AT112601B - Verfahren zur Herstellung von körnigem druckfestem alkalihaltigem Koks und von Alkalicyanid daraus. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von körnigem druckfestem alkalihaltigem Koks und von Alkalicyanid daraus.Info
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Description
<Desc/Clms Page number 1> EMI1.1 Für die Bildung von Cyanid aus einem Gemisch von Oxyden bzw. Karbonaten der Alkalien und des Baryums mit Kohlenstoffträgern durch Überleiten von Stickstoff hat es sich als zweckmässig herausgestellt, druckfeste poröse Kohlenmassen von etwa Linsen-bis Walnussgrosse zu verwenden. An solch stückiges Material kann das Gas überall herantreten. Auch wird es wegen seiner Kompaktheit selbst bei hoher Schüttung nicht in Pulver übergeführt. Solches Kohlenmaterial bzw. solch alkalischer Koks von genügender Porosität und Aktivität lässt sich nach vorliegender Erfindung in der Weise erhalten, dass Fossilen, wie Steinkohle, Braunkohle oder Torf bzw. rezente Pflanzenstoffe, nach Mischung mit bestimmten bindend wirkenden Zusätzen und den etwa gewünschten Mineralsalzen in bestimmter Weise verschwelt werden, nämlich so, dass das zu verschwelende Material immer nur in dünner Schicht der Wärmeeinwirkung unterzogen wird, unter sofortiger Abführung der gebildeten Schwelgase und-dämpfe, und dabei Sorge getragen wird, dass die sich aus der Mischung bildenden Körper nicht durch Druck oder Fall zerrieben werden. Zu diesem Zweck kann das Gemisch am besten über mehrere von innen beheizte, mit gasdichten Wärmedurchgangsflächen versehene Drehtrommel geführt werden, die sich in abgedichteten Kammern EMI1.2 Druck oder Fallen aus grösserer Höhe zerrieben werden. Als bindend wirkende Substanzen können in bekannter Weise Asphalt, Teer und andere Produkte der Destillation von Fossilien, Ablaugen der Zellstoffindustrie usw. Verwendung finden. In rezenten Pflanzenstoffen, z. B. in Getreideabfällen, wie Spelzen, Stroh od. dgl., können durch Kochen mit Alkalien und nachfolgendes Eindampfen Stoffe erzeugt werden, die bei der anschliessenden Verschwelung einen genügend kompakten Koks entstehen lassen. Als ganz besonders geeignetes Ausgangsmaterial für die Herstellung derartigen linsen-bis walnussgrossen Alkalikokses haben sich die Huminsäuren bzw. die aus ihnen gebildeten Alkalihumate erwiesen. Dieses Fossil liefert, feucht mit Oxyden oder Karbonaten der Alkalien oder des Baryums gemischt, ohne jeden weiteren Zusatz schon einen hochaktiven körnigen Koks, der bei Überleitung von Stickstoff bei etwa 10000 C schnell und in sehr guter Ausbeute Alkali-bzw. Erdalkalicyanide gibt. Das Alkalihumat wird am einfachsten aus dem sogenannten Reinhumus', einem Zersetzungsprodukt aus Vegetabilien, gewonnen, der wegen seines Vorkommens bei Kassel und seiner braunen Farbe auch als Mineralfarbe unter dem Namen Kasseler-Braun bekannt ist. Das Alkalihumat bildet sich aus diesem Reinhumus durch Behandlung mit Alkalikarbonat oder auch Alkalihydroxyd. Da es in Wasser löslich ist, kann die Lösung von etwa den Reinhumus begleitenden sandigen Bestandteilen leicht getrennt werden. Im Torf wie in einigen jüngeren Braunkohlen befinden sich neben geringen Mengen freier Humin- EMI1.3 <Desc/Clms Page number 2> oder Retorten mit grösserer Schütthöhe erzeugt wird. Fällt er in diesen grossstüekig an, muss er auf Körnerform herabgebrochen werden. Beispiel 1. 500 kg Steinkohlen werden gemahlen, mit 50 kg Soda und 200 kg stark eingedickte Zellstoffablauge gemischt und die Paste über mehrere von ihnen geheizte, mit Leisten versehene Drehtrommeln geführt und bei einer Temperatur, die allmählich bis 6000 C gesteigert wird, versehwelt. Das gebildete Produkt kann für die Cyanidsynthese Verwendung finden. Beispiel 2. 