<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren zur Herstellung hochaktiver Kohle.
Zur Herstellung aktiver Kohle aus Holz wird dieses mit Salzlösungen verschiedener Art imprägniert, unter Luftabschluss erhitzt und dann ausgelaugt. Nach der Erfindung benutzt man zum Aktivieren des Holzes oder anderer kohlenstoffhaltiger Stoffe Alkali-oder Erdalkalisalze der Rhodanwasserstoffsäure oder Blutlaugensalz.
Beispielsweise wird lufttrockenes Holz in Form kleiner Würfel (oder als Sägemehl) mit einer Lösung von Rhodankali in einer rotierenden Trommel bei 80-1000 C imprägniert und getrocknet. Die
EMI1.1
gefangen und nutzbar gemacht werden können. Dann erfolgt das Erhitzen unter Luftabschluss auf helle Rotglut etwa eine halbe Stunde lang. Nach dem Erkalten wird die Kohle mit möglichst wenig Wasser ausgelaugt, eventuell zur Verminderung des Aschegehaltes mit verdünnter Salzsäure, und hierauf wieder mit heissem Wasser gewaschen. Die zurückgewonnene Salzlösung wird konzentriert und wieder verwendet.
In gleicher Weise wie Holz können auch Torf, Braunkohle oder andere kohlenstoffhaltige Stoffe (z. B. organische Ablauge) oder deren Schwelprodukte mit Vorteil auf hochaktive Kohle verarbeitet werden.
Bei den bisher benutzten Verfahren hat man zum Imprägnieren von Holz Lösungen benutzt, die stark alkalisch sind (z. B. Pottasche) oder die stark sauer sind (Kaliumbisulfat). Die ätzende Wirkung der starken Alkalien bedingt bei den notwendigen hohen Temperaturen (900-1100 C) einen starken Verschleiss der Ofenanlage. Rhodankalium hat den Vorteil, dass es nur ganz schwach alkalisch reagiert und dass die Temperatur bei seiner Anwendung 8000 C nicht zu übersteigen braucht.
Ferner wirken die starken Alkalien bei der Glühhitze zerstörend auf das Produkt ein, während bei Gegenwart der beanspruchten stiekstoffabgebenden Salze keinerlei Verbrennung stattfindet. Beim Arbeiten nach der Erfindung erhält man Ausbeuten von 80-85%, bezogen auf Holzkohle, während die durchschnittliche Ausbeute an aktiver Kohle in der Industrie bisher 40-50% beträgt, aber auch Verfahren bekannt sind, die mit nur 12-14% Ausbeute arbeiten.
Von Vorteil ist es auch, die Ausgangsstoffe zuerst unter Gewinnung der Destillationsprodukte zu verschwelen und dann die Schwelrückstände zu verarbeiten. Da beispielsweise aus 100 Teilen Holz nur 24--30 Teile Holzkohle entstehen, erspart man bei dieser Arbeitsweise etwa 70% der Imprägniermittel.
Grosse Schwierigkeiten bereitete bisher auch das Auswaschen der aktiven Kohle infolge des grossen Wasserverbrauches und der geringen Filtriergeschwindigkeit, besonders da, wo während des Vorganges schwerlösliche Verbindungen entstehen. Nach dem neuen Verfahren'erfolgt das Auswaschen leicht und rasch und der Wasserverbrauch ist viel geringer als bisher. Auswaschen mit Säure ist nur bei der Herstellung von Medizinalkohle erforderlich.
Während das bekannte Verfahren zur Herstellung von Medizinalkohle aus Sulfitablauge zu Produkten mit bis 5% mineralischen Bestandteilen (Asche in Form von Kalziumsulfat) führt, kann der Aschegehalt nach der Erfindung leicht bis auf 0-4% heruntergedrückt werden. Ganz besonders günstig verhält sich diese aktive Kohle auch bei der Filtration von Ölen und Fetten.
Vergleichsprüfungen, die nach der Vorschrift des Deutschen Arzneibuches (6. Auflage, Seite 133)
EMI1.2
<Desc/Clms Page number 2>
EMI2.1
titer von 50 bei Verwendung von Rhodankalium und ein Methylenblautiter von 38 bei Verwendung von Blutlaugensalz erzielt wurde.
Zur Verbilligung des Verfahrens kann man, ohne das Produkt zu verschlechtern, ein bis zwei Dritteile der Rhodanverbindungen durch Alkali-oder Erdalkalisalze anderer Art ersetzen. So erhält man ein besonders wirkungsvolles Salzgemisch, wenn man Kaliumkarbonat mit so viel Kaliumbisulfat vermengt, dass die Reaktionsflüssigkeit noch schwach alkalisch reagiert und die resultierende Lösung von Kaliumsulfat, die einen kleinen Überschuss von Kaliumkarbonat enthält, dann mit Rhodankalium vermengt.
Beispielsweise zersetzt man eine Lösung von 350 < jr Kaliumkarbonat mit ebensoviel Kaliumbisulfat und gibt dann dieselbe Gewichtsmenge Rhodankalium zu. Mit der erhaltenen Lösung werden etwa 1 kg Holzkohle imprägniert, getrocknet und eine halbe Stunde unter Luftabschluss bei 800 C geglüht. Das Gltihprodukt wird mit Wasser ausgelaugt und mit Salzsäure und Wasser gewaschen. Der wässrige Auszug wird eingedampft und wieder zur Imprägnierung verwendet. In gleicher Weise können auch die Schwelprodukte von Torf und Braunkohle aktiviert werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung hochaktiver Kohle aus Holz oder anderen kohlenstoffhaltigen Stoffen durch Imprägnieren mit Salzlösungen, Erhitzen unter Luftabschluss und darauffolgendem Auslaugen, dadurch gekennzeichnet, dass man zum Imprägnieren des Holzes usw. Alkali-oder Erdalkalisalze der
Rhodanwasserstoffsäure oder Blutlaugensalz verwendet.