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Lösevorrichtullg fiir selbsttätige Mittelputferhupplungell.
Die Erfindung betrifft eine Lösevorrichtung für selbsttätige Mittelpuffeiluppllrgen na (h Patent Nr. 113727 und bezweckt eine weitere Ausbildung dieser Vorrichtung und die AMellh rg gewisser, der Vorrichtung nach dem Hauptpatent anhaftenden Mängel.
Die Lösevorrichtung nach dem Stammpatent dient-wie dort ausgeführt wurde-dazu, die Kupplung auch dann unter normalem Kraftaufwand lösen zu können, wenn sie unter starker Zugspannung steht, wie es beispielsweise der Fall ist, wenn mit der Kupplung und mit den auf europäischen Bahnen meist üblichen Seitenpuffern ausgerüstete Fahrzeuge miteinander gekuppelt sind, bei denen die Kupplung bei ungespannten Pufferfedern hinter derjenigen Linie liegt, die die Stossflächen der Puffer an einem Fahrzeugende miteinander verbindet.
Bei der Vorrichtung nach dem Stammpatent besteht keine Möglichkeit, die einmal in die Losestellung gebrachten beweglichen Teile der Kupplung in dieser Lage festzuhalten, wenn zwei benachbarte Fahrzeuge, an deren einem die Kupplung gelöst wurde, getrennt werden.
Es kommen im Eisenbahnbetrieb Fälle vor, wo es erwünscht ist, dass zwei Fahrzeuge, von denen das eine auf das andere auffährt, nicht zusammengekuppelt werden. So kann es beispielsweise vorkommen, dass ein von einer Rangierabteilung abzustossender Wagen infolge einer Neigung des Geleises abläuft, bevor die Lokomotive ihm den zum Ablaufen erforderlichen Stoss gegeben hat. Die Lokomotive stösst dann auf den bereits etwas abgelaufenen Wagen auf, und es wird, wenn nicht besondere Mittel dies verhüten, ein unbeabsichtigter Kupplungsschluss herbeigeführt. Auch folgender Fall kann im Rangerbetrieb eintreten : Ein Wagen wird auf einer Wiegevorrichtung, die den maschinell erfolgenden Ladevorgang bei Erreichen eines bestimmten Wagengewichtes selbsttätig unterbricht, beladen.
Der nächste leere, mittels derselben Vorrichtung zu beladende Wagen wird dann etwa mit einem Rangierspill herangeholt ; er soll auf den beladenen Wagen auflaufen, diesen von der Wiegevorrichtung herunterschieben, ohne jedoch mit ihm gekuppelt zu werden. Das würde sich mit der Kupplung, die mit einer Lösevorrichtung nach dem Hauptpatent versehen ist, nicht durchführen lassen.
Gemäss der Erfindung ist die Lösevorrichtung für die selbsttätige Mittelpufferkupplung mit einer Sondervorrichtung ausgestattet, die es ermöglicht, die in die Lösestellung gebrachten wirksamen Teile der Kupplung willkürlich in der Lösestellung festzuhalten.
Auf der Zeichnung ist eine mit der Lösevorrichtung nach der Erfindung ausgerüstete selbsttätige Mittelpufferkupplung veranschaulicht. Dabei ist zu beachten, dass die zeichnerisch veranschaulichten Mittel, die zur Erreichung des erwähnten Zweckes führen, nur als ein Ausführungsbeispiel für den Erfindungsgedanken zu gelten haben.
Der Erfindungsgedanke liegt darin, dass bei einer selbsttätigen Mittelpufferkupplung mit einer Losevorriehtung, die in der im Stammpatent dargelegten Weise wirkt, Mittel irgendwelcher Art vorgesehen sind, um die in die Lösestellung gebrachten Kupplungsteile willkürlich in dieser zu halten.
Fig. 1 zeigt die wesentlichen Teile der Vorrichtung nach der Erfindung an einem Wagen in Stirnansicht. Fig. 2 veranschaulicht eine Seitenansicht, wobei die Kupplung sich in der Kuppelbereitschaft befindet, die Löseteile also ihre Normallage einnehmen. Fig, 3 ist ebenfalls eine Seitenansicht bei gelöster
Kupplung und in der Lösestellung festgelegten Löseteilen.
An der einen Aussenseite des Kuppelkopfes 1 befindet sich der drehbare Bedienungshebel 2 der Auslösevorrichtung, die Innenteile dieser Vorrichtung sind von bekannter Art und daher auf der Zeichnung
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nicht dargestellt. An dem Bedienungshebel 2 ist das Gegengewicht 3 angebracht. Von dem Bedienung- hebel 2 aus führt eine Zugkette 5 od. dgl. zu der Welle 4, auf der das Handrad 7 befestigt ist und die in unmittelbarer Nähe des Handrades durch das Lager 6 getragen wird. Abweichend von der Vorrichtung nach dem Stammpatent ist, gemäss der Erfindung, die Welle 4 auch an ihrem andern Ende in dem Kugel- lager 8 gelagert.