2-5 A ! grubenfeuehter Kohlehumus mit 57% H20 und einen Gehalt von 80% Huminsäure, auf Trockensubstanz berechnet, werden mit 1 hl wasserfreier Soda in einer 3 m langen Mischtrommel vermischt. Hiebei vollzieht sich unter Kohlensäure entwicklung die Bildung von Alkalihumat. Das Material verlässt die Mischtrommel nach 10-15 Minuten als tiefbraune bis schwarze klebrige und teigige Masse. Diese wird in einem Drehrohrofen bis etwa 550 C versehwelt. Bei der Verschwelung fällt nach einer Schweldauer von etwa 30-40 Minuten ein erbsen-bis walnussgrosser kompakter Koks an, der dann dem Azotierungsprozess unterworfen wird. Vor der Verschwelung kann dem Kohlehumus ein kohlenstoffhaltiges Produkt, z. B. 2 hl Sägemehl, beigemischt werden. Beispiel 3.1000 kg rheinisch Braunkohle mit 50% H20 werden fein gemahlen und mit 150 kg Soda und Wasser unter Umrühren gekocht. Man lässt absitzen, dekantiert vom Ungelösten und dickt die das gebildete Alkalihumat enthaltende Lösung vor der Verschwelung so weit wie nötig ein. Die eingedickte etwa 250 kg Alkalihumat enthaltende Masse wird unter Zusatz von 20 kg Fe20v in einem geeigneten Rolleofen verschwelt, auf Nussform gebrochen und azotiert. Beispiel 4. 1000 kg Lupinen werden mit 350 kg einer 30% igen Sodalösung gekocht und das gebildete Produkt eingedampft, mit 250 kg Eisenchlorid gemischt und azotiert. PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Herstellung von körnigem druckfestem alkalihaltigem Koks von grosser Ober- flächenwirkung aus Fossilien, wie Steinkohle, Braunkohle und Torf, sowie Vegetabilen und von Alkalicyanid daraus, dadurch gekennzeichnet, dass diese Stoffe mit Alkali-oder Erdalkaliverbindungen und nötigenfalls Katalysatoren und mit Substanzen, welche bei der Schwelung bindend wirken, gemischt, in dünner Schicht bei allmählicher Temperatursteigerung unter Vermeidung einer Zerreibung durch Drucken oder Fallen und unter sofortiger Abführung der gebildeten Schwelgase und-dämpfe versehwelt werden und über den gewonnenen körnigen und porösen Koks bei Temperaturen von etwa 10000 C Stickstoff geleitet wird.
Claims (1)
- 2. Ausbildung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Gemisch der Ausgangsmaterialien über mehrere von innen beheizte, mit gasdichten Wärmedurehgangsflächen versehene Drehtrommel, auf denen Leisten angebracht sind, geführt wird und die gebildeten Schwelprodukte durch abgedichtete Kammern, in denen sich die Trommeln bewegen, abgezogen werden.3. Ausbildung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass als bindend wirkende Substanzen Alkalihumate verwendet werden.4. Ausbildung des Verfahrens nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass aus huminstoffreichen fossilen Materialien durch Erhitzen mit Wasser unter Druck und nachträglichem Alkalikarbonatzusatz oder Kochen mit alkalischen Laugen freie Humate gebildet und nach Trocknung allein oder im Gemisch mit anderen Kohlenstoffträgern verschwelt werden.5. Ausbildung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass rezente Pflanzenmaterialien zwecks Bildung stärker bindend wirkender Stoffe mit alkalischen Laugen gekocht und dann getrocknet und verschwelt werden.6. Ausbildung des Verfahrens nach den Ansprüchen 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass bei Verwendung von überwiegend Alkalihumat enthaltenden Stoffen oder rezenten mit Alkalien gekochten EMI2.1
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