AT119203B - Kontrastmittel für Röntgenuntersuchungen. - Google Patents

Kontrastmittel für Röntgenuntersuchungen.

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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Kontrastmittel für Röntgenuntersuchungen. 



   Die bisher zur Röntegenuntersuchung von Körperhöhlen angewandten oder vorgeschlagenen Kontrastmittel haben lediglich die Aufgabe, die betreffende Höhle völlig mit einem für Röntgenstrahlen undurchlässigen Stoff auszufüllen. Die mit ihrer Hilfe gewinnbaren Bilder   sind"Ausgussbilder".   Die Beziehung zwischen der darzustellenden Körperhöhle und dem Kontrastmittel ist lediglich mechanischer Art. Die Eigenschaften der Wandatmung, Sekretion usw. prägen sich daher nicht unmittelbar im Röntgenbild aus. 



   Man hat auf verschiedenen Wegen, wie Kompression von aussen, Ausnutzung von Klebkraft, versucht, das Kontrastmittel nur an der Wand der Höhlung zum Anhaften zu bringen und auf diesem Wege bei der Durchstrahlung   ein"Reliefbild"der Höhlenwandung zu gewinnen.   Die Ergebnisse blieben jedoch, da die Bildung eines Wandbelages auf diesem Wege nicht sicher erfolgen kann, unbefriedigend. 



   Die Erfindung ermöglicht eine neue Art der Wanddarstellung von Körperhöhlen durch Ausnutzung gewisser physikalisch-chemischer Eigenschaften der die Körperhöhlen auskleidenden Häute. 



  Diese sind vorzugsweise Schleimhäute, deren Sekrete hauptsächlich aus kolloidal gelösten organischen Verbindungen bestehen und die Eigenschaft haben, eine in die   Körperhöhle   eingeführte, geeignete, kolloidale Lösung auszuflocken. Das neue Kontrastmittel besteht aus einem Röntgenstrahlen absorbierenden Stoffe, der in einem flüssigen Lösungsmittel in kolloidaler Form derart positiv aufgeladen (angesäuert) ist, dass durch die Einwirkung negativ geladener   Körperhöhlensekrete   die kolloidale Lösung auf den isoelektrischen Punkt gebracht wird und dann an der die Körperhöhlen umgebenden Wandung ausflockt. 



  Es dient also als Kontrastmittel eine sogenannte ungeschützte (d. h. gegen Ausflocken durch ein Kolloid entgegengesetzter Richtung nicht durch irgendwelche Mittel geschützte) kolloidale Lösung eines Röntgenstrahlen absorbierenden Stoffes mit einer der Teilchenladung der Sekrete entgegengesetzten Teilchenladung. 



   Die Herstellung solcher kolloidaler Lösungen, bei welchen ausser den bereits genannten Eigenschaften auch noch eine ausreichende Stabilität des Sols ohne Schutzmittel auch bei hoher Konzentration, Beständigkeit gegenüber einem etwa zur Anwendung gelangenden Sterilisierungsverfahren und indifferentes Verhalten im menschlichen Organismus erforderlich ist, ist bekannt. 



   Als besonders geeignet hat sich eine kolloidale Lösung von Thoriumdioxyd (Th   O2)   bewährt. Eine solche Lösung lässt sich ohne Schwierigkeiten in grossen Mengen billig herstellen. Wird sie in eine Körperhöhle eingeführt, so bildet sich an deren Wand, wenn die Sekrete ihrer   Schleimhäute   alkalisch sind, u. zw. nur an ihr, aus dem Sekret und aus dem eine positive Ladung seiner Teilchen aufweisenden Thoriumdioxydsol ein dünner Überzug von ausgeflockte Thoriumdioxyd. Entsprechend dem sehr hohen Atomgewicht des Thoriums ist die Absorption der Röntgenstrahlen in dieser Schicht verhältnismässig sehr gross. 



  Es genügt daher eine wenig konzentrierte, beispielsweise eine 10% ige wässerige Lösung, um gute Reliefbilder der Wand von Körperhöhlen zu erhalten. 



   Vergiftende oder sonstige schädliche Wirkungen von Thoriumdioxyd in kolloidaler Lösung sind weder theoretisch zu erwarten, noch haben sie sich in längeren Versuchen an Tieren und Menschen beobachten lassen. 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 



   Die Dichte des Niederschlages hängt ab von der elektrischen Ladung der kolloidal gelösten Teilchen der Sekrete der Höhlenwandung. Wenn diese gleichmässig verteilt sind, ist auch der Niederschlag gleichmässig. Änderungen der Sekreteigenschaften, die sich in der Ladung von deren Teilchen äussern, sind daher von Einfluss auf die Dichte des Röntgenbildes. Da nun gewisse pathologisch Prozesse, z. B. Geschwür, diese Eigenschaften erheblich beeinflussen, heben sich die Stellen, an denen sie sitzen, auf dem Bilde deutlich heraus. 