Eine gleichfalls an der Welle 4 befestigte Kette 9 trägt ein Gewicht 10, das zur Vermeidung des Hin-und Herschaukelns durch die Gelenkglieder 11 mit dem Fahrzeuggestell verbunden ist. Eine dritte, zweckmässig in der Nähe des Handrades 7 befindliche, an einem Ende am Fahrzeug befestigte
Kette 12 wird bei der Auslösebewegung von der Welle 4 abgewickelt und begrenzt beim Zurückdrehen in die Normallage die Drehung der Welle ; gleichzeitig dient sie dazu, die Drehung der Welle in verkehrter
Richtung zu verhüten. Von der Seite des Wagens aus erreichbar ist eine mit dem Handgriff 13 ausgerüstete
Stange 14 angeordnet, die in der Nähe des Handgriffes 13 gelagert ist undin deraus derFig. l ersichtlichen Weise gekröpft ist.
Sie hängt in einem Glied 15, das seinerseits in einer am Wagen befestigten Öse 16 hängt, und endet in einem Auge 17, durch das eine Schubstange 2. S hindurchgeführt ist. Die Stange 18 hängt in schräger Lage, gemäss Fig. 2, einerseits in dem Auge 17 der Stange 14 und anderseits in dem Auge eines Sperrgliedes 19. Das Sperrglied 19 ist um einen Bolzen 20 drehbar und besitzt eine Schulter 21, mit der es sich an die Unterseite des Kuppelkopfes legt, wenn es sich in der Normallage befindet. Die
Stange 18 ist in der Öse 17 der Stange 14 in ihrer Längsrichtung verschiebbar, so weit das die Scheibe 22 zulässt. Das Sperrglied 19 hat eine maulartige Öffnung 23, in die ein halbrunder Ansatz 24 des Bedienunghebels 2 der Auslösevorrichtung hineinpasst.
Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist die folgende : Befindet sich die Kupplung in der Bereit- schaftsstellung, gemäss Fig. 2, so wird zum Zweck der Herbeiführung der Lösestellung das Handrad 7 im Sinne des Uhrzeigers gedreht. Hiebei wickelt sich die Kette 5 auf der Welle 4 auf, strafft sich und übt auf den Bedienungshebel 2 der Lösevorrichtung eine Kraft aus, die dessen Drehung entgegengesetzt der Uhrzeigerbewegung veranlasst. Dadurch gelangen die Teile 8 und. ? der Lösevorrichtung in eine Lage, die entgegengesetzt der Uhrzeigerbewegung noch etwas über die in Fig. 3 veranschaulichte Lage hinausliegt. Bei der Drehung der Welle 4 wird die Kette 9 aufgewunden und das Gewicht 10 angehoben. Die in der Normallage der Welle 4 auf diese aufgewickelte Kette 12 wird dabei von der Welle 4 abgewickelt.
Soll die Lösevorrichtung 2, 3 in der Lösestellung festgehalten werden, so wird mittels des Handhebels 13 die Stange 14 so gedreht, dass die Schubstange 18 am hinteren Ende etwas angehoben und nach vorn geschoben wird. Lässt man das Handrad 7 los, so dreht sich die Welle 4 unter dem Einfluss des Gewichtes 10 etwas zurück und der Bedienungshebel 2 der Lösevorrichtung gelangt unter der Einwirkung des Gegengewichtes 3 mit dem halbrunden Ansatz 24 in die maulartige Öffnung 2. 3 des Sperrgliedes 19, wodurch die Lesevorrichtung gesperrt ist.
Soll die Sperrung aufgehoben werden, so wird mittels des Handhebels 13 die Stange 14 zurückgeschwenkt, dadurch wird das Sperrglied 19 nach unten gedreht, so dass es sieh mit der Schulter 21 wieder an den Kuppelkopf anlegt, das Gewicht 10 dreht die Welle 4 entgegengesetzt der Ullrzeigerbewegnng.
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Bei der Drehung der Welle 4 wickeln sich die Ketten 9 und 5 von ihr ab und die Kette 12 wickelt sich auf und begrenzt die Drehung der Welle. Sie macht es unmöglich, dass zum Zweck des Lösens der Kupplung die Welle 4 etwa in verkehrter Richtung gedreht wird.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Lösevorrichtung für selbsttätige Mittelpufferkupplungen nach Patent Nr. 113727, dadurch gekennzeichnet, dass eine Vorrichtung vorgesehen ist, mittels deren die in die Lösestellung gebrachten Teile der Kupplung in dieser Stellung willkürlich gesperrt gehalten werden.