gerätseheibe zum Teil oder vollständig kompensiert werden, wobei die Bewegung des Magneten derart eingerichtet ist, dass sein Anteil an der Bremsung mit grösserem Ausschlag kleiner wird. Dies ist dadurch
EMI1.1
scheibe und einen ortsfesten Gegenpolteil auf der andern Seite der Triebscheibe aufweist. Hiebei kann ein Entfernen des Magneten von der Triebscheibe, d. h. eben die Abschwächung der Bremswirkung desselben, auf verschiedene Art erzielt werden.
Beispielsweise kann die Gegenpolplatte entsprechend bereit gehalten werden, so dass mit zunehmender Winkelverdreliung des bewegliehen Magnetteiles die Entfernung zwischen den Polen des letzteren und der Gegenpolplatte grösser wird, oder die Gegenpolplatte kann gegen ihren entsprechenden Rand hin etwas von der Triebseheibe abgebogen sein. Durch die beschriebene Anordnung kann der Einfluss der Stromdämpfung beispielsweise bei Wechselstromzählern teilweise oder ganz kompensiert werden.
Ausserdem ermöglicht die Erfindung eine Maximumanzeige und ist gemäss derselben auch die Kombination eines Maximumzeigers mit einer Kontakteinrichtung zum Anzeigen eines bestimmten Maximums mittels eines Signals vorgesehen.
Die Zeichnung zeigt zwei AusfÜhrungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes, u. zw. in Fig. 1 das eine in perspektivischer Darstellung und in Fig. 2 das andere im Schnitt.
Dem ersten Ausführungsbeispiel ist ein Gleichstromwattstundenzäl1ler zugrunde gelegt. 1 ist eine Schiene, an welcher die Innenteile eines Motorzählers montiert sind.'2 ist die Achse des rotierenden Systems, auf der, von oben ausgehend, ein Kollektor 3, ein Trommelanker 4, eine Schnecke 5 und eine Bremsscheibe 6 sitzen.
<Desc/Clms Page number 2>
Gegen den Kollektor 3 liegen Bürsten 7 an, der Anker 4 dreht sieh in dem Feld von Spulen 8, welche mit den Netzleitungen bzw. den Bürsten 7 in der üblichen Art verbunden sind. Mit der Schnecke 6 steht ein Zahnrad 9 eines Zählwerkes 10 im Eingriff, welches Zählwerk an einem Träger 11 befestigt ist.
Der Träger 11 ist an der Schiene 1 angeordnet und hat eine Verlängerung 22, welche seitlich der Achse 2 Spitzenlager 13 aufweist. 14 ist ein permanenter Bremsmagnet, welcher auf die Scheibe 6 wirkt und in der bei Elektrizitätszählern üblichen Weise angebracht ist.
In den Spitzenlagern 13 ist eine Achse 15 gelagert, auf der ein halbkreisförmiger permanenter Magnet 16 festsitzt. Die Pole dieses Magneten 16 sind gegen die Scheibe 6 gerichtet und liegen nahe dieser. Eine unterhalb der Scheibe 6 fest angeordnete Eisenplatte 17 dient als Rückschluss für die Ströme des Magneten 16. Auf der Achse 15 sitzt ferner ein Arm 18 fest, der in einem Zeiger 19 endet, welcher vor einer Skala 20 beweglich ist. Diese Skala 20 ist auf einem Blechstreifen 21 angeordnet, welcher, vor dem Rand der Scheibe 6 liegend, der Ausschlagbewegung des Zeigers 19 entsprechend gebogen und auf aus der Zeichnung nicht ersichtliche Art an der Schiene 1 befestigt ist. An der Achse 15 greift noch mit einem Ende eine Feder 22 an, welche anderends an der Verlängerung 12 befestigt ist.