    Als fÜr den vorliegenden Zweck wegen der -verhältnismässig grossen Ausbeute an reinem, von ätzenden   Beimischungen freiem und besonders stabilen Thoriumdioxyd besonders vorteilhaft erweist sich ein Thoriumdioxydsol, das aus Thoriumoxalat durch vorheriges Ausglühen unter passenden Bedingungen (etwa 450  C) und Behandeln mit einer empirisch festgestellten Menge von ein Zehntel normaler Salzsäure mit nachfolgender mehrtägiger Dialyse gewonnen wird. 



   Als weiteres Beispiel für die Herstellung eines positiv geladenen Sols sei noch angegeben, dass durch langsame Reduktion einer   20% igen Wismutnitratlösung   mit   Zinnchlorür   in Gegenwart von Ammonzitrat eine etwa   0'5% ige   kolloidale Lösung von metallischem Wismut entsteht, die durch Eindampfen an Konzentration zunimmt. 



   Ferner : Nach einfacher Dialyse einer   15% eigen   Zirkoniumnitratlösung tritt nach fünf Tagen eine vollkommene Hydrolyse des Zirkoniums ein unter Bildung einer etwa 20% igen kolloidalen Zirkoniumhydroxydlösung. 



   In machen Fällen, insbesondere dann, wenn die zu untersuchende Körperhöhle (beispielsweise der Magen) saure Sekrete absondert, ist es erforderlich, die Körperhöhlenwandung mittels eingeführter, die Kolloideigenschaften der Sekrete der Körperhöhlenwandung beeinflussender Stoffe vorzubehandeln. 



  Eine solche Vorbehandlung kann in der mittels (etwa durch den Mund eingeführte) Natriumbikarbonates erzielbaren Alkalisierung (der Magenwandung) oder in der Durchspülung der betreffenden Höhle mit einer   0'1 %eigen   wässerigen Lösung reinster Gelatine bestehen oder auch, bei   geschwüriger   Erkrankung des Dickdarmes in. der Austrocknung der Darmschleimhaut mittels eingeführten Atropins. 



   Für die Einführung des Kontrastmittels in die Bronchien kann die sogenannte   transglottiscne   Methode angewandt'werden. Nachdem eine Kokain-Adrenalin-Anästhesierung der   Raehenhöhle,   des Kehlkopfes und der Trachea vorgenommen wurde, erfolgt die Einführung von 2-3 cm des Kontrastmittels mittels einer Spritze durch den Rachen in die Luftröhre. 



   In die Gebärmutter wird das   Kontrastmittel (1-3 em3)   mittels einer Kanüle injiziert und der äussere Muttermund wird dabei mit einer Kugelzange abgeschlossen. 



   Für den Magen benutzt man zur Einführung eine dünne   Duodenalsonde,   in den Darm erfolgt die Kontrastmitteleinführung mittels eines gewöhnlichen Einlaufes. 



   Die Einstellung der   Wasserstoffionenkonzentration   ist von der Dauer der Reinigungsdialyse abhängig. Bei genügend langer Dialyse (2-4 Tage) ist eine, dem Wert   PlI   = 7'0 entsprechende Konzentration zu erreichen, die für besonders empfindliche   Schleimhäute, wie   die Bronchial-und die Gebärmutter-   schleimhäute,   unbedingt erforderlich ist. Für weniger empfindliche Schleimhäute (Magen und Darm) ist ein   PlI   = 6'0-7'0 zulässig. 



   Von Vorteil ist es, dass bei dem neuen Kontrastmittel dessen einzuführende Menge wesentlich kleiner zu sein braucht, als bei den bekannten Kontrastmitteln. Als grosser Vorzug erweist sich dies beispielsweise bei der   Röntgenuntersuchung   der Bronehien. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Kontrastmittel für Röntgenuntersuehung von Körperhöhlen, dadurch gekennzeichnet, dass ein Röntgenstrahlen absorbierender Stoff in einem Lösungsmittel in kolloidaler Form derart positiv aufgeladen ist, dass durch die Einwirkung negativ geladener Sekrete der   Körperhohlenwandung   die kolloidale Lösung auf den isoelektrischen Punkt gebracht wird und dann an der Wandung   ausflockt.  

Claims (1)

  1. 2. Kontrastmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Röntgenstrahlen absorbierende Stoff zu einem ungeschützten Kolloid mit positiver Ladung gelöst ist.
    3. Kontrastmittel durch Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine kolloidale Lösung von Thoriumdioxyd.
    4. Verfahren zum Herstellen eines Kontrastmittels zur Röntgenuntersuchung von Körperhöhlen nach Patentanspruch 3, bestehend aus einer kolloidalen Lösung von Thoriumdioxyd, dadurch gekennzeichnet, dass aus Thoriumoxalat durch Glühen gewonnenes Thoriumdioxyd mit Salzsäure unter nachfolgender Dialyse behandelt wird.
AT119203D 1927-09-20 1928-08-01 Kontrastmittel für Röntgenuntersuchungen. AT119203B (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE749431C (de) * 1938-09-25 1944-11-23 Schering Ag Roentgenkontrastmittel

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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