Zufolge der dem Magnet 16 innewohnenden Bremskraft sucht dieser Magnet einer Lageveränderung der Scheibe ihm gegenüber entgegenzuwirken, und da der Magnet 16 nicht fest angeordnet ist, kann er der Drehung der Scheibe 6 folgen, bis die Kraft der Feder 22 die Bremskraft des Magneten überwindet
EMI2.1
des Magneten 16 ist also proportional der Tourenzahl bzw. dem Drehmoment bzw. der durch den Zähler fliessenden Leistung oder Stromstärke, und der Zeiger 19 gestattet, an der Skala 20 die Leistung bzw. die Stromstärke abzulesen.
Das zweite Ausführungsbeispiel (Fig. 2) zeigt die vorbeschriebene Ausbildung mit dem in Spitzenlagern 13 gelagerten, mit einer Gegenplatte 17 zusammenwirkenden und unter dem Einfluss einer Feder 22
EMI2.2
vor dem Skalablechstreifen 21 ausgebildet ist.
An einem Tragarm 23 ist eine Hülse 24 angeordnet, welche die Achse 15 mit Spiel umgibt. Auf dieser Hülse sitzt ein Maximumzeiger 25, der unter der Wirkung einer feinen Feder 26 in seiner jeweiligen Lage gesichert ist und zwischen den Zeiger 19 und den Skalablechstreifen 21 ragt. Ein Ansatz 27 des Armes 18 dient zur Mitnahme des Maximumzeigers 25, welcher in der üblichen, einem solchen Zeiger eigenen Weise die maximal durchflossene Leistung bzw. Stromstärke kenntlich macht.
Die Anordnung des drehbaren Bremsmagneten, dessen Achse theoretisch mit der Achse des rotierenden Systems zusammenfallen kann, kann vorteilhaft so getroffen werden, dass der Einfluss der Stromdämpfung bei Wechselstromzählern zum Teil oder vollständig kompensiert wird. Zu diesem Zweck muss die Bewegung des Bremsmagneten so eingerichtet sein, dass sein Anteil an der Bremsung mit grösserem Ausschlag kleiner wird. Dies kann beispielsweise dadurch erzielt werden, dass durch Entfernen des Magneten von der Bremsscheibe bei zunehmendem Ausschlag die Magnetwirkung geschwächt wird.
Bei Amperestundenzählern kann die Anordnung so getroffen werden, dass die normalerweise nicht zu vermeidende fallende Kurve bei kleinen Belastungen, herrührend von den Reibungen, wenigstens zum Teil kompensiert wird.
Es könnte auch eine Kontakteinrichtung mit dem Zeigerarm 18 oder, bei Anordnung eines Maximumzeigers, mit diesem in Verbindung stehen, so dass ein bestimmtes Maximum durch Signal angezeigt wird.
Beim Anlassen von Motoren entstehen oft ganz kurzzeitige, hohe Anlaufstromstösse, die auch eine entsprechende Leistungsaufnahme zur Folge haben. Man könnte der Ansicht sein, dass diese hohen Maximalbelastungen durch die beschriebene Anordnung unverändert angezeigt werden. Dies ist nun aber nicht der Fall. Einmal hat der Zähler an und für sich ein verhältnismässig grosses Trägheitsmoment, überdies ist die Triebscheibe der Elektrizitätszähler durch die permanenten Bremsmagnete stark gedämpft.
Ferner weist auch das vorbesehriebene bewegliche Messsystem ebenfalls eine gewisse Trägheit auf, so dass in der Tat kurzzeitige Überlastungen, wenn dieselben die Dauer von etwa einer halben Sekunde nicht überschreiten, nicht in der vollen Grösse angezeigt werden.
Die Anordnung lässt sich bei allen Motorzählern mit Bremsung durch permanente Magnete verwenden, also z. B. bei Wattstundenzählern, für Scheinverbrauchszähler, für Amperestundenzähler, für Zähler, die eine gemischte Grösse angeben, und 1ür andere mehr.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Einrichtung an Motorzählern zum Anzeigen der Effektivwerte, bei welcher Einrichtung die durch eine Rioklauffeder begrenzte Verdrehung eines drehbaren Bremsmagneten als Mass für die auf die Zeiteinheit bezogene durchfliessende Menge dient, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil des Bremsmagneten an der Bremsung der Triebscheibe mit grösserem Ausschlag kleiner wird